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Der 74-jährige Bonner Claus Köster: "Ich würde jeden Job annehmen"

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wolliohne

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#1



Finanzlage älterer Menschen wird immer schlechter - Viele Senioren müssen arbeiten, weil sie von ihrer Rente nicht leben können

Von Frank Rintelmann
Bonn. Er war in leitender Funktion beim Bergwerksverein in Aachen tätig, brachte sein Organisationstalent im Olympia-Komitee in München ein, arbeitete für die Östtereichische Bundesbahn und baute Pipelines im Oman. Claus Köster hat ein bewegtes Berufsleben hinter und wohl ein nicht minder aufreibendes Arbeitsleben noch vor sich.


Der 74-jährige Bonner Claus Köster: Ich würde jeden Job annehmen (13.09.2008) | Bonn | Lokales | General-Anzeiger Online - Bonn
 

Kaleika

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#2
Ein Skandal, wie sich in Deutschland die amerikanischen Verhältnisse immer mehr breitmachen, der 74jährige Rentner und seine Ehefrau beide nicht krankenversichert sind, die Rente hinten und vorne nicht mehr ausreicht!

Bezeichnenderweise sind beide zu stolz, um Sozialhilfe zu beantragen.
Auch dies zeigt überdeutlich, wie das Bild der Bezieher von Transferleistungen aussieht - zu dieser verschmähten, als Schmarotzer verschrieenen Kategorie möchte natürlich niemand freiwillig dazugehören!
Tsss, als ob dies ein Akt der Freiwilligkeit wäre, als ob hier wirklich von einer Wahlmöglichkeit die Rede sein könnte!?!

Kaleika
 
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#3
Aber wieso ist denn ein Rentner nicht krankenversichert und warum seine Frau nicht, wenn beide verheiratet sind?
 
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#4
Der 74-jährige Bonner Claus Köster: "Ich würde jeden Job annehmen"
Ruhe !!!:icon_exclaim: :icon_evil:

Sonst kommen die noch auf die Idee, die Rente mit 75 einzuführen.

Wacht endlich auf, ihr Lappen.

Auch dadurch wird man seine Rente nicht sichern können, man vergrößert nur die Zahl derer, dir von ihren Einzahlungen nichts mehr haben, weil sie vorher versterben.

Wer sein Auskommen im Alter sichern will muss Politiker oder Beamter werden oder aber 45 Jahre richtig ordentlich verdient haben, damit er sich Privatvermögen anhäufen konnte.

Der dreckige Rest interessiert nicht.


Basta :icon_pfeiff:


PS:
Bezeichnenderweise sind beide zu stolz, um Sozialhilfe zu beantragen.
Wenn die Vorraussetzungen vorliegen und ihr Vermögen unter der Freigrenze liegt (was ich einfach mal bezweifele :icon_hihi:), dann sind beide nicht stolz, sondern dämlich. Denn dafür ist AlgII/Sozialgeld gedacht.

Dann wären sie i.Ü. auch krankenversichert.
 

Donauwelle

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#5
Ehrlich gesagt, habe ich im obigen Fall kaum Mitleid übrig. Es gibt viele Selbständige, die wohl Zeit ihres Lebens am Existenzminimum herumkrebsen und nicht genug verdienen um sich eine Altersvorsorge aufzubauen... - für diese habe ich Verständnis, wobei viele einfach auch nur etwas zu blauäugig sind. In solchen Fällen (Jobs vorhanden mal vorausgesetzt, aber die Arbeitslosigkeit in Deutschland war ja nicht immer so wie jetzt) sollte man sich ggf. überlegen, ob man nicht lieber abhängig arbeitet...

Bei Herrn Köster klingt das aber nicht so. Der hatte wohl auch genug Tätigkeiten, bei denen er sehr wohl gut verdient hat und einfach sein Geld verlebt hat, statt an später zu denken.

Übrigens auch kein Phänomen der heutigen Zeit - die Selbständigen, die keine Altersvorsorge aufgebaut haben, gibt es schon immer, genauso wie eben die Selbständigen, die glauben, dass alles, was in ihrer Kasse landet, der Gewinn ist.
 

isabel

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#6
Übrigens auch kein Phänomen der heutigen Zeit - die Selbständigen, die keine Altersvorsorge aufgebaut haben, gibt es schon immer,
Ja, richtig. Ein paar davon gibt es wahrscheinlich immer noch.

