Darf ich eine Erbschaft ablehnen?

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Brennessel

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Hallo Ihr Lieben,

nun stehe ich wieder einmal da und bin total überfordert mit einer schlimmen Situation 😢 es gab einen Todesfall in meiner Familie und es sieht so aus als ob ich zusammen mit einem anderen Familienmitglied eine Eigentumswohnung erbe.

Nun ist die Frage - kann ich das Erbe ausschlagen oder mache ich mich da strafbar?? Das ganze ist sehr kompliziert, die betreffende verstorbene Person wollte mir ganz sicher nichts hinterlassen da wir kein sehr gutes Verhältnis hatten (die betreffende Person verachtet generell Sozialhilfeempfänger oder Erwerblose) und wäre ein Testament gemacht worden dann hätte die Lebenspartnerin alles vermacht bekommen, nur leider wurde eben kein Testament verfasst!😟

Am liebsten wäre mir, ich könnte das Erbe einfach ausschlagen, nur hat jetzt jemand gemeint dass ich da Ärger bekommen kann wenn das Sozialamt davon erfährt und es eventuell sogar strafbar ist in meiner Situation. 😟

Kann mir jemand einen Rat geben? Wer war schonmal in einer solchen Situation?

LG
Brennessel
 

TazD

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Du darfst ein positives Erbe nicht ausschlagen, wenn du dadurch weiterhin im Leistungsbezug verbleibst, weil du mit der Ausschlagung vorsätzlich deine Hilfebedürftigkeit herbeiführst.
Mein Tipp: Verkauf deinen Anteil an der Wohnung so schnell wie möglich, sobald die Erblage eindeutig ist und dann genieße die Zeit ohne Abhängigkeiten von irgendwelchen Ämtern.
Es spricht dann nichts dagegen, wenn du du deine Wohnungseinrichtung im üblichen Rahmen modernisierst oder dir auch mal einen Urlaub gönnst.
 

Brennessel

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Ja....aber das ist nicht so einfach mit dem Verkaufen man braucht ja erstmal einen Käufer, außerdem ist die Wohnung noch nicht abbezahlt und ca.25000€ müssen noch bezahlt werden - wie soll ich das machen?? Eine Renovierung müsste auch erfolgen, sowas überfordert mich total das macht mich echt fertig! Es gibt ja Gründe weshalb ich EU-Rente + aufstockene Grusi beziehe, meine gesundheitlichen Probleme haben sich bereits alleine durch diese Info schon wieder verschlechtert 😟 weis nicht wie ich das schaffen soll!

Zudem macht die Lebenspartnerin Druck - die hat nämlich die Tolle Idee dass wir das Erbe annehmen sollen und ihr dann die Wohnung überschreiben sollen - als wenn das so einfach wäre!

Und ansonsten - wie soll man denn die Zeit genießen, ist es nicht so dass man dann dem Amt genau belegen muss was man alles gekauft hat bzw wie man das Geld verbraucht hat und es dann ein Riesentheater gibt mit dem Neu-Antrag wenn das Geld aufgebraucht ist?

Dazu kommt noch dass wenn ich etwas annehme, das mir eigentlich nach dem Willen des verstorbenen nicht zusteht ich auch noch ein ganz mieses Gefühl habe....klingt jetzt sehr esoterisch ich weis, aber ich mag nicht von einem unzufriedenen Geist verfolgt werden weil ich etwas Erbe das eigentlich die Lebenspartnerin bekommen soll. Diese möchte nämlich in der Wohnung wohnen und zudem hat sie eine Lebensversicherung erhalten mit der sie die Wohnung abbezahlen und renovieren könnte.

Gibt es gar keine Möglichkeit das Erbe auszuschlagen?? Das Amt kann mich doch nicht zwingen eine (halbe) Wohnung anzunehmen die abbezahlt, renoviert und verkauft werden muss und gleich einfach mal so die Zahlung einstellen? Die andere Erbberechtigte Person hat noch Schulden und könnte das Geld ebenfalls nicht behalten.....ein Riesenchaos ist das! 😟
 
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TazD

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Ja....aber das ist nicht so einfach mit dem Verkaufen man braucht ja erstmal einen Käufer,....
Den habt ihr doch: :biggrin:

