Das Einstiegsqualifizierungsjahr wurde mündlich abgelehnt. Nun möchte die Berufsberatung die Tochter in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme schicken.

dielilie

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Hallo Zusammen



Meine Tochter 19, hat im Sommer Ihr Fachabi gemacht und musste zur Erlangung des vollen Abiturs noch ein 14 wöchiges Praktikum absolvieren.

Dieses ist am 20. Erfolgreich beendet, nun sitzt sie an der Praktikumsmappe die sie der Schule einreichen muss, um ein neues Zeugnis ausgestellt zu bekommen.



Sie bekam vom Arbeitgeber angeboten, dass er mit ihr ein EQj macht (Einstiegsqualifizierungsjahr) damit sie gucken kann, ob sie nicht dort Ihre Ausbildung machen möchte. Sie wollte eigentlich Tiermedizinische Fachangestellte werden, aber die Gesundheit hat ihr da einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Und somit sagt sie auch, es wäre ja dumm, wenn sie das nicht machen würde. Das Jobcenter verwies an die Bundesagentur für Arbeit, da diese das genehmigen müssen. Also ließ meine Tochter sich telefonisch "beraten".

Nun rief der Berufsberater an und lehnte mündlich das EQJ ab, mit der Begründung meine Tochter sei überqualifiziert.

Sie hat das Abi gerade so geschafft, hat eine nachgewiesene Rechenschwäche und auch noch nicht die Reife wie Andere in dem Alter.
S
ie sollte diesen check u test machen (zu finden auf der Internetseite der Bundesagentur ). Um sich mal zu orientieren was sie eventuell noch interessant findet.

Nachdem sie das erste Kapitel des Tests fertig hatte, kam eine email mit Absender der Bundesagentur, sie solle die Email Adresse bestätigen.

Dann gelang sie auf eine Seite die nach Bundesagentur aussah aber in einem gebrochenen Deutsch aufgebaut war.

Wir gaben die Email Adresse in der Suchmaschine ein und es kamen Ergebnisse wie: vorsicht vor Spammails mit Absender der Bundesagentur.

Der Berater rief heute wieder an, sie teilte ihm das mit. Und sagte ihm das sie nach seiner Ablehnung erst recht gemerkt hat, wie gerne sie beim Praktikumsgeber eine Ausbildung machen würde. Da sie Mittwoch dort nochmal einen Termin hat, würde sie mit dem Arbeitgeber darüber sprechen.

Der Berater sagte ihr, er hätte eine sogenannte BVB Maßnahme, die was für sie wäre. Er würde kommenden Dienstag nochmal anrufen nachdem er mit der Sachbearbeiterin vom Jobcenter gesprochen habe..

Nun habe ich mal geschaut was BVB ist, ich denke ja da eher an den Fußball...

Diese Maßnahme soll geeignet sein für Schüler ohne Schulabschluss... bin bald rückwärts vom Hocker gefallen. Fürs Einstiegsqualifizierungsjahr ist sie überqualifiziert und Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme geht?
Ich möchte nicht das sie dort hin muss, sie würde dort emotional untergehen, bei den anderen Teilnehmern. Ich glaube sowas macht sich auch nicht gut im Lebenslauf. Denn sowas verbindet ein Arbeitgeber eher damit dass sich selbst nicht gekümmert wurde.
Wie sieht das nun aus, der Berufsberater sagte es sei alles Freiwillig.,was ich ganz und gar nicht glaube.
Zudem stört es mich sehr, dass er ständig meine Tochter anruft bzw. Anrufen will. Sie hat null Ahnung und dass ist für so einen Berater ein gefundenes Fressen. Auch der kontakt per Email ist mir eigentlich nicht so recht.
Kann ich verlangen das alles postalisch läuft?
Wir kommen aus Köln die Agenturen machen Homeoffice aufgrund von Covid19.
Da stell ich mir auch noch die Frage, wie da eine Maßnahme stattfinden soll.
Ja noch ist nichts schriftlich gekommen, dennoch freue ich mich über jeden Tipp und jede Anregung, falls dies doch noch kommt.
Gruß die Lilie
 
Zuletzt bearbeitet:

Seepferdchen 2010

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo dielilie

Ich möchte Dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. Dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den diesbezüglichen Hinweis der Administration.
Um Dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst Du rechts oben, über deinem Beitrag,
unter dem 3. Menüpunkt "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte über den Menülink Kontakt zu Moderatoren, daß das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.