Die andere, die Pech hatten, mussten ihre Altersvorsorge (meistens Kapitallebensversicherung oder Immobilie) unter Preis verkaufen: entweder für Gläubiger oder für ALG2.
Ich rede jetzt nicht von großen Unternehmen, sondern über kleine Handwerksbetriebe oder andere Ich AG. Auch Zulieferer von großen Unternehmen, die "Pleite" gemacht haben.
Über Blauäugigkeit lässt sich auch reden. Vor allem, wenn die Kundschaft nicht gerade reich ist und man eigentlich von jedem, so kleinem Auftrag, abhängig ist (was manchmal auch nicht bezahlt wird).
Besonders heutzutage haben immer weniger Menschen das Geld, einen Handwerker zu bezahlen und machen vieles selbst.
Das führt manchmal zu kleinen "Katastrophen", aber...

MfG
Isabell
 

Jenie

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#7
Ja, richtig. Ein paar davon gibt es wahrscheinlich immer noch.

Die andere, die Pech hatten, mussten ihre Altersvorsorge (meistens Kapitallebensversicherung oder Immobilie) unter Preis verkaufen: entweder für Gläubiger oder für ALG2.
Ich rede jetzt nicht von großen Unternehmen, sondern über kleine Handwerksbetriebe oder andere Ich AG. Auch Zulieferer von großen Unternehmen, die "Pleite" gemacht haben.
Über Blauäugigkeit lässt sich auch reden. Vor allem, wenn die Kundschaft nicht gerade reich ist und man eigentlich von jedem, so kleinem Auftrag, abhängig ist (was manchmal auch nicht bezahlt wird).
Besonders heutzutage haben immer weniger Menschen das Geld, einen Handwerker zu bezahlen und machen vieles selbst.
Das führt manchmal zu kleinen "Katastrophen", aber...

MfG
Isabell
Und diejenigen die es aufgebaut hatten denen hat man es wieder weggenommen... durch die wirtschaftslage rutschen viele immer mal wieder in die Auftsockleistung und mußten erst ihre überflüssige Lebensversicherung kündigen... so zumindest war es bei mir noch ...
 

Hexe45

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#8
Ehrlich gesagt, habe ich im obigen Fall kaum Mitleid übrig. Es gibt viele Selbständige, die wohl Zeit ihres Lebens am Existenzminimum herumkrebsen und nicht genug verdienen um sich eine Altersvorsorge aufzubauen... - für diese habe ich Verständnis, wobei viele einfach auch nur etwas zu blauäugig sind. In solchen Fällen (Jobs vorhanden mal vorausgesetzt, aber die Arbeitslosigkeit in Deutschland war ja nicht immer so wie jetzt) sollte man sich ggf. überlegen, ob man nicht lieber abhängig arbeitet...

Bei Herrn Köster klingt das aber nicht so. Der hatte wohl auch genug Tätigkeiten, bei denen er sehr wohl gut verdient hat und einfach sein Geld verlebt hat, statt an später zu denken.

Übrigens auch kein Phänomen der heutigen Zeit - die Selbständigen, die keine Altersvorsorge aufgebaut haben, gibt es schon immer, genauso wie eben die Selbständigen, die glauben, dass alles, was in ihrer Kasse landet, der Gewinn ist.
Na ja ich maße mir nicht an darüber zu spekulieren ob dieser Mann seine Kohle verbraten hat.
Und ich habe Mitleid mit einem Mann der im hohen Alter für 5 € Erdbeeren pflückt.
Solche Aussagen überlasse ich den Schreibern bei Locus-Online und so.
Dann müßte ich genauso über die wettern, die im Alter
nix haben weil sie so gut wie nie gearbeitet haben.

Zuschnell ist dann die logische Herleitung da, wer im Alter nix hat ist selber schuld.

Was mich wohl skeptisch macht ist der ganze Artikel, ich meine mit 70 im Akkord Erdbeeren pflücken kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Das habe ich den verdacht das dieser Artikel aufzeigen soll, wie gut man auch als Senior noch auf dem Feld schaffen kann.

