Das Jobcenter will, daß ich Grundsicherung beantrage

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Markus-M

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Hallo,

Vor ein paar Jahren bin ich an einer seltenen Krankheit erkrankt und seit 2017 beim Jobcenter gemeldet.
Der Medizinische Dienst vom Jobcenter schreibt mich immer für "länger als 6 Monate nicht Leistungsfähig" krank.
In der Vergangenheit sollte ich dann immer EU-Rente beantragen. (Rente wegen Erwerbsminderung)
Dieses Anträge werden von der Deutschen Rentenversicherung abgelehnt.
Begründung:

Ich muss eine "allgemeine Wartezeit" zurückgelegt haben. Das sind 60 Monate.
Diese reicht bei mir nicht aus. Habe nur 31 Monate.

Die Wartezeit kann verkürzt werden... zum Beispiel bei einem Arbeitsunfall.
Bei mir ist es so das ich Spätfolgen durch einen Schulunfall habe. (Was ein Arbeitsunfall ist)
aber dieses nicht mehr so nachweißbar ist. Ich könnte also Widersprechen...
aber ohne wirkliche Beweise. Nur schwammige Arztbriefe.


Jedenfalls schreibt das Jobcenter nun:

"Sie haben eine Ablehnung der Erwerbsminderungsrente bei uns eingereicht.
ich fordere Sie auf Grundsicherung beim Bezirksamt Berlin Mitte zu beantragen"


Da ich eben "über 6 Monate nicht Leistungsfähig" sind. (Das wurde im Januar 2019 festgestellt)

Frage:

- Entstehen dadurch für mich gravierende Nachteile. Gerade im Bezug wenn man eine eigene, sehr kleine Wohnung besitzt?
- Beim Antrag auf Grundsicherung soll man ein "Nachweise der dauerhaften vollen Erwerbsminderung" vorlegen.
So was habe ich nicht. Sollen das Arztbriefe sein? Oder das Gutachten vom Jobcenter was ja aussagt das es "länger als 6 Monate ist"...
aber ja nicht dauerhaft.
- Soll ich das Jobcenter bitten noch mal meine Leistungsfähigkeit zu prüfen und angeben das ich 3 Stunden am Tag arbeiten kann?
Ich bin Akademiker. In meinem Beruf (was ich studiert habe) gibt es keine Stellen die man eben mal "halbtags" ausführen könnte.
Und das Jobcenter meinte auch schon das man "mich nicht zum Kugelschreiber zusammenschrauben " zwingen kann. (Deren Worte)...
aufgrund meines akademischen Grades. (Gleichzeitig heißt es aber in den Unterlagen auch das man jeden Job annehmen muss)

Bin für jeden Rat und Tipp dankbar wie ich mich verhalten soll.
 
E

ExUser 2606

Gast
Stell einfach mal den Antrag beim Grundsicherungsamt. Eigentlich müssten die dich wieder zum JC schicken, weil erstmal die DRV deine Erwerbsunfähigkeit feststellen müsste. Und das müsste das JC in deinem Fall bei der DRV beantragen.
 

Larsson

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Nur die DRV kann über deine Erwerbsminderung bindend für alle Sozialträger entscheiden. Solange die DRV das nicht entschieden hat, ist das JC für dich zuständig, auch wenn die das nicht wollen. Es ist die Gesetzeslage. Wenn das JC dich in die Grundsicherung geben will, dann muss sie die DRV beauftragen deine Erwerbsminderung zu prüfen.
Es gibt Sozialämter, die sich mit dem Gutachten des äD des JC zufriedengeben, aber sie müssen es nicht, solange die DRV nicht über deine Erwerbsminderung entschieden hat.
Ich an deiner Stelle würde beim Sozialamt vorsprechen und mir dort die schriftliche Bestätigung geben lassen, das sie nicht zuständig sind, solange die DRV nicht entschieden hat.
Die andere Möglichkeit ist, dem JC die Gesetzeslage um die Ohren zuhauen. Die Paragraphen kenne ich nicht, aber es wird bestimmt jemand schreiben, der si3 kennt.
 

