Das Menschenrecht auf Nahrung – und der Irrweg der Tafelbewegung

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M

Minimina

Gast
Dies geht mit sehr unterschiedlichen Definitionen von Armut einher, woraus wiederum sehr unterschiedliche Lösungen des Problems resultieren. Wer Armut als Folge von speziellen wirtschaftlichen Entwicklungen ansieht, für den besteht die Lösung oft in bloßem Wirtschaftswachstum.

Wenn Armut hingegen als Ergebnis von „Armutsfallen“ gedeutet wird, in die arme Menschen durch soziale Sicherungssysteme geraten, dann wird der Ausweg aus Armut darin gesehen, die Armen zu „fordern“ und zu „fördern“ – wie etwa in der Tradition der Hartz-IV-Gesetzgebung.

Speziell hier wird Armut letztlich als selbstverursacht angesehen, wenn nämlich keine Lösung des Problems durch eigene Leistung erfolgt. Wer aber Armut unter einer Menschenrechtsperspektive betrachtet, für den sind arme Menschen nicht lediglich Bedürftige, sondern sie sind vor allem Bürgerinnen und Bürger, denen soziale und wirtschaftliche Menschenrechte vorenthalten werden.
In dieser Perspektive wird die Unterversorgung in einer Überflussgesellschaft zu einem menschenrechtlichen Skandal und zu einem Indiz fehlender sozialer Gerechtigkeit. Darauf gilt es immer wieder hinzuweisen.
Die Armut der Politik | Blätter für deutsche und internationale Politik

LG MM
 

wolliohne

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Zitat:
Tafeln unterdrücken insofern in letzter Konsequenz den Kampf um eine gerechte Rechtsordnung und die sozialen Rechte der Bürgerinnen und Bürger.

Armut in Deutschland: Eine Menschenrechtskrise


Auch wenn die bisherige sozialpolitische Diskussion über Hartz IV und die existierenden Regelsätze bislang kaum im Zusammenhang mit Menschenrechtsverpflichtungen gebracht wird, müsste ein echter Menschenrechtsdiskurs deutlich machen, dass Armut in Deutschland als Verletzung von Menschenrechten anzusehen ist und deshalb eine „Menschenrechtskrise“[18] darstellt. Wenn das Menschenrecht auf Nahrung auch einen Anspruch auf soziale Gerechtigkeit formuliert, sind dagegen wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen gefordert, die eindeutig auf die Beseitigung von Armut und Unterversorgung ausgerichtet sind (vgl. Art. 4 IPwskR). In dieser Perspektive wird die Unterversorgung in einer Überflussgesellschaft zu einem menschenrechtlichen Skandal und zu einem Indiz fehlender sozialer Gerechtigkeit. Darauf gilt es immer wieder hinzuweisen.
Fest steht: Die Bundesrepublik ist reich genug zur Realisierung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte. Sie hat den Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ratifiziert und in den Rang eines Bundesgesetzes gehoben. Die Bundesrepublik muss die von ihr eingegangenen Verpflichtungen daher auch erfüllen. Bestenfalls könnte sie zu einem Testfall dafür werden, ob es wenigstens in einem sehr reichen Land gelingt, einen Kernbestandteil der Allgemeinen Menschenrechte tatsächlich auch durchzusetzen.
 

redfly

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Tafeln sind die kostenlosen Müllentsorger. Das ist leider die wirkliche Wahrheit. Nur ein Bruchteil der Lebemsmittel ist überhaupt für den Verzehr geeignet. Der Einzelhandel spart dabei viel Geld.
 

roterhusar

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Du kannst ja nicht sagen, dass die "Tafeln" die Verteidigung der demokratischen Grundrechte unterdrücken, obwohl es stimmt, denn sie sorgen dafür, dass die Teilnehmerinnen in der Lage bleiben, die Grundrechte zu genießen.

"tafelnde Unterdrückung!"
 
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