Aber auch dies wäre wieder Spekulation.
LG
Hexe
 

Rounddancer

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#9
Finanzlage älterer Menschen wird immer schlechter - Viele Senioren müssen arbeiten, weil sie von ihrer Rente nicht leben können
Nun, zu stolz zu sein, um im Alter Grundsicherung zu beantragen, nun, gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

Aber der Mann war selbstständig, und jeder Selbstständige sollte wissen, daß da Vorsorge gegen Alter und Krankheit dringendst nötig ist. Das muß sein. Auch gehört dazu, daß man eben nicht in den billig aussehenden Tarif der Privatversicherung geht, in der Hoffnung, dann doch als Rentner wieder in die dann viel günstigere Krankenversicherung der Rentner gehen zu können,- sondern möglichst in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben. Die sieht zwar teurer aus, so lange man jung und arbeitsfähig ist, -aber sie trägt ohne Zusatzkosten auch nicht/-geringverdienende Ehefrauen und Kinder mit, was sich die Privatversicherung teuer bezahlen läßt.

Früher konnte man sich zudem, wenn man sich selbstständig machte, das bis dahin in die gesetzliche Rentenversicherung z.B. als Lehrling oder Geselle einbezahlte Geld auszahlen lassen,- und das steckte man ins Geschäft.
Vergaß oder unterließ jedoch, dieses Geld wieder rauszunehmen, wenn das Geschäft boomte, und wieder in die Rente einzuzahlen.
Man ließ es im Geschäft, oder steckte es in dubiose Anlagen, von denen irgendwelche Provisionsvertreter Glauben machten, sie seie sicherer als die gesetzliche Rente, ertragreicher zudem.

Ja, es ist verführerisch, Geld, statt in die freiwillige Pflichtversicherung bei der Rentenversicherung, in die freiwillige Pflichtversicherung der Arbeitslosenversicherung (ok, das geht erst seit 2006), und in die freiwillige Mitgliedschaft bei der GKV, in irgendwelche private Lebensversicherungen, in Sparpläne, etc. zu stecken. Aber diese Lebensversicherungen, diese Sparpläne werden oft schon nach der Mindestlaufzeit von zwölf Jahren ausgezahlt, oder oft mit 60 Jahren auf einmal. Und was macht man dann damit? Man ist dann noch immer selbstständig, und steckt das Geld halt ins Geschäft. Oder in eine weitere Anlage, und weil man sich von den angeblich höheren Zinsen verführen läßt, in eine Anlage mit Kursrisiko.
Und dann, und erst recht seit Nine-eleven, ist schnell das so angelegte Geld nix, oder fast nix mehr wert.

Zudem werden ja Jobs für Fachleute im Ausland so gut bezahlt, eben damit man auch die Vorsorge treffen kann.

Ich sehe das an meinem Vater: Er war Lehrling, dann ein bißchen Geselle, dann der Krieg, dann, ab 1952 selbstständig. Für ihn lohnte es sich (heute muß er sagen: Zum Glück) nicht, das bißchen bezahlte Rentenbeitrag auszahlen zu lassen, er zahlte nur nichts dazu. Er zahlte in Lebensversicherungen. Und zum Glück in zwei kleine Häuschen. Dazu war er so klug, stets freiwillig in der GKV zu bleiben. Die Lebensversicherungen wurden irgendwann ausbezahlt, er steckte sie, solange ich das nicht verhindern konnte, ins Geschäft. Mit 65 ging dann die Rente los, aktuell kriegt er netto rund 207 EUR Rente,- ist aber, eben weil er immer freiwillig gesetzlich versichert war, nun auch günstigst in der Krankenversicherung der Rentner. Meine Mutter war ein bißchen bei der Firma angestellt, und kriegt nun netto rund 440 EUR Rente, auch Krankenversicherung der Rentner.. Sie wohnen mietfrei in einer Wohnung eines der beiden kleinen Häuschen, zwei Mieter zahlen dazu etwas Miete und so kommen sie gut durch, ohne große Sprünge machen zu können oder zu wollen.