Markus-M

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Die DRV prüft die "Erwerbsunfähigkeit" gar nicht erst. (Es wird kein medizinisches Gutachten erstellt) Weil die schreibe ich erfülle ja nicht die Voraussetzungen.
(Zu wenig eingezahlt. Da nur eine Ausbildung, dann viel studiert. Nun Krankheit)


Ok. Danke für beide Antworten. Hilft mir schon mal weiter!
Und generell scheint es ja besser zu sein vom Jobcenter abhängig zu sein ...
als Grundsicherung. Auch was Rücklagen, Kapital, Wohnung)angeht.
(Auch wenn sich das mit der Krankheit länger ziehen könnte).

Ich blicke das leider immer viel zu spät wie viel "Schonvermögen" man haben darf und so Dinge.
Naja. Bin in einem Sozialverband. Will da aber auch nicht wegen jedem Brief einen Termin machen
und beraten lassen. Ich nehme den Rat mal an und schildere den Fall mal dem Bezirksamt (Amt für Soziales)
Danke nochmal.
 

Larsson

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Schonvermögen beim Sozialamt 5000€, beim JC 150€ x Lebensjahr und einmalig 750€.

Die DRV ist verpflichtet die Erwerbsminderung zu prüfen, in deinem Fall aber nur auf Antrag vom JC.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Hat die DRV ausreichend gründlich geprüft wann der Leistungsfall eintrat und ob evtl eine verkürzte Wartezeiterfüllung in den ersten sechs Jahren nach Beendigung der Ausbildung vorliegt?

Sind Widerspruch und Klage bzgl der Rente schon gelaufen?
 

Markus-M

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Die DRV schreibt das zumindest das sie das ausreichend geprüft hat. Der Lebenslauf ist schon lückenlos.
Widerspruch (und auch Klage) gegen die DRV strebe ich nicht an weil es für mich doch mehr Nachteile hätte.
Und von Seiten des Jobcenters passierte da dann auch nichts mehr. Die lassen mich quasi immer 1 Jahr in Ruhe...
dann schreiben sie wieder ich soll beim DRV einen Antrag für EU Rente stellen. Der wird abgelehnt.. und dann wiede 1 Jjahr Ruhe.
(so war es bis jetzt). Jetzt soll ich eben Grundsicherung beantragen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Die DRV schreibt das zumindest das sie das ausreichend geprüft hat. Der Lebenslauf ist schon lückenlos.
Widerspruch (und auch Klage) gegen die DRV strebe ich nicht an weil es für mich doch mehr Nachteile hätte.

Na ja, die behaupten viel, tun sie normalerweise nicht. ;)

Was für Nachteile sollte das haben?
Der Vorteil wäre, dass du am Ende womöglich eine Rente bekommen könntest. Da die ersten drei Ausbildungsjahre mit mind. 0,75 Entgeltpunkten gerechnet werden, bestünde beim Eintritt des Leistungsfalls relativ kurz nach der Ausbildung sogar eine reelle Chance auf eine Rente, die etwas höher ist als die entsprechenden Sozialleistungen.
 

Markus-M

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Danke für die Information. Ich habe das immer so verstanden das es mit EU Rente auch schwieriger sein wird
wenn ich doch mal was dazu verdiene. Bei mir ist es so das ich eigentlich Arbeitsunfähig bin. (Aufgrund der Krankheit auch zu 100%)
Gleichzeitig gibt es aber auch Gutachten die mich zu 100% Arbeitsfähig halten. Der Grund besteht darin das es eine
selten Erkrankung ist und es keine ICD-10 Nummer gibt. Nur "Ärztliches Fachmaterial" und die Ärzte sich auch uneins
sind ob diese Krankheit existiert oder nicht.

Fakt ist das ich nicht wirklich arbeiten kann. Phasenweise dann aber schon. Und dann ist es wohl
besser eben beim Jobcenter zu sein, statt EU-Rente zu haben. (Aber mich überfordern die ganzen Bestimmungen immer total.
kann gut sein das ich mich da irre)

Bin ja im Sozialverband. Ich denke das beste ist da doch mal ein Termin mit meiner Anwältin
auszumachen, den Fall zu schilden. Und zu schauen ob es Sinn macht gegen die DRV zu klagen.
(Bis jetzt eben nie gemacht da mir immer gesagt wurde das hätte mehr Nachteile... wenn man eben
teils noch was dazu verdient)
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Die Nachteile in Sachen Zuverdienst hast du im SGB XII, wenn die Rente zum Leben reicht, musst du nur darauf achten, nicht mehr als 3 Std. täglich zu arbeiten.

