Dauer ALG I Bemessungsgrundlage bei Pausierung von beruflicher Tätigkeit

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chala

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Liebe ELO ForenCommunity,

ihr kennt sicher alle diese Klausel im SGB wo es heißt, dass die Bemessungsgrundlage des ALG I -sofern die letzte Tätitgkeit nicht 2Jahre an Dauer erreicht und schlechter bezahlt ist als der vorherige Job- am letzthöheren Lohn angelegt wird.

Angenommen ich habe diesen Ablauf bisher 1x durchlaufen: gut bezahlte Arbeit --> ALGI --> schlecht bezahlte Arbeit < 24Monate --> ALG I vom gut bezahlten Job

Nun frage ich mich,
1.) wie verhält es sich, wenn ich statt eines weiteren schlecht bezahlten Jobs (oder auhc gut!) erst einmal gar keinen weiteren Job in Folge aufnehme, eine Arbeitspause einlegen wollte, weil ich zB
a) ich Deutschland zwecks längerem Reisen verlassen würde oder
b) ich einfach in einer Gemeinschaft/bei Freunden/Familie unterkommen würde und für Kost und Logis arbeite oder
c) ich einfach noch etwas gespart habe und grade nicht arbeiten brauche
oder oder oder, in jedem Falle kein Einkommen habe..und der gut bezahlte Job in immer weitere Ferne rückt..

Gibt es ein Maß, wie lange ich überhaupt nicht arbeiten dürfte, um dann, wenn ich wieder arbeiten würde, noch erwirken zu können, dass der gut bezahlte Job noch als Bemessungsgrundlage herhalten könnte, sofern der dann aufgenommene Job schlechter bezahlt wäre?

Außerdem frage ich mich
2.) sollte ich mir überlegen nochmal studieren zu wollen, beginne im Studium einen kleinen Nebenjob, weil zeitlich nicht mehr drin ist, dieser dauert auch <24Monate, höre dann während des Studiums wieder auf damit, weil ich in Prüfungsphase bin oder warum auch immer, kann ihc meine Anspruch auf das gut bezahlte ALG I irgendwie halten bis das Studium beendet ist, wenn ja, wie lange?
Denn während des Studiums ALG I zu beziehen ist ja keine Option, durch das Studium meinen Anspruch zu verlieren allerdings auch keine gute Aussicht.

Schonmal ein schönes Wochenende,
Chala :)
 
E

ExitUser

Gast
Die Festlegung, wie lange auf ein höheres Alg (nicht Arbeitslohn) zurückgegriffen wird, steht in § 151 Abs. 4 SGB III. Die dort festgeschriebene Regelung besagt gleichzeitig, dass das von Ihnen angegebenen Beispiel bzw. die Daten nicht stimmen können. Und es hängt halt oft an Details.
 

chala

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Lieber Bernd,
Absatz 4 sagt eben, dass es möglich ist. Ich kenne jemanden, der so verfährt.

Gibt es weitere Antworten?
 
E

ExitUser

Gast
Bei meiner Aussage bin ich zugegebener Maßen durch die vielen Pfeile durcheinander gekommen. Vermutlich ist "< 24Monate" ohne "-->" zu lesen. Dann funktioniert es natürlich. Ich hab das Zeichen für kleiner als als eckige Klammer gesehen. Die Unterbrechung des Alg-Bezugs muss unter 2 Jahre liegen und das sagt das Beispiel ja aus:
Liebe ELO ForenCommunity,Angenommen ich habe diesen Ablauf bisher 1x durchlaufen: gut bezahlte Arbeit --> ALGI --> schlecht bezahlte Arbeit < 24Monate --> ALG I vom gut bezahlten Job

Aber nach einer Unterbrechung bezieht sich die 2-Jahres-Frist auf den Alg-Bezug und nicht auf den Zeitraum der Beschäftigung mit hohem Lohn. Theoretisch kann man nach einer
  • gut bezahlten Arbeit
  • zuerst 11 Monate Hausmann/Haufrau sein
  • dann hohes Alg beantragen
  • dieses 1 Jahr beziehen
  • 1 Jahr 11 Mon. schlechter bezahlt arbeiten
  • dann mit einem neuen Alg-Anspruch wieder Leistungen nach dem früheren höheren Alg beziehen.
Nach dem Ende der gutbezahlten Beschäftigung sind dann schon 3 Jahre 10 Monate vergangen.

Zur Frage 2 passt § 161 Abs. 2 SGB III.
Dabei steht der Begriff "...Entstehung..." für den Tag, an dem ein Arbeitslosengeld in seiner Höhe und Dauer neu berechnet wurde.
 

chala

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Wunderbar, nun verstehen wir uns! ;)
Ich habe in einem Reiseforum mal gelesen, dass man, ehe man auf Weltreise geht lieber noch seinen ALG Anspruch klären lässt, da dieser dann für 4 Jahre bestehen bleibt.
Weltreise-Organisation: Arbeitslosenversicherung

Nach Deinem Kommentar zu Frage 2 habe ich nun den Eindruck, dass dies auch in dem Falle gelten könnte:
Der Anspruch besteht bis zur Entstehung eines neuen Anspruchs aber maximal 4 Jahre (im luftleeren/finanzfreien Raum)?
Der Status ist dabei nicht relevant, ob Student oder Landstreicher, es wird nur geschaut wann und ob ein neuer Anspruch entstanden ist.
Korrekt?
 
E

ExitUser

Gast
Der Autor des verlinkten Textes sollte den Text etwas anpassen. Er schreibt richtig, dass der Anspruch festgestellt (bewilligt) wird. Er sollte aber auch darauf hinweisen, dass man nicht zur AfA gehen kann mit der Bitte "den Anspruch festzustellen, um ihn nach der dort beispielhaft geschilderten Reise zu beziehen". Eine Vorsprache bei der AfA mit der Bitte um Feststellung dürfte in Ablehnung enden.

Denn auch bei nur kurzer Bezugsdauer (ob dies 1 Monat oder 1 Woche oder 1 Tag ist) müssen für diesen Zeitraum alle Voraussetzungen des § 138 Abs. 1 SGB III erfüllt sein. Also bspw. Arbeitsbereitschaft für diese kurze Zeit (theoretisch) vorliegen. Nach der Abmeldung wegen z.B. Reise kann der Rest wieder innerhalb der Frist des § 161 SGB III beantragt werde.
 
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