EQJ mündlich abgelehnt wollen Tochter in BVB Maßnahme stecken​



Stell dir einfach folgende Situation vor und frage dich selbst, ob du so auch mit deinen Mitmenschen kommunizierst:

@dielilie : "Hey du, ich brauch mal Hilfe."
Helfer: "Was gibt's denn?"
@dielilie : "EQJ mündlich abgelehnt wollen Tochter in BVB Maßnahme stecken
"
Helfer: "Und weiter? Hast du auch eine Frage dazu ohne Abkürzungen?...." Und was bedeutet "EQJ und BVB"
 

abcabc

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Und sagte ihm das sie nach seiner Ablehnung erst recht gemerkt hat, wie gerne sie beim Praktikumsgeber eine Ausbildung machen würde. Da sie Mittwoch dort nochmal einen Termin hat, würde sie mit dem Arbeitgeber darüber sprechen.
Dann sollte sie das am beste OHNE AfA oder JC mit dem Arbeitgeber klären, ob er sie als Azubi übernehmen würde.
Das wäre perfekt, wenn ihr JC und AfA vor vollendete Tatsachen stellen könntet. Erspart viel sinnlosen Mist und Ärger und sie kann sich vollkommen frei ihre Wunschausbildung beim Wunscharbeitgeber suchen.

Der Berater sagte ihr, er hätte eine sogenannte BVB Maßnahme die was für sie wäre. Er würde kommenden Dienstag nochmal anrufen nachdem er mit der SB vom JC gesprochen habe..
Oje, da will er ihr also den letzten Mist andrehen, weil er wahrscheinlich noch krampfhaft irgendwelche Plätze für die Statistik belegen muss. Solche Maßnahmen sind eigentlich nur für Leute sinnvoll, die vollkommen überfordert sind mit dem Leben, nichts auf die Reihe bekommen und 0 Plan haben, was sie beruflich machen wollen.

Zudem stört es mich sehr, dass er ständig meine Tochter anruft bzw. Anrufen will.
Sie ist schon 18 (nehme ich mal an) und darf dementsprechend selbst entscheiden, was sei möchte.
Möchte sie telefonisch von SBs belästigt werden oder stört sie das? Dann könnte Sie einfach schriftlich und nachweisbar die Löschung ihrer Telefonnummer und Mailadresse beantragen. Und falls noch Anrufe kommen, einfach klingeln lassen oder falls sie versehentlich drangeht, einfach kurz sagen: "Ich bin ab sofort für AfA und JC ausschließlich postalisch erreichbar. Schicken sie mir alles per Post zu." verabschieden und auflegen.
 

Ameneme

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Ich möchte noch einmal unterstreichen, wie sehr Ihre Tochter nicht in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme passt. Sie wird wahrscheinlich die einzige sein, die Fachabi oder Abi dort haben wird. Die meisten die man dort trifft sind tatsächlich welche ohne oder mit einfachen Hauptschulabschluss. Ich werde von diesen Klientel immer ausgegrenzt, wenn nicht sogar gemobbt. Ich erwähne das nur, weil Sie gesacht haben, dass ihre Tocher noch nicht weit genug ist. Ich selber denke, dass sie dort eventuell schlecht beeinflusst werden könnte. In den Pausen wird beispielsweise gerne geraucht und ein Drogenkonsum wird auch nicht verheimlicht (bisher nicht sehen können in den Monaten wo ich dort war.)

Eine E-Mail und Telefonpflicht besteht nicht. Sie können verlangen, dass dies gelöscht wird. (Mehr dazu wird wahrscheinlich jemand anderes schreiben.)

Ich habe auch die Erfahrung aus der berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme in Coronazeit.

Dort wird eventuell mangelhaft gelüftet - das heißt die Corona Aerosolen werden nicht ausgetauscht mit frischer Luft. Bei meiner Maßnahme hatte man außerdem die Masken abgenommen, weil die dort meinten, man könnte ja mit 1.5m Abstand das machen. (Vielleicht im Freien. Aber nur vielleicht! Aber doch nicht in so einem Raum.)

Der Maßnahmeninhalt sah bei mir so aus:

- Mathematik Klasse 1 - bis 10 - sie wird also nichts neues dazulernen, falls sie Fachabi oder Abi hat.
- 1 Tag Schule mit Hauptfächern + Wirtschaft oder Technik nach 9. Klasse Niveau.
- Verschiedene "2-3"(?) Wochen in Abteilungen. Z.B. dann werkeln an der Maschine in der Werkstatt, oder im Friseurabteil. Dort wird meistens nur das gemacht, was man mit Hauptschulabschluss als Ausbildung bekommen kann.
- viele kleinere Dinge wie Zahlenrätsel oder Mandala / Malen nach Zahlen ausmalen
- Viel Leerlauf! Fast die Hälfte saßen wir und haben uns gelangweilt. Manche haben sich dann im PC Raum vergnügt mit billiger Unterhaltung (z.B. Browsergames die kaum Leistung benötigen.)
 