Zudem macht die Lebenspartnerin Druck - die hat nämlich die Tolle Idee dass wir das Erbe annehmen sollen und ihr dann die Wohnung überschreiben sollen....
Könnt ihr doch gerne machen, wenn von ihr ein ortsüblicher Preis nebst einem kleinen "Verwandten"-Abschlag bezahlt wird. Wo lebt die gute Frau denn, dass sie der Meinung ist, dass sie jetzt einfach mal so eine Wohnung geschenkt bekommt?

ist es nicht so dass man dann dem Amt genau belegen muss was man alles gekauft hat bzw wie man das Geld verbraucht hat
Es ist empfehlenswert, dass du dann sämtliche Belege und Kontoauszüge aufhebst. Aber einen Nachweiszwang bei Neubeantragung gibt es nicht. Es ist dir erlaubt eine normale Lebensführung zu leben. Erst wenn der Verdacht aufkommt, dass du das Geld verschleudert hast, dann kommen die Nachweise ins Spiel.

weil ich etwas Erbe das eigentlich die Lebenspartnerin bekommen soll.
Dann hätte der Verstorbene zu Lebzeiten alles Erforderliche in einem Testament regeln müssen. Das ist jetzt weder dein Problem, noch dein Fehler. Mach dir deswegen also bitte keine Vorwürfe. Es gibt dafür überhaupt keinen Grund.

Diese möchte nämlich in der Wohnung wohnen und zudem hat sie eine Lebensversicherung erhalten mit der sie die Wohnung abbezahlen und renovieren könnte.
Umso besser, dann sollte einem Verkauf an die Lebensgefährtin ja erst recht nichts im Wege stehen.

Gibt es gar keine Möglichkeit das Erbe auszuschlagen??
Zumindest keine ohne die entsprechenden Konsequenzen.

Das Amt kann mich doch nicht zwingen eine (halbe) Wohnung anzunehmen die abbezahlt, renoviert und verkauft werden muss und gleich einfach mal so die Zahlung einstellen?
Ich bringe dieses Argument wirklich nicht gerne, aber warum sollte die Allgemeinheit für dich aufkommen, wenn es die Möglichkeit gibt, dass du deinen Lebensunterhalt zumindest für eine gewisse Zeit selbst bestreiten kannst? Ich weiß ja nicht von welchem Wohnungswert hier die Rede ist, aber ich gehe mal davon aus, dass du mindestens ein halbes Jahr ohne "Amt" auskommen würdest. Wenn nicht sogar noch länger.
 

Brennessel

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Es gibt da auch so eine Art "moralischen" Grund warum ich das Erbe nicht annehmen möchte/sollte.....der Verstorbene ist auf tragische Weise ganz plötzlich bei einem Unfall verstorben 😢 und dieser wollte seine Freundin/Lebenspartnerin noch in diesem Jahr heiraten! Wir hatte seit Jahren kaum Kontakt miteinander und wie gesagt er kam überhaupt nicht mit mir klar, hat mich eventuell sogar gehasst/verachtet und wollte mir ganz sicher absolut nichts vererben, da ist es doch verständlich wenn ich nicht gezwungen werden möchte!

Die Freundin sieht sich als rechtmäßige Erbin der Wohnung, hat bereits auch schon 3Jahre dort gewohnt und möchte das auch weiterhin.....aber sie möchte die Wohnung eben "umsonst" überschrieben bekommen. Das ich nicht annehmen und dann ihr "schenken" kann sieht sie ja gerade noch ein, deshalb will sie dass ich ausschlage und der andere Erbe annimmt und ihr dann überschreibt (ohne Zahlung)

Was wären denn die Konsequenzen wenn ich einfach aufs Amtsgericht gehe und das Erbe ausschlage, was würde da im schlimmsten Fall passieren?
Es ist eben auch so dass es eine extreme nervliche Belastung für mich darstellt und auch der moralische Aspekt mich sehr belastet....ich bin da abergläubisch und möchte mich quasi nicht über den letzten Willen (den er leider nicht aufgeschrieben hat!!) des Verstorbenen hinwegsetzen.

Ich weis leider gar nicht wieviel die Wohnung wert ist, das Haus ist schon etwas älter, und es muss renoviert werden sowie auch noch die restllichen ca.25000 abbezahlt werden müssen. Das Amt muss doch einsehen dass ich mich um so etwas nicht kümmern kann, damit wäre ich total überfordert.
Ich würde ja einsehen dass ich das Erbe annehmen MUSS wenn es um eine Geldsumme gehen würde, aber so ist es ja quasi ein Erbe was man nicht einfach mal so schnell zu Geld machen kann. Gibt es da nicht eine Art Schonfrist bei "unbeweglichen" Dingen zumal die Wohnung ja bewohnt ist?

