Das Jobcenter fordert mich auf, kurzfristig einen Antrag auf Arbeitsmarktrente zu stellen (3 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 2, Gäste: 1)

KokosMilch

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Hallo liebes Forum ,
Ich bin neu hier ,stelle mich daher vor und gebe ein paar Hintergrundinformationen. Ich bin 25 und leide schon immer unter psychischen Problemen,( kann kaum unter Menschen ohne Panikattacken) daher bin ich bisher noch nie einem Beschäftigungsverhältnis nachgegangen.

Ich bin bis Juni 2020 voll erwerbsgemindert. Vor ein paar Tagen habe ich vom Jobcenter ein Schreiben erhalten, dass ich unverzüglich (habe bis zum 10.12 Zeit) einen Antrag auf Arbeitsmarktrente stellen muss.

Für mich tun sich mehrere Fragen auf und ich habe natürlich Angst , dass man mich „linken“ möchte und ich mir mit dem Antrag ins eigene Fleisch schneide. Ich bin voll erwerbsgemindert, daher frage ich mich ob ich überhaupt jetzt dazu verpflichtet bin diesen Antrag zu stellen ? Das ganze setzt mich natürlich wieder enorm unter Stress und ich habe Angst vor dem Gutachtertermin, der wohl zwangsläufig auf mich zu kommt. Was kann mir alles passieren, falls der Antrag abgelehnt wird ?

Ich habe gelesen, dass man außerdem in Reha Maßnahmen gezwungen werden kann , wenn man diese Arbeitsmarktrente bekommt.

Wie auch immer , ich bin total planlos, habe Panik und das Thema bereitet mir wieder schlaflose Nächte
:(
für ein paar hilfreiche Antworten bin ich sehr dankbar.
Liebe Grüße
 

Kerstin_K

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Mal langsam. Man kann keinen Antrag auf Arbeitsmarkrente stellen. So etwas gibt es nicht. Die sogenannte Arbeitsmarktrente ist eine teilweise Erwerbsminderungsrente, die als volle Rente gezahlt wird, wei es zu wenig leidensgerechte Teilzeitstellen gibt.

Wer hat Deine derzeitige Erwerbsunfähigkeit festgestellt?
 

saurbier

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Hallo KokosMilch,

also zuerst einmal hat hier Kerstin_K recht, eine Arbeitsmarktrente kann man nicht beantragen.

Wenn überhaupt kann dich dein JC verpflichten einen Renten-Antrag bei der DRV zu stellen. Alles weitere wird dann die DRV anhand deines Renten-Antrages entscheiden.

So wie das von dir angehängte Schreiben vermuten läßt, hat dir die DRV eine bis Juni 2020 befristete volle EMR bewilligt, mehr aber auch nicht.

Damit erfüllst du jedoch nicht die Voraussetzungen des § 41 SGB XII und wie auf dem beigefügten Schreiben (offensichtlich ja von der DRV) ja handschriftlich vermerkt mußte wohl das JC die Zuständigkeit wieder aufnehmen.

Das ganze mutet schon äußerst merkwürdig an, denn auf den damaligen Antrag vom 27. Juli 2017 wurde ja ausdrücklich vermerkt das bei dir eine volle EMR - jedoch nur befristet ab dem 22.06.2017 bis 31.07.2020 - vorliegt.

Wie der SB jetzt auf die Idee kommt, dich erneut unter §§ 60, 66 SGB I dazu aufzufordern erneut einen Renten-Antrag zu stellen entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.

Hier will offenbar das JC den Versuch starten, dich wenn möglich doch ans Sozialamt abzuschieben indem man sich jetzt erneut auf § 12a SGB II beruft.

Allerdings kann man das ganze ggf. auch so sehen, daß dich das JC rechtzeitig seinerseits darauf aufmerksam machen will, daß du rechtzeitig vor Ablauf deiner Befristung einen neuen Antrag bei der DRV stellen sollst. Für reguläre befristete volle EMR Bezieher (also mit mtl. Rentenzalung) gilt nämlich, daß diese ca. 4-6 Monate vor Ablauf der Befristung von der DRV hinsichtlich dem Ablauf infomiert werden, um so rechtzeitig einen Weiterzahlungsantrag stellen zu können damit sie ggf. die EMR auch nahtlos weiter erhalten.

Das würde für dich jetzt bedeuten entweder du stellst den Antrag oder aber erlaubst dem JC SB den Antrag selbst zu stellen. Das mußt du für dich selbst entscheiden. Dafür hast du jetzt bis zum 10.12.2019 Zeit.


Grüße saurbier
 
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