Der Ärger um das Kindergeld von Volljährigen mit genug eigenem Einkommen

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LaraS

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Bei vielen hier rechnet die ARGE ja offenbar weiter mit dem Kindergeld, den Eltern wird es also abgezogen. So haben wir es gemacht:

Ich habe extra nachgefragt bei meiner Mutter, denn bei uns fiel damals auch Erstattung an. Diese wurde dann nach einem Überprüfungsantrag + Vorsprache beim Teamleiter aufs Konto gezahlt.

Nachstehend schreib ich unseren Weg aus der BG auf. Nicht weil wir so schlau waren, sondern weil meine Mama dachte man macht das so auf diese Art. Information begann auch für uns erst
als es um Erstattung ging. Die Erfahrungen fließen hier mit ein, deshalb benenne ich bewußt Termine jetzt so, dass Aufrechnungen möglichst zu vermeiden sind für Betroffene.



*spätestens gegen Ende der Schulzeit der Familienkasse Kontoänderung auf Konto des ältesten Kindes mitteilen, dafür das Formular "Veränderungsmitteilung (KG45) " wählen

* zwischen Abi-Ende + Studienbeginn (3 Monate bei mir) wurde dem SB in paar Zeilen mitgeteilt, dass das Kind zum .... Studium/Ausbildung beginnt
* 2 Wochen vor tatsächlichem Studium-/Ausbildungsbeginn ARGE-Formular "Veränderungsmitteilung" vom Kind ausgefüllt (!) mit Abmeldung aus Bezug zum ... einreichen, Grund: Studium/Ausbildungsbeginn (Wichtig um Überzahlung zu vermeiden!)

*Mutter hat NIE einen weiteren Antrag mit Begründungen zu diesem Zeitpunkt formuliert. Auf Formulare müssen Ämter mit Bescheid reagieren.

*Bewilligung kam (1/3 KDU des vollj. Kindes waren gestrichen, wir sind 3 Personen) KG des Kindes bei Mutter als Einkommen angerechnet
*Widerspruch einlegen

Begründung: "Kind verbraucht KG selbst, deckt seinen Bedarf mit ... alles aufzählen (Azubigeld, Bafög, Unterhalt, Kindergeld usw.), Mutter hat keinen Kontozugriff auf Kindeskonto, KG steht ihr nicht zur Verfügung, fordert deshalb Erstattung des zu Unrecht einbehaltenen Betrages. Belege des Kindes hat sie nie eingereicht zu diesem Zeitpunkt, wenn ARGE was will soll es ab jetzt bei dem Kind direkt nachfragen!

*Bei Studenten mit den anteiligen Wohnkosten des Bafög argumentieren, dass die nicht ausreichen um KDU-Anteil zu zahlen, selbst mit Wohngeld sind die nicht gedeckt (Achtung, die KDU-Rechnung muss wirklich zutreffen!), weiter Semestergebühren vorrechnen, event. Studiengebühren,
bei Studenten + Azubis anteilig Strom, Telefon usw. ansetzen und mindestens RS-Höhe als Lebensunterhalt angeben (sonst 341 € wie beim BAB oder 333 bis 366 wie beim Bafög, je nach verfügbarem Einkommen), event. weitere Studien-/Ausbildungskosten (Fahrgeld o.ä.), beim Azubi natürlich seinen KDU -Anteil und dann ist das Geld gemeinhin schon verrechnet

*gleichzeitig stellt Mutter 1 Monat vorher ab.... (Studienbeginn) Wohngeldantrag für Student in Mutterwohnung (für Azubis gilt das nicht meines Wissens)
*entweder ARGE lenkt ein oder sonst weiter so argumentieren wie hier beschrieben + die Gründe aus meinem Post hier event. mit ranziehen bis Erfolg eintritt

*für Azubis: ziehen sie während der Ausbildung auf eigene Kosten aus, rechtzeitig BAB beantragen, wer zuhause wohnt bekommt nichts

*für Studenten: eigene Wohnung beim Bafög melden mit Belegen und Neuberechnung beantragen

*der ARGE als Mutter sofort den Auszug des Studenten/Azubis per Änderungsmitteilungsformular bekanntgeben, Kopie einer Meldebescheinigung des Kindes nicht vergessen,
Entweder es passt und Wohnung ist im Rahmen oder es kommt die Umzugsaufforderung
Achtung: vorher genau überlegen wie groß die Nachteile beim Umzug für Euch wären, unser Weg muss ja nicht für jeden ratsam sein! Zum Umzug gibt es hier genug Infothemen bereits.