Ghansafan

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Hallo @dielilie,

Deine Tochter muss ausschließlich postalisch erreichbar sein, § 1 Erreichbarkeitsanordnung.

Telefonnr. und E-Mail Adresse sind nicht notwendig für die Aufgabenerfüllung des Amtes.

Kann man also die Löschung beantragen, hab dazu mal was angehängt.
 

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dielilie

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@abcabc
Ja meine Tochter ist 19. Und sie fühlt sich belästigt und sagte, sie hat das Gefühl der Berater wolle sie manipulieren.

@Ameneme
Ja genau sie passt da auch menschlich null rein.
Sie war immer bestrebt einen guten Abschluss zu bekommen, fühlte sich in Schulzeiten schon immer von den anderen ausgegrenzt. Sie ist eben anders, hat kein Interesse am Rauchen/Alkohol , oder Diskotheken, abhängen auf der Straße. Sie verbringt die Zeit am liebsten mit Ihrer Freundin, der Familie und Tieren.
Gemobbt wurde sie deswegen die vergangenen Jahre schon und genau deswegen möchte ich nicht, dass sie dem ausgeliefert ist.
Sie kümmert sich ja und ich unterstütze sie dabei, eine Maßnahme braucht sie nicht bzw. Sie gehört da nicht hin.

@Ghansafan
Vielen Dank, wird gleich morgen erledigt.

Meine Tochter kam eben zu mir und zeigte mir diese Email, siehe Anhang.

Da keine Rechtsfolgebelehrung dabei ist, gehe ich davon aus, dass sie da nicht hin muss?
 

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Ghansafan

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Hallo @dielilie,

nö, da muss sie nicht hin.

Zudem kommt noch:

Der Zugang einer Mail ist nur nachweisbar durch eine Lese - Eingangsbestätigung.

Für die Darlegung des Zugangs einer E-Mail reicht es nicht aus, dass die Mail abgesandt worden ist

LAG Berlin - Brandenburg, Beschluss vom 27.11.2012, 15 Ta 2066/12:

Für den Zugang einer E-Mail kann möglicherweise eine Eingangs- oder Lesebestätigung einen Nachweis erbringen (a. a. O. Rn. 21). Ein Ausdruck der E-Mail ohne Eingangs- oder Lesebestätigung reicht für einen Anscheinsbeweis nicht aus (AG Bremen 15.04.2009 – 23 C 494/06 – juris Rn. 34). Ein Beweis des ersten Anscheins für den Eingang in die Mailbox des Empfängers ergibt sich auch nicht bereits dann, wenn der Erklärende die Absendung der E-Mail beweisen kann (OLG Köln, 05.12.2006 – 3 U 167/05 – juris Rn. 5).
Quelle:https://openjur.de/u/600092.html
 

dielilie

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@abcabc

Okay...
Der Berufsberater wird dies ja sicherlich dem Jobcenter melden.
Dann wird wohl von denen was kommen.
Ich muss zugeben, es macht mir auch ein sch... Bauchgefühl, denn selbst wenn meine Tochter den Ausbildungsplatz bekommt, ist es ja noch eine lange Zeit bis zum Sommer.
Sie würde ja sogar weiterhin ein freiwilliges Praktikum dort machen, aber das wurde seitens des Jobcenters abgelehnt, da ja dann kein Entgelt gezahlt wird. Der Praktikumsgeber müsste sie voll bezahlen. Nur erbringt sie ja längst noch nicht die nötigen Leistungen wie jemand der die PC programme beherrscht.
Deswegen hatte er Ihr das EQJ angeboten. Um zu lernen und Erfahrung zu sammeln und sich dann im Frühjahr entscheiden zu können, ob sie zu 100% diese Ausbildung machen möchte.

@Ghansafan
Kann ich nachvollziehen mit der Email, aber woher weiß ich, dass er keine Lesebestätigung bekommen hat.

Da fällt mir noch ein, meine Tochter hatte den Berufsberater gebeten, dass er sie als Ausbildungssuchend einträgt, damit sie einen schriftlichen Nachweis für die Kindergeldkasse bekommt. Dies hat er bisher wohl nicht gemacht. Hat jemand Ahnung wie es damit weitergeht?
 