Aber der zitierte 74jährige ist für seine Situation selbst verantwortlich. Und für seinen Stolz, nicht zum Grundsicherungsamt zu gehen, auch.
 

Hexe45

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#10
Nun, zu stolz zu sein, um im Alter Grundsicherung zu beantragen, nun, gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

Aber der Mann war selbstständig, und jeder Selbstständige sollte wissen, daß da Vorsorge gegen Alter und Krankheit dringendst nötig ist. Das muß sein. Auch gehört dazu, daß man eben nicht in den billig aussehenden Tarif der Privatversicherung geht, in der Hoffnung, dann doch als Rentner wieder in die dann viel günstigere Krankenversicherung der Rentner gehen zu können,- sondern möglichst in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben. Die sieht zwar teurer aus, so lange man jung und arbeitsfähig ist, -aber sie trägt ohne Zusatzkosten auch nicht/-geringverdienende Ehefrauen und Kinder mit, was sich die Privatversicherung teuer bezahlen läßt.

Früher konnte man sich zudem, wenn man sich selbstständig machte, das bis dahin in die gesetzliche Rentenversicherung z.B. als Lehrling oder Geselle einbezahlte Geld auszahlen lassen,- und das steckte man ins Geschäft.
Vergaß oder unterließ jedoch, dieses Geld wieder rauszunehmen, wenn das Geschäft boomte, und wieder in die Rente einzuzahlen.
Man ließ es im Geschäft, oder steckte es in dubiose Anlagen, von denen irgendwelche Provisionsvertreter Glauben machten, sie seie sicherer als die gesetzliche Rente, ertragreicher zudem.

Ja, es ist verführerisch, Geld, statt in die freiwillige Pflichtversicherung bei der Rentenversicherung, in die freiwillige Pflichtversicherung der Arbeitslosenversicherung (ok, das geht erst seit 2006), und in die freiwillige Mitgliedschaft bei der GKV, in irgendwelche private Lebensversicherungen, in Sparpläne, etc. zu stecken. Aber diese Lebensversicherungen, diese Sparpläne werden oft schon nach der Mindestlaufzeit von zwölf Jahren ausgezahlt, oder oft mit 60 Jahren auf einmal. Und was macht man dann damit? Man ist dann noch immer selbstständig, und steckt das Geld halt ins Geschäft. Oder in eine weitere Anlage, und weil man sich von den angeblich höheren Zinsen verführen läßt, in eine Anlage mit Kursrisiko.
Und dann, und erst recht seit Nine-eleven, ist schnell das so angelegte Geld nix, oder fast nix mehr wert.

Zudem werden ja Jobs für Fachleute im Ausland so gut bezahlt, eben damit man auch die Vorsorge treffen kann.

Ich sehe das an meinem Vater: Er war Lehrling, dann ein bißchen Geselle, dann der Krieg, dann, ab 1952 selbstständig. Für ihn lohnte es sich (heute muß er sagen: Zum Glück) nicht, das bißchen bezahlte Rentenbeitrag auszahlen zu lassen, er zahlte nur nichts dazu. Er zahlte in Lebensversicherungen. Und zum Glück in zwei kleine Häuschen. Dazu war er so klug, stets freiwillig in der GKV zu bleiben. Die Lebensversicherungen wurden irgendwann ausbezahlt, er steckte sie, solange ich das nicht verhindern konnte, ins Geschäft. Mit 65 ging dann die Rente los, aktuell kriegt er netto rund 207 EUR Rente,- ist aber, eben weil er immer freiwillig gesetzlich versichert war, nun auch günstigst in der Krankenversicherung der Rentner. Meine Mutter war ein bißchen bei der Firma angestellt, und kriegt nun netto rund 440 EUR Rente, auch Krankenversicherung der Rentner.. Sie wohnen mietfrei in einer Wohnung eines der beiden kleinen Häuschen, zwei Mieter zahlen dazu etwas Miete und so kommen sie gut durch, ohne große Sprünge machen zu können oder zu wollen.

Aber der zitierte 74jährige ist für seine Situation selbst verantwortlich. Und für seinen Stolz, nicht zum Grundsicherungsamt zu gehen, auch.

