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Depremiert, Schwerbehindert - letzte Hoffnung Zeitarbeit?

Gitarrero

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Hallo Forum,

Hoffe, ich bin im richtigen Unterforum gelandet. Bin auf der Suche nach ein paar Meinungen und evtl. Vorschlägen. Okay, vielleicht auch ein wenig ausheulen, hauptsächlich aber Meinungen und Ratschläge. Ich denke, hier ist dafür die richtige Adresse, da andere Elos die Problematik sicher besser nachvollziehen und verstehen können als Menschen die so etwas noch nie selbst erlebt haben (und in meinem Umfeld gibt es fast nur solche).

Kurz ganz grob zu mir, damit man sich ein Bild machen kann. Wenn noch genauere Details nötig sein sollten, dann einfach nachfragen.
Bin jetzt 32 Jahre alt und mein Lebenslauf ist schlicht eine Katastrophe. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen und (leider) nicht übertrieben. Es gibt keine verwertbare Berufserfahrung die ich vorweisen könnte. Ich mache es mir nun nicht so einfach und behaupte einfach, alle sind schuld, nur ich nicht. Sicher hätte ich selbst auch einiges besser machen können, aber es ist nun einmal so wie es ist. Und es sind tatsächlich viele externe Gründe dafür verantwortlich, für die ich nichts kann (was aber im Lebenslauf natürlich nicht direkt ersichtlich ist).

Die Situation ist jetzt so, bin eben 32 Jahre alt, habe eine Ausbildung zum Kaufmann auf einer Berufsfachschule gemacht, die schon damals nichts wert war (Abschluss 2004). Ein Jahr zuvor verbrachte ich mehrere Monate in einer Spezialklinik, wo mir etwa 70% der Wirbelsäule versteift wurden. War also bereits da berufstechnisch stark eingeschränkt. Hatte zu dieser Zeit nur den qualifizierenden Hauptschulabschluss. Hab mich dann etwa 1,5 Jahre freiberuflich im Multi-Level-Marketing versucht, bin aber nie wirklich damit warm geworden und hab es dann auch sein lassen, weil ich einfach nicht der Typ bin, der für den Profit Bekannte und Freunde ins offene Messer laufen lassen will / wollte. Die üblichen Aushilfsjobs (Kellnern, Lager etc.) waren und sind mir wegen meines Rückenleidens nicht möglich und nicht möglich gewesen. Der Berufsabschluss der Berufsfachschule war nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt wurde. Bin dann also auf die Berufsoberschule um mein Fachabitur zu machen. Dachte mir, wenn schon weiterbilden, dann gleich richtig. Da ich nur einen schlechten Quali als Ausgangsbasis hatte dauerte der Abschluss der BOS bei mir leider ein Jahr länger als üblich (musste eine Klasse wiederholen), hab es letztlich dann aber doch recht gut geschafft, mit einer 2 vor dem Komma und sogar den besten Abitur-Arbeiten in Deutsch und Englisch.

Hätte danach sofort studieren müssen, um meinen Bafög-Anspruch aufrecht zu erhalten, war nach vier Jahren Schule aber doch recht ausgebrannt, was lernen angeht. Hab dann zufällig über Beziehungen ein Arbeitsangebot bei einem Subunternehmen eines Energie-Anbieters erhalten und diese Stelle angenommen. Leider ist in den ersten Arbeitstagen direkt sehr viel schief gelaufen, den Schuh muss ich mir anziehen, obgleich die anfallende Arbeit von mir komplett erledigt wurde. Jedenfalls wollte man mich dor dann nach knapp einer Woche sofort wieder loswerden, einen genauen Grund gab es nicht, nur viele Ausreden. Ich nehme stark an, man hat nur einen Dummen gesucht, der die Drecksarbeit mal schnell abarbeitet (wenn ich mal vergleiche, was die Kollegen während dieser Zeit machen mussten...). Nun stand ich da, im Januar 2012. Studieren nicht mehr möglich, weil nicht bezahlbar, keine Berufserfahrung, keine verwertbare Berufsausbildung und eben die (inzwischen mit einem GdB von 50 anerkannte) Schwerbehinderung. Seit dem suche ich nun nach Arbeit und bin langsam am verzweifeln.

Auf eine Stelle in meinem gelernten Beruf habe ich 0 Chancen, muss wohl nicht weiter erläutern warum. Ich hätte persönlich kein Problem damit mich bei McDonalds hinter die Theke zu stellen oder sonstwas zu arbeiten, geht aber eben halt leider nicht.

Ich hatte dazwischen eine Erfahrung mit Zeitarbeit gemacht - im August 2012 war das gewesen. Dort wurden leider auch direkt alle negativen Klischees voll erfüllt. Das ganze lief über einen privaten Arbeitsvermittler - der rückte erst weitere Details raus, nach dem ich ihm eine Kopie eines Vermittlungsgutscheines des Jobcenters zugesandt hatte. Der versicherte mir noch, er vermittele in feste Arbeitsverhältnisse, nicht in Zeitarbeit. Tatsächlich bin ich dann in einer ZA gelandet. 40 Stunden sollte ich arbeiten, nur 35 wurden ausgezahlt (5 weitere pro Woche auf Antrag und auf Gutdünken der ZA. Sei normal so, hies es). Arbeitsbeginn entweder 5 Uhr früh oder aber von Mittag bis 23 Uhr Nachts. Jede Woche entweder Samstag oder Sonntag arbeiten (kein freies WE) und das ganze für 1250€ Brutto. Hatte nach Abzug meiner Fahrtkosten kaum mehr als meinen HartzIV-Satz. Und dann wurde man bei den Abrechnungen auch noch betrogen und von den Festangestellten wie Müll behandelt. Kurz und knapp, hab den Job nach etwa 2 Monaten geschmissen. War mir echt zu blöd.

Nun sitz ich wieder hier und will unbedingt arbeiten! Komm aber einfach nicht weiter. Nicht nur, dass ich nur noch depremiert zuhause rumsitze und verrückt werde, auch meine Freunde und Bekannten machen immer mehr Stress und Druck. Von meinem eigentlich besten Kumpel wurde ich erst kürzlich als asozialer Schmarotzer beschimpft. Einfach mal so, weil er wegen einer Kleinigkeit sauer auf mich war. Überall wo ich hingehe, Bekannte, Verwandte, Eltern... immer dreht sich alles nur um ein Thema: Ob ich jetzt Arbeit habe und warum nicht und wie ich mir das vorstelle und wie es weitergehen soll... scheinbar gibt es keine anderen Probleme mehr auf der Welt. Also gehe ich zu Freunden und Verwandten auch nicht mehr, damit ich meine Ruhe habe von diesem dauernden Thema und den Beleidigungen und neunmalklugen Ratschlägen.

Nur mal zur Verdeutlichung, schreibe derzeit jeden Monat 15-20 Bewerbungen, war auch schon Probearbeiten und mehrmals nach schriftlichen Auswahltests in der engeren Auswahl. Auch im öffentlichen Dienst kam ich in Betracht, wurde dann im letzten Gespräch doch abgelehnt, weil ich mich deren Meinung nach mit meinem Abitur nur langweilen würde :icon_motz:(Stelle war ausgeschrieben für maximal mittlere Reife). Entweder ist mein Abschluss (Fachabitur) also zu hoch oder meine Berufserfahrung zu gering. Viele lehnen mich auch ab wegen meiner Behinderung, obwohl sie es natürlich nicht direkt zugeben.

Trotzdem, ich will unbedingt arbeiten und sehe ZA derzeit als einzigen Ausweg. Mein Dilemma jetzt: Nicht erst seit meiner eigenen negativen Erfahrung bin ich ein erbitterter Gegner der Zeitarbeit und weigere mich bislang meine Arbeitskraft quasi zu verschenken und mich ausbeuten zu lassen, nur weil ich unbedingt arbeiten will. Leider sieht mein Umfeld das anders, für die bin ich einfach nur stinkfaul. Sie würden schließlich alle sofort für 1200€ Brutto arbeiten gehen, wäre ja besser als nichts. Lässt sich leicht sagen, wenn man selbst deutlich mehr verdient.

Was würdet ihr an meiner Stelle jetzt tun? Doch mal einen neuen Versuch in einer ZA unternehmen? Durchhalten? Mit ALGII abfinden? Und wenn ich mich bei der ZA bewerben sollte, wie gehe ich dann mit der Schwerbehinderung um? Ich gehe stark davon aus, dass die nicht sehr begeistert sind, wenn man einen Leihsklaven nicht überall hinschicken kann. Und vor allem, wenn selbst die ZAs mich jetzt nicht wollen würden (durchaus möglich), wie geht es dann weiter? Am besten direkt mal einen Termin beim Psychologen ausmachen... :icon_sad:

Bin offen für Ratschläge, Meinungen und Alternativen. Danke für die Zeit und für alle Antworten.
 

Ramblin Man

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Letzte Hoffnung Zeitarbeit....
Nein, damit setzt Du Dir Deinen Grabstein.Immer.

Nun sitz ich wieder hier und will unbedingt arbeiten!
Diese Einstellung muss man sich unbedingt abgewöhnen. Zu viele Menschen hat diese Einstellung schon ins Unglück geführt...und dann noch den deutschen Unternehmern einen der widerlichsten, für sie vorteilhaftesten, Arbeitsmarkt weit und breit erschaffen.

Definiere Dich nicht über Arbeit. Das ist ein eindringlicher Rat, den ich Dir gebe.

und sehe ZA derzeit als einzigen Ausweg..
Es ist die schlimmste Sackgasse überhaupt und das Gegenteil eines Ausweges.

Mit ALGII abfinden?
Das nicht, aber genau so wenig soll man jeder Arbeit hinterherjagen.


Ob ich jetzt Arbeit habe und warum nicht und wie ich mir das vorstelle und wie es weitergehen soll... scheinbar gibt es keine anderen Probleme mehr auf der Welt. Also gehe ich zu Freunden und Verwandten auch nicht mehr, damit ich meine Ruhe habe von diesem dauernden Thema und den Beleidigungen und neunmalklugen Ratschlägen.
HIER liegt der Grund dafür, dass Du so atemlos "unbedingt arbeiten" willst. Nicht in Dir, sondern im respektlosen Vehalten dieser "Freunde", das Du leider für bare Münze genommen hast.Diese "Freunde". Das sind keine Freunde, sondern Ars..........er.
Hör nicht auf die. Auf solche Typen kann man verzichten.
Wer weiss, was die selbst für schei$$ "Arbeitsplätze" haben und nun den "Currywurst gegenüber Dir spielen.
 