Wenn das JC dich jetzt sowieso zur Sozialhilfe loswerden will, macht es schon Sinn, sich das mit der Rente nochmal genau anzusehen.
Es ist natürlich leider nicht gesagt, dass du von einer Rente würdest leben können, generell kann man sagen, dass die Chancen dafür höher sind, je früher der Leistungsfall eingetreten ist.

Du schreibst, dass du seit zwei Jahren beim JC bist und bereits länger krank bist.
Wenn du direkt vom Studium zum JC bist und deine Erwerbsfähigkeit schon im Studium zweifelhaft war, würde da eine gewisse Chance bestehen, dass eine ausreichende Rente herauskommt.
Ohne konkrete Zeiträume und Infos zu Diagnostik und erfolgter Behandlung ist das aber natürlich nicht so leicht zu sagen.

Gerade bei schleichenden Krankheitsverläufen ist die Bestimmung des Zeitpunkts des Leistungsfalls ziemlich willkürlich. Rechtlich ist die DRV dazu verpflichtet, den Leistungsfall für den Antragsteller möglichst günstig anzunehmen, also so, dass zum einen überhaupt ein Rentenanspruch besteht, zum andren auch so, dass die Rente möglichst hoch ausfällt.
Das tut die DRV natürlich eher nicht freiwillig. ;) Da wäre es dann an dir, in Widerspruch und Klage zu begründen, wann der Leistungsfall eingetreten sein soll.

Bei mir selbst hat z.B. eine Rückdatierung auf die erste stationäre Behandlung meiner Erkrankung geklappt. Danach habe ich noch einige Jahre studiert (allerdings mehr schlecht als recht und am Ende auch insgesamt erfolglos).
Da musst du am besten selbst schauen, wo in deinem bisherigen Krankheitsverlauf solche Zeitpunkte begründbar wären.
Die Beratung beim Sozialverband ist sicher sinnvoll, aber so komplex wie die meisten langjährigen Krankengeschichten nunmal sind, wird es für einen Juristen schwer, das wirklich zu beurteilen. Lies dich also auch selbst gründlich ein und bespreche dann ruhig verschiedene Möglichkeiten.
 

Markus-M

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Krankheitsverlauf schon ab 2011. (1 Jahr nach Studiumabschluss). Ich war zu vermögend (Erbe) und somit konnte ich erst 2017 zum Jobcenter... weil erst das Geld aufgebraucht.
Konnte mich eh nicht um finanzen kümmern. (Aufgrund der Krankheit. Hat Jahrelang gedauert bis überhaupt die Krankheit richtig erkannt wurde. Und über die "Ursache"
streiten sich jetzt auch diverse Ärzte und Gutachter. Evlt. Unfallerkrankung (Spätfolgen durch einen Sturz in der Schule. Also Arbeitsunfall). Es gibt aber auch Gutachten die mir quasi Unterstellen das es nur durch Fremdeinwirkung passiert sein kann. Also ich Unfälle verschweige oder mich selbst verletze. (Kein Scherz. das wird mir unterstellt. Und führe dagegen Klage gegen die Unfallkasse der Schule)
Danke noch mal für all die Antworten. Komplexes Thema. Aber hilft mir schon etwas weiter und ich muss das echt mal mit Anwältin aus dem Sozialverband bereden.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wie lange hast du denn studiert? Wenn du den Leistungsfall in 2011 belegen kannst, müsste das mit der vorzeitigen Wartezeiterfüllung nach der Erstausbildung ja vermutlich noch passen (sechs Jahre nach Abschluss, wobei wenn das Studium nachweislich auf der Ausbildung aufgebaut hat und als eine Gesamtausbildung zu sehen ist... Aber im Idealfall passt es ja mit den sechs Jahren).
Durch das Studium verlängert sich auch Zeitraum, der wartezeittechnisch betrachtet wird, da solltest du das eine Jahr durch die Ausbildung also erfüllen.

Mit zunehmender Länge des Studiums sinken natürlich aber auch deine durchschnittlichen Rentenpunkte, die bis zur Regelaltersrente hochgerechnet werden. Das ist für dich ungünstig.
 