Tja sag ich doch, sind sind wir dabei 74 jährigen moralische Vorhaltungen zu machen.
:icon_kotz:
 

isabel

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#11
Nun, zu stolz zu sein, um im Alter Grundsicherung zu beantragen, nun, gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.
Ich denke, Du verstehst nicht, was Stolz bedeutet.
Mein Opa hat sich richtige Rente verdient.
Aber, es könnte auch alles anders kommen, wie z.B. bei neuen Regierung Abwertung von allen Renten.
Ich denke, er wäre eher verhungert, als Bettler zu sein.
Wer ist Hellseher?

Wer kann 50 Jahre nach vorn sehen?
Mein Opa hat 2 Weltkriege miterlebt.
Hätte er wegen Schicksalsschlägen sein Geld verloren: auch keine Mitleid: 1930 konnte oder sollte er schon sehen, was 2008 kommt.

Tja sag ich doch, sind sind wir dabei 74 jährigen moralische Vorhaltungen zu machen.
:icon_kotz:
Es ist ungerecht.
Und denen, die jetzt die Älteren verurteilen, wünsche ich das gleiche.
Weil, bei besten Willen, kann man nicht voraus sehen, was die Zukunft bringt.
Wer hat vor 10 Jahren Rente mit 67 erwartet und dazu andere Rentenformel, die tatsächlich Alle ärmer gemacht hatte?

Und wer weisst, welche neue Gesetze noch kommen?

MfG
Isabell
 

Sonntagsmaja

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#12
Und wer weisst, welche neue Gesetze noch kommen?
Sie sind doch schon fleissig dabei, den Staat endgültig an die Wand zu fahren. Da werden dann aus lauter Panik heraus Gesetze verabschiedet, die sich so von uns keine bislang vorstellen kann.

Und darum kann man unmöglich auf alles vorbereitet sein.
 
E

ExitUser

Gast
#13
Diese Leute sind echt nur noch zu bemitleiden.

Während sich Konzernvorstände, Unternehmer, Politiker, Wirtschaftsbosse usw. die Taschen vollmachen denken die immer noch sie würden dem Staat schaden indem Sie Geld beantragen das ihnen zusteht eigentlich.

Schon schade. Dachte gerade ältere müssten die Weisheit schon inne haben und das System kennen.

Nein den davor kommt noch der Stolz. Falscher Stolz um exakt zu sein.
 

Kaulquappe

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#14
Ein Skandal, wie sich in Deutschland die amerikanischen Verhältnisse immer mehr breitmachen, der 74jährige Rentner und seine Ehefrau beide nicht krankenversichert sind, die Rente hinten und vorne nicht mehr ausreicht!

Bezeichnenderweise sind beide zu stolz, um Sozialhilfe zu beantragen.
Auch dies zeigt überdeutlich, wie das Bild der Bezieher von Transferleistungen aussieht - zu dieser verschmähten, als Schmarotzer verschrieenen Kategorie möchte natürlich niemand freiwillig dazugehören!
Tsss, als ob dies ein Akt der Freiwilligkeit wäre, als ob hier wirklich von einer Wahlmöglichkeit die Rede sein könnte!?!
Genau. Natürlich gibt es keine Wahlmöglichkeit.
Ich finde diese Schämerei einfach idiotisch. Sind Leute, die so empfinden, schlecht informiert oder was ist mit ihnen los?

Als ob das Ganze nicht ätzend genug wäre, fangen die auch noch an ... sich zu schämen :icon_neutral:
 
E

ExitUser

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#15
Warum hat man denn überhaupt Schamgefühle?

Ich kann das gut nachvollziehen!

Als ich Sozialhilfe beantragen mußte, habe ich die auch gehabt: aber auch Kinder, für die ich sorgen mußte!

Wenn man im Alter aber nur für sich selbst verantwortlich ist, kann ich das gut nachvollziehen, daß jemand zu stolz ist.

Und seit Hartz IV erst recht!
 

Kaulquappe

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#16
Warum hat man denn überhaupt Schamgefühle?
Zum Beispiel für die Situationen, in denen man was Falsches getan hat oder so? :confused:
Jedenfalls nicht, um sich zu schämen, nur weil man kein Geld hat :icon_eek: Geld oder Eigentum oder so, definieren doch nicht das Individuum!