Wenn die Freundin ein Einsehen hätte und das alles erledigen würde und entsprechend vergüten dann wäre es nicht so schwierig, aber ich befürchte eben dass sie das absolut nicht einsieht.

Sie behauptet sie hätte mit einem Anwalt gesprochen und der hat gemeint ich kann ausschlagen das wäre kein Problem...?! und auf diese Aussage soll ich mich jetzt verlassen?? Und das ganze hätte sie am besten noch in dieser Woche gemacht VOR der Beerdigung.....der Todesfall ist jetzt gerade mal eine Woche her das ist echt ein Alptraum!!
 

apfelkuchen

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Suche dir einen eigenen Anwalt, der dich in deinem Sinne berät. Ich sehe das wie Gaestin. Mit dem Ausschlagen des Erbes würdest du dich bedürftig machen, und da wird es für dich eine Riesenmenge Ärger geben. Die Lebenspartnerin kann sich ja dann mit dem Amt rumstreiten, aber sie muss akzeptieren, wenn du nicht auschlägst, weil du sonst schlichtweg kein Geld mehr zum Leben hast.

Und glaub ja nicht, dass die Lebenspartnerin, wenn schon der verstorbene von dir keine hohe Meinung hatte, in irgendeiner Form an deinem Wohl interessiert ist. Sobald sie irgendwie von dir hat, was sie will, ist es ihr vermutlich völlig egal, was danach mit dir passiert. Es kann gut sein, dass sie, wenn sie merkt, dass du das Erbe nicht ausschlagen wirst, mit emotionalen Erpressungen anfängt. Du solltest dir zu deinem eigenen Schutz professionellen Beistand suchen, der dich vertritt und im Zweifelsfall auch die Kommunikation mit der Dame übernimmt.

Falls sie drängelt, kannst du sie hinhalten und sagen, dass man sechs Wochen Zeit hat, ein Erbe auszuschlagen (das ist die gesetzliche Frist). Lass dich auf gar keinen Fall von ihr zu etwas bringen, dass dich um deine finanzielle Existenz bringen kann. "Moralisches" zählt beim Amt, wenn es um Geld geht, keinen Cent.
 

Brennessel

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Dann komme ich wohl mal wieder um einen Anwalt nicht herum 😟 jetzt wurde mir nur gesagt dass wenn ich zum Amtsgericht gehe und einen RASchein beantrage und etwas von Erbschaft erzähle dass Amt eventuell sofort etwas erfährt und die Zahlung einstellt....aber irgend etwas muss ich ja sagen wieso ich den Schein brauche, was also tun? Im Moment weis ich ja offiziell noch gar nichts von einer Erbschaft, habe noch keinen Brief erhalten oder ähnliches, von daher bin ich doch noch gar nicht in der Pflicht sofort etwas zu melden oder? Ich würde lieber zuerst mit einem RA sprechen und hinterher erst Meldung beim Amt machen.

Ich weis das ja alles nur weil die Freundin den anderen Erben mit Telefonaten bombadiert und alle möglichen Vollmachten von uns haben möchte.
Ich habe erst vor wenigen Tagen vom dem Todesfall erfahren und jetzt gleich sowas!

Ich erhalte eine kleine EU-Rente + Aufstockung vom Amt, die Rente ist aber nicht von der möglichen Erbschaft betroffen oder? Die läuft doch normal weiter? Leider ist die Aufstockung höher als die Rente, die gerade mal so für die Miete reicht.😟
 

Schluri

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Hallo Brennessel,

ich war jetzt schon 3 x in so einer Situation.
2 x haben wir das Erbe ausgeschlagen (andere Miterben auch), da wir wussten, dass wir Schulden geerbt hätten.

1 x waren wir eine Erbengemeinschaft, Ehefrau (jetzt lustige Witwe) und wir zwei Miterben.
Es lag kein Testament vor.
Ich hatte leider 20 Jahre keinen Kontakt mit dem Verstorbenen.
Die Witwe musste uns alle Nachweise rausrücken.
Dafür muss man (als Auskunftspflichtiger) dann sogar an Eides statt alles angeben.
Da die Witwe nicht kooperativ war habe ich mir einen Fachanwalt für Erbrecht genommen.
Leider ist so ein Anwalt sehr teuer, in meinem Fall waren es über 2000€
Die Gebühren für einen Anwalt hängen von dem Gesamtvermögen ab, egal wie viel Briefe dieser Anwalt schreibt, egal wie oft er in diesem Fall telefoniert u.s.w.

