Das Jobcenter verlangt telefonische Erreichbarkeit für ein Beratungsgespräch

Westzipfler

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Heute schreibt das Jobcenter (in NRW) - wörtlich:

"Frau/Herr Soundso möchte mit Ihnen ein telefonisches Beratungsgespräch führen. Bitte stellen Sie am (Datum = in 10 Tagen) um 08:45 Ihre telefonische Erreichbarkeit sicher. Teilen Sie bitte zu diesem Zweck Ihre Telefon-Handynummer mit. Am (Datum = in 10 Tagen) um 08:45 möchte Frau/Herr Soundso mit Ihnen über Ihr Bewerberangebot und Ihre berufliche Situation sprechen. Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Frau/Herr Soundso"

Es war dem Schreiben keine Rechtsfolgenbelehrung beigelegt. Ist das jetzt eine neue Masche, um an die Telefonnummern zu kommen und Leistungsbezieher zu verpflichten, sich telefonisch auf schriftliche Terminvorgabe hin verfügbar halten zu müssen? Aus dem Sozial-Datenschutz ergibt sich doch, dass niemand verpflichtet ist, dem Jobcenter die Telefonnummer mitzuteilen. Hinzukommt, dass man doch persönlich (vor Ort im Jobcenter auf Terminvergabe hin) und mittels Briefpost erreichbar sein muss. Ist das Vorgehen des Jobcenter rechtlich zulässig? Können bei Nichtbeachtung für mich Sanktionen wirksam werden (für das Jobcenter jedoch rechtlich folgenlos), wenn ich meine Telefonnummer nicht freiwillig herausgebe und nicht telefonisch an dem verlangten Datum/Uhrzeit erreichbar bin?
 

TazD

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Uhus

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@Westzipfler:

Du wurdest seitens des Jobcenters gebeten, mehr nicht. Keine Rechtsfolgenbelehrung, keine ultimative Aufforderung, keine Drohung mit Konsequenzen - nichts dergleichen.

Letztlich kannst du das Schreiben ignorieren, musst dann aber damit rechnen, notfalls irgendwann persönlich im Jobcenter erscheinen zu müssen. Die Frage ist halt, was dir lieber ist.

Ich persönlich würde zurückschreiben oder kurz über die SGB-II-Hotline mitteilen, der Mitarbeiter möge mir seine telefonische Durchwahlnummer per Post zukommen lassen, weil ich meine Telefonnummer aus Datenschutzgründen nicht weitergeben möchte. Grundsätzlich würde ich ein Telefonat einem persönlichen Aufschlagen im Amt vorziehen. Aber wenn ich den entspr. JC-Mitarbeiter anrufen würde, wäre natürlich meine eigene Telefonnummer unterdrückt.
 
Zuletzt bearbeitet:

götzb

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Die Frage ist halt, wann die Jobcenter ohne Einschränkungen offen sind.
Kommt auf die Kontaktdichte an.
Selbst die direkt eingeladen werden, werden eingeladen, da keine Rechtsfolgebelehrung erfolgt.
Wer alle 3 Monate vorgeladen wurde, gewinnt 2 sinnlose Vorladungen, wenn die JC erst wieder Anfang 2021 mit Rechtsfolgebelehrung vorladen.
 

nubi

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@Westzipfler:
Ich persönlich würde zurückschreiben oder kurz über die SGB-II-Hotline mitteilen, der Mitarbeiter möge mir seine telefonische Durchwahlnummer per Post zukommen lassen, weil ich meine Telefonnummer aus Datenschutzgründen nicht weitergeben möchte.

Gute Idee, finde ich. Werde das auch so machen wie du das vorschlägst falls da etwas ähnliches mal bei mir rein flattert. Ignorieren wird nur dazu führen das man persönlich eher eingeladen wird. Und wenn man denen die Nummer nicht gibt dann haben die auch kaum Lust immer wieder zu schreiben um darum zu betteln bitte anzurufen. :)

Ein telefonischer Termin alle paar Monate wo ich selber anrufe ist mir bei Weitem lieber als persönlich anzutanzen. Ich denke auch ein Telefontermin ist auch viel kürzer, weniger nervend und bei vielen von uns nicht so psychisch belastend, besonders wenn man weiss das sie niemals anrufen können.
 
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