Ich kann das gut nachvollziehen!

Als ich Sozialhilfe beantragen mußte, habe ich die auch gehabt: aber auch Kinder, für die ich sorgen mußte!
Verstehe ich nicht. Worüber hast du dich denn geschämt? Dafür sind diese Ämter doch da !!

Ich habe immer gearbeitet und mein Kind alleine groß gezogen und dabei eine Menge anderes auch bewerkstelligt (gelernt etc.). Und als ich - warum auch immer, es zeitweilig nicht konnte, konnte ich glücklicherweise diese Hilfe vorübergehend in Anspruch nehmen. Dafür ist es da!

Wenn man im Alter aber nur für sich selbst verantwortlich ist, kann ich das gut nachvollziehen, daß jemand zu stolz ist.
Zu stolz um zu überleben? Nur weil man das, was einem zusteht, was es (noch) gibt, nicht haben will, weil man ... sich schämt ? :confused:
 
E

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#17
Zum Beispiel für die Situationen, in denen man was Falsches getan hat oder so? :confused:

Da hab ich eher ein schlechtes Gewissen :icon_smile:

Jedenfalls nicht, um sich zu schämen, nur weil man kein Geld hat :icon_eek:

nein, deshalb nicht...aber wegen dem, daß man in diese Situation gekommen ist... obwohl ich selbst nichts dafür konnte...

Geld oder Eigentum oder so, definieren doch nicht das Individuum!

Nein, natürlich nicht - aber Gefühle sind nun mal nicht rational!

Verstehe ich nicht. Worüber hast du dich denn geschämt?

Werd ich sicher hier nicht öffentlich schreiben - da müßt ich was über einen Dritten preisgeben, was der sicher nicht möchte

Dafür sind diese Ämter doch da !!

Ja, ich weiß - deshalb hab ich den Antrag ja auch gestellt...aber es hat mich große Überwindung gekostet!

Ich habe immer gearbeitet und mein Kind alleine groß gezogen und dabei eine Menge anderes auch bewerkstelligt (gelernt etc.). Und als ich - warum auch immer, es zeitweilig nicht konnte, konnte ich glücklicherweise diese Hilfe vorübergehend in Anspruch nehmen. Dafür ist es da!

Ja, dafür ist das da - aber warum muß man sich da so erniedrigen lasen, warum muß man um die Hilfe, die selbstverständlich sein sollte, betteln müssen?
Davor hat man Angst - und das zu recht!

Und man muß ja auch einiges Wildfremden erzählen, was man nicht gerne tut...


Zu stolz um zu überleben?

Nein, zu stolz, sich "auszuziehen"... das trifftst wohl besser
Zumal: wenn man alleine ist, kann man lange mit wenig überleben... da wartet man oft zu lange

Nur weil man das, was einem zusteht, was es (noch) gibt, nicht haben will,

es geht nicht um "Haben will"
weil man ... sich schämt ? :confused:
Es geht darum, daß man sich nicht überwinden kann und deshab nicht hingeht, obwohl man weiß, daß man müßte.
 
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#18
Es geht darum, daß man sich nicht überwinden kann und deshab nicht hingeht, obwohl man weiß, daß man müßte.
Ich glaub ja, der Mann hat Vermögen/Haus über dem Freibetrag.

Der wird ja nun nicht sein ganzes Leben gearbeitet haben und nun genauso viel wie ein Hartzer haben. :icon_evil:

Es sei denn er hätte alles verprasst, aber soll man sich dann eine Träne rausdrücken ? :icon_eek:
 

isabel

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#19
Warum hat man denn überhaupt Schamgefühle?

Ich kann das gut nachvollziehen!

Vielleicht wegen einem Gefühl, Versager zu sein? Menschenwürde verloren zu haben?
Wurden wir nicht im diesen Sinne erzogen worden, nicht anderen zu Last zu fallen? Umgekehrt –etwas für nächste Generation aufzubauen?

Als ich Sozialhilfe beantragen mußte, habe ich die auch gehabt: aber auch Kinder, für die ich sorgen mußte!