Neudenkender

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Bin offen für Ratschläge, Meinungen und Alternativen. Danke für die Zeit und für alle Antworten.
Nur eine paar brain dump bits, ungeordnet:

- Tatsächlich verstärkt nach Alternativen suchen, offenbar ausgetretene Pfade verlassen. Immer wieder gegen dieselbe Wand zu rennen kann manchmal (nicht immer!) diese blöden Kopfschmerzen verursachen ... ;-)
- Keinesfalls ZA wieder versuchen.
- Bewerbungsbemühungen auf das Verlangte, das Minimale reduzieren.
- Zeit besser nutzen, alternativ und neu zu denken.
- Lohnarbeit/abhängige Arbeit ist vielleicht nix für dich in deiner Situation?
- Kreativ sein, ohne Zwang: rumlaufen, rumlesen, rumsurfen. Was machen andere in vergleichbarer Situation?
- Ämter, RV, ... auf Förderungsmöglichkeiten "Selbstständigkeit", speziell bezogen auf deine Situation bezogen, abklopfen.
- Kontakte zu Initiativen, Gruppen, Treffen ... suchen (Gründer-, Freiberufler-, xyz-Treffen etc. gibt es in jeder größeren Stadt ...).
- Neue Kontakte aufbauen in angedachten Feldern (Gruppen, Vereine, VHS, ...
- Konsequente Eigenprofilanalyse betreiben (Stärken, Schwächen, Wünsche, Kontakte, ...) und permanent ausbauen.
- Kontakte zu Leuten, die dir nicht helfen, die dich schlecht fühlen lassen, konsequent abbrechen, wenn immer möglich (Familie?).
- Sich die vom Amt gesponserte Zeit ganz bewusst und locker dafür nehmen, sich der eigene Situation und den eigenen Wünschen gedanklich-kreativ zu widmen.
- Nicht soviel an dir selbst zweifeln. ("Zweifel, Ängste, Unsicherheiten - das sind die wahren Gegner. Wenn du mit ihnen belastet den Ring betrittst, hast du schon verloren." Ex-Box-Weltmeister Sugar Ray Leonhard)
- Lächeln. Locker-gelassen bleiben. Es gibt fast immer eine Lösung - oft sogar mehrere.
- Usw.

Du packst das! Das lese ich aus deinen Zeilen. Du bist der Typ dafür. Viel Glück und viel Erfolg!
 

ShowCenterFulda

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Sie würden schließlich alle sofort für 1200€ Brutto arbeiten gehen, wäre ja besser als nichts. Lässt sich leicht sagen, wenn man selbst deutlich mehr verdient.
Würden die sofort machen? Echt? Finde ich super! Jetzt musst Du es nur noch irgendwie fertigbringen, dass die betreffenden Leute exakt diese Aussage noch einmal wiederholen - am besten vor Zeugen oder schriftlich. Damit marschierst Du dann los und erklärst diese Sichtweise genau so deren Arbeitgebern. Alternativ kann Dein Umfeld das auch direkt den jeweiligen Arbeitgebern näherbringen. Die werden ganz bestimmt von ihren "einsichtigen" Mitarbeitern begeistert sein... :icon_mrgreen:
 

Ollunddoll

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Hallo Gitarrero, ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir gerade geht, da ich ähnliches erlebt habe.
Aaber, wie schon Neudenkender schrieb, nutze die Zeit, die Du jetzt hast.
Ich habe damit angefangen, mich als Begleitperson zum JC zur Verfügung zu stellen. Man kann als Beistand sehr viel lernen und die SB auch, wenn ein 2.Mensch dabei ist:biggrin:
Dann hab ich ne zeitlang in der Kleiderkammer der Caritas mitgeholfen, im Altenheim um die Ecke als Vorleserin meine Runde gemacht, aber irgendwie war das alles nicht das Richtige.

Okay, ich war damals schon locker 20 Jahre älter, als Du jetzt, habe meine Rente in der Zwischenzeit UND einen Minijob in einem Stiftungsbüro.

Ich schreib das nur, weil Du derzeit vermutlich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kannst.
Aber, frag Dich mal, was Du richtig gut kannst, was Du gern tust.
Kannst Du z.B. mit Kindern umgehen?
Kannst Du gut erklären?
Bist Du eher ein Kopfmensch?
Arbeitest Du lieber mit den Händen?

Mach doch einfach mal nur für Dich ne Liste, was Du gern tust, warum und was evtl. dagegen spricht.

Ach, noch was, hast Du einen Schwerbehindertenausweis?
Falls nein, beantrage den mal.
Ich hab z.B. mit meinem 60+G verminderten oder gar freien Eintritt in Museen, auch bei Theatervorstellungen usw. bekommt man auf Nachfrage immer mal nen günstigeren Preis.
 

Indeclinabilis

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[...]

Nun sitz ich wieder hier und will unbedingt arbeiten! Komm aber einfach nicht weiter. Nicht nur, dass ich nur noch depremiert zuhause rumsitze und verrückt werde, auch meine Freunde und Bekannten machen immer mehr Stress und Druck. Von meinem eigentlich besten Kumpel wurde ich erst kürzlich als asozialer Schmarotzer beschimpft. Einfach mal so, weil er wegen einer Kleinigkeit sauer auf mich war. Überall wo ich hingehe, Bekannte, Verwandte, Eltern... immer dreht sich alles nur um ein Thema: Ob ich jetzt Arbeit habe und warum nicht und wie ich mir das vorstelle und wie es weitergehen soll... scheinbar gibt es keine anderen Probleme mehr auf der Welt. Also gehe ich zu Freunden und Verwandten auch nicht mehr, damit ich meine Ruhe habe von diesem dauernden Thema und den Beleidigungen und neunmalklugen Ratschlägen.

[...]

Bin offen für Ratschläge, Meinungen und Alternativen. Danke für die Zeit und für alle Antworten.
Nun, hast du schon mal an Selbstständigkeit gedacht?
Diese wäre zumindest m.M.n, dem Sklaventum bei einer ZAF vorzugswürdig. Dazu müsstest du dir nur im klaren sein, was deine Neigungen und Interessen sind.
 

Gitarrero

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Erstmal Danke für die bisherigen Antworten.

Mein Problem ist tatsächlich primär psychischer Natur. Eigentlich habe ich so viele Hobbys und Interessen, dass es kein Problem wäre einen Tag komplett zu füllen ohne mich zu langweilen. Wenn man aber "lange" (ist ziemlich relativ) nach Arbeit sucht und nicht weiterkommt, dann hat man irgendwann auch an seinen Hobbys keinen Spaß mehr. Vor allem bei so einem Umfeld.

Ich wohne in einem kleinen Mietshaus, etwas abseits der Stadt, die Vermieterin wohnt mir direkt gegenüber in einem Haus. Die anderen Mieter sind Rentner und alle sind sie beste Freunde. Auch von diesen Leuten werde ich inzwischen nur abfällig angeguckt und als "was hast du dir nur da für einen faulen Sack ins Haus geholt" abgestempelt. Auch wenn mir das natürlich keiner ins Gesicht sagen würde.

Bzgl. Hobbys, wie mein Nick vermuten lässt spiele ich sehr gerne E-Gitarre. Wollte mir zur Ablenkung eine neue Band suchen. Hatte auch Erfolg, haben uns super verstanden, war schon alles klar... bis mir einer der Jungs dann erzählte, der Rest der Band würde sich von der Arbeit kennen und er fragte mich, wo ich denn arbeiten würde... Naja, danach wurde ich dann kurzfristig mit den Worten "ok, wir melden uns" verabschiedet. Gehört habe ich von ihnen nichts mehr. Offensichtlich traut man mir nicht zu ein zuverlässiger Gitarrist zu sein, habe ja schließlich keine Arbeit und bin dementsprechend eine faule Sau :icon_rolleyes:.

Schwerbehindertenausweis habe ich seit etwa einem Jahr nun (GdB von 50 und Merkzeichen G). Hätte ihn auch schon lange vorher haben können, wollte ihn aber nicht. Mir wurde aber eindringlich angeraten einen zu beantragen, dadurch würden sich völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Gemerkt habe ich davon bisher aber nichts.

Selbstständigkeit wäre sicher eine gute Sache, es fehlt alleine die passende Idee (und danach vermutlich das Geld). Bin da auch schon länger am grübeln.

Werde mich vermutlich demnächst mal nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit umsehen. Wenigstens mal etwas sinnvolles zu tun dann.

@ShowCenterFulda, sie würden natürlich nicht freiwillig auf ihr jetziges Einkommen verzichten. Das geht mehr in die Richtung, wenn sie mal länger arbeitslos wären, dann würden sie alles annehmen, hauptsache wieder Arbeit haben, egal zu welchem Preis. Einer davon hat das auch tatsächlich schon bewiesen und für sagenhafte 670€ netto in Vollzeit bei einer ZA geschafft (ist allerdings schon knapp 6 Jahre her). Meiner Meinung nach einfach nur dumm. Okay, er lebte da noch bei seinen Eltern und hatte 0 Ausgaben, heute würde er das selbst sicher nicht mehr machen. Nur schimpft kaum einer nach oben zu den Aasgeiern, die derartig lächerlichen Löhne zahlen, sondern lieber nach unten zu den Elos.
 

Ollunddoll

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Ganz ehrlich, solange Du regelmässig Deine Miete zahlst, können Dir Vermieter und Rentnergang drumherum den Buckel runterrutschen. Die vergessen nämlich eines: Als sie in Deinem Alter waren, gab es noch Arbeit. Ich kann mich gut an die grossen Tafeln vor den Firmen erinnern, auf denen die offenen Stellen angeschlagen waren. Man ging hin, stellte sich vor und konnte fast sofort anfangen.
Diese Zeiten sind lange vorbei, aber in den Köpfen mancher Leute ist das noch nicht angekommen.
Da hilft nix, Du musst Dir ein dickeres Fell zulegen.

