Das Jobcenter verlangt etliche, nicht existierende Unterlagen, um meinen ALG 2 Antrag zu bearbeiten. Wie kann ich am besten vorgehen?

E

ExUser 70376

Gast
Guten Tag Zusammen,

vor ca. 3 Monaten stellte ich Antrag auf ALG II. Habe die Antragsvorblätter aus dem Internet heruntergeladen, ausgefüllt und eingeworfen. Wochen später erhielt ich eine Auflistung mit Unterlagen des JC, welche benötigt werden, um meinen Antrag zu bearbeiten. Darauf hin habe ich, alle existierenden Unterlagen Ausgedruckt und eingeworfen. In meinem Fall sind dies nur Vermögenswerte und meine ALG I Bescheinigung, da ich bei meinen Eltern wohne (bin 25). Darauf hin erhielt ich den selben Brief erneut, mit dem Inhalt, die nicht existierenden Unterlagen würden fehlen. Das Jobcenter fordert unter anderem; Haftentlassungspapiere, Mutterpass (als Mann?) Geburtsurkunden meiner Kinder unter 13 Jahren (hab keine) meinen Studiennachweis (hab nie Studiert), Kaufvertrag des Autos (ich fahre eins, Eigentümerin ist meine Mutter) ebenso meinen Mietvertag (den es nicht gibt) und viele andere lustige Unterlagen. Darauf hin warf ich ein Brief beim JC ein, mit dem Vermerk, die meisten geforderten Unterlagen würden nicht existieren, da meine Krankenkassenbeiträge über die AfA laufen, werden diese nicht vom JC benötigt. Heute erhielt ich den selben Brief, mit den selben Forderungen erneut. Was soll ich nun tun? Urkundenfälschung wäre strafbar, spätestens beim Mutterpass wird's auffällig. Ebenso habe ich keinerlei zugriffe auf irgendwelche Daten irgendwelcher Dritten, wie Beispielsweise meinen Eltern, dies habe ich dem JC ebenfalls mitgeteilt. Soll ich rechtlichen Beistand suchen oder sonstiges? Ich erhalte nur 204 Euro ALG I und würde daher gerne aufstocken.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.983
Bewertungen
1.656
Vielleicht liegt eine Namensverwechslung vor? Vergleiche doch mal die Schreiben. Vielleicht gibt es da den Namen eines Sachbearbeiters oder ein Aktenzeichen.
 

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
2.541
Bewertungen
6.594
Einfach mal schriftlich und nachweisbar um eine Erklärung bitten, wieso man bei einem Mann einen Mutterpass haben will und wie man auf dir Idee kommt, das du in Haft warst.

Und ruhig mal einen Vorschuss beantragen, da es bei 200€ ALG I unmöglich ist zu übrleben und der Antrag bei dir scheinbar eine schwere Geburt ist.... Oder hast du noch ausreichend Schonvermögen (was offiziell im Antrag angegeben ist) und bist da geduldig?
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
25.435
Bewertungen
28.169
Wenn es nicht so traurig wäre.....Sorry, aber beim Mutterpass musste ich eben doch lachen. Sieht man nicht schon am Vornemen, dass du keine Frau bist?
 

isso

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2017
Beiträge
307
Bewertungen
292
Einfach mal schriftlich und nachweisbar um eine Erklärung bitten, wieso man bei einem Mann einen Mutterpass haben will
wenn es nicht so peinlich wäre, aber ja passiert leider schon mal in der Praxis, wenn man eigentlich jemand anderen anschreiben will, dann Kollege X reinkommt, der Frage zu Z hat, dann das Telefon klingelt und man einfach weitermacht ohne zu schauen in welchem Fall man drin ist. Wenn obendrein noch irgendwelche Personennamen drin sind, gilt das als Datenunfall und ist zu melden. Ist das Schreiben einmal bei der falschen Person in der Akte und auf Wiedervorlage und wird diese nicht gelöscht und prüft man bevor man eine Erinnerung schreibt nicht noch einmal, ob alles passt, dann passiert genau das was der TE schildert.