Wie viele Erben seit ihr?

Wenn ihr mit dem Verstorbenen Blutsverwandt seid (z.B. Kinder) seid ihr erst mal als Erben dran, nicht die Lebensgefährtin.
Dann müsstet ihr euch als Erben (z.B.) mal für die Zeit zusammen raufen und das gemeinsam alles klären.

Das eine einfache Lebensgefährtin Erbin wäre, wäre mir neu.
Wenn die nicht verheiratet waren, denke ich mir, dass sie gar nichts erben wird, keinen Anspruch auf die Erbschaft hat, es sei denn es läge ein Testament vor. So kenne ich das.

So weit ich weiß muss die Lebenspartnerin, sofern sie mit dem Verstorbenen zusammen in der Wohnung gelebt hat, Auskunft geben was z.B. an Bargeld da ist, gibt es Wertpapiere die in der Schublade liegen (nur als Beispiel) oder sonst ein Vermögen, hat sie eine Bankvollmacht u.s.w.

Lebte sie nicht mit dem Verstorbenen in der Wohnung, dann müsst ihr euch als Erben selber kümmern, dass ihr alle Infos bekommt.

Zum Wert der Wohnung, es muss ja Unterlagen zu der Wohnung geben, z.B. Kaufvertrag.

Man kann auch einen Nachlassverwalter einsetzen.
Kostet aber dann auch wieder Geld.
Diese Kosten kann man dann alles vom Erbe bezahlen, so wie auch einen Fachanwalt für Erbrecht.

Ich bin jetzt erst einmal ein paar Monate vom JC abgemeldet.
Das tut wirklich gut, mal machen zu könne was man will, nicht ewig die Angst im Nacken haben, am Wochenende ist wieder irgendeine dumme Post von denen im Kasten.
Ich weiß nicht wie das bei der Grundsicherung dann abläuft.

Ihr Erben braucht einen Totenschein und dann auch einen Erbschein.
Erbschein bekommt man beim Nachlassgericht.

Lasst euch von der Lebensgefährtin keinen vom Pferd erzählen.
Macht euch selber schlau, nehmt euch wenn alle Stricke reißen einen Fachanwalt für Erbrecht, erkundigt euch beim Nachlassgericht.
Unterschreibt ja nichts auf blauen Dunst, was auch immer euch die Lebensgefährtin vorlegt. Keine Zusagen machen, auch nicht mündlich.

Ehrlich, du wärst schön dumm wenn du auf dein Erbe verzichten würdest.
Auch wenn das jetzt alles sehr an die Nerven geht, nach dieser Zeit, wenn alles geregelt ist, kehrt wieder Ruhe in dein Leben.
Außerdem gäbe es so wie so Ärger mit dem Amt, wenn du das Erbe ausschlagen würdest.

Eine Erbschaft gibt man den Ämtern erst bekannt wenn das Geld auf dem Konto ist.
Vorher erfahren die das normal so wie so nicht und du weißt zu dem jetzigen Zeitpunkt ja auch gar nicht wie viel es überhaupt geben wird.
Also erst Bescheid geben wenn das Geld auf deinem Konto ist.
Erfahren die eher davon, weil du es vielleicht jetzt schon erzählst, kann es wirklich sein, dass die sofort auf den Knopf drücken und die Zahlung wird eingestellt.

Du brauchst wirklich kein schlechtes Gewissen haben.
Nehmt euch Hilfe in der Verzwickten Situation.

Alles Gute
 

TazD

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Es gibt da auch so eine Art "moralischen" Grund warum ich das Erbe nicht annehmen möchte/sollte
Versuch dich bitte von der moralischen Seite zu lösen. In dieser Angelegenheit zählen nur die rechtlichen Aspekte und alles andere sorgt nur dafür, dass du Schuldgefühle aufbaust und ein leichtes Opfer für den Raffzahn von Lebensgefährtin wirst.

