Das Jobcenter lehnt einen Antrag auf einen Weiterbildungsgutschein mit dem Verweis darauf ab, das ich noch keine Erstausbildung habe. Ist dies so wirklich korrekt ?

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Frosch123

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Guten Tag,

ich habe einen Bildungsgutschein beantragt für Fortbildungen im Fernstudium, welche aber keinen Berufsabschluß herbeiführen.

Mein SB hat abgelehnt mit der Begründung "

Grundlage für eine Fortbildung ist § 16 Abs.1 S.2 Nr4 SGB II i.V.m.§§81 ff. SGB III. §81 Abs. 2 Nr2 SGB III legt dabei fest, dass Arbeitnehmer, die nicht über einen Berufsabschluss verfügen, grundsätzlich nur dann gefördert werden wenn sie mehr als 3 Jahre beruflich tätig waren. Andernfalls gilt grundsätzlich der Vorrang der beruflichen Erstausbildung.
Bei Ihnen fehlt ein Berufsabschluss. Nach den hier vorliegenden Daten fehlt ebenso die geforderte mindestens 3-jährige berufliche Tätigkeit, so dass Ihr Antrag abzulehnen ist und Sie den Vorrang der beruflichen Erstausbildung zu verweisen sind"

anschließende Maßnahme Perspektive Weiterbildung mit Vermittlung in betriebliche Umschulung.

So jetzt habe ich mich schlau gemacht und einen Bildungsträger gefunden welcher mir eine Umschulung/Ausbildung zum Immobilienkaufmann in nur 2 Jahren anbietet welche bereits Anfang des Jahres beginnt und auch AZAV-Zulassung hat. Vorteil dabei ist das ich eben nicht bis zum regulären Ausbildungsstart 01.08.2021 warten muss.

Nun habe ich vor erneut einen Antrag auf einen Bildungsgutschein zu stellen für meine erste betriebliche Ausbildung in Kombination mit dem im Mai.2020 in Kraft getretenen Gesetz "Arbeit-von-Morgen-Gesetz" in dem steht das "Über eine Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht grundsätzlich nicht. Eine Ausnahme bildet der Rechtsanspruch auf Förderung zum Nachholen eines Berufsabschlusses sowie einer beruflichen Weiterbildung mit dem Ziel des Nachholen eines Hauptschul- oder vergleichbaren Abschlusses."

-Erste Frage für mich wäre "Besteht für mich ebenfalls ein Rechtsanspruch auf Förderung zum Nachholen eines Berufsabschlusses" und falls ja wie kann ich das im Antrag formulieren, im Internet steht zwar das dieses Gesetz in Kraft getreten ist, aber irgendeinen § den ich meinem SB um die Ohren hauen kann, finde ich nicht?

. Zweite Frage: Mein SB hat so nett zitiert "Nach den hier vorliegenden Daten fehlt ebenso die geforderte mindestens 3-jährige berufliche Tätigkeit" was auch stimmt da ich von mit meiner Ausbildug nur auf 12 Monate Einstiegsqualifizierung und 8 Monate Ausbildung komme. ABER mehr hat mein SB auch nicht zitiert und ich habe nachgeschaut und weiter gelesen und weiter unten im Absatz steht

"Zeiten der Arbeitslosigkeit, der Kindererziehung und der Pflege pflegebedürftiger Personen mit mindestens Pflegegrad 2 stehen Zeiten einer Beschäftigung nach Satz 1 Nummer 1 gleich. Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 und 3 und Satz 2 gelten entsprechend."

für mich heißt das, dass meine Arbeitslosigkeit ebenfalls auch die berufliche Tätigkeit angerechnet wird und mit 20 Monaten Ausbildung und 16 Monaten Arbeitslosigkeit komme ich auf meine 3 Jahre. Sehe ich das richtig oder falsch? Ich bin mir nämlich nicht ganz sicher, da ich "Satz 1 Nummer 1 gleich. Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 und 3 und Satz 2 gelten entsprechend." nicht verstehe...


Ich bedanke mich vorab für eure Antworten und wünsche euch gute Gesundheit


Grüße vom Frosch
 

TazD

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Man kann "Arbeitslosigkeit" nicht anrechnen. "Zeiten der Arbeitslosigkeit" oder "Arbeitslosengeld" oder oder oder. Bitte korrigiere deine Überschrift, aber so ist das Quatsch. Platz genug bietet die Überschriftenzeile.
 

BerndB

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Vielleicht hilft ja § 81 Abs. 2 Satz 2 SGB III. Mal ganz krass: Wenn du wegen Diebstahl vorbestraft bist und deshalb keinen Ausbildungsbetrieb findest gäbe es die Möglichkeit, von der 3-Jahres-Frist abzusehen. Vielleicht findest du andere Gründe in deiner Person, die du hier ja nicht breittreten musst.
Du wirst vermutlich über den Widerspruch gehen müssen (evtl. mit Anwalt?). Oder du erkundigst dich, was ein Engpassberuf ist. Da wird ja nicht auf die 3 Jahre gepocht.
für mich heißt das, dass meine Arbeitslosigkeit ebenfalls auch die berufliche Tätigkeit angerechnet wird und mit 20 Monaten Ausbildung und 16 Monaten Arbeitslosigkeit komme ich auf meine 3 Jahre. Sehe ich das richtig oder falsch? Ich bin mir nämlich nicht ganz sicher, da ich "Satz 1 Nummer 1 gleich. Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 und 3 und Satz 2 gelten entsprechend." nicht verstehe...
Kann ich dir auch nicht deuten. Aber lies mal hier ab Seite 9 unten.
 
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