WICHTIG beim Kindergeld des Azubis/Studenten: aufpassen was alles als Einkommen zählt, damit man nicht über die Bezugsgrenze kommt wenn z.B. noch gejobbt wird

Wann stellt man eine Abzweigung beim Kindergeld?
*nur wenn Azubi/Student mit eigener Kohle in eigenfinanzierte (!) Wohnung zieht u. die anderen Gründe des Formulars nicht vorher schon zutreffen, dazu einreichen:
*Meldebestätigung vom Amt mit der neuen Adresse
* Formular "Ausbildungsbescheinigung zur Vorlage bei der Familienkasse (KG5b)" für Azubis,
Studenten reichen aktuellen Bafög-Bescheid + Verdienstnachweise des aktuellen Jahres ein, (später den geänderten Bafögbescheid nochmals hinschicken als Änderungsmitteilung)
*das vom Kind ausgefüllte Formular "Antrag auf Auszahlung des anteiligen Kindergeldes (KG11e)
*das von der Mutter ausgefüllte Formular "Veränderungsmitteilung (KG45)" dort den Auszug des Kindes ankreuzen + sollten mehr Kinder da sein und bisher ging für alle KG auf Konto des ausziehenden Kindes, dann auch eine neue Kontoverbindung für KG der verbleibenden Kinder angeben
*eine schriftl. kurze Erklärung der Mutter, dass sie der Abzweigung für dieses (!) Kind auch so zustimmt, weil Kind das KG zur Deckung der Kosten benötigt und keinerlei Barunterhalt aus ALGII gezahlt werden kann und auch kein kostenfreies Wohnen u. Essen. angeboten werden kann

*es wird der Schriftverkehr bei eventueller Nachfrage weiter mit der Mutter geführt, sie wird auch nach erfolgreicher Abzweigung weiter "Kindergeldberechtigte" genannt und erhält den Bescheid
*die genehmigte Abzweigung bewirkt auch, dass endlich 2 Konten für verschiedene Kinder existieren, was bei der Kontoänderung vor Studium/Ausbildung nicht geht, wenn mehr Kinder da sind, da geht das ganze KG auf ein Konto,
*das Kind muss in diesen Fällen natürlich die anderen Teile immer (!!!) aushändigen,

*Abzweigungen können auch weitere Vorteile haben die hier etwas umfangreich werden würden

*Mutter teilt unbedingt auch rechtzeitig der Wohngeldstelle den Auszug des Studenten zum ....mit, damit auch da keine Überzahlung entsteht

Formulare siehe hier
Formulare für Bürgerinnen & Bürger - www.arbeitsagentur.de


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Ich weiß, dass es (ein) Urteil()e gab, wo das BSG gerade bei Studenten und dem Wohnanteil im Bafög gegen die ALGII Eltern entschieden hat. Ich meine zu entsinnen, da wurde aber auch mit exakter Quadratmeterberechnung argumentiert, so rechnet aber die ARGE gemeinhin nicht, deshalb taten wir das auch nicht. In anderen Urteilen waren es pflegebedürftige Kinder bzw. Eltern beziehen normale Einkommen, gewähren also Wohnung oder Unterhalt, zahlen Steuern.
All das trifft aber auf ein ALGII-Elternteil nicht zu, es kann aus seinem RS nicht das Kind unterhalten oder Unterhalt gewähren. Man möge mich bzgl. der Urteile gerne ergänzen/berichtigen wenn ich da Unsinn rede, es ist länger her bei uns.


Ich hoffe es nützt irgendwem. Ich wollte es einfach mal gebündelt schreiben, ich mag nicht immer überall in die Topics springen und reinquatschen. ;-)

Achtung: es sollte klar sein, dass die Verhältnisse Eltern-Kind vertrauensvoll und unzerstritten sind! Sonst fragt lieber nochmals nach!
 
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