Wenn Du gern und gut Gitarre spielst, frag doch mal rum, ob es z.B. ein Jugendhaus gibt, oder einen Jugendtreff. Da ist der eine oder andere, der vielleicht Gitarre lernen möchte.
Frag in den Schulen am Ort, ob Du einen Aushang am schwarzen Brett machen darfst, bezüglich "Ich bring Dir Gitarre bei und Du mir... z.B. Spanisch, oder Türkisch, oder oder"
So kommst DU aus Deiner Bude raus, lernst andere Menschen kennen.

Wie sieht es mit beruflichen Interessen aus? Was würdest Du gern tun, was könntest Du davon gesundheitlich tun? Such Dir Umschulungsmöglichkeiten, recherchiere, mach eine Kostenaufstellung, such nach offenen STellen im gewünschten Bereich. Spezialisier Dich nach Möglichkeit, such Dir Lücken in den Berufsfeldern. Dabei hilft es Stellenanzeigen regelrecht auseinanderzunehmen. Wenn immer wieder ein oder zwei Fachkenntnisse gesucht werden, die Du nicht hast, recherchiere nach den Möglichkeiten, diese zu erwerben.
 

Ramblin Man

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Mein Problem ist tatsächlich primär psychischer Natur. Eigentlich habe ich so viele Hobbys und Interessen, dass es kein Problem wäre einen Tag komplett zu füllen ohne mich zu langweilen. Wenn man aber "lange" (ist ziemlich relativ) nach Arbeit sucht und nicht weiterkommt, dann hat man irgendwann auch an seinen Hobbys keinen Spaß mehr. Vor allem bei so einem Umfeld.

Ich wohne in einem kleinen Mietshaus, etwas abseits der Stadt, die Vermieterin wohnt mir direkt gegenüber in einem Haus. Die anderen Mieter sind Rentner und alle sind sie beste Freunde. Auch von diesen Leuten werde ich inzwischen nur abfällig angeguckt und als "was hast du dir nur da für einen faulen Sack ins Haus geholt" abgestempelt. Auch wenn mir das natürlich keiner ins Gesicht sagen würde.

Bzgl. Hobbys, wie mein Nick vermuten lässt spiele ich sehr gerne E-Gitarre. Wollte mir zur Ablenkung eine neue Band suchen. Hatte auch Erfolg, haben uns super verstanden, war schon alles klar... bis mir einer der Jungs dann erzählte, der Rest der Band würde sich von der Arbeit kennen und er fragte mich, wo ich denn arbeiten würde... Naja, danach wurde ich dann kurzfristig mit den Worten "ok, wir melden uns" verabschiedet. Gehört habe ich von ihnen nichts mehr. Offensichtlich traut man mir nicht zu ein zuverlässiger Gitarrist zu sein, habe ja schließlich keine Arbeit und bin dementsprechend eine faule Sau :icon_rolleyes:.

Schwerbehindertenausweis habe ich seit etwa einem Jahr nun (GdB von 50 und Merkzeichen G). Hätte ihn auch schon lange vorher haben können, wollte ihn aber nicht. Mir wurde aber eindringlich angeraten einen zu beantragen, dadurch würden sich völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Gemerkt habe ich davon bisher aber nichts.

Selbstständigkeit wäre sicher eine gute Sache, es fehlt alleine die passende Idee (und danach vermutlich das Geld). Bin da auch schon länger am grübeln.

Werde mich vermutlich demnächst mal nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit umsehen. Wenigstens mal etwas sinnvolles zu tun dann.

@ShowCenterFulda, sie würden natürlich nicht freiwillig auf ihr jetziges Einkommen verzichten. Das geht mehr in die Richtung, wenn sie mal länger arbeitslos wären, dann würden sie alles annehmen, hauptsache wieder Arbeit haben, egal zu welchem Preis. Einer davon hat das auch tatsächlich schon bewiesen und für sagenhafte 670€ netto in Vollzeit bei einer ZA geschafft (ist allerdings schon knapp 6 Jahre her). Meiner Meinung nach einfach nur dumm. Okay, er lebte da noch bei seinen Eltern und hatte 0 Ausgaben, heute würde er das selbst sicher nicht mehr machen. Nur schimpft kaum einer nach oben zu den Aasgeiern, die derartig lächerlichen Löhne zahlen, sondern lieber nach unten zu den Elos.
Wohnst Du in Schwaben? Da sind die Leute so behämmert drauf.
Die Mentalität vieler Deutscher ist wirklich jenseits von gut und böse.
 

Bananenbieger

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Frage mal diese älteren Leute, ob sie schonmal ein Anschreiben, einen Lebenslauf geschrieben haben. Frage die Leute auch was man in einem Assessment-Center‎ macht. Die wissen nicht mal, was ein AC ist.

Ich musste einen älteren Ingenieur erklären, was ein AC ist.
Er hatte auch nie eine Bewerbung geschrieben.

Sage denen, dass sie mehrere Wochen warten müssen, um ein VG/AC oder eine Absage zu bekommen. Da ist nichts mit einfach in die Firma gehen. Da wird man gar nicht hineingelassen. Es gibt Personaler, die ohne Termin Nichts machen.

Lass Dir erklären, was sie da tun würden. Dann sind sie nämlich erstmal baff.
Sie kennen nur die großen Tafel mit "Wir stellen ein". Arbeit zu bekommen war da extrem einfach. Jeder (der einen Kopf, 1 Bein, 1 Arm hatte) wurde genommen.

Wenn das mit dem geringen Lohn (nur Lohnerhöhung von ein paar Pfennige) gesagt wird, dann kannst Du sagen, dass auch der Lebensunterhalt weniger gekostet hat.
Man sagt dann, man hat sich keine Straßenbahn/Bus leisten können und ist deshalb 10km am Tag gelaufen. Dann einfach fragen, was ist wenn sie zu dieser Zeit, 2 Jobs (heute ist das üblich, da wenig Lohn) hätten machen müssen.
Auch dass man Gegenstände länger benutzen mußte, lässt sich damit erklären, dass mit Qualität und Nachhaltigkeit diese Gegenstände produziert wurden. Heutige Gegenstände gehen nach 3 Jahren kaputt. Man kann diese nur wegschmeißen, da man sie nicht reparieren kann (Ersatzteile Fehlanzeige).

Diese älteren Leute werden ganz ruhig.



Bei den Jüngeren, die meinen für einen gering bezahlten Job meinen arbeiten zu müssen, denen sagst Du, dass sie die Arbeitswelt (Verhältniss zwischen AG und AN ist total gestört, durch sie) kaputtmachen. Das was von den 50ern ab erkämpft wurde, machen sie in einem Jahrzehnt zunichte. Denn ein AG versucht alles, um wenig zahlen zu müssen. Solange Leute für 1200€ arbeiten wollen, kann man in 1-2 Jahren auch nur noch 800€ für die Arbeit bieten. Der AN arbeitet ja dafür. Diese Spirale dreht sich weiter. Am Schluß wird für eine Flasche Wasser und ein trockenes Brot gearbeitet.

Mal sehen, was die für Ausreden haben?
 

Ramblin Man

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Bei den Jüngeren, die meinen für einen gering bezahlten Job meinen arbeiten zu müssen, denen sagst Du, dass sie die Arbeitswelt (Verhältniss zwischen AG und AN ist total gestört, durch sie) kaputtmachen. Das was von den 50ern ab erkämpft wurde, machen sie in einem Jahrzehnt zunichte. Denn ein AG versucht alles, um wenig zahlen zu müssen. Solange Leute für 1200€ arbeiten wollen, kann man in 1-2 Jahren auch nur noch 800€ für die Arbeit bieten. Der AN arbeitet ja dafür. Diese Spirale dreht sich weiter. Am Schluß wird für eine Flasche Wasser und ein trockenes Brot gearbeitet.
So richtig, klar und wahr diese Argumente sind, so logisch und sicher --- in der "deutschen Leistungs-und Arbeitsgesellschaft":icon_kotz2: wollen sie nicht gehört werden.

Typen wie diese "Freunde" des @Gitarrero gibt es zu Millionen, ich habe da schon mehr als genug von kennen gelernt.
Nur beissen die bei mir so auf Granit, dass die mich nie mehr anzupampen wagten, aber ich will von mir aus solche "Freunde" auch gar nicht.

Die reden wie die Arbeitgeber, und merken nicht, dass gerade diese Arbeitgeber sie zwar ausnutzen bis zum Anschlag, in Wahrheit aber heimlich selbst verhöhnen.

Man kommt diesen Leuten nicht bei selbst mit den logischsten Argumenten... sie sind weiterhin "stolz", für 5,6,7 oder 8 Euro auch noch zusätzlich unbezahlte Überstunden zu machen und das mit dem "...dem Staat nicht auf der Tasche liegen" ist Standardargument, so richtig konditioniert wie ein Pudel.

Mit solchen Leuten überhaupt zusammenzuarbeiten, das würde ich kaum aushalten, selbst wenn die Arbeit leicht wäre. (was sie meistens gerade im NBiedriglohnbereich nicht ist).

Diesen Millionen Typen hilft nur, mal selbst richtig auf die Nase zu fallen. Aber, obwohl, nicht mal das dürfte die letztlich in ihrem lächerlichen missionarischen "Arbeitseifer" stoppen.
 

Mutter Beimer

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Ich gehöre noch zu der Generation Ü50 und kann meinem Vorschreiber nur beipflichten. Früher war es viel einfacher in eine große Firma eingestellt zu werden, auf dem direkten Wege und ohne ZAF.
Heute undenkbar.
Ich bin seit fast 2 Jahren arbeitslos, habe ein Bewerbungstraining hinter mir und sehe sehr düster in die Zukunft, jedenfalls beruflich gesehen.
Mein Glück ist meine Familie und mein Partner, die mich stützen. Obwohl er auch erwerbslos ist, lassen wir es uns gut gehen und genießen das Leben.
Innere Zufriedenheit ist das wichtigste im Leben.
Nicht ein schlecht bezahlter Job, der einen noch krank macht.
 

Nimschö

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Hm, "lustig"... Ich bin auch schwerbehindert und schlitter grad so in meiner Depression rum...

...und ja, es ist mittlerweile selbst bei mir so weit, nächste Woche hab ich nen VG bei ner ZAF weil ich sonst keinen Dunst mehr hab wie ich mich finanziell über Wasser, oder zumindest in Strohhalmweite von der Wasseroberfläche halten soll. Beschissen oder verhungert ist die Frage...