Sie behauptet sie hätte mit einem Anwalt gesprochen und der hat gemeint ich kann ausschlagen das wäre kein Problem...?
Ja, ne. Is klar. :icon_laber:

und auf diese Aussage soll ich mich jetzt verlassen??
Nein! Das ist absoluter Quatsch und bringt dich in Teufels Küche. Daran siehst du mal wieder, was du in den Augen der Lebensgefährtin "wert" bist. Noch ein Grund mehr, ihr rein gar nichts zu gönnen oder ihr entegegenzukommen.

jetzt wurde mir nur gesagt dass wenn ich zum Amtsgericht gehe und einen RASchein beantrage und etwas von Erbschaft erzähle dass Amt eventuell sofort etwas erfährt und die Zahlung einstellt.
Auch das ist Quatsch. Das JC erfährt nichts von deinem Antrag auf Beratungshilfe.

Im Moment weis ich ja offiziell noch gar nichts von einer Erbschaft,
Ich habe erst vor wenigen Tagen vom dem Todesfall erfahren
Diese beiden Aussagen widersprechen sich. Du weißt vom Todesfall und somit weißt du nach allgemeiner Meinung auch vom Erbfall. Außer der Verstorbene ist ein entfernter Verwandter, was ich jetzt mal bezweifel.

habe noch keinen Brief erhalten
Von wem soll ein Brief kommen? Gemäß § 1922 BGB bist du mit dem Todestag kraft Gesetzes (Mit-)Erbe (und Gesamtrechtsnachfolger) geworden. Das ist wie mit der Volljährigkeit. Die tritt auch kraft Gesetzes ein ohne dass dir jemand dafür extra einen Brief schreibt.

Wie viele Erben seit ihr?
Sie sind zu zweit. Steht im Eingangsbeitrag direkt im zweiten Satz.
 
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Brennessel

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Hallo und Danke erstmal an alle die hier schreiben und Tipps geben! 🌷

Ich verstehe langsam, warum die meisten hier bezüglich der Lebensgefährtin eher eine ablehnende Meinung haben, trotzdem wollten sie in einem halben Jahr heiraten und deshalb denke ich es wäre im Sinne des Verstorbenen dass eben sie alles bekommt!
Auf der anderen Seite verstehe ich nicht wie sich diese Frau gerade verhält, sie ist mit dem Verstorbenen seit ca.3Jahren liiert und wohnte nach eigenen Angaben mindestens seit zweieinhalb Jahren auch mit ihm zusammen in der Wohnung. Da ist es natürlich verständlich dass sie nun Angst hat, die Wohnung zu verlieren!

Auf der anderen Seite ist sie, nachdem sie die Nachricht vom Tod erhielt anscheinend zuerst zu einem Anwalt gegangen, bevor sie uns überhaupt informiert hatte (sie hat uns erst 3Tage nach dem Unfall informiert und auch verhindert dass uns die Polizei anruft) das finde ich schon etwas schräg....natürlich ist sie schwer traumatisiert und geschockt...aber man ist doch erst mal in Trauer und denkt nicht sofort an das Erbe? Die einzige Entschuldigung für dieses Verhalten ist halt eventuell Angst aus der Wohnung zu müssen oder der Versuch sich mit diesen Dingen "abzulenken" damit sie nicht zu sehr in Trauer versinkt.....keine Ahnung, aber deswegen darf man doch den Familienangehörigen nicht solch einen Stress machen?

Also der Verstorbene ist mein Bruder 😢 und er hat mich seit vielen Jahren verachtet, vielleicht sogar gehasst! Er war der Meinung dass jeder Arbeiten kann wenn er will und Erwerbslose ihm nur auf der Tasche liegen und von "seinen Steuern leben" usw. er hat mir sogar oft vorgeworfen dass ich kein Auto und keinen Führerschein besitze und ihm deshalb nicht so gut helfen konnte mit den Eltern usw. ich war in seinen Augen "nichts wert" und wir hatten seit vielen Jahren kaum noch Kontakt (nur an Ostern, Weihnachten bei den Eltern) Als er dann erfuhr dass ich wegen gesundheitlicher Probleme EU-Rente beziehe wurde das ganze noch schlimmer 😟
Es war sehr traurig und verletzend für mich und ich wollte eigentlich den Kontakt komplett abbrechen da ich keine Hoffnung mehr hatte dass es irgendwann noch einmal besser würde... Aber ich habe ihm trotzdem nur Alles Gute und Glück gewünscht und gehofft dass er bei bester Gesundheit steinalt wird und vielleicht mit dem Alter dann irgendwann die Weisheit und Einsicht kommt....😢
Deshalb bin ich mir halt so sicher dass er absolut nicht wollte dass ich etwas erbe und ich habe auch meinen Stolz und möchte auch den Wunsch eines Toten erfüllen!