Ich denke, ich war damals mehr rot als Rote Bete und hatte die Hälfte vergessen, was ich ev. brauchte.

Wenn man im Alter aber nur für sich selbst verantwortlich ist, kann ich das gut nachvollziehen, daß jemand zu stolz ist.

- erstens;
- Zweitens: es gibt noch Familie, die anderen Blick auf die Erfolge des Vaters/Großvaters hat, die ihn bis jetzt bewundert hat.
Man fühlt sich ins Lächerliche gezogen.



Und seit Hartz IV erst recht!
Ja.
Vor allem, wenn man sich von einem halb so altem, frechen SB fast „Nackt“ ausziehen muss (finanziell, meine ich – und es wird so wie so Nichts geglaubt) und dann warten muss, welche früher erworbene Gegenstände zu verkaufen sind und für wie lange das Geld reichen muss. Mit großer Wahrscheinlichkeit muss man auch seine Familie behelligen und um Einkommensnachweis zu bitten.
Und Angst, wenn man z.B. ein kleines Konto für die Enkelin eingerichtet hatte und nicht gemeldet, oder nicht rechtzeitig gemeldet hatte. Angst, dann noch zusätzlich wegen Betrug angeklagt zu werden!

Nach Leben voll mit Arbeit und Sorge um Familie - am dem Pranger der Öffentlichkeit als Versager und Betrüger zu stehen, ist nicht so lustig….. oder?


Aus gleichen Artikel:

Immer mehr Senioren arbeiten über das Renteneintrittsalter von 65 Jahren hinaus. Einer Studie des Bundesarbeitsministeriums zufolge ist die Zahl der Minijobber über 65 Jahre um fast 40 Prozent auf mehr als 700 000 geklettert.
Also, wirklich nur ein dummer Einzelfall?

Das war ein Beispiel.
Menschenschicksale sind sehr verschieden und es gab schon mehrere, die sich wegen gekränkter Ehre das Leben genommen haben.

SGB XII:


„….Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben die berechtigten Personen nur, soweit der Lebensunterhalt nicht aus dem Einkommen und/oder dem Vermögen sichergestellt werden kann. Der Einkommens- und Vermögenseinsatz richtet sich nach den allgemeinen Vorschriften der Sozialhilfe, wird also nicht für die Grundsicherung modifiziert“


§ 90 Einzusetzendes Vermögen

(1) Einzusetzen ist das gesamte verwertbare Vermögen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsicherung_im_Alter_und_bei_Erwerbsminderung


Die Vermögensanrechnung der Hilfeempfänger richtet sich nach § 90 SGB XII und der dazu ergangenen Durchführungsverordnung [1]. Im Grundsatz muss das gesamte verwertbare Vermögen eingesetzt werden, wobei zahlreiche Ausnahmen vom Gesetz definiert werden, die die Vermögensanrechnung in der Praxis sehr schwierig machen können. Kleinere Barbeträge oder sonstige Geldwerte werden bis zu einem Betrag von 2.600 EUR nicht angerechnet, für den Ehe- oder Lebenspartner bleiben zusätzlich 614 EUR anrechnungsfrei.

http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsicherung_im_Alter_und_bei_Erwerbsminderung

Ich möchte nur noch betönen, dass ich an dieser Stelle nicht von tatsächlichen Betrügern rede.
Die hätten auch gar keine Probleme, alles, was möglich ist, zu beantragen.



http://de.wikipedia.org/wiki/Schamgef%C3%BChl Mit freundlichen Grüßen
Isabell
 

isabel

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#20
Zitat von Kaulquappe:
Zum Beispiel für die Situationen, in denen man was Falsches getan hat oder so?
Jedenfalls nicht, um sich zu schämen, nur weil man kein Geld hat Geld oder Eigentum oder so, definieren doch nicht das Individuum!
In heutiger, neoliberalistischer Gesellschaft, ist das schon Grund genug, schuldig zu sein.

Außerdem, „Scham“ ist nicht mit tatsächlicher Schuld verbunden, sondern mit gefühlter. Wikipedia, oben.