Es kotzt mich an, aber greifbare Alternativen hab ich nicht mehr in Sicht. Der Stellenmarkt bietet kaum schmarotzerfreie Stellen und auf die Wenigen davon kommen natürlich entsprechend viele Bewerber uuund mein bunter Lebenslauf macht mich auf diesem "Schlachtfeld" nicht zwingend voll kampffähig. Tja, ich werd berichten was da Buntes bei mir passiert -.-
 

Neudenkender

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Frage mal (...)
Sage denen, (...)
Lass Dir erklären, (...)
dann kannst Du sagen, (...)
denen sagst Du, (...)
Mal sehen, was die für Ausreden haben?
Nö. Erkläre nix, rechtfertige nix.

Missionarischer Eifer bei solchen Leuten = vergebene Liebesmüh, verschwendete Lebenszeit.

Nutze vielmehr all deine Zeit, konstruktiv-kreativ DEINE Situation lösungsorientiert zu überdenken und zu verbessern.

Negative Leute ziehen dich nur runter, kosten Zeit und Nerven, verschleißen dich emotional, haben so am Ende auch noch recht. Meide sie wie Aussätzige!

Jetzt zählst erstmal nur du!
 

Ramblin Man

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Ich gehöre noch zu der Generation Ü50 und kann meinem Vorschreiber nur beipflichten. Früher war es viel einfacher in eine große Firma eingestellt zu werden, auf dem direkten Wege und ohne ZAF.
Heute undenkbar.
Ich bin seit fast 2 Jahren arbeitslos, habe ein Bewerbungstraining hinter mir und sehe sehr düster in die Zukunft, jedenfalls beruflich gesehen.
Mein Glück ist meine Familie und mein Partner, die mich stützen. Obwohl er auch erwerbslos ist, lassen wir es uns gut gehen und genießen das Leben.
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Nicht ein schlecht bezahlter Job, der einen noch krank macht.
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ExitUser

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@Gitarrero: Du solltest unbedingt einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen bei der AfA. (ich denke, Rentenversicherung fällt bei Dir aus, da Du ja noch nicht so lange eingezahlt hast)

Der sollte bei Dir - da ja sogar einen GdB hast, ich habe keinen, da nie beantragt, trotzdem wurde mir das problemlos bewilligt - eigentlich sofort bewilligt werden. Vorteile sind z.B., dass das JC Dich relativ in Ruhe lässt. Und Ziel ist da eigentlich auch meist eine Umschulung in einen Beruf, den man trotz Krankheit ausüben kann. Zwischendrin gibt es mal bescheuerte Maßnahmen, die man aber mit guten Argumenten ablehnen kann. Oder, wenn man sie antritt, dann gibt es wenigstens den Mehrbedarf von 35%.

Als Reha-Fall fährt man beim Amt immer besser, es gibt weniger Druck. Ich habe in 2 Jahren nur einen VV erhalten - und der hat sich auf Nachfrage von mir als "Versehen" rausgestellt, ich musste mich also nicht bewerben. Auch Bewerbungsbemühungen etc. muss man nicht nachweisen, da ja die Reha vorgeht und man erst dann wieder arbeiten kann, wenn die abgeschlossen ist.

Leider dauert das alles sehr lange:-(((((( Aber grundsätzlich finde ich das keine schlechte Möglichkeit. Besser als ZAF oder Hilfsjobs.

Den Antrag würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall stellen, denn selbst wenn Du keine Umschulung anstrebst, das schadet nicht. Du hast mehr Ruhe und die berufliche Reha kann man auch jederzeit problemlos wieder beenden.
 

Gitarrero

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Nein, nicht Schwaben. Schlimmer. Bayern.

Von dieser beruflichen Reha habe ich bereits gehört, wurde von meiner SB aber als nicht sinnvoll empfunden. Grund ist wohl, ich verfüge bereits über eine verwertbare Ausbildung und könnte trotz der Behinderung auch problemlos in diesem Beruf arbeiten, bin aber - wegen eben jener Behinderung - sowieso auf wenige berufliche Zweige beschränkt. Aus diesem Grund musste ich auch eine angebotene Lehrstelle (mit Option auf Übernahme) auf einen sehr ähnlichen (aber höherwertigen) Beruf letztes Jahr absagen, weil das Jobcenter das nicht finanzieren wollte - und ohne Zuschuss war es einfach unmöglich finanzierbar für mich. Bevor sie 200€ dazu geben zahlen sie lieber noch 20 jahre ALGII in voller Höhe... irgendwie müssen die sich halt auch ihre Arbeit erhalten :icon_rolleyes:. Werde mich darüber aber auf jeden Fall mal genauer informieren und ggf. einen Antrag stellen. Danke für den Hinweis.

Wegen der Bewerbungen, ich schreibe bereits "nur" so viele wie ich muss. In meiner EGV sind tatsächlich 15 Bewerbungen pro Monat festgestetzt. Bei meinem alten SB waren es 4, war meiner neuen SB aber deutlich zu wenig. Gut, hätte ich nicht unterschreiben müssen, habe aber ehrlich gesagt auch kein Interesse an unnötigem Stress mit denen. Schreib halt meine Bewerbungen (bei der Masse natürlich 80% sinnlos und nicht zielführend, wird in der EGV aber auch nicht verlangt) und fertig. Im Dezember läuft die aktuelle EGV aus, da werd ich mir dann aber wirklich gut überlegen, ob ich das nochmal unterschreibe.

Heute war ein Brief im Briefkasten von meiner SB. Soll nächste Woche an einer Vorstellung zum Projekt Bürgerarbeit teilnehmen. Mit Rechtsfolgenbelehrung und Androhung von Sanktionen. Soweit ich das jetzt überblicken konnte ist zwar die Teilnahme an der Präsentation zwingend, nicht aber die Annahme einer solchen Stelle. Werde es mir also mal anschauen, was das wieder für ein Unsinn ist.

Rechtfertigen werde ich mich bei meinen Nachbarn und der Vermieterin sicher nicht. Würde sowieso nur alles aus Ausrede abgetan werden. Solche Damen, die ihr ganzes Leben lang nur Hausfrauen waren, wisse doch sowieso viel besser über den Arbeitsmarkt bescheid. Kann man sich jegliche Diskussion denke ich echt sparen. Vielleicht werde ich meiner Vermieterin irgendwann mal meine Schwerbehinderung mitteilen (davon weis sie noch nichts, weil es sie eigentlich auch nichts angeht), damit vielleicht dadurch etwas mehr Verständnis entsteht. Wirklich dran glauben kann ich aber nicht.

Einen Partner der mich stützt habe ich leider nicht. Und über meine Freunde und Familie habe ich ja bereits genug berichtet. Wenn ich also von jemandem Hilfe erwarte, dann kann ich mir nur selbst helfen. Sicher, man sagt, jeder Topf findet seinen Deckel. Allerdings fehlt mir derzeit (seit längerem) einfach die Kraft und die Motivation um mich wirklich mit sowas zu beschäftigen. Eigentlich will man mich eher nirgendwo mehr haben, weil ich nur negative Stimmung verbreiten würde (wobei manche dieser Leute allerdings nicht ganz unschuldig daran sind, will nur keiner einsehen). Kann ich irgendwie nachvollziehen, kann es aber auch nicht ändern.
 

Ramblin Man

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Hm, "lustig"... Ich bin auch schwerbehindert und schlitter grad so in meiner Depression rum...

...und ja, es ist mittlerweile selbst bei mir so weit, nächste Woche hab ich nen VG bei ner ZAF weil ich sonst keinen Dunst mehr hab wie ich mich finanziell über Wasser, oder zumindest in Strohhalmweite von der Wasseroberfläche halten soll. Beschissen oder verhungert ist die Frage...

Es kotzt mich an, aber greifbare Alternativen hab ich nicht mehr in Sicht. Der Stellenmarkt bietet kaum schmarotzerfreie Stellen und auf die Wenigen davon kommen natürlich entsprechend viele Bewerber uuund mein bunter Lebenslauf macht mich auf diesem "Schlachtfeld" nicht zwingend voll kampffähig. Tja, ich werd berichten was da Buntes bei mir passiert -.-
Zeitarbeit ist aber niemals Teil einer Lösung, sondern immer ein Problem, das noch dazukommt.
Wäre es nicht sinnvoller, einen stundenmässig begrenzten Minijob zu machen, der einem 100€ plus in die Kasse spült? Da hätte man dann überhaupt nicht weniger als bei der Zaf, schont aber Lebenskraft und Würde?

Und--- Du wirst diesen Mist nicht mehr los, so einfach, ohne Dich wegen der möglichen Sanktionen ganz zu ruinieren.Man ist denen auf Gedeih und Verserb ausgeliefert. Bei nem begrenzten Minijob ist ne Alternative immer schneller möglich und selbst, wenn der Job sich als Müll raustellt, ist man zeitlich dort wenig da, so dass das immer auszuhalten wäre.
 

Ramblin Man

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Nein, nicht Schwaben. Schlimmer. Bayern.
Das ist wohl ähnlich ätzend. Obwohl, bei mir stehen die "fleissigen" Schwaben ganz oben auf der Negativliste, die gehen mir zu einem grossen Teil tierisch auf den Senkel, seit ich vor Jahren mal länger in Stuttgart zubringen musste.
 

Bananenbieger

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Rechtfertigen sollst Du Dich gar nicht.
Sondern diese Leute. Mache Ihnen klar, dass früher wirklich jeder xxx eine Arbeit bekam.
Heute wird feinmaschig ausgesiebt. Sage ihnen, dass sie heutzutage niemals einen Job bekommen würden (egal, welchen Sklavenjob, zu welchen Sklavengeld)
 
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Das ist wohl ähnlich ätzend. Obwohl, bei mir stehen die "fleissigen" Schwaben ganz oben auf der Negativliste, die gehen mir zu einem grossen Teil tierisch auf den Senkel, seit ich vor Jahren mal länger in Stuttgart zubringen musste.
:icon_kratz: was für Glück, dass Dummheit nicht schmerzt.
 

Ramblin Man

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:icon_kratz: was für Glück, dass Dummheit nicht schmerzt.
weiss jetzt nicht, wie Du ds meinst, aber ich hab mich in Stuttgart damals sehr unwohl gefühlt, wohnte in Mühlhausen, kam aus dem Norden.Dieses übertriebene Statusdenken dort war mir schon damals, 2000, sehr unangenehm aufgefallen.
Mit diesem übertriebenen Statusdenken verbunden fand ich bei vielen Stuttgartern auch eine Konsummentalität. die ich eigentlich nie kennenlernen wollte und so im Norden nicht ertragen musste.