Auf der anderen Seite finde ich, dass sich die Verlobte uns gegenüber (also meinem anderen Bruder und mir) sehr respektlos verhält! Sie kannte ihn nur 3Jahre....wir sind ein Leben lang Blutsverwand und sie verhält sich so als hätten wir gar kein Mitspracherecht das finde ich auch nicht richtig.

Mein anderer Bruder hat ja mehrmals mit ihr telefoniert und sie hat extremen Druck gemacht und sich dann auch noch verplappert dass die Lebensversicherung auf ihre Initiative gemacht wurde. Das ist schon ziemlich schnell nach 3Jahren finde ich, und mein Bruder war ja nicht schwer krank oder so. Mich gruselt es ein wenig vor dieser Frau 😟 ....auch aus diesem Grund würde ich gerne ablehnen, dann hätte ich meine Ruhe vor ihr!

Ohje jetzt habe ich die ganze Familiengeschichte geschrieben, aber es ist halt so eine verzwickte Angelegenheit das man es nur so erklären kann wieso das alles so schwierig ist 😟

Also offiziell weis ich von der Erbschaft nichts weil ich "offiziell" also erstmal denken würde mein Bruder hat ein Testament verfasst und natürlich seine Verlobte als Erbin eingesetzt! Daher wüsste ich von dieser ganzen Erbschaft nichts wenn sie nicht am Telefon meinem anderen Bruder Stress gemacht hätte von wegen wir sollten alle möglichen Vollmachten unterschreiben weil es kein Testament gibt....ich selbst habe mit ihr ja nichtmal gesprochen!
Wenn da also von offizieller Seite kein Brief kommt in dem ich über die Erbschaft informiert würde dann kann ich dem Amt doch im Zweifelsfall sagen dass ich einfach nichts wusste!? Wie sollte denn das Amt überhaupt von der Erbschaft erfahren?

Eine Erbschaft gibt man den Ämtern erst bekannt wenn das Geld auf dem Konto ist.

ja aber es ist ja eine Wohnung in der jemand wohnt und die noch 25000 verschuldet ist, da müsste ja erstmal einiges passieren damit Geld auf meinem Konto ist.

Allerdings weis ich nicht ob und wieviel Geld eventuell noch auf dem Konto meines Bruders sein könnte, das weis ja alles nur die Verlobte. Es gibt auch ein relativ neues Auto, sie meinte aber das Auto hätte mein Bruder extra für sie gekauft, na hoffentlich ist das irgendwo vermerkt weil ansonsten....
[QUOTE ]Bezüglich Geschenke des Erblassers zählen die letzten 10 Jahre. [/QUOTE]
wie ist das genau gemeint?

Langsam dämmert mir warum sie so einen Stress macht.....die Wohnung in der sie lebt, das Auto mit dem sie fährt und das alles gehört ihr jetzt auf einmal nicht mehr rechtlich gesehen....das ist schon sehr hart ......aber trotzdem kann sie nicht einfach Vollmachten und Unterschriften noch vor der Beerdigung anfordern. Vor dieser graut mir schon 😟
 
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apfelkuchen

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Du machst dich strafbar wenn du das Erbe verschweigst. Am Ende kommt sowas durch einen dummen Zufall raus und du bist die Gelackmeierte. Vielleicht ist sie ja sogar selber so bösartig und erwähnt das gegenüber offiziellen Stellen, wenn sie alles in trockenen Tüchern hat.

Es ist Zeit, die Emotionen Emotionen sein zu lassen und sich der gesetzlichen Realität zu stellen. Ab zum Anwalt. Die Frau hat ja schon genau das getan. Am Ende gibt es ein Erbregister oder ähnliches, und dann stehst du dumm da. Was hast du durch Ausschlagen des Erbes oder verschweigen zu gewinnen? Nichts. Aber viel zu verlieren. MIt der Lebensversicherung kann sie doch prima euch die Wohnung abkaufen.

