Dem Mittelstand gehts schlechter

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In vielen Ländern werden die Normalbürger trotz Wirtschaftswachstum ­ärmer. England, Schweden und Dänemark zeigen, dass es auch anders geht.

Bankökonomen haben in den vergangenen Jahren immer wieder darüber spekuliert, ob und wann die Lohnquote wieder steigen müsse. Während UBS-Ökonom Daniel Kalt (38) auf ein «Comeback der Arbeit» setzt, schrieb Stephen Roach, Chefökonom bei Morgan ­Stanley, neulich: «Der Druck auf die Löhne dürfte noch jahrelang anhalten.»

Bankökonomen sind sich einig: Auslagerungen von Produktionsstätten und globaler Lohndruck haben zu einem «Machtverlust der Gewerkschaften» geführt. Doch die Globalisierung trifft nicht alle gleich. In der Schweiz, Österreich und vor allem Deutschland ist das Wachstum der letzten Jahre spurlos am Normalbürger vorbeigegangen und die Ärmeren sind noch ärmer geworden.
https://www.blick.ch/news/wirtschaft/schnallt-den-guertel-enger-die-wirtschaft-brummt-78154
 
E

ExitUser

Gast
in dem Artikel werden ja einige interessante Aussagen gemacht
In Frankreich und in den USA fällt auf, dass der Fall der Normaleinkommen in etwa mit dem Ende linker Regierungen (Jospin und Clinton) begonnen hat. Die UBS-Studie merkt denn auch ausdrücklich an, dass die US-Lohnquote unter demokratischen Präsidenten jeweils leicht gestiegen ist. Nur in England, Dänemark und Schweden ist alles noch wie in den guten alten Zeiten: Die Lohneinkommen sind ungefähr gleich schnell gestiegen wie das Bruttoinlandprodukt pro Kopf, und alle Schichten haben profitiert.

Das liegt auch an der Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer: In England sind die Reallöhne seit 1991 im Schnitt um 2,7 Prozent gestiegen. In Deutschland bloss um 0,7 Prozent. Grossbritannien hat 1999 einen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt und ihn seither um über 50 Prozent auf 5,54 Pfund (rund 13 Franken) erhöht.

Auch die Fiskal- und Geldpolitik spielt mit. England, Dänemark und Schweden stehen nicht unter der Fuchtel der Europäischen Zentralbank, deren Chef Jean-Claude Trichet (64) einen Kreuzzug gegen «zu hohe Löhne» führt. Deutschland hat seit fünf Jahren die Staatsausgaben praktisch eingefroren und massenweise Personal abgebaut. England hat den Staatsdienst ausgebaut.

Wenn die Bankökonomen sagen dürften, was sie denken, müssten sie starke Gewerkschaften und eine beschäftigungsfreundliche Geld- und Fiskalpolitik fordern.
 
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