Dort möchte ich nie wieder hin.
 

Neudenkender

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^ Na endlich, der langersehnte Show Down im Nord-Süd-Gefälle/Anstieg!:

GoGo_King vs Ramblin Man!

:popcorn:

Ich setze auf Spätzle!
 

Ramblin Man

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Also, ich will das nicht so weiterführen und hab nur das aufgeschrieben, was mir dazu einfiel.
 

Gitarrero

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Seit eben wieder so ein Fall, bei dem ich mit mir am ringen bin.

Muss ja sowieso 15 Bewerbungen pro Monat schreiben. Hab mich daher unter anderem auch für eine Call-Center-Tätigkeit bei einer ZA beworben (90% aller bei uns verfügbaren Stellen sind ZA oder private Vermittler, also bleibt einem kaum was übrig, wenn man keine Sanktion bekommen oder sich deshalb vor Gericht mit dem JC streiten möchte). Wohlwissend, dass ich für die Stelle eigentlich kaum geeignet bin. Natürlich bekomme ich prompt einen Anruf von der ZA (aus einer 300km entfernten Stadt wohlgemerkt), man möchte mich dem Kunden für die Stelle vorschlagen. Und obwohl ich am Telefon schon sehr lustlos geklungen und sehr undeutlich gesprochen habe, man hielt mich dennoch für geeignet und möchte mich beim Kunden empfehlen und ich solle es mir doch wenigstens mal ansehen... soweit so gut, Arbeit ist ja erst einmal Arbeit, aber:

Alle Kandidaten der ZA werden mit einem festen Termin zum Entleiher geschickt, der dann ein eigenes Auswahlverfahren veranstaltet. Es ist nur die Einstellung für diese eine Stelle vorgesehen. Angeblich beginnt man zwar über die ZA, soll aber nach einiger Zeit von diesem einen Kunden dann fest übernommen werden. Was ich mich da jetzt frage, wozu braucht man dann die ZA? Welchen Zweck erfüllen die? Eine einfache Stellenanzeige schalten und alle Bewerber einladen hätte das Unternehmen auch selbst machen können (ist ein sehr großes und bekanntes Unternehmen, kein kleiner Dorfladen). Mir kommt das suspekt vor. Vor allem, die Bezahlung beträgt ca. 1400€ brutto, dafür aber 3 Schichten und Samstag arbeiten. Angeblich ist es so wenig, weil man 200-300€ Provision pro Monat erarbeiten kann... aber, woher will der ZA-Mensch aus 300km Entfernung das denn so sicher wissen?

Hab jetzt wieder so eine Phase wo ich mir denke "Mensch, es wäre halt mal eine Arbeit...". Aber mir kommt es einfach suspekt vor. Andererseits eben das schlechte Gewissen, eine Möglichkeit zur Arbeit einfach abzulehnen. Hab gesagt, ich werd mich morgen wieder melden und bescheid sagen. Werde wohl absagen, aus den oben bereits genannten Gründen. Ich gehe ohnehin davon aus, dass der Entleiher mich ablehnen würde, selbst wenn ich die Stelle wollte. Aber wer weis schon, was da wieder im Hintergrund alles vereinbart und geplant wurde.
 
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Naja, geplant wird sein, dass man dich auswringt und nach ein paar Monaten wieder in Richtung Hartz IV entsorgt.

Frag bei dem Termin einfach mal nach, ob die Arbeitsplätze mit entsprechenden Stühlen für dein massives Rückenproblem ausgestattet sind.
Dann dürfte sich das Dingen recht schnell erledigt haben.
In meinem Verwandtenkreis hatte auch jemand (eine echte Labertasche) in einem Callcenter gearbeitet. Nach einigen Monaten lag er gekündigt und mit Burnout im heimischen Bett.

Einen abgehurteren Job als Callcentermitarbeiter und dann womöglich noch als Leiharbeiter kann ich mir nicht vorstellen.
 

Jenna S

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Hallo Gitarrero

Wenn du einen Schwerbehindertenausweis hast, kannst du dich auch an den Integrationsfachdienst deiner Stadt bzw Landkreises wenden.

Die Erfahrungen mit der Zeitarbeit hatte ich auch schon durch..und die gab mir irgendwann den Rest.Durch deine Behinderung/en wirst du wohl sicher auch nicht zu 100% durchstarten können und dadurch verschlimmert sich dein Zustand noch mehr.
Vor allem, wenn man das öfters schon durch hat.

Krank--> Zeitarbeit-->krank..irgendwann kommen Depressionen dazu, die einem noch viel schlimmer zusetzen.

Ich bin gerade dabei mit Hilfe des Integrationsfachdienstes, ein ordentliches Praktikum zu bekommen.

Gehe Schritt für Schritt..nichts überstürzen!

Deine Motivation in Ehren, aber Zeitarbeit macht sehr viel kaputt.

Du hast ein Recht auf die Hilfe vom Integrationsfachdienst.Das wäre ein Ratschlag von mir..da kommen aber sicher noch Bessere^^

Viel Glück dir!
 

Ramblin Man

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Seit eben wieder so ein Fall, bei dem ich mit mir am ringen bin.

Muss ja sowieso 15 Bewerbungen pro Monat schreiben. Hab mich daher unter anderem auch für eine Call-Center-Tätigkeit bei einer ZA beworben (90% aller bei uns verfügbaren Stellen sind ZA oder private Vermittler, also bleibt einem kaum was übrig, wenn man keine Sanktion bekommen oder sich deshalb vor Gericht mit dem JC streiten möchte). Wohlwissend, dass ich für die Stelle eigentlich kaum geeignet bin. Natürlich bekomme ich prompt einen Anruf von der ZA (aus einer 300km entfernten Stadt wohlgemerkt), man möchte mich dem Kunden für die Stelle vorschlagen. Und obwohl ich am Telefon schon sehr lustlos geklungen und sehr undeutlich gesprochen habe, man hielt mich dennoch für geeignet und möchte mich beim Kunden empfehlen und ich solle es mir doch wenigstens mal ansehen... soweit so gut, Arbeit ist ja erst einmal Arbeit, aber:

Alle Kandidaten der ZA werden mit einem festen Termin zum Entleiher geschickt, der dann ein eigenes Auswahlverfahren veranstaltet. Es ist nur die Einstellung für diese eine Stelle vorgesehen. Angeblich beginnt man zwar über die ZA, soll aber nach einiger Zeit von diesem einen Kunden dann fest übernommen werden. Was ich mich da jetzt frage, wozu braucht man dann die ZA? Welchen Zweck erfüllen die? Eine einfache Stellenanzeige schalten und alle Bewerber einladen hätte das Unternehmen auch selbst machen können (ist ein sehr großes und bekanntes Unternehmen, kein kleiner Dorfladen). Mir kommt das suspekt vor. Vor allem, die Bezahlung beträgt ca. 1400€ brutto, dafür aber 3 Schichten und Samstag arbeiten. Angeblich ist es so wenig, weil man 200-300€ Provision pro Monat erarbeiten kann... aber, woher will der ZA-Mensch aus 300km Entfernung das denn so sicher wissen?

Hab jetzt wieder so eine Phase wo ich mir denke "Mensch, es wäre halt mal eine Arbeit...". Aber mir kommt es einfach suspekt vor. Andererseits eben das schlechte Gewissen, eine Möglichkeit zur Arbeit einfach abzulehnen. Hab gesagt, ich werd mich morgen wieder melden und bescheid sagen. Werde wohl absagen, aus den oben bereits genannten Gründen. Ich gehe ohnehin davon aus, dass der Entleiher mich ablehnen würde, selbst wenn ich die Stelle wollte. Aber wer weis schon, was da wieder im Hintergrund alles vereinbart und geplant wurde.
Ich frag mich wie viel Menschenverachtung dahinter stecken muss, wenn man Jemandem mit so existentiellen Einschränkungen wie Dir so was vorsetzt. 15 Bewerbungen und Jobmüll.

Ich würd an Deiner Stelle anders verfahren und einfach freundlich, aber in der Sache knallhart darlegen, dass Du das alles, was Du da vorgesetzt bekommst, nicht kannst aus gesundheitlichen Gründen.

Wenn Du dann - UND DAS PASSIERT - zum Amtsarzt zwecks Festsellung der Arbeitsfähigkeit geschickt wirst, musst Du natürlich mit neuen Facharztattesten bei der hand sein. Normalerweise wagen es diese Amateur"ärzte" dort nicht, echten Fachärzten zu widersprechen (anders als bei der DRV, wo das nirmal ist).

Wenn Du das durchziehst, KANN Dir viel zukünftiges Leid erspart werden.

Kann Dich nicht schon jetzt ein Facharzt ausser Dienst setzen?

Wenn Du dann unbedingt was tun willst, gehs langsam und sinnig an.

Aber nicht bei der Za. Die machen Dich erst rund und lassen Dich dann fallen und schwärzen Dich trotzdem noch beim Amt an.
 
E

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hast Du eigentlich schon mal beim zuständigen Versorgungsamt hinsichtlich eines Behindertausweises angeklopft (das Prozedere läßt sich dort erfragen)?

Ich mutmaße einfach mal ganz wild, dass Dir mit einem Status als Behinderter + Abi evtl. auch die eine oder andere Türe für kommunale (o.ä.) Jobs offenstehen könnte, die ansonsten verschlossen bliebe.
 

ThisIsTheEnd

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Natürlich bekomme ich prompt einen Anruf von der ZA (aus einer 300km entfernten Stadt wohlgemerkt), man möchte mich dem Kunden für die Stelle vorschlagen.
Bei solchen Stellen keine Telefonnummer in der Bewerbung angeben. Damit wäre schon viel gewonnen und du ersparst dir Stress.
Und hey, 15(!) Bewerbungen im Monat. Darauf lass dich nicht mehr ein. Da ist es realistischer fünf sinnvolle Bewerbungen zu schreiben, als einfach nur sich zu bewerben um die monatliche Zahl an Bewerbungen voll zu bekommen.
 