Fabiola

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Schonvermögen beim Sozialamt 5000€, beim JC 150€ x Lebensjahr und einmalig 750€.
Zur Präzisierung: Das Schonvermögen ist allerdings gedeckelt und sollte der Vollständigkeit halber auch genannt werden.:

GeburtsdatumGrundfreibetrag monatlich 150 € höchstens
vor 01.01.19589.750 €
nach 31.12.19579.900 €
nach 31.12.196310.050 €
Minderjährige3.100 €

zzgl. der genannten 750€ für notwendige Anschaffungen (z.B. Waschmaschine).
 

Markus-M

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Ausbildung von 1998-2001. Dann noch Fachabitur nachgeholt (2001-2002).
Studium von von 2002-2009 an einen staatlichen Uni (nicht 2010).
Und ab 2011 dann Krankheit / Krankenhäuser (alles dokumentiert)
Studium geht in eine ähnliche Richtung wie vorher die Ausbildung. Ist also nicht komplett was anderes.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Oh, okay. Dann wird Das knapp und käme drauf an, ob man den Werdegang als einen Ausbildungsweg betrachtet oder nicht. Das kann man sicherlich versuchen der DRV so zu verkaufen, aber das macht es natürlich sehr schwierig.
Schade... Sprich da dennoch mit dem Anwalt drüber und lass dich dabei nicht mit einer pauschalen Antwort abspeisen, sondern fordere eine konkrete Recherche.
Der lange Zeitraum ist natürlich auch für die Rentenhöhe nicht so gut.

Aber ein Argument dafür, es dennoch zu versuchen, ist mir letzte Nacht noch eingefallen: Falls du mal mit einem Partner zusammen leben möchtest, der Einkommen hat, wäre selbst mit einer kleinen Rente zumindest deine Krankenversicherung abgedeckt und du könntest dich zumindest in geringem Maße mit eigenem Geld beteiligen.

Verlieren kannst du beim Versuch auch erstmal nix außer etwas Lebenszeit.
 

Markus-M

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Update:

Habe mit dem "Bezirksamt Berlin", welches für die Grundsicherung zuständig ist telefoniert. (Nachdem ich den Ablehnungsbescheid der Deutschen Rentenversicheurng mitgeschickt habe). Und die sind derMeinung das ich den Anrtag auf Grundsicherung beim Bezirksamt auf jeden Fall stellen muss! Weil das verlangt ja auch das Jobcenter. also MUSS ich den Antrag stellen. Und es ist richtig, der Antrag wird wahrscheinlich zu 99% nicht durchkommen.

Und es ist richtig. "Nachweise der dauerhaften vollen Erwerbsminderung" kann dann nur die Deutsche Rentenversicherung prüfen. Und das steht aber ja auch im schreiben der Deutschen Renteversicherung das bei der Beurteilung des Anspruches auf Grudnsicherung der Träger der Sozialhilfe (In dem Fall dann eben das Bezirksamt, nicht das Jobcenter) sich unmittelbar an die Deutsche Rentenversicherung wenden kann.

Wie es aussieht muss ich also den Antrag stellen. Will ich aber nicht. Weil da eben dann auch geprüft wird ob nicht auch Angehörige (Eltern) für mich sorgen können... und aufgrund der Krankengeschichte habe die Jahrelang für mich gesorgt.. und ich möchte auf keinen Fall das die für mich sorgen.

Ich werde jetzt beim Jobcenter erstmal um Fristverlängerung bitten. Und weiß aber dann auch nicht weiter. Evtl. die nochmal darum bitten das es neue Arztrbeife gibt... und das Jobcenter bitten den Fall noch mal mezinisch zuprüfen und zu behaupten das man zumindest 3 Stunen arbeiten kann. (auch wenn ich das nicht wirklich kann). aber das wäre mir lieber als das meine Eltern finanziell geprüft werden ob die für mich sorgen könnten.
 

HermineL

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Weil da eben dann auch geprüft wird ob nicht auch Angehörige (Eltern) für mich sorgen können... und aufgrund der Krankengeschichte habe die Jahrelang für mich gesorgt.. und ich möchte auf keinen Fall das die für mich sorgen.
Abgesehen davon das dafür die Einkommensgrenze bei 100.000 Euro für beide Eltern zusammen liegt wird es voraussichtlich gar nicht erst zur Überprüfung kommen weil das Grundsicherungsamt schon auf Grund der fehlenden Feststellung der Erwerbsfähigkeit durch die DRV ablehnen wird.
 

