Der Arbeitgeber möchte eine G25-Untersuchung - muß das als bezahlte Arbeitszeit vergütet werden ?

Elgaucho

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Mein Arbeitgeber möchte eine G25-Untersuchung von mir. Muß der mir das als bezahlte Arbeitszeit incl. Fahrtkosten incl Zeit der Fahrt zum Betriebsarzt
und zurück vergüten ? Ich stehe auf dem Standpunkt das die G25 Untersuchung eigentlich gesetzlich lt. Haufe Gesetzestext überhaupt nicht zwingend
notwendig ist. Darf der AG mich überhaupt dazu zwingen ? Es wird immer darauf verwiesen - das Gabelstaplerfahren eine wahnsinnig extrem gefährliche Tätigkeit ist und es darum unbedingt dieser Untersuchung bedarf. Autofahren halte ich für mindestens genauso gefährlich- wenn nicht noch gefährlicher und da will kein Mensch das ich deswegen andauernd zum Arzt renne. Desweiteren möchte ich selbst entscheiden - wer mich ärztlich untersucht und nicht das mein AG bestimmt wer mich untersucht. Mein Gesundheitszustand geht nur mich was an sonst niemanden - ergo bestimme ich auch - wer mich untersucht. Das ein Fremder Einblicke in meinen Gesundheitszustand bekommt - also in meinen höchtsintimsten persönlichsten Lebensbereich - das schmeckt mir überhaupt nicht.
 

Woodruff

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Hallo Elgaucho,

Desweiteren möchte ich selbst entscheiden - wer mich ärztlich untersucht und nicht das mein AG bestimmt wer mich untersucht. Mein Gesundheitszustand geht nur mich was an sonst niemanden - ergo bestimme ich auch - wer mich untersucht. Das ein Fremder Einblicke in meinen Gesundheitszustand bekommt - also in meinen höchtsintimsten persönlichsten Lebensbereich - das schmeckt mir überhaupt nicht.


Deine Einstellung kann ich gut nachvollziehen, das würde mir auch nicht schmecken!

Leider weiß ich nicht, wie aktuell die Angaben in dem nachfolgenden Link sind



Quelle:
Ärzte Zeitung, Neu-Isenburg
Am Forsthaus Gravenbruch 5–7
63263 Neu-Isenburg
 

ZynHH

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Hallo @Elgaucho, ich kann beide Seiten verstehen.
Bin auch wie du der Meinung, das die Zeit natürlich wie Arbeitszeit bezahlt werden muss.

Hast du ihm vorgeschlagen, dir selbst einen Arbeitsmediziner zu suchen?

Zwingen kann er dich nur, indem er dir Aufgaben gibt, für die so eine Untersuchung nicht nötig ist. Oder dir kündigt, weil er nicht sicherstellen kann, das du gesundheitlich in der Lage bist, die Tätigkeiten auszuführen.

Autofahren halte ich für mindestens genauso gefährlich- wenn nicht noch gefährlicher und da will kein Mensch das ich deswegen andauernd zum Arzt renne.
Leider werden Autofahrer viel zu selten auf Fahrtüchtigkeit von einem passenden Arzt untersucht. Aber, wenn man das nicht beruflich macht, fühlt sich eben keiner für die Sicherheit anderer möglicher Opfer zuständig.
Im Berufsleben wird der Arbeitgeber haftbar gemacht, darum verstehe ich seinen Wunsch.

Wie gesagt, suche dir selbst einen Arbeitsmediziner und schlage vor, dort die Untersuchungen durchführen zu lassen und die evtl. Kostendifferenz zu tragen.
 

vidar

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Moin @Elgaucho,

die Kosten sind vom Arbeitgeber zu zahlen.

Siehe hier: https://www.bgw-online.de/SharedDoc...in/Arbeitsmed-Vorsorge/Kostentraeger-AMV.html

und hier: ArbSchG
Auszug aus dem Gesetz:
§ 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.
(2) Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten
1. für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie
2. Vorkehrungen zu treffen, daß die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.
(3) Kosten für Maßnahmen nach diesem Gesetz darf der Arbeitgeber nicht den Beschäftigten auferlegen.
.
 