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Kann ich toppen.
Ich habe mich des Spaßes wegen per Mail bei einer ZAF in Berlin auf einen HT-Job beworden (~650 Kilometer entfernt).
Selbstverständlich ist eine Einladung eingetrudelt.:icon_hihi:
 
E

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Hab mich daher unter anderem auch für eine Call-Center-Tätigkeit bei einer ZA beworben (90% aller bei uns verfügbaren Stellen sind ZA oder private Vermittler, also bleibt einem kaum was übrig, wenn man keine Sanktion bekommen oder sich deshalb vor Gericht mit dem JC streiten möchte). Wohlwissend, dass ich für die Stelle eigentlich kaum geeignet bin. Natürlich bekomme ich prompt einen Anruf von der ZA (aus einer 300km entfernten Stadt wohlgemerkt), man möchte mich dem Kunden für die Stelle vorschlagen. Und obwohl ich am Telefon schon sehr lustlos geklungen und sehr undeutlich gesprochen habe, man hielt mich dennoch für geeignet und möchte mich beim Kunden empfehlen und ich solle es mir doch wenigstens mal ansehen... soweit so gut, Arbeit ist ja erst einmal Arbeit, aber:

Alle Kandidaten der ZA werden mit einem festen Termin zum Entleiher geschickt, der dann ein eigenes Auswahlverfahren veranstaltet. Es ist nur die Einstellung für diese eine Stelle vorgesehen.
Sieht doch gut aus. Sag der ZAF, daß Du die Fahrtkosten vorab brauchst (die DB verkauft keine Fahrkarten gegen Wechsel und Schuldscheine, die will Bares). Und wenn die das - erwartungsgemäß - ablehnen, dann muß die Veranstaltung entweder verschoben werden, bis Du vom JC die Fahrkarte hast oder sie findet ohne Dich statt.

Angeblich beginnt man zwar über die ZA, soll aber nach einiger Zeit von diesem einen Kunden dann fest übernommen werden. Was ich mich da jetzt frage, wozu braucht man dann die ZA?
Welchen Zweck erfüllen die?
Verschiedene. Man kann der ZAF zum Beispiel die Vorgabe "jung, weiblich, kostenlos" machen, ohne dafür belangt zu werden. Schließlich ist die ZAF als fremder Dritter nicht klagebefugt.

Hab jetzt wieder so eine Phase wo ich mir denke "Mensch, es wäre halt mal eine Arbeit...".
Soso. Und wie soll das laufen? Von einem pfändungsfreien Netto eine doppelte Haushaltführung zahlen oder neben der rollenden Woche einen Umzug anleiern und kurz danach rausfliegen?
Oder willst Du täglich 600 km auf der Bahn hocken? Es gibt zwar Leute, die bspw. von Stuttgart nach Frankfurt pendeln, die haben aber auch einen Job, der die Hunderter für die Monatskarte abwirft ...
 
E

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hast Du eigentlich schon mal beim zuständigen Versorgungsamt hinsichtlich eines Behindertausweises angeklopft (das Prozedere läßt sich dort erfragen)?

Ich mutmaße einfach mal ganz wild, dass Dir mit einem Status als Behinderter ...
... die ZAF nicht gerade hinterherlaufen. Damit klärt sich vieles spätestens im Vorstellungsgespräch.
 

Gitarrero

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Das war wohl ein Missverständnis. Bzw. von mir schlecht ausgedrückt. Die Arbeit selbst wäre schon in der Nähe (15-20km mit dem Auto). Die ZAF bei der ich mich dafür "beworben" habe ist auch nicht weit weg. Der Anruf kam aber aus dieser 300km entfernen Stadt. Warum das so ist, keine Ahnung... Hab da jedenfalls heute angerufen und abgesagt. Und obwohl ich eigentlich der unbrauchbarste Bewerber überhaupt war (erst zugesagt, dann abgesagt, abgeblockt, noch über die Stelle gemeckert...) wollte man mich trotzdem überzeugen es mir wenigstens mal anzuschauen. Die müssen es wohl wirklich nötig haben. Ich hätte an deren Stelle das Gespräch mit mir selber sofort beendet und die Unterlagen weggeworfen...

Dafür hab ich jetzt wohl so einen tollen Bürgerjob am Hals. Man wollte das ganze zwar als freiwillig verkaufen, allerdings erfolgte bereits die Einladung unter Androhung von Sanktionen. Wer nach der Präsentationheute nicht bereit war einen Vorstellungstermin zum Bürgerjob zu vereinbaren, der musste sofort bei seinem SB vorsprechen (vermutlich um seine Sanktion abzuholen). Man wurde sogar dorthin begleitet, damit man auch wirklich hingeht und sich nicht verdrückt. Das hat den eigentlich (für mich) recht positiven Eindruck der ganzen "Veranstaltung" doch sehr stark negativ gestört und in die Richtung "Zwangsarbeit" gedrängt. Dabei wäre das eigentlich nicht nötig gewesen. Gab auch so genug ehrliche Interessenten. Aber ohne Drohung und Sanktion haben die SB wohl keinen Spaß an ihrer Arbeit :icon_hmm:. Muss mich da jetzt am Montag vorstellen, mal sehen wie es wird. An sich ja eine feine Sache, aber das Geld ist schon fast kriminell. Auf meine Nachfrage, ob man denn zu den 1000€ Brutto Wohngeld oder Zuschüsse beantragen könnte hies es "Nein, das ist nicht möglich". Auch Fahrtkosten werden nicht erstattet. Schließlich hätte ich mit dem Bürgerjob ja mindestens genau so viel Geld wie jetzt auch. Mein Argument, dass man als Gegenleistung für Arbeit aber eigentlich schon erwarten dürfte nicht mehr wie die ärmste Sau hausen zu müssen wurde zwar als korrekt und nachvollziehbar anerkannt, mehr Geld gibts aber trotzdem nicht. Ich müsse das einsehen, es wäre halt eine Maßnahme, da ist das halt so. Mit der Arbeit ist man laut Aussage meiner SB nicht mehr im Leistungsbezug des Jobcenters (man arbeitet ja und hat keinen Anspruch auf ergänzende Leistungen), muss aber trotzdem eine neue EGV unterschreiben und regelmäßig da antanzen um seine Bewerbungsbemühungen nachzuweisen. Irgendwie doch sehr widersprüchlich :icon_question:. Die haben scheinbar selber keine Ahnung von ihren eigenen Maßnahmen.
 
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... Auf meine Nachfrage, ob man denn zu den 1000€ Brutto Wohngeld oder Zuschüsse beantragen könnte, hies es "Nein, das ist nicht möglich". Auch Fahrtkosten werden nicht erstattet. Schließlich hätte ich mit dem Bürgerjob ja mindestens genau so viel Geld wie jetzt auch.
Da würde ich dann doch noch mal nachrechnen:
http://brutto-netto-rechner******/
Aus 1.000 Euro Brutto machst Du da (Stkl. 1, KiSt) netto 785,13 Euro. Das heißt, die Wohnung sowie sämtliche besonderen Bedarfe und Werbungskosten zusammengenommen dürften nicht mehr als 400 Euro wegfressen. Paßt das wirklich?

Mit der Arbeit ist man laut Aussage meiner SB nicht mehr im Leistungsbezug des Jobcenters (man arbeitet ja und hat keinen Anspruch auf ergänzende Leistungen), muss aber trotzdem eine neue EGV unterschreiben und regelmäßig da antanzen um seine Bewerbungsbemühungen nachzuweisen. Irgendwie doch sehr widersprüchlich :icon_question:. Die haben scheinbar selber keine Ahnung von ihren eigenen Maßnahmen.
Das gibt also dann eine Sanktion aus Prinzip: entweder wegen Fernbleibens von der Maßnahme oder ween des Meldeversäumnisses. Auch LE können nicht gleichzeitig an zwei Orten sein.
 

Neudenkender

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Die haben scheinbar selber keine Ahnung von ihren eigenen Maßnahmen.
Nö. Geh mal davon aus - bis zum rechtskräftigen Beleg des Gegenteils -, dass die aber so was von Ahnung haben von dem, was "die da" mit dir und anderen "Kunden" (= Opfer) machen.

Wer keine Ah .. äh ... also: Wer sich offenbar noch nicht richtig in dem ganzen "Sozial"-System verortet und einsortiert hat, das bist DU. Stichworte maximale Verwertbarkeit vom Eloys (= brachliegendes Humanmaterial mit noch nicht ausoptimiertem Steuergeldumverteilungspotenzial) etc.

Leg' einfach mal deine offenbare Naivität ab in Sachen Staat, Staatsbedienstete usw. ab. Du bist Melkvieh und wirst entsprechend be- und verarbeitet.
Mit anderen Worten: WILLKOMMEN - auch du bist jetzt Deutschland!

An das Gute im Mitmenschen kannst du woanders glauben. Das würde dir Frustration und eine gewisse Verwirrung ersparen. ("Nur die Harten komm' in Garten.")

Nur meine Meinung.
 

Gitarrero

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Aus 1.000 Euro Brutto machst Du da (Stkl. 1, KiSt) netto 785,13 Euro. Das heißt, die Wohnung sowie sämtliche besonderen Bedarfe und Werbungskosten zusammengenommen dürften nicht mehr als 400 Euro wegfressen. Paßt das wirklich?
Rein rechnerisch gesehen passt das schon. Minus mache ich keines. Sofern ich mich weiterhin einschränke wie bisher auch. Aber es geht ja (auch) ums Prinzip. Wer geht denn gerne arbeiten, wenn man dann trotzdem kaum über die Runden kommt und selbst das gelegentliche Bierchen mit Kollegen nach der Arbeit nicht finanzierbar ist. Und selbst wenn es nicht reichen sollte, Zuschüsse sind nicht vorgesehen, wurde sehr deutlich betont. Das ist das kuriose daran. Es ist eine richtige Arbeit mit der man aus dem Leistungsbezug offiziell komplett herausfällt, gleichzeitig ist es aber auch eine Maßnahme unter der Fuchtel des Jobcenters inkl. EGV. Die SB selbst bezeichnete es als "Konstrukt". Das trifft es wohl recht gut.

