Depressionen und Druck vom Amt (1 Betrachter)

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Rüpel77

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Hi zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich nicht mehr weiß, was ich machen soll.

Ich hatte vor gut 3 Jahren einen Nervenzusammenbruch. Damals kam so alles zusammen (Job verloren, sinnlose Fortbildungsmaßnahme der ARGE, Freundin verloren). Ich habe mich daraufhin selbst in die Psychatrie einweisen lassen. Mir wurde dort aber schnell klar, dass mich dieses Umfeld noch weiter herunter zieht. Also habe ich die Psychiatrie nach ein paar Tagen, mit der Diagnose Depressionen und mit der Einsicht, zumindest Antidepressiva zu nehmen, wieder verlassen und ließ mich von meiner Hausärztin behandeln. Diese drängte auch immer, mich in eine Therpie zu begeben.
Ich war dann ein paar Monate krank geschrieben, aber ich erholte mich – auch durch die Antidepressiva – ziemlich gut.
Da ich noch nie mit meinem erlernten Beruf Elektroniker zufrieden war, vermutete ich, dass dies eine Ursache für den Zusammenbruch war (ich hatte schon früher einige Symptome, aber anscheinend nicht ernst genommen). Vor allem, da ich, seit ich diesen Beruf notgedrungen erlernt habe, ständig in diese Schublage gesteckt wurde.
Trotzdem nahm ich eine Stelle bei einer Zeitarbeitsfirma an, als ich mich wieder gut genug fühlte. Nach gut zwei bis drei Monaten begann aber das Übel schon wieder: Schweißausbrüche, Übelkeit, Angstzustände, zitternde Hände (für einen Elektroniker nicht gerade förderlich)...
Nach ca. 5 Monaten wurde ich entlassen und ließ mich wieder krank schreiben.
Nach einiger Zeit mit Hartz 4, sah ich irgendwann keine andere Möglichkeit mehr und drängte bei der REHA auf eine Umschulung zum Fachinformatiker. Nach einem Termin beim Berufspsychologischen Dienst, wurde mir ein Gutachten erstellt mit dem Inhalt, dass ein Berufswechsel sinnvoll sein könnte. Dieses Gutachten könne aber laut meines SB bei der REHA nur als Vorschlag dienen. Daher sollte ich mich in Therpie begeben, da eine Umschulung nur in Frage kommt, wenn ich vorher mindestens ein halbes Jahr in Therapie gewesen bin. Gesagt, getan (und da ich das mit der Therapie sowieso schon zu lange vor mir herschoben habe), ich suchte mir einen Therapeuten und habe seit nicht ganz einem Jahr jede Woche eine Sitzung.
So, und jetzt beginnt der schwierige Teil:
Anscheinend ist die Therapie anders gelaufen, als es das Arbeitsamt erwartet hat, denn nach ca. einem halben Jahr Therapie war ich mir selbst nicht mehr sicher, ob diese Umschulung das Richtige für mich sei. Ich war soweit, dass ich nur noch einen Beruf ausüben wollte, mit dem ich auch die nächsten 30 bis 35 Jahre klar komme, damit ich nicht wieder in dieses Loch falle. Und alles, was von der REHA an Umschulungen im Angebot ist, wäre für mich nur wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Ich wurde jedenfalls wieder zu meinem SB von der REHA zitiert und schilderte ihm diesen Sachverhalt. Der verstand das auch, und so stellte er mich für eine Weile aufs „Abstellgleis“, das ich nicht von meiner SB für Alg II belästigt werde. So, nach nun fast einem Jahr erwarten aber alle, dass ich quasi wieder gesund bin. D.h. der SB von der REHA drängt auf Forschritte, dann nochmal Termin beim Berufspsychologischen Dienst (da wurde ich von der Psychologin übelst niedergemacht, weil bei mir nichts vorwärts geht), und schließlich kommt auch wieder die SB vom ALG II und will mich in so eine 1-Euro-Maßnahme stecken.
Ich hab jetzt grade geschafft, dass ich mich wieder gut fühle, ich hab in Absprache mit meinem Therapeuten vor einigen Wochen meine Antidepressiva abgesetzt. Und es ist für mich eine riesiger Fortschritt, ohne diese Tabletten überleben zu können!
Aber nach jedem Termin bei der ARGE geht’s mir so beschissen, als ob die letzten Monate Therapie einfach für die Katz gewesen wären.
Ich weiß, dass ich beim Arbeitsamt nur eine Nummer bin (Zitat meiner SB von ALG II nach meiner ERSTEN (!!!) Therapiesitzung: „Geht’s Ihnen jetzt wieder gut?“), und dass die dort ihre Quoten erfüllen wollen. Aber ich kann und will mich nicht von denen wieder in eine Schublade stecken lassen. Ich bin mir einfach nicht mehr sicher, was ich machen soll. Ich brauche irgendwas Kreatives und suche selber wie ein Blöder nach Jobs oder Ausbildungen, aber leider erfolglos, und das Arbeitsamt und Hatz 4 tun ihr übriges dazu, dass es mir beschissen geht.
Ich werd jetzt 35, hab Abitur, bin kein Dummer, und laut all meinen Freunden und Bekannten ein ziemlich kreativer Kopf. Ich würde gern wieder arbeiten und Geld verdienen, vor allem da ich mit meiner Freundin ein zuhause aufbauen und eine Familie gründen will.
Auf der einen Seite würd ich gern einen Job finden, mit dem ich psychisch den Rest meines Lebens klar komme, auf der anderen Seite würd ich gern gesund werden, aber anscheinend krieg ich ja nicht die Chance bzw die Zeit dazu.
Ich bin für jeden Rat dankbar!
 