Markus-M

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Das Bezirksamt (Für Grundsicherung zuständig) verwies mich da auch noch mal auf den Text der DRV:

"Sollte die Beurteilung eines Anspruches auf Leistung der Grundsicherung nach dem SGB XII die Feststellung der dauerhaften vollen Erwerbsminderung erforderlich sein,hat sich der Träger der Sozialhilfe im Wege der Amtshilfe unmittelbar an uns zu wenden".

Das Amt sagt ja selbst die werden es zu 99% ablehnen, aber erst durch die Ablehnung können die dann den DRV zwingen das doch zu prüfen. Und wenn dann da rauskommen sollte das ich nicht arbeitsfähig bin, aber ich aufgrund von Ausbildung und Studim nicht genug eingezahlt habe ... dann wäre vielleicht doch die "Grundversicherung" zuständig und nicht die "EU-Rente" und dann würden doch noch vemrögen der Eltern gecheckt. Und vermögen der Partnerin, usw. Ich habe vor ein paar Monaten versucht ein persönliches Budget zu bekommen. Da meinte das Arbeitsamt das der Antrag nicht angenommen werden kann solange das Jobcenter michb für nichts arbeitsfähig hält.Es würde Sinn machen das neu zu prüfen. Zumindest angeben das man 3 Stunden arbeiten kann (auch wenn es nicht möglich ist). Und dann schauen welche Hilfe man benötigt um diese arbeit dann auszuführen.
Mein Ziel ist es nicht noch "tiefer" in Abhängigkeiten rein zu kommen. Egal ob von staatlicher Seite. Aber die größte Angst wäre wenn Eltern oder Partnerin geprüft werden.
Aber ich bitte um Fristverlängerung und nochmalige Überprüfung vom medizinischen Dienst (es gibt auch neue Arztbriefe) und versuche eher denAntrag auf Grundsicherung zu vermeiden.Werde mich da aber auch noch mal mit einem Anwalt beraten. Bin im Sozialverband. Aber Danke für die ganzen Antworten hier.
 

gila

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Ich habe vor ein paar Monaten versucht ein persönliches Budget zu bekommen. Da meinte das Arbeitsamt das der Antrag nicht angenommen werden kann solange das Jobcenter michb für nichts arbeitsfähig hält.Es würde Sinn machen das neu zu prüfen

Auf jeden Fall, denn das persönliche Budget ist für Menschen mit Behinderungen oder Menschen die von Behinderungen bedroht sind und hat überhaupt nichts damit zu tun ob die Menschen arbeiten können oder nicht.

Diese Auskunft ist völliger Blödsinn . Google bitte über das Persönliche Budget und lies dir die Seiten des BMAS durch, Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Es gibt auch ein Bürgertelefon und sicherlich gibt es in Berlin auch unabhängige Beratungsstellen für das persönliche Budget .
Du musst deinen Hilfe- und Unterstützungsbedarf klar machen , das macht man am besten mit der Unterstützung eines Sozialpädagogen.

Hier gibt es einige freie, die eine Betreuung machen oder auch Sozialpädagogen von verschiedenen Trägern, die sich mit dem persönlichen Budget auskennen und jemandem im sog. Einzelbetreuten Wohnen dann beistehen können und auch die Beantragung Hilfe, Bedarf, Hilfeplan, Zielvorgaben et cetera mit ihm erarbeiten.

Es geht hier um Hilfen rund um den Alltag, Häuslichkeit und Wohnen, Pflege, Einkäufe, Begleitungen, Teilhabe an der Gesellschaft... Und vieles mehr, im Normalfall läuft das über das Sozialamt und die Bezirksämter und nicht über das Arbeitsamt.
Allenfalls kann hier eine Art Unterstützung bei gleichzeitiger Berufstätigkeit gemeint gewesen sein. Aber das siehst du momentan bei dir ja eher nicht.
 