Letztlich gibt es ja nur zwei Optionen. Bürgerarbeit annehmen oder sich sanktionieren lassen. Mal am Montag das Gespräch abwarten. Gibt ja mehrere Bewerber und ich bin nur für wenige Stellen geeignet (90% der verfügbaren Tätigkeiten spielen sich im Lager ab).
 

verona

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Wegen den vielen auferlegten Bewerbung vom JC im Monat hat ein Arbeitssuchender Klage eingereicht. Zumutbar sind 8 Bewerbungen.

http://www.hartz-iv******/news/20130625-beschluss-8-bewerbungen-monatlich-bei-hartz-iv-zumutbar.html

Falls du noch keinen Antrag auf Rückerstattung der Bewerbungskosten gestellt hast, solltest du das unbedingt machen. Soweit ich weiß, und insofern das nicht schon wieder geändert wurde, müssen die ca. 5,-Euro pro Bewerbung zurückerstatten. Voraussetzung, es wurde schriftlich auferlegt, soundso viele Bewerbungen zu schreiben.
 

Gitarrero

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Die SB hat in unserem letzten Gespräch selbst eingesehen, dass die Forderung von 15 Bewerbungen pro Monat unsinn ist. Ich habe Nachweise vorgebracht, die meine Bemühungen deutlich aufzeigen, dies hat sie dann auch so akzeptiert und hingenommen. Ich schreibe 90% meiner Bewerbungen per E-Mail, weshalb mir kaum erwähnenswerte Kosten entstehen. Nur für wirklich wichtige Bewerbungen mit guter Erfolgsaussicht gibt es auch mal eine Mappe. Eigentlich könnte man zwar auch für E-Mails eine Rückerstattung fordern, darauf werde ich jedoch verzichten, weil ich kein Interesse daran habe mich mit dem JC mehr auseinanderzusetzen als unbedingt nötig ist. Bin froh, wenn die mich in Ruhe lassen.

Dies bedeutet aber nicht, dass ich keinen Widerstand leiste, wenn ich es für angebracht halte (wie eben auch bei den 15 Bewerbungen, hätte sie im Gespräch darauf unabrückbar bestanden). Daher werde ich nächste Woche den Vorstellungstermin zur Bürgerarbeit wahrnehmen und mich auch ernsthaft um die Stelle bemühen (die Arbeit an sich dort ist garnicht so schlecht, lediglich das drumherum vom JC ist unter aller Sau). Entgegen der Auskunft meiner SB (die Arbeitsvermittlerin ist und nicht in der Leistungsabteilung tätig ist und deshalb finanzielle Dinge doch garnicht beurteilen kann und darf) werde ich den Arbeitsvertrag und später dann die erste Lohnabrechnung auf jeden Fall der Leistungsabteilung zukommen lassen, mit der Aufforderung zur Neuberechnung meines Leistungsanspruches. Bezieht man in die ca. 1000€ Brutto die Freibeträge mit ein, so liegt das anrechenbare Einkommen deutlich unter dem ALGII-Satz. Ich denke nicht, dass das Jobcenter das Recht hat Freibeträge einfach zu ignorieren und für unwirksam zu befinden. Verzichten lohnt sich in diesem Fall nicht, selbst wenn es nur 50€ zusätzlich gäbe (dürften aber eher so 150-200€ sein), weil man als Bürgerarbeiter ja sowieso weiterhin unter der Fuchtel des JC steht wie zuvor auch. Ich denke auch nicht, dass das JC plausibel erklären kann, warum ein 1€-Jobber (die Bedingungen sind zu denen des Bürgerarbeiters kaum unterschiedlich) im genau selben Betrieb, am genau selben Arbeitsplatz mit der genau selben Arbeitszeit je Stunde 1€-1,50€ für Mehraufwendungen zusätzlich bekäme (und damit deutlich mehr Geld zur Verfügung hätte als ich), mir diese oder eine gleichwertige Leistung aber verwehrt bleiben soll, nur weil das Dingens jetzt Bürgerarbeit statt 1€-Job heist.

Habe auch hier im Forum bereits mehrere Beiträge gesehen, in denen das JC die aufstockenden Leistungen für Bürgerarbeiter problemlos anerkannt und akzeptiert hat. Werde es auf jeden Fall versuchen und euch dann wieder informieren.
 

Gitarrero

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Habe die erste Woche als Bürgerarbeiter jetzt hinter mir. Muss sagen, ohne dieses ganze "drumherum" mit dem Jobcenter wäre das garnicht so übel, könnte ich mir durchaus als dauerhaften Job vorstellen. Sitze in der Verwaltung und habe eigentlich recht gut zu tun dort und zwar nicht nur Hilfsarbeiten sondern verantwortungvolle Tätigkeiten. Diese "Zusätzlichkeit" ist aber ein schlechter Witz. Ohne uns Bürgerarbeiter und 1€-Jobber könnte der Laden sofort zumachen. Die Zusätzlichkeit soll dadurch erzwungen werden, dass auch immer ein Festangestellter dabei sitzt. Das sieht dann so aus, als würden wir diesen Leuten zuarbeiten. Tatsächlich aber machen wir genau die selben Arbeiten wie sie auch. Hauptsächlich sind die Festangestellten damit beschäftigt genau aufzupassen, dass von uns nur keiner einen Handgriff macht, der nicht dem Stellenprofil entspricht. Könnte ja zufällig eine unerwartete Kontrolle des Jobcenters auftauchen :icon_pfeiff:

100% glücklich bin ich nicht (man kommt sich schon etwas verarscht und ausgenutzt vor), besser als zuhause sitzen ist es aber auf jeden Fall. Und die Arbeit unter Gleichgesinnten (da sind fast nur Bürgerarbeiter und 1€-Jobber) ist sehr angenehm. Anders als z.B. einer Zeitarbeit kommt man sich nicht wie Müll vor (sind ja alle in der selben Situation). Das Jobcenter hat bereits eine Zuzahlung bestätigt und ich komme somit auf knapp 1000€ Netto für 30 Wochenstunden. Das ist in Ordnung und damit kann ich mich vorübergehend abfinden (ist ja sowieso auf maximal ein Jahr befristet). Eine spürbare Verbesserung jedenfalls.

Immerhin habe ich jetzt erst einmal bis zu einem Jahr Zeit um mir Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll, ohne ständig Geldsorgen oder Stress mit dem Jobcenter zu haben (hoffe ich). Und 300€ mehr im Monat sind auch nicht zu verachten.
 

franky0815

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Sitze in der Verwaltung und habe eigentlich recht gut zu tun dort und zwar nicht nur Hilfsarbeiten sondern verantwortungvolle Tätigkeiten. Diese "Zusätzlichkeit" ist aber ein schlechter Witz. Ohne uns Bürgerarbeiter und 1€-Jobber könnte der Laden sofort zumachen. Die Zusätzlichkeit soll dadurch erzwungen werden, dass auch immer ein Festangestellter dabei sitzt. Das sieht dann so aus, als würden wir diesen Leuten zuarbeiten. Tatsächlich aber machen wir genau die selben Arbeiten wie sie auch.
das interessiert mich jetzt aber dann doch mal, kommt ihr da mit sensiblen daten in berührung? und wenn ja, wie wurde das geregelt? die festangestellten und beamten sind ja vereidigt was die schweigeverpflichtung angeht, wie is das bei der " bürgerarbeit " geregelt worden.
 

Gitarrero

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die festangestellten und beamten sind ja vereidigt was die schweigeverpflichtung angeht, wie is das bei der " bürgerarbeit " geregelt worden.
Man unterschreibt eine Verschwiegenheitserklärung und verpflichtet sich keine internen Dinge und / oder Daten nach außen zu tragen, weder jetzt noch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ein Verstoß ist auch ein dringender Kündigungsgrund.
 

Gitarrero

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Hallo Forum,

knapp ein Jahr ist dieser (mein) Thread nun schon alt. Tatsächlich hat sich einiges getan.

Habe die Bürgerarbeit nun hinter mir. Muss aber sagen, war weit weniger tragisch als vermutet, hat mir sogar sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich dort als ausgebildete Fachkraft mit Abitur hoffnungslos unterfordert war. Habe dort auch einige interessante Menschen kennengelernt und auch neue Freundschaften geschlossen... Ende Juni war dann aber Schluss und ich stand erst einmal wieder da, genau so schlau als wie davor. Zu Beginn wurde mir zwar eine Verlängerung quasi versprochen, davon wollte dann später aber natürlich niemand mehr etwas wissen. 1€ Jobber sind halt doch billiger. Bekommen habe ich ein Arbeitszeugnis, an sich zwar ein sehr gutes Urteil, trotzdem völlig unbrauchbar. Gleich im ersten Absatz fallen die Worte "Jobcenter", "Bürgerarbeit" und "Hilfstätigkeiten". Damit brauch ich mich auf keine seröse Stelle bewerben.

Meine SB hat mir während der Bürgerarbeit unmissverständlich mitgeteilt, dass man mir keine zweite Ausbildung finanzieren würde. Außerdem wurde mir vorgehalten, ich hätte mich während der Bürgerarbeit nicht ausreichend um Arbeit bemüht, sonst hätte ich ja welche gefunden, hätte mich ja schließlich aus einem Arbeitsverhältnis heraus beworben, da muss man ja etwas finden :icon_mad:...

Etwas später, mitte August, teilte sie mir dann mit, sie hätte jetzt doch mal über meine Situation nachgedacht und eine weitere Ausbildung wäre eigentlich eine tolle Sache, ich möge mich doch bitte um Lehrstellen bewerben (bei uns in Bayern beginnen Lehrstellen anfang September). Klar, kein Problem, waren halt nur schon alle besetzt oder ungeeignet...

Um Verzweifelten in einer ähnlichen Situation nochmals etwas Hoffnung zu geben, die ganze Geschichte endet (zumindest vorläufig) mit einem Happy End. Hatte bereits letztes Jahr den Eignungstest für eine Übernahme in ein Beamtenverhältnis geschrieben, wurde aufgrund des (eigentlich garnicht so schlechten) Ergebnisses aber nicht berücksichtigt. Allerdings haben nun wohl kurz vor Beginn (1.10) so viele Bewerber abgesagt, dass ich nun doch nachgerutscht bin und einen Platz bekommen habe. Ich werde also am 1.10 in ein bezahltes duales Studium starten und dann im gehobenen Dienst eines Finanzamtes (welches weis man noch nicht sicher, wahrscheinlich Würzburg oder München laut deren Aussage) als Beamter auf Lebenszeit (nach der Probezeit) tätig sein. Das ist natürlich ein riesen Glück und ich hätte damit niemals mehr gerechnet, aber so spielt das Leben wohl manchmal :smile:.

