Darf man die Daten des Arztes auf einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schwärzen?

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Kerstin_K

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Hallo zusammen,

ich wurde heute mit einer für mich seltsamen Anweisung meines Arbeitgebers konfrontiert. Haben wir zufällig entdeckt. Soll angeblich schon länger gelten, aber es wusste keiner was davon:

Wir sollen zukünftig, bevor wir eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an unsere Führungskraft weiterleiten, die Daten des Arztes incl. Zulassungsnummer auf der AUB schwärzen oder abschneiden.

Naja, mir ist es fast egal, so selten wie ich mal AU bin. Unsere Hausjuristen (weltweiter IT-Konzern) begründen das damit, dass der Arzt ja der Speicherung seiner Daten nicht zugestimmt habe. Ich kann diese Begründung zwar in Zeiten der DSGVO nachvollziehen, trotzdem finde ich das irgendwie sieltsam und ich hätte eigentlich gedcht, dass da Urkundenfälschung ist. Andererseits ist das natürlich auch praktisch, wenn man nicht möchte, dass der Arbeitgeber erfährt, von welchem Facharzt man sich behandeln lässt. Vielleicht kann man das ja auf die JC übertragen?

Wie seht ihr das?
 

Frank71

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Von mir aus könnte mein Arbeitgeber es ruhig wissen von welchem Arzt ich krank geschrieben werde, Auskunft würde er so oder so nicht erhalten was die Diagnose angeht. Aber natürlich werden gewisse Dinge auch unterschiedlich gehandhabt.
 

Kerstin_K

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Ich habe damit auch kein Problem, aber wenn jemand zum Beispiel von einem Psychiater AU geschrieben wird, kann das schon anders aussehen.
 

TazD

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Unsere Hausjuristen (weltweiter IT-Konzern) begründen das damit, dass der Arzt ja der Speicherung seiner Daten nicht zugestimmt habe. Ich kann diese Begründung zwar in Zeiten der DSGVO nachvollziehen, .....

Wie seht ihr das?
Die Hausjuristen sollten sich vielleicht mal intensiver mit der DSGVO und dem Sinn einer AU beschäftigen, bevor die so einen Quatsch raushauen. Da sieht man aber mal wieder, wohin die ganze Panikmache führt.

Wenn man den Gedankengang der Hausjuristen konsequent weiterdenken würde, stolpert man unweigerlich über einen entscheidenden Punkt und der hätte auch den Haus"juristen" auffallen können:
Die AU ist explizit dazu bestimmt, beim Arbeitgeber abgegeben zu werden und das weiß der Arzt mit Sicherheit auch. Es findet somit keine rechtswidrige Datenspeicherung ohne Wissen des Arztes statt.
 
E

ExitUser

Gast
Wie seht ihr das?
Die Thematik mit den "Fachärzten" und den Rückschlüssen auf die Richtung einer Erkrankung aufgrund der fachärtlichen Ausrichtung war schon immer etwas, was das Thema Datenschutz aufs Tablet gerufen hat.
Eine brauchbare Lösung wäre es, sich mit der AU eines Facharztes eine AU vom Hausarzt zu holen.

Hier gab es auch mal einen Bericht dazu: Der verräterische Arztstempel auf der AU
 

Kerstin_K

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TazD, genau der Gedanke kam mir auch schon. Damit hätten wir geklärt, dass man das nicht machen muss, aber gut, wenn der AG das so will, von mir aus.

Wie seht ihr das mit dem Urkundscharakter der AUB. Darf man das? Ich kenne allerdings auch Arbeitgeber, denen es reicht, wenn man die AUB eingescannt per Mail schickt. Also muss wohl die papierversion auch nicht zwingend sein. Fragt sich, ob jeder AG oder ein JC so eine Schwaerzung akzeptieren muss.
 

Muzel

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Daten selbst auf einer Urkunde zu schwärzen erfüllt nicht den Tatbestand der Urkundenfälschung nach § 267 StGB.
 

Kerstin_K

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Wollt ihr mal lachen? heute haben unsere Jura-Spezis doch glatt einen Rückzieher gemacht. Aussage ist jetzt, wir müssen die Daten des Artes nicht schwärzen, aber wir dürfen es, wenn wir nicht möchten, dassder Arbeitgeber die Fachrichtung erfährt, von der man sich behandeln lässt.

Also nix mit DSGVO oder GDPR, wie sich das bei uns schimpft, sondern eine Zugeständnis an die Mitabeter. Finde ich gut.
 
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