Barrayar

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Ich kann Dir das mal empfehlen. Wie sieht mit Bürotätigkeiten aus oder bist der Typ der sehr gerne mit Händen machen will?
Wenn das so ist das Du sehr gerne mit Händen arbeiten will, wie ist das wenn Du ein Ausbilder in handwerklichen Bereich macht?
Das ist das einzige was mir so auf schnelle einfällt.
 

Barrayar

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Nachtrag:

Eine weitere Möglichkeit ist, mal mit der Berufsbildungwerk in Verbindung treten, dort Deine Sachlage ausführlich erklären und wenn die nicht dagegen haben, so kannst Du dann Berufsfindungsphase teilnehmen. Indem sie Dich durch verschiedene Berufsfelder (das wären Elektro, Metal, Holz, Papier, Grafik, Büro, T.-Zeichner, Kleidung ....) für bestimmte Zeit eingeteilt wird. Dadurch wirst Du vermutlich besser in der Lage sein, welches Feld Dir am ehesten zusagt. So hast Du einen Anhaltspunkt, mit der Du die Umschulung oder gar mit der zweiten Ausbildung in Angriff nehmen kann. Das ist eine weitere Option, da bliebe nur eine Frage offen. Werden die Berufsbildungwerk damit einverstanden sein? Das weiss ich nicht.
 

stummelbeinchen

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Vielleicht solltest Du bedenken, dass keiner von uns weiß, ob er seinen Job bis zum Rentenbeginn (Lebensende wirds ja nicht sein) durchhält. Und zu denken, es gebe den EINEN Job und Du musst ihn nur finden, setzt Dich eher unter Druck und das kann nicht förderlich sein.
Meine Empfehlung: Such Dir einige Berufsfelder aus, die Dich interessieren. Kreativität kann man in vielen Berufen gebrauchen: Als Kaufmann für Marketing, als Journalist, als Schneider, als Schaufenstergestalter, als Graphiker...
Und wenn Du glaubst, Du hast was, dann bitte teste es doch erstmal im Rahmen eines Ehrenamtes oder Minijobs. Da kommt man leichter ran, hat gleich einen Vorteil für spätere Bewerbungen und kann für sich feststellen, obs passt oder ob man den Beruf falsch eingeschätzt hat.
Übrigens in jedem Job gibts Tage oder Wochen, da ist alles doof. Man muss blöde Themen bearbeiten oder hat einen Auftraggeber, den man selbst zum Kübeln findet.
Also überdenke Deine Ansprüche an den neuen Beruf, sonst landest Du früher oder später wieder da, wo Du jetzt bist.
 

Erolena

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Guck mal hier. Da werden unter "Kreativität und Gestaltung" immerhin 55 Berufe angezeigt. Vielleicht interessiert dich etwas davon.

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