Meisterbau

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Ich möchte noch einmal unterstreichen, wie sehr Ihre Tochter nicht in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme passt. Sie wird wahrscheinlich die einzige sein, die Fachabi oder Abi dort haben wird. Die meisten die man dort trifft sind tatsächlich welche ohne oder mit einfachen Hauptschulabschluss. Ich werde von diesen Klientel immer ausgegrenzt, wenn nicht sogar gemobbt. Ich erwähne das nur, weil Sie gesacht haben, dass ihre Tocher noch nicht weit genug ist. Ich selber denke, dass sie dort eventuell schlecht beeinflusst werden könnte. In den Pausen wird beispielsweise gerne geraucht und ein Drogenkonsum wird auch nicht verheimlicht (bisher nicht sehen können in den Monaten wo ich dort war.)

Eine E-Mail und Telefonpflicht besteht nicht. Sie können verlangen, dass dies gelöscht wird. (Mehr dazu wird wahrscheinlich jemand anderes schreiben.)

Ich habe auch die Erfahrung aus der berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme in Coronazeit.

Dort wird eventuell mangelhaft gelüftet - das heißt die Corona Aerosolen werden nicht ausgetauscht mit frischer Luft. Bei meiner Maßnahme hatte man außerdem die Masken abgenommen, weil die dort meinten, man könnte ja mit 1.5m Abstand das machen. (Vielleicht im Freien. Aber nur vielleicht! Aber doch nicht in so einem Raum.)

Der Maßnahmeninhalt sah bei mir so aus:

- Mathematik Klasse 1 - bis 10 - sie wird also nichts neues dazulernen, falls sie Fachabi oder Abi hat.
- 1 Tag Schule mit Hauptfächern + Wirtschaft oder Technik nach 9. Klasse Niveau.
- Verschiedene "2-3"(?) Wochen in Abteilungen. Z.B. dann werkeln an der Maschine in der Werkstatt, oder im Friseurabteil. Dort wird meistens nur das gemacht, was man mit Hauptschulabschluss als Ausbildung bekommen kann.
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Kann nur bestätigen. War in so einem Kurs vor langer Zeit, mit abgebrochenem Studium und mit geringen Deutschkenntnissen. Das hat mich in meiner beruflichen und persönlichen Entwicklung um einige Jahre zurückgeworfen.
 

Ameneme

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Da fällt mir noch ein, meine Tochter hatte den Berufsberater gebeten, dass er sie als Ausbildungssuchend einträgt, damit sie einen schriftlichen Nachweis für die Kindergeldkasse bekommt. Dies hat er bisher wohl nicht gemacht. Hat jemand Ahnung wie es damit weitergeht?
Also man muss eigentlich jede 3 Monate eine Bestätigung bekommen stand irgendwo, hatte ich als Recherche. Dies muss man aber selber verlangen! Sonst bekommt man nur die Rentenkassemeldung, die gilt als Nachweis (seit Dienstanweisung Kindergeld 2020?), bin mir aber unsicher ob die auch als Nachweis gelten für Zeiträume, die länger als 3 Monate sind..
 

dielilie

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Hallo Zusammen

Ich bin heut rückwärts vom Stuhl gefallen. Der Berufsberater hat ohne Einwilligung, sämtliche Telefonnummern an diesen Bildungsträger weitergegeben. Diese rufen nun schon den ganzen Tag auf dem Handy meiner Tochter an und auf dem Haustelefon. Dort wurde auch eine Nachricht hinterlassen, dass meine Tochter für den Bildungsgang ins System eingebucht wurde 😳.

Der Berufsberater sagte lediglich zu meiner Tochter, er würde ihr die Kontaktdaten per Email zu senden und sie könne ja dann mal dort anrufen.

Kann man der Weitergabe der Daten an Dritte widersprechen?

Wir haben nichts schriftliches bis auf eine email mit der Telefonnummer des Trägers.

Ich Danke im Voraus
 

Ghansafan

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Hallo @dielilie,

klar kannst Du das.

Vielleicht so in etwa ( Vorschlag):

Briefkopf
Kd. Nr.

Widerspruch gegen die Weitergabe personenbezogener Daten

Sehr geehrter Herr xx,

ohne jegliche Einwilligungserklärung haben Sie personenbezogene Daten wie Telefon-Handynummer an einen Bildungsträger weiter gegeben.

Dieses ist als schwerer datenrechtlicher Verstoß gemäß Artikel 8 der Charta der Grundrechte der europäischen Union sowie der DSGVO zu werten.

Ich fordere Sie hiermit auf, den Bildungsträger umgehend mit der Löschung meiner personenbezogenen Daten zu beauftragen.

Sollten Sie meinem Ansinnen nicht unverzüglich nachkommen, werde ich mich an die Geschäftsführung sowie an die Datenschutzbeauftragten des Bundes und des Landes wenden.

