Darf ich ein Probearbeiten abbrechen oder Arbeit ablehnen, die ich ohne Vermittlungsvorschlag, alleine gefunden habe oder droht Sperrzeit von AfA bzw. Jobcenter?

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Christina96

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Hallo 😇

Mich würde interessieren ob ich ein Probearbeiten, dass ich selbst organisiert habe sprich es kein Vermittlungsvorschlag von AfA oder Jobcenter war, abbrechen kann wenn ich merke das es nichts für mich ist..

Normalerweiße würde ich einen Probearbeitstag nicht einmal melden, weil das mit dem Jobcenter damals zu problemen führte allerdings muss ich ab Morgen in die Maßnahme und ein Probearbeitstag würde sich demnach mit der Maßnahme überschneiden, da muss ich das dann ja wohl melden um nicht unentschuldigt zu fehlen. Jetzt ist es so, dass ich mich nicht nur bei Pflegeheimen beworben habe, die meiner Ausbildung entsprechend eine Stelle frei haben sondern auch auf Stellen beworben habe bei denen es keine Ausbildung benötigt.. Nun weiß ich ja nicht im Vorfeld ob es mir gefällt, natürlich will ich Arbeit finden, aber dennoch gibt es einfach dinge die ich nicht mein Leben lang machen möchte oder kann z.B. aufgrund meines Gewichtes ist es mir nicht möglich den ganzen Tag zu stehen, das führte bei einem früheren Arbeitsplatz zu Knieproblemen mit denen ich noch heute Kämpfe und in Behandlung bin. Leider weiß ich ja nicht im Vorfeld ob ich den ganzen Tag stehen muss oder nicht und ich will auch nicht beim Bewerbungsgespräch schon danach fragen, fände ich nicht sehr passend. Auch kann ich einfach nicht den ganzen Tag die ein und selben Handgriffe machen, da ist es selbst bei der Pflege für mich schon furchtbar, weshalb ich da gerne etwas anderes machen würde..

Ich hatte mal ein Probearbeiten, das konnte ich nach einer Stunde bereits abbrechen, weil ich merkte das es einfach nichts für mich ist.. rausgegangen bin ich nach dieser Stunde auch mit starken Rückenschmerzen..

Deshalb meine Frage, wenn ich eigenständig eine Arbeitsstelle finde, bei der ich einen Probearbeitstag ausmache, darf ich diesen abbrechen und die Arbeit auch ablehnen? Muss ich der AfA oder dem Jobcenter Rechenschafft ablegen, wieso, weshalb, warum? Drohen mir dadurch Konsequenzen? Wenn ich den Probetag abbreche und die Arbeit ablehne