Ich habe immer gearbeitet und mein Kind alleine groß gezogen und dabei eine Menge anderes auch bewerkstelligt (gelernt etc.). Und als ich - warum auch immer, es zeitweilig nicht konnte, konnte ich glücklicherweise diese Hilfe vorübergehend in Anspruch nehmen. Dafür ist es da!

Ja, dafür ist das da - aber warum muß man sich da so erniedrigen lasen, warum muß man um die Hilfe, die selbstverständlich sein sollte, betteln müssen?
Davor hat man Angst - und das zu recht!

Und man muß ja auch einiges Wildfremden erzählen, was man nicht gerne tut...


Zu stolz um zu überleben?

Nein, zu stolz, sich "auszuziehen"... das trifftst wohl besser
Zumal: wenn man alleine ist, kann man lange mit wenig überleben... da wartet man oft zu lange

Nur weil man das, was einem zusteht, was es (noch) gibt, nicht haben will,

es geht nicht um "Haben will"
weil man ... sich schämt ?

Es geht darum, daß man sich nicht überwinden kann und deshab nicht hingeht, obwohl man weiß, daß man müßte.

Ihr Beide habt Recht!

Man hat Anspruch und, in Notfall, sollte man ihn nutzen.
Es wäre nicht ganz so schlimm, aber….

Noch mal Ludwigsburg:

aber warum muß man sich da so erniedrigen lasen, warum muß man um die Hilfe, die selbstverständlich sein sollte, betteln müssen?
Davor hat man Angst - und das zu recht!

Und man muß ja auch einiges Wildfremden erzählen, was man nicht gerne tut...

Vor allem, in heutigen Zeiten, kostet das sehr große Überwindung.

Man bekommt kein Verständnis, sogar bei Sterbefällen in der Familie.
Vor allen Ecken kommt gleich die Beschimpfung: Sozialschmarotzer, Betrüger, Faule, Bequeme usw. Eben, die ganze Hetze.

Es fragt keiner: warum? Was schief gegangen war?

Bzw. schon, die fragen schon, aber die haben nur versteckte 10,-€ in Sicht, nicht die Dramas, die sich im Leben abgespielt hatten. Sachen, wovon man nicht mal gerne bester Freundin erzählen möchte.

Ist mir gerade ein Vergleich gekommen:
Warum schämen sich missbrauchte Frauen?
Warum suchen sie den Grund für Schläge und Vergewaltigung seitens ihres Mannes immer bei sich?
Anderes, aber sehr umfangreiches Thema. Hat auch mit „falscher“ Scham zu tun.
Psychologisch und juristisch belegbar.

Ganz abgesehen davon, dass nur die Starken noch eine Arbeitsstelle bekommen können. Davon (Arbeitsstellen) gibt es einfach viel zu wenig.

Mit freundlichen Grüßen
Isabell
 

isabel

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#21
Ich glaub ja, der Mann hat Vermögen/Haus über dem Freibetrag.

Der wird ja nun nicht sein ganzes Leben gearbeitet haben und nun genauso viel wie ein Hartzer haben. :icon_evil:

Es sei denn er hätte alles verprasst, aber soll man sich dann eine Träne rausdrücken ? :icon_eek:
Kann möglich sein.
Mit der Immobilie, meine ich.

Das hat er aber als sein Erbe für seine (?) 4 Töchter geplant. Und die Eherfau, die immerhin viel jünger ist.

Das ist, leider, kein flüssiges Einkommen, und wenn man das unterm Preis veräußert, hat man von ganzen Leben nur Verluste. Gerade, um zu überleben und eigenes Begräbnis zu bezahlen.

Und man weiss auch nicht, was die Zukunft bringt.
Vielleicht wird das Geld mal bitter nötig für vernünftiges Altersheim?

Um die einzelne Situation richtig zu beurteilen, gibt es zu wenig Einzelheiten.

Deshalb habe ich versucht, die Situation allgemein zu betrachten.
Hetze, Schuldgefühle, Scham; die Situation der Rentner und Behinderten, die Möglichkeit, die Not zu entschärfen.

Lustig ist das mit Sicherheit nicht.

Es ist ein Spiel mit dem Leben.

MfG
Isabell
 
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