Angenommen du schlägst aus. Dann hast du Ruhe vor der Frau, aber sehr viel Ärger mit den Behörden, und dieser Ärger ist schlimmer als irgend so eine Trulla. Die scheren sich nämlich nicht um Wünsche eines Toten, die der nicht rechtzeitig verschriftlicht hat (Testament oder Eheschließung) oder um deinen "Wunsch nach Frieden". Da wärst du auch nicht die erste, die von jemandem, der sie nicht leiden konnte, etwas erbt. Das kommt regelmäßig vor. So ist das Leben, ausschlagen kann man sich da nur leisten, wenn man nicht von Sozialleistungen lebt.

Das sind nun mal die Fakten, und mit denen kannst du arbeiten. Sie wollten heiraten, schön und gut. Haben es aber nicht. So werden sie jetzt auch behandelt. Selbst mit einem Testament wärst du noch pflichtteilsberechtigt, und auch den könntest du nicht ausschlagen, ohne massiv Ärger zu bekommen. Sprich, sobald du weißt, dass dein Bruder verstorben ist (und diese Tatsache als solche kannst du wirklich nicht abstreiten) hättest du dich um den Pflichtteil kümmern müssen. Mit den ganzen Verquickungen, auch mit deinem anderen Bruder, gräbst du dir mit solch einer Strategie deine eigene Grube. Da kommst du nicht raus.

Eine Frage noch: leben deine Eltern noch? Falls ja, wären sie die ersten in der Erbreihenfolge und du und dein Bruder würden gar nichts erben.


Kümmere dich jetzt.

Bezüglich Geschenke des Erblassers zählen die letzten 10 Jahre.

Das bedeutet, dass alles was der Bruder in den letzten 10 Jahren verschenkt hat, zur Erbmasse gehört und dementsprechend dir und deinem Bruder als Haupterben zusteht. Sprich, auch das Auto gehört jetzt zur Hälfte dir und deinem Bruder.
Klar ist das alles hart für sie. Aber weißt du was - für dich auch. Und für dich wird es härter als für sie. Sie versucht, dich zu veräppeln und über den Tisch zu ziehen. Du solltest dir selbst einfach mehr wert sein. Die Gesetze sind nun mal wie sie sind.
 
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ExUser 2606

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Ich kann euch eins sagen (Bei mir sind innerhalb von 12 Monaten meine Mutter und 2 Brüder verstorben.) Beim Erbe hakt der Verstand bei velen Menschen aus. Keine Ahnung, warum das so ist.

Ich habe mich nach dem Tod meiner Mutter um alles gekümmert, habe den Miterben sofort eine geschätzte Summe genannt, die jeder bekommen würde. Am Ende wr es noch etwas mehr, weil noch Geld reingekommen ist, mit dem ich nicht gerechnet hatte. genug für jeden. Trotzdem hat man mir versucht zu unterstellen, ich hätte Geld unterschlagen, wollte meine Kontoauszüge einsehen, hat mir vorgeworfen, dass ich die Danksagungskarten teilweise per Post verschickt habe, statt mit dem Auto kreuz und quer durch Hannover zu kurven und am Ende hat man dann noch einen dilettantischen Versuch mit einer Rechtsänwältin gemacht, die zu dumm war, Kontoauszüge richtig zu lesen und Plus und Minus zu unterscheiden. Ich habe es überlebt, aber zu Teilen meiner Familie habe ich seitdem keinen Kontakt mehr.

Ich kann Dir nur empfehlen: Wenn Du selber nicht stabil bist, schaffst Du das nicht. Hol Dir Hilfe und zeige dieser Person von Anfang an, wo es langgeht. Tust Du ss nicht, kommst Du unter die Räder.
 

Brennessel

Elo-User*in
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Nein...meine Eltern leben leider nicht mehr.....sonst hätten wir das ganze Theater ja nicht 😟 Mir ist das bewusst dass es sehr gefährlich wäre bzw. wenn ich das Erbe ablehne beim Nachlassgericht (was die Verlobte ja will) dann hab ich ja quasi offiziell bestätigt dass ich davon weis, und könnte mich auch nicht mehr dumm stellen. Was ist ein Erbregister?