Markus-M

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"denn das persönliche Budget ist für Menschen mit Behinderungen oder Menschen die von Behinderungen bedroht sind und hat überhaupt nichts damit zu tun ob die Menschen arbeiten können oder nicht. "

Dachte ich auch.Jedenfalls liest man das. Aber die Realität sieht anders aus.Ich kann nur Leistungen beantragen die meine Behinderung betreffen.Also.. ich muss eh erstmal als arbeitsfähig eingestuft werden. Und dann muss ich begründen welche Hilfsmittel ich benötige um die Arbeit auszuführen.Da ich aber vom Jobcenter medizinisch zu 100% nicht arbeitsfähig eingestuft werde...kann ich kein persönliches Budget beantragen. Und für
"Selbstständige" (Das ist das was ich im Studium gelernt habe) sieht es eh noch mal anders aus. Ich war auch da bei 4 verschiedenen Beratungsstellen und es ist nicht so easy wie man sich das vorstellt. Es geht um Leistungen die das Arbeitsamt leisten kann... aber dazu muss ich, selbst als behinderter Mensch, vom medizinische Gutachten auch so eingeschätzt werden. Das ist der erste Schritt.

Bzw.. bei meinem persönlichen Budget würde eine Assistenz oder so nichts bringen.In erster Linie müsste eine medizinisch Versorgung stattfinden. Diese Form der Erkankung existiert aber nicht wirklich und auch keine Behandlungsform. Ist leider so.(Krankheit ist selten... will ich aber auch nicht weiter drauf eingehen).

Bei einem persönlichen Budget geht es um NICHT Selbständige arbeit. Sondern um "angestellt sein".Nicht um Selbsständigkeit. Und da ginge es dann um "Hilfsmittel" die es mir ermöglichen trotgz Behinderung bestimmte Arbeit anzugehen. Das alles trifft leider nicht auf mich zu.Die ersten zwei Beratunsgzentren (auch VDK) meinten das geht und muss ich unbedingt machen. Die zwei letzten Beratungszentren meinten .. ne, das ist aussichtslos. Wäre jetzt zu viel das hier zu schreiben.

Und das persönliche Budget ist auch etwas was ich dennoch anstrebe. Aber in erster Linie muss ich dann vor mir auch angeben das ich arbeitsfähig bin / wäre.. mit Hilfe. Das ist der erste Schritt. Habe dem Jobcenter jetzt auch drum gebeten das die das neu prüfen und sie die Forderungen mit der Grundsicherungen erstmal zurückziehen. Mal schauen. Wenn mir das alles über den Kopf wächst gehe ich zum VDK (Bin da Mitglied. Beratung ist da teils ok, manchmal auch weniger gut. Die haben mich auch mal beraten das Klagen null Sinn macht, und am Ende habe ich dann selbst geklagt und die Klage wurde auch zugelassen und habe ich gewonnen. Der VDK hat mich dann auch unterstützt...die dachten die Klage wird erst gar nicht zugelassen. Aber sie wurde zugelassen und dann hatte ich auch einen Anwaltvom VDK und es lief gut.)
 

gila

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Diese Infos sind einfach FALSCH. Wahrscheinlich ist es so - wie @Kerstin_K es bereits vermutete - dass hier eine Verwechslung stattfindet zwischen "Persönliches Budget" und den "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben"


Ich weiß ja wovon ich rede - eine meiner Töchter hat seit Jahren ein "PB" - sie ist aufgrund div. Erkrankungen und Psyche auch aus dem JC raus, im
Sozialamt, kleine zusätzliche Rentenansprüche (die dann verrechnet werden) und hat dieses "PB" in Form einer Einzelbetreuung in ihrer eigenen Wohnung, sowie eine Hilfe für den Haushalt, die regelmäßig kommt als auch einen gewissen mtl. Betrag, mit dem sie die Kosten der Sozialpädagogin deckt, die 1 x wöchentlich kommt (ggf. auch weitere Bedarfe wie Behördenbegleitung etc. abdeckt) - mit dem Rest kann sie Begleitungen bezahlen zum Einkaufen, Freizeit, Familie besuchen, ihren Sport machen etc.

Wenn es wegen einer Behinderung/Einschränkung Bedarfe gibt (werden innerhalb eines Hilfeplangespräches mit Sozpäd. und Sozialamt alle 2 Jahre meist eruiert), die dann in andere Zuständigkeiten fallen, z.B. die die Krankenkasse leisten müsste, werden diese anderen Stellen im Rahmen dieses "Trägerübergreifenden Budgets" mit an Bord geholt.

Das läuft nicht wie LTA und stützt die Eingliederung in Arbeit etc.!

2 verschiedene Dinge. Also schon die Begriffe trennen!
 
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