Mit freundlichen Grüßen, xxxx
 

dielilie

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@Ghansafan
Weisst du was das witzige ist, ich habe keine Kundennummer von der Agentur für Arbeit. Wie gesagt es gab nur telefonisch Kontakt und in der email sind keine Kontakt Daten von Ihm und keine Kundennummer
 

Ghansafan

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Hallo @dielilie,

kann natürlich sein. Sollte man in dem Schreiben dann im Briefkopf angeben, Vor-Zuname, Anschrift.

Passiert in Kürze nichts und sie erhält weiter solche Anrufe, sollte man sich mit dem Schreiben unter Angabe des Namens des Beraters und Team Nr. an die Teamleitung oder Geschäftsführung der Bundesagentur wenden.

Dazu an den Datenschutzbeauftragten des Landes.

Hier die Kontaktdaten von den Datenschutzbeauftragten der Länder :
 

dielilie

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@Kerstin_K ja wissen wir, aber allein diese Dreistigkeit. Wir haben wie gesagt, diesen Berater noch nie gesehen, keine Kundennummer, keinen Brief und der gibt einfach die Daten an einen Träger weiter
 

Zimti

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Unglaublich! Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen sich solch eine Drückerkolonnenmasche bieten lassen.
Die Tochter meiner Freundin ist an so einer Zwangsmaßnahme fast zerbrochen. Sie ist von Zuhause abgehauen, nur um nicht wieder zur "Berufsvorbereitung" zu müssen. Sie wurde von den Lehrern nicht mit ihrem Namen angesprochen, sondern erhielt einen hänselnden Namen, weil sie angeblich wegen ihrer Frisur so aussah. Die Mitschüler konnten teils kein Wort Deutsch sprechen, manche Schüler waren zutiefst asozial, hatten Alkohol-, Drogenprobleme. Der Lernstoff entsprach Grundschulniveau und sie hätte als Übersetzerin und quasi Sozialarbeiterin mithelfen sollen. Die Lehrer haben ihr ein schlechtes Gewissen eingeredet. Ob sie denn kein Mitleid mit sozial Schwachen hätte. Sie soll ihren Mitschülern doch helfen.

Was soll Ihre Tochter in so einer Maßnahme lernen?
Meine Freundin muss leider eine hohe Strafe bezahlen, weil ihre Tochter noch berufsschulpflichtig war und die Eltern sie, nachdem sie sie gefunden haben, nicht mehr in dieses Berufsvorbereitungsjahr gezwungen haben.

Erkundigen Sie sich beim Schulamt, ob Ihre volljährige Tochter tatsächlich noch berufsschulpflichtig ist. In manchen Bundesländer gibt es diesen Irrsinn, dass selbst volljährige, junge Menschen ohne Ausbildung oder Studienplatz berufsschulpflichtig sind. Und da sie keinen Schulabschluss mehr nachholen kann, sieht der Gesetzgeber für diese jungen Menschen dann die "Berufsvorbereitung" vor.

Hier ist es so, dass man als so ein Schüler zwei Tage die Woche kostenlos in einem Supermarkt der Kartoneinräum-Sklave ist, weil man in dem Berufsvorbereitungsjahr zwangsweise diese zwei Tage pro Schulwoche "Praktikum" zu absolvieren hat.

Falls Ihre Tochter in der Berufsschulfalle sitzen sollte, kann sie nur wie folgt raus: Ausbildungplatz - Zug ist für diesen Herbst abgefahren, außer für Schrottjobs. Entbindung, Unterbringung in Psychiatrie, Unbeschulbarkeit - alles keine Alternativen. Wehrdienst beim Bund - Geschmackssache. Aber was gehen würde: BFD (Bundesfreiwilligendienst) oder FSJ (freiwilliges soziales Jahr). Da sind die meisten Stellen zwar schon weg, aber ein paar freie Stellen gibt es noch. Da könnte sie ebenfalls Berufserfahrung sammeln, wäre vom Haken und ab Herbst könnte sie eine Ausbildung beginnen.

Und drohen Sie unbedingt sofort mit einer Anzeige wegen Missachtung des Datenschutzes, falls Daten XY Ihrer Tochter nicht sofort gelöscht werden und die gesetzte Frist nicht eingehalten wird. Eine schriftliche Bestätigung, dass die Daten XY gelöscht wurden, hat bis zum Tag X bei Ihnen einzutreffen. Das motiviert solche Leute ungemein, denn die Strafen für Datenschutzverstöße sind drastisch. Gutes Gelingen und alles Gute für Ihre Tochter.
 
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