Durch Ausschlagen hätte ich meine Ruhe zu gewinnen, und meinen Stolz bewahren zudem den Willen des Verstorbenen zu respektieren und das würde mir sehr helfen dass meine gesundheitliche Situation nicht noch schlimmer wird 😟 das setzt mir nervlich alles sehr zu. Es war ein großer Schock, weil mein Bruder gewaltsam getötet wurde durch einen schweren Bedienungsfehler an einer Maschine im Baugewerbe. Es wurde auch jemand wegen fahrlässiger Tötung angezeigt und es gab eine Obduktion.... alles sehr schlimm. 😢

Ich weis dass ich es jetzt irgendwie schaffen muss und zumindest mit einem Anwalt reden muss, es ist aber erst 10Tage seit dem Todesfall und da kann mir doch niemand einen Vorwurf machen wenn ich erstmal den Schock überwinden muss.

@kerstin: das war ja wirklich sehr schlimm bei dir in so kurzer Zeit drei Todesfälle 😟

Hol Dir Hilfe und zeige dieser Person von Anfang an, wo es langgeht. Tust Du ss nicht, kommst Du unter die Räder.

und wo bekommt man da Hilfe? Gibt es außer einem Anwalt noch irgendwo anders Hilfe? Vielleicht eine öffentliche Stelle wie die Caritas o.ä?

Mein anderer Bruder wohnt leider 300km weit entfernt, er will aber am Mittwoch mit einem Anwalt sprechen der Erbrecht und Sozialrecht macht und den Fall mal schildern. So taurig das nun auch ist - mein Vertrauen in meinen anderen Bruder ist seit dem Tod unserer Eltern leider bei mir auch schwer angeknackst....ich weis nicht genau was er überhaupt möchte....daher kann ich mich auf ihn auch nicht wirklich verlassen 😟 ich denke es ist ihm mehr oder weniger egal ob ich Ärger bekomme oder nicht und es geht ihm vorrangig darum wie er die Situation jetzt händelt.

Nach dem Tod meines Vaters, der gerade mal eineinhalb Jahre her ist, war ich bei einem guten RA für Erbrecht der mich sehr gut beraten hat. allerdings macht dieser kein Sozialrecht und mein Bruder meint es wäre wichtig dass er Erbrecht UND Sozialrecht macht....ist das wirklich so wichtig? Ich würde sehr gerne wieder zu diesem RA gehen weil ich mich da sehr gut beraten gefühlt habe und dieser sich viel Zeit für das Beratungsgespräch genommen hat.
 
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apfelkuchen

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Durch Ausschlagen hätte ich meine Ruhe zu gewinnen,
Falsch. Durch Ausschlagen handelst du dir massive Unruhe und extremen Ärger mit den Behörden ein. Der ist länger andauernd und schlimmer, als es Ärger mit der Frau jemals sein könnte.

den Willen des Verstorbenen zu respektieren
Der einzige Wille, der vor den Behörden zählt, ist ein Testament oder eine Hochzeit. Beides existiert nicht. Pech für die Verlobte. Aber so ist es nun mal. Auch wenn die Umstände des Todes deines Bruders sehr schlimm sind, das spielt für die Erbreihenfolge und irgendwelche Behörden keine Rolle.

wenn ich das Erbe ablehne beim Nachlassgericht (was die Verlobte ja will) dann hab ich ja quasi offiziell bestätigt dass ich davon weis, und könnte mich auch nicht mehr dumm stellen.
Ganz genau. Du kommst nicht umhin zuzugeben, dass du von dem Erbe weißt. Die Verlobte will die Kohle einsacken, dass du dabei auf der Strecke bleibst, ist ihr scheißegal. Mach das auf gar keinen Fall.

Ich kann Dir nur empfehlen: Wenn Du selber nicht stabil bist, schaffst Du das nicht. Hol Dir Hilfe und zeige dieser Person von Anfang an, wo es langgeht. Tust Du es nicht, kommst Du unter die Räder.
Dem schließe ich mich an. Du musst jetzt handeln und dir rechtliche (und ggf. auch psychologische) Unterstützung holen. So hart es klingt - für Trauer ist dann später Raum, sonst wird alles noch viel schlimmer.

Ich würde sehr gerne wieder zu diesem RA gehen weil ich mich da sehr gut beraten gefühlt habe und dieser sich viel Zeit für das Beratungsgespräch genommen hat.
Dann mach das doch. Im Zweifelsfall kennt der einen Kollegen, mit dem er zusammenarbeiten kann. Oder er schickt dich zu einem Kollegen/einer Kollegin seines Vertrauens weiter. Wenn du auch deinem anderen Bruder nicht mehr vertraust, ist es umso wichtiger, dass du einen Beistand hast, der nur dein Wohl im Blick hat.
 
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