Das Jobcenter legt mir die Aufgabe meiner Selbstständigkeit nahe und will mich in den ersten Arbeitsmarkt eingliedern (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

somodi

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Hallo,

Bin jetzt bald 50.Im Moment fühle ich mich
im Vakuum.

die letzten 10 Jahre waren geprägt durch einen wilden Lebenslauf Mix, davor zwar teilweise auch :

Beginnend mit 1 Euro Job, Freiberuflichkeit (Aufstocker), Selbstständigheit (Aufstocker),
einige Monate Zeitarbeit, dann 6 Jahre Selbstständigkeit (Aufstocker) dazwischen 2x keine Weiterbewilligung gestellt.

In den letzten 12 Monaten habe ich dann die Selbstständigkeit ruhen lassen und folgendes gemacht:
Maßnahme Thema Bewerbung und 1 Woche Zeitarbeit,
warten auf amtsärzliche Untersuchung, Bewerbungen erlernter Beruf (Büro)

Beim letzten Gespräch , ich muss sagen der Manager ist nicht direkt unfreundlich, hat er mir dann schon kundgetan,
dass er sich für mich zwar nicht dauerhaft in einem Betrieb im gewerblichen Bereich die einfache Tätigkeit vorstellt, aber als Einstieg (...) in einer Firma mit 30-40 anderen Zeitarbeitern
von einer Zeitarbeitsfirma und nicht von mehreren.
Dabei kam dann auch heraus, dass ich nicht hier in der Provinz arbeiten soll wo es ja auch Firmen gibt, sondern eben 40-50 km weg und auch darüber hinaus reisen soll und es mir schmackhaft machen wollen, weil es nicht 9 € gibt sondern 12-13 € (Wahrscheinlich mit Zuschlägen)




Jedenfalls läuft es derzeit in eine Richtung wo ich Bauchschmerzen bekomme:
Die selbstständige Tätigkeit habe ich ruhen lassen, weil ich mal eine zeitlang auf anderen Gedanken kommen wollte, sicher auch gepaart mit der Hoffnung beim Job auf andere Gedanken zu kommen und wegen struktureller Geldprobleme, selbstständig bin ich hauptsächlich weil ich im Job oft Schwierigkeiten bekomme oder gewisse Schwierigkeiten habe.


hier nun eine Eingliederungsvereinbarung zur Prüfung:
(siehe Anhang)

vielleicht kann jemand etwas dazu sagen?


Die Weiterführung der selbstständigen Tätigkeit steht weiterhin im Raum, es ist aber nun unabdingbar alles nachvollziehbar zu machen, wo in der Vergangenheit vieles unzulänglich war
auch von persönlicher Schwäche ausgehend:

Das Problem objektiv betrachtet ist das zu geringe Einkommen gewesen, so gering, dass man an sich davon nicht leben kann
der Aufstockungsbetrag war zum Schluss ca. 150 € + KV),
ich mir aber Kompensationen geschaffen habe.

Die zweite Frage wäre nun, ausgehend davon dass das
Jobcenter mich nicht als dauerhaft selbstständiger Aufstocker
haben möchte und dann ggf. wieder Existenzgründungsberatung
anbietet (was okay ist):

Wie ist das bei euch im Bezug auf dauerhafte Aufstockung?
von unserer Seite ist das ja das Auffangnetz, ob mit oder ohne Wirtschaftsberatung.

soweit erstmal
danke und Gruß
 

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somodi

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Selbstständigkeit - zu geringer Gewinn - Beiträge GKV - Zuschüsse

Das Thema Selbstständigkeit und zu geringer Gewinn spielt auch bei mir eine Rolle, nachfolgend möchte ich mal einige Überlegungen anstellen, insbesondere geht es auch um
das Thema Abhängigkeit/Unabhängigkeit vom Regelsatz.

Rein auf die gesetzliche Krankenversicherung bezogen bedeutet dies soweit ich sehe (Beträge fiktiv):

angenommener Gewinn :
450 € (keine Wohnkosten) : das Jobcenter zahlt ca. 120 € Beiträge an die GKV, und ca. 200 € inkl. Heizkosten =320 €
(Aufstocker)

soweit so gut: es sind ca. 650 € an Einkommen(ohne Wohnkosten)

angenommener Gewinn:
700 € - 250 € GKV (Vollzeit soziale Härte) = 450 €: das Jobcenter zahlt einen Zuschuss von 125 €

Einkommen: 575 € (ohne Wohnkosten)

also durchaus kein übermäßiger Unterschied bei genau diesen Annahmen und höher als die Regelleistung + Heizkosten

jetzt kommt die Freiwillige Krankenversicherung ins Spiel:
genau diesen Beitrag damals ca. 150 €, heute ca. 180 €
habe ich eine zeitlang in Anspruch genommen ohne Zuschüsse
vom Jobcenter 14,6 % von 1015 € und bin trotz dem irgendwann in Schwierigkeiten gekommen
dieser Beitragssatz ist ja der Pflichtbeitrag den jeder mindestens zahlen muss

jetzt eine Rechnung mit reduziertem Gewinn:
angenommener Gewinn:
550 € - 180 € GKV (freiwillige Versicherung) = 370 €
würde das Jobcenter die Hälfte bezuschussen
ist das Einkommen ca. 460 €, also ca. Regelsatz + Heizkosten
darüber hinaus umso mehr

Frage: geht das überhaupt?
Beim Härtefallbeitrag 250 € müssten beide mehr zahlen und ich hätte weniger


2. Frage: Gibt es einen Heizkostenzuschuss?


Kämen der erste Faktor und idealer weise auch der zweite zusammen, sähe so manche Berechnung viel positiver aus,



Nun noch ein Fall wo der Manager Sanktionen verhängt
(ohne Widerspruch)

Es gibt 200 € inkl. Heizkosten für einen Aufstocker
das hieße doch das durch Sanktionen versucht würde
Druck aufzubauen und durch die Kürzungen jemand
letztendlich nur noch soviel hat wie der Regelsatz + Heizkosten.