Ich gehe stark davon aus, dass dir dir falsche Anforderung zugesandt ist. Was anderes macht überhaupt keinen Sinn. Ich würde eine Kopie dieser Aufforderung einem Schreiben beifügen und mit verweis auf deinen Antrag und die eingereichten Unterlagen darauf hinweisen, dass der Zugang dieses Schreibens eine Verwechslung darstellst, da weder weiblich bis noch usw.... Dann soll man dir außerdem mitteilen, was abschließend benötigt wird. Wichtig ist, dass du explizit darauf hinweist, dass bei der Aufforderung eine Verwechslung vorliegen muss. Schreiben in denen drin steht, gibt es nicht, bekommen Jobcenter viele, das signalisiert dem Sachbearbeiter aber noch nicht, dass hier Unterlagen für einen ganz anderen Fall beim falschen Kunden angefordert werden. Stellst du das nicht klar, kann es dir auch passieren, dass der Antrag versagt wird. Dann legst du natürlich Widerspruch ein und dann wird es spätestens wirklich peinlich. (aber nicht für dich)
 
E

ExUser 70376

Gast
Erstmal Danke für die vielen schnellen Antworten!

Sofern es eure Zeit zulässt, würde ich euch bitten einen Blick auf den Bescheid zu werfen. Ich habe ihn wie folgt farblich codiert. Rot=Existiert nicht; Gelb=Existiert, Sinnhaftigkeit der Forderung erschließt sich mir nicht; Grün=Existiert und wurde bereits eingeworfen. Eventuell übersehe/überlese ich etwas. Ebenso ist dies mein erster ALG II Antrag. Habt ihr auch bereits derartig seltsame Schreiben erhalten?
 

Anhänge

  • JC1.jpg
    JC1.jpg
    142,6 KB · Aufrufe: 78
  • JC2.jpg
    JC2.jpg
    211,9 KB · Aufrufe: 74
  • JC3.jpg
    JC3.jpg
    114 KB · Aufrufe: 78

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
2.541
Bewertungen
6.594
Ich würde die Liste nicht abarbeiten, sondern stattdessen schriftlich und nachweisbar Antworten, dass hier eine offensichtliche Verwechslung vorliegt. Man möge doch bitte mal die gesamte Liste der angeforderten Unterlagen prüfen und dir dann eine neue Liste schicken, die nicht irgendeine unbekannte Kundin betrifft.

Mit etwas Glück sind dann die meisten Punkte gestrichen und es ist sehr übersichtlich, was der SB noch haben möchte.
 

isso

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2017
Beiträge
307
Bewertungen
292
Oh man. Das ist die Komplette Auflistung eines Laufzettels. Da sind alle Unterlagen gelistet. Normalerweise führt man ein Gespräch mit dem Kunden und dann markert man nur an, was man tatsächlich auch braucht. Weiß man ewas nicht oder kann es vorher nicht ermitteln erhänzt man (wenn vorhanden).

Auf den ersten Blick folgendes Meldebescheinigung kann gefordertbweden muss dann aber beantragt werden.
-Kopie der Kontokarte dient der Sicherstellung dass die korrekte Bankverbindung hinterlegt ist
- Personalausweiskope dient der Identitätsfeststellung "Gibt es die Person"
-KV Karte oder Mitgliedsbescheinigung damit die korrekte Versicherung angelegt werden kann (KVn sind da manchmal hartnäckig, wenn irgendwas nicht ganz passt)
- Kd Nr der Agentur (bist du bei einer Optionskommune?, sonst bist du damit im System bereits hinterlegt und irrelevant)
- Alles zu Unterkunft, naja alles braucht man nicht. Entweder eine Vermierbescheinugung wo die aktuellen Kosten zu entnehmen sind oder alles andere
- letzte HK/BK Abrechnung dient in Verbindung mit einem Mietvertrag insbesondere dazu um zu prüfen, ob die dortugen Angaben noch passen, ist aber hinfällig mit einer Vermieterbescheinigung oder wenn alles gleich ist.
- Stadtwerke dient nur dazu zu ermitteln wie hoch die Abschläge sind, falls nicht im Mietvertrag. Zahlst du die HK über die Miete also auch völlig hinfällig