Ärgerlich hierbei ist nur, dass unser Staat seinen "Mitarbeitern" keine Krankenversicherung bezahlt, statt dessen gibt es nur 50% Beihilfe im Krankheitsfall. Der übliche Weg, sich für die restlichen 50% einfach günstig Privat zu versichern bleibt mir - wegen der Schwerbehinderung - leider verwehrt. Die PKV wollen nur gesunde Menschen in ihren erlauchten Kreisen haben. So darf ich mich nun freiwillig gesetzlich versichern und den Arbeitgeberanteil selbt mit abdrücken, werde also jeden Monat rund 200€ weniger Netto haben als die Kollegen und bekomme keinen Cent Beihilfe und weniger Leistung im Krankheitfall. Ist schon eine ziemliche sauerei :icon_motz:. Aber so ist es eben, wahre Gleichberechtigung gab es bei uns ja noch nie. Und trotzdem ist es bedeutend besser als sich von Jobcenter herumschubbsen zu lassen oder sich in der Zeitarbeit verheizen zu lassen.
 
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So darf ich mich nun freiwillig gesetzlich versichern und den Arbeitgeberanteil selbst mit abdrücken, werde also jeden Monat rund 200€ weniger Netto haben ...
Im Moment 200 Euro. Später, wenn Du Deine normalen Bezüge bekommst, dürfte der Satz erheblich höher liegen.

als die Kollegen und bekomme keinen Cent Beihilfe und weniger Leistung im Krankheitsfall.
Mit der Beihilfe ist das aber so eine Sache. Ich kenne einige Justizbeamte, die immer schon bibbern, ob ihr Zahnarzt auch mit der nächsten Rechnung wieder die vielen Monate stillehält, bis sich die Beihilfestelle zur Bearbeitung ihres Erstattungsantrages bequemt hat.

Und dann das: Sozialhilfeempfängerin mit Richteramt
Rollstuhlfahrer: Wie der Staat Behinderte arm hält | Das Erste - Panorama - Sendungen - 2013
 

Gitarrero

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Im Moment 200 Euro. Später, wenn Du Deine normalen Bezüge bekommst, dürfte der Satz erheblich höher liegen.
200€ bezieht sich auf die Differenz bei später vollen Bezügen im Vergleich zur privaten Versicherung für Beamte. Während der Ausbildung sind es knapp 100€ Unterschied.



Mit der Beihilfe ist das aber so eine Sache. Ich kenne einige Justizbeamte, die immer schon bibbern, ob ihr Zahnarzt auch mit der nächsten Rechnung wieder die vielen Monate stillehält, bis sich die Beihilfestelle zur Bearbeitung ihres Erstattungsantrages bequemt hat.
Dass eine PKV und Beihilfe auch Nachteile haben - gerade heute, wo bei beiden die Kassen recht leer sind - stimmt schon. Vor allem, da beide ja teilweise nach reinem Gutdünken entscheiden ob sie etwas erstatten oder eben nicht. Die wollen ja eigentlich nichts zahlen sondern Geld verdienen, daher sieben sie ihre Versicherten ja auch so streng aus. Mich ärgert es auch nicht so sehr, dass ich dieses System jetzt nicht nutzen kann. War schon immer ein sehr bescheidener und bodenständiger Mensch und lege keinen Wert auf den Status Privatpatient. Hatte mit meiner GKV bisher nie wirklich Probleme. Die haben schon viel für mich gezahlt was eine PKV wohl abgelehnt hätte. Was mich nur stört ist, der Staat rühmt sich damit Schwerbehinderte besonders zu bevorzugen und zu integrieren, wirbt permanent für Gleichstellung und Gleichberechtigung... und dann sowas. Das Beispiel mit der Richterin im Rollstuhl passt da ja auch gut ins Bild.
 
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Meine SB hat mir während der Bürgerarbeit unmissverständlich mitgeteilt, dass man mir keine zweite Ausbildung finanzieren würde. Außerdem wurde mir vorgehalten, ich hätte mich während der Bürgerarbeit nicht ausreichend um Arbeit bemüht, sonst hätte ich ja welche gefunden, hätte mich ja schließlich aus einem Arbeitsverhältnis heraus beworben, da muss man ja etwas finden :icon_mad:...

Etwas später, mitte August, teilte sie mir dann mit, sie hätte jetzt doch mal über meine Situation nachgedacht und eine weitere Ausbildung wäre eigentlich eine tolle Sache, ich möge mich doch bitte um Lehrstellen bewerben (bei uns in Bayern beginnen Lehrstellen anfang September). Klar, kein Problem, waren halt nur schon alle besetzt oder ungeeignet...
Grüß dich Gitarrero!

Das sind alles Behauptungen, solange die Beweise schuldig bleiben. Es gibt überbetriebliche ausbildungen, bei denen Du vielleicht noch eine Möglichkeit hättest. Zudem lese ich aus Deinen Posts, dass Du diese Vorwürfe annimmst. Hast du dich zu wenig beworben? War das Arbeitsangebot vorhanden? Hast du dich um ausbildungsstellen bemüht?

Hast du weitere Möglichkeiten genutzt, um doch noch in ausbildung zu kommen? Hast DU eine klare Vorstellung dessen, was dir zukünftig chancen am Arbeitsmarkt bringen könnte: Ziele formulieren?

Wie sieht es mit Deiner Durchsetzungsfähigkeit - Deinem Selbsbewusstsein aus?
 
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Was mich nur stört ist, der Staat rühmt sich damit Schwerbehinderte besonders zu bevorzugen und zu integrieren, wirbt permanent für Gleichstellung und Gleichberechtigung... und dann sowas. Das Beispiel mit der Richterin im Rollstuhl passt da ja auch gut ins Bild.
Trugschluss! Hier ein krasses Beispiel was wirklich ist! Einer flog über das Kuckucksnest ? Bundestag legalisiert psychiatrische Zwangsbehandlung | PRAVDA TV ? Live The Rebellion
 

Ein Hartzianer

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Hallo Gitarrero, speziell auf diesen Teil der Frage möchte ich kurz eingehen:

letzte Hoffnung Zeitarbeit?
Erstmal sollte Mensch grundsätzlich die Finger von der Leiharbeit lassen.
Das ist ein Gewerbe, bei dem der Betrug um Arbeitsstunden, Urlaubstage, etc.
an der Tagesordnung ist. Erschwerend kommt hinzu, das du dort nur eine
Handelsware bist. Und Handelsware hat bekanntlich einwandfrei zu sein,
nicht wahr ? Ist also mit einer Behinderung, sei sie noch so leicht, nicht der Fall.
 

franky0815

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Und Handelsware hat bekanntlich einwandfrei zu sein,
nicht wahr ? Ist also mit einer Behinderung, sei sie noch so leicht, nicht der Fall.
mag grundsätzlich so richtig sein, aber wenn es diese handelsware viel günstiger gibt weil es reichlich fördergelder gibt, dann nimmt sogar eine zaf die b-ware mit handkuss.
 

Existenzminimum

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@EPPs, Hartzianer... .

Der TE hat das große Los gezogen: duales Studium beim Finanzamt..
Nix mehr ZAF-Gedanken

@Gitarrero. Glückwusnch, du hättest es wesentlich schlechter treffen können

Musst halt lernen mit der "Amtschimmel-Atmosphäre" zurechtzukommen. Da sind schon einige daran gescheitert... .
 

Jürgen3

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Glückwunsch zu der Stelle beim Finanzamt, da hast du wahrscheinlich den Jackpot gezogen.
Die Arbeit mag unspektakulär und vielleicht auch mal unterfordernd sein, aber dafür hast du Gewissheit, anständige Bezahlung und Sicherheit.
Und vor allem hast du auch langfristig Schutz und Perspektive. Das ist der Gesundheit sehr viel zuträglicher, als sich ständig Sorgen um den Arbeitsplatz machen zu müssen, sich immer neu einarbeiten und mit neuen Kollegen, Vorgesetzten, Abläufen und Umfeldern auseinanderzusetzen und sich bei Behörden mit Anträgen, Widersprüchen und Sachbearbeitern rumärgern zu müssen.
 

Gitarrero

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Danke für die Glückwünsche :icon_mrgreen:. Ob es nun das große Los war, das wird sich noch zeigen... müsste ich für die Stelle nicht in eine völlig andere Stadt ziehen und gäbe es dieses Hickhack mit der krankenkasse nicht, dann würde ich wohl auch vor Freude in die Luft springen. So bleibt leider trotzdem ein gewisses ungutes Gefühl bei der ganzen Sache. Aber versuchen werde ich das auf jeden Fall, wäre ja dumm wenn nicht.

Heute Nachmittag nochmal ein Termin mit dem Berater von der PKV. Leider halt ein typischer Vertreter, nur seine Provision im Blick. Muss ich sehr drauf achten, dass der mich in seiner Geldgier nicht irgendwo reinreitet - oder ich mich selbst - bei den Gesundheitsfragen.

Bin ja zum Glück im gehobenen Dienst, da soll das Aufgabengebiet doch etwas spannender sein. Die "Drecksarbeit" verrichten ja die Jungs und Mädels vom mittleren Dienst.
 

Neudenkender

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Bin ja zum Glück im gehobenen Dienst, da soll das Aufgabengebiet doch etwas spannender sein. Die "Drecksarbeit" verrichten ja die Jungs und Mädels vom mittleren Dienst.
Super Einstellung ... so kollegial! Da halten sich die guten Wünsche meinerseits doch in Grenzen. In verdammt engen.

Derartig dekadentes Denken wird hoffentlich noch in der Zeit "belohnt" ...
 

Gitarrero

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Super Einstellung ... so kollegial! Da halten sich die guten Wünsche meinerseits doch in Grenzen. In verdammt engen.

Derartig dekadentes Denken wird hoffentlich noch in der Zeit "belohnt" ...
Warum? Das hat nichts mit Geringschätzung der Kollegen im mittleren Dienst oder Dekadenz zu tun, daher ja auch die Anführungszeichen. War vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, mag sein.

Für mich wäre die Tätigkeit im mittleren Dienst nichts, da wäre ich totunglücklich, weil das Aufgabengebiet dort überhaupt nicht dem entspricht was ich gerne machen würde. Ich habe großen Respekt vor den Leuten dort und ich habe noch nie Menschen nach ihrer Tätigkeit oder ihrem Status bewertet. Daher kann ich diese harsche Kritik jetzt nicht ganz nachvollziehen.
 
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