(wenn man weiter geht wird also derjenige bestraft der
selbstständig arbeitet um seine Bedürftigkeit zu verringern)

kennt das jemand?
 

soselbständig

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AW: Selbstständigkeit - zu geringer Gewinn - Beiträge GKV - Zuschüsse

Nach § 11 SGB II gilt; Als Einkommen zu berücksichtigen sind Einnahmen in Geld abzüglich der nach § 11b abzusetzenden Beträge mit Ausnahme der in § 11a genannten Einnahmen.

In § 11b SGB II sind die unter Absatz (1) Ziffer 2 vom Einnahmen abzusetzende Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung namentlich erwähnt. Es ist also davon auszugehen, daß Einnahmen eines ALG II Empfängers stets erst ABZÜGLICH dieser Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung das bei der Hilfebedürftigkeit zu berücksichtigende EINKOMMEN ergeben.

Dies findet im jobcenter nicht statt.
Dies wird indirekt bestätigt durch § 26 Abs.2 SGB V (2) Für Personen, die 1.in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig oder freiwillig versichert sind oder 2.unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 erster Halbsatz privat krankenversichert sind und die allein durch die Zahlung des Beitrags hilfebedürftig würden, wird ein Zuschuss zum Beitrag in Höhe des Betrages geleistet, der notwendig ist, um die Hilfebedürftigkeit zu vermeiden.
Da das Einkommen im SGB II als das Einkommen, der Zufluss IM BWZ definiert ist, kann bei Antragstellung weder eine korrekte Einkommensermittlung, noch eine (einkommensabhängige) Beitragsermittlung und damit Feststellung der Hilfebedürftigkeit stattfinden.
Durch die offensichtliche Anrechnung von Einnahmen (wie bei der Sozialhilfe) ist eine alle Antragsteller betreffende , insgesamt rechtswidrige Vorab „Berechnung“ fiktiven Einkommens nur zum Zwecke der Minderung bzw. der Antragsablehnung im jobcenter festzustellen.

Eine "GEWINN"Berechnung ist seit 2008 laut ALG II VO rechtswidrig es ist das monatliche Durchschnittseinkommen zu ermitteln, das ist etwas anderes als Gewinn.
 

somodi

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Arbeitsangebote - langer Fahrtweg - Lösungen

Hallo,

nehmen wir an es kommt vom Jobcenter oder deren
Kooperationspartner ein Arbeitsangebot speziell für einen relativ niedrigen Lohn von 11 € brutto, monatlich ca. 1250 € netto.
Auf den ersten Blick nicht gar ganz so wenig wie mit 9, .. Lohn brutto und ca. 1100 € netto

Aber: Der Arbeitsplatz ist 40 km weg.

Es gibt ja die Einkommensbereinigung bzw. Steuererstattungen,
die aber mit den tatsächlichen Kosten pro Kilometer wenig zu tun haben.

Wenn man die tatsächlichen Kosten nehmen würde wäre die Rechnung etwa so bei 22 Tagen:

1250 € netto
-704 € (0,40 € * 1760 km (80 km *22)
=546 €
Wäre der Arbeitsplatz 20 km weg dann kommt man immerhin auf 900 €.

550 €: nach Abzug der Autokosten

Ich denke kein Sachbearbeiter will so eine Rechnung hören,
aber an sich unzumutbar, unwirtschaftlich ganz wie man will.

Wie geht man mit solch einem Sachverhalt um:
Vielleicht sogar mit dem Unterschied:
Unterschriebene, nicht unterschriebene EGV.
ja es würde sogar Sinn machen in die EGV Arbeitsplätze
auszuschließen die weiter weg sind, aber dann würde man
erst recht auf dem Kieker sein.

Mir selbst wurden bei einem Gespräch Orte genannt,
weil strukturstärker die 40 km weit weg sind,
einer 60 km.

Übrigens: Vor einiger Zeit hat mich ein AG schon am Telefon gefragt, ob ich wirklich 50 km fahren will für 1000 €, unter dem Motto, so dumm kann doch keiner sein, 220 Stunden Aufwand
für 1000 €.
 

Curt The Cat

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AW: Das Jobcenter legt mir die Aufgabe meiner Selbstständigkeit nahe und will mich in den ersten Arbeitsmarkt einglieder

Moinsen somodi und willkommen hier ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
[FONT=Arial,Wide Latin]11. Themen/Threads erstellen
[/FONT]
[FONT=Arial,Wide Latin]Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder [/FONT]Selbstständigkeit - zu geringer Gewinn - Beiträge GKV - Zuschüsse[FONT=Arial,Wide Latin], sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt![/FONT]
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 110! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis fünf Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


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