Ich kann nicht den Sinn verstehen, dass dir die komplette Liste geschickt wird ohne tatsächlich in Bezug auf deinen Antrag auszusortieren. Ich schicke auch die komplette Liste (ist bei uns ein eigener Vordruck) aber es wird für jeden Antrag individuell angekreuzt, was genau benötigt wird. Woher soll der Kunde denn jetzt wissen, was zahlungsrelevante Unterlagen sind wenn 80% nicht auf ihn zutreffen.

Reiche die Unterlagen ein, die auf dich zutreffen und der Rest hat nichts mit einer Verwechslung zu tun, sondern einfach damit, das jemand sich auf Basis der von dir gemachten Angaben nicht individuell mit deinem Antrag befasst hat.

Wenn du alles notwendige eingereicht hast, also das was du grün markiert hat un was von dem gelben noch zutrifft, gibt es keinen Grund, dass dein antrag nicht bearbeitet wird. Die meisten Zahlungsbegründenden Unterlagen hast du ja auch schon vorgelegt.
 
E

ExUser 70376

Gast
- Kd Nr der Agentur (bist du bei einer Optionskommune?, sonst bist du damit im System bereits hinterlegt und irrelevant)
Was ist eine Optionskommune?
- Alles zu Unterkunft, naja alles braucht man nicht. Entweder eine Vermierbescheinugung wo die aktuellen Kosten zu entnehmen sind oder alles andere
- letzte HK/BK Abrechnung dient in Verbindung mit einem Mietvertrag insbesondere dazu um zu prüfen, ob die dortugen Angaben noch passen, ist aber hinfällig mit einer Vermieterbescheinigung oder wenn alles gleich ist.
- Stadtwerke dient nur dazu zu ermitteln wie hoch die Abschläge sind, falls nicht im Mietvertrag. Zahlst du die HK über die Miete also auch völlig hinfällig
Da bräuchte ich bitte euren Rat, ich wohne mietfrei bei meinen Eltern. Reicht ein Schreiben das dies der Fall ist und wir getrennt wirtschaften?
Wenn du alles notwendige eingereicht hast, also das was du grün markiert hat un was von dem gelben noch zutrifft, gibt es keinen Grund, dass dein antrag nicht bearbeitet wird. Die meisten Zahlungsbegründenden Unterlagen hast du ja auch schon vorgelegt.
Also reicht ein bloßes Nachreichen, da die meisten Unterlagen bereits beim JC sind?
 

isso

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2017
Beiträge
307
Bewertungen
292
Was ist eine Optionskommune?
Es gibt gemeinsame Einrichtungen (gE) hier arbeiten Agentur für Arbeit und Kommunen zusammen, z.B. in Berlin.

In Optionskommunen führen zugelassene kommunale Träger die Grundversorgung selber durch, z.B. München oder auch Essen oder der Kreis Kleve.

Reicht ein Schreiben das dies der Fall ist und wir getrennt wirtschaften?
Sollte es eigentlich, außer deine Eltern beziehen selber SGB II Leistungen und erhalten Bedarfe für Unterkunft und Heizung, dann können sie nicht einach entscheiden, dass sie auf deinen Anteil verzichten wollen. So hört sichvdas bei dir aber nicht an. Wenn deine Eltern zur Miete wohnen aber keine Leistungen beziehen musst du auch keinen Mietvertrag oder sonstige KDU Unterlagen einreichen. Eigentlich müsste dem JC die Angabe "lebe mietfrei beinden Eltern" genügen.

Und ja, es müssen nur die fehlenden und auf dich zutreffenden Unterlagen eingereicht werden. Und theortisch reicht das um den Antrag zu bearbeiten (praktisch auch)
 
Oben Unten