Elgaucho

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Danke für Eure Antworten. Ich habe schon öfters mal gehört ...das bei der plötzlichen Sichtung von Personalakten seitens des
Arbeitnehmers auf einmal intimste gesundheitliche Aspekte sich dort in der Personalakte niedergeschrieben fanden. Wie kommen solche Aspekte wohl in eine Personalakte ??? Nachtigall ick hör dir trapsen......
 

vidar

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Ich habe auch schon häufig gehört, dass der Osterhase und der Weihnachtsmann ein und die selbe Person sind ;)

Mit Verlaub, ohne diese Info selbst recherchiert und dann auch vor Ort gesehen zu haben, sind derartige Aussagen “Schall und Rauch“.
.
 

Lucky Luke

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Hallo Elgaucho

zu deiner Fragestellung: ja, selbstverständlich muss die Untersuchung als Arbeitszeit bezahlt werden. Ich kann mir auch eher nicht vorstellen, dass dein AG dir dies verweigert hat bzw. verweigert wird.

Du zitierst aus dem Haufe, dass diese G25-Untersuchung überhaupt nicht zwingend notwendig sei weil unnötig usw. Sorry, aber beim Lesen desselben - über den ersten Satz hinaus - steht da was ganz anderes...

Im Übrigen hat der AG ein sog. "Direktionsrecht", er kann also z.B. wie in deinem Fall bestimmen, dass gabelstaplerbediende Mitarbeiter diese Untersuchung absolvieren MÜSSEN... und sollten sie gesundheits- bzw. krankheitsbedingt nicht befähigt zum Bedienen einen Gabelstaplers sein, nun denn.... dann wäre ich persönlich sehr froh, wenn das Risiko, von einem Gabelstapler überfahren zu werden weil der Fahrer z.B. wegen Bewusstseinsaussetzern direkt auf mich zuhält, minimiert wird...

Hier werfe ich noch das Stichwort "Fürsorgepflicht" in den Ring - wenn dem AG etwas bekannt ist, dass ihn an der gesundheitlichen Befähigung des MA zweifeln lässt, dann DARF er ihn nicht arbeiten lassen!

Warum sträubt du dich denn so vehement dagegen?

Mir kommt es so vor, als ob du stark befürchtest, dass da bei dir was (gesundheitlich negatives) herauskommen könnte...

Und was das angeht:
Danke für Eure Antworten. Ich habe schon öfters mal gehört ...das bei der plötzlichen Sichtung von Personalakten seitens des
Arbeitnehmers auf einmal intimste gesundheitliche Aspekte sich dort in der Personalakte niedergeschrieben fanden. Wie kommen solche Aspekte wohl in eine Personalakte ??? Nachtigall ick hör dir trapsen......
das ist lachhaft, sorry... Was glaubst du denn was in so einer arbeitsmedizinischen Untersuchung dokumentiert wird?!

"Herr XYZ wies starke Fesselungsspuren an Hand- und Fussgelenken auf. Es ist anzunehmen, dass seine S.......praktiken eindeutig der SM-Szene zuzurechnen sind....." ?!?!?

Ich habe in meinem Berufsleben einige Arbeitsmed. Untersuchungsberichte in Händen gehabt (und in Personalakten einsortiert) - glaub' mir, ist viel unspektakulärer...

Interessant ist nur das Kreuzchen bei "geeignet/ungeeignet für xxx".

LG Lucky Luke
 

Elgaucho

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Welche sexuellen Präferenzen aus medizinischer Sicht hervorgehen ist für mich aus AG-Perspektive absolut unerheblich.
Aber ob jemand ein sich stark abzeichnendes Rückenleiden hat oder anderweitig sich abzeichnende Leiden - die Ihn für seinen AG
nicht grade attraktiv machen. Bekommt der AG durch den Betriebsarzt dadurch Wind - kann der AG versuchen diesen für Ihn nicht mehr sonderlich attraktiven AN durch Mobbing oder andere Maßnahmen aus dem Betrieb zu drängen. Daher möchte ich nicht von
einem mir vorbestimmten Arzt untersucht werden - sondern nur durch einen Arzt meines Vertrauens.
 

Lucky Luke

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... Bekommt der AG durch den Betriebsarzt dadurch Wind - kann der AG versuchen diesen für Ihn nicht mehr sonderlich attraktiven AN durch Mobbing oder andere Maßnahmen aus dem Betrieb zu drängen....
Wie heißt es so schön: es gibt nichts, was es nicht gibt...
Wenn ich aber bei meinem AG solche Vermutungen hege bzw. evtl. bereits tatsächlich entsprechende Erfahrungen machen musste -> dann würde ich mich schleunigst nach einem anderen Arbeitsplatz umsehen!

Das hat aber primär mit "nomalen" arbeitsmed. Untersuchungen so rein gar nichts zu tun mMn.

Es gibt auch einige Menschen - meistens nicht alt, nicht weiblich und keine Abstinenzler - die Banken überfallen, Frauen bedrohen und /oder betrunken mit gestohlenen PS-starken Boliden durch 30er-Zonen rasen - machen das deshalb "alle jungen Männer"?!?

Hier sollte doch dein Anliegen etwas differenzierter betrachtet werde.

LG Lucky Luke
 

Elgaucho

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Lucky ...ich sehe das wesentlich differenzierter. Wessen Brot ich es ...dessen Lied ich sing;)) Das ist nicht nur sehr oft beim Betriebsrat so - welcher vom AG bezahlt wird- sondern auch beim Betriebsarzt. Wenn Du in das System so viel Vertrauen hast - dann ist dein Ding - meins ist es nicht.
 

Lucky Luke

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Alles gut, Elgaucho!
Vertrauen ins System... nun ja, ich war lange Jahre ein nicht unwichtiger Teil des Systems😉. Und in meinem Betrieb gab's (und gibt's) sowas wie Mobbing nicht, weder was Nationalität, Religion, Hautfarbe, usw. angeht. Und rausgedrängt wurde / wird auch niemand.

Allerdings habe ich auch einmal einer Mitarbeiterin das Fahren von Firmen-PKW's verboten, nachdem sie im Büro einen (und wie sich später herausstellte nicht den ersten...) epileptischen Anfall erlitt. Ich hatte ihr auch "verboten" (das Recht dazu hatte ich selbstverständlich nicht), mit dem eigenen Auto ins Geschäft zu fahren, ihr Papa fuhr sie dann immer... Und entlassen wurde sie nicht.

Ein Polier berichtete mir einmal so ganz nebenbei in einem Telefonat, dass er heute einen Zuckerwert von über 400 gehabt habe.. ihm sei auch ganz komisch... Habe sofortiges Arbeitsverbot ausgesprochen und den Bauleiter auf die Baustelle geschickt -> der Polier fuhr den Mannschaftsbus und ab und an den Radlader, war ein echter "Schaffer" wie man bei uns sagt - und ihn sofort "seines Amtes enthoben". Der war dann auch sauer auf mich, ging dann aber zum Arzt, wurde nicht entlassen, starb aber ca. ein 3/4 Jahr später an Pankreaskrebs.

Hätte man diese MA weitermachen lassen sollen?? Mit Firmenfahrzeugen fahren lassen, Maschinen bedienen auf der Baustelle?

Die Medaille hat immer 2 Seiten-und die haben tatsächlich beide nichts mit "mobben und hinausdrängen" zu tun, sondern mit Fürsorgepflicht ggü Mitarbeitern und ALLEN Kollegen oder auch gänzlich unbeteiligten anderen Verkehrsteilnehmern.
Meine Meinung, aber du kannst die Angelegenheit selbstverständlich anders sehen.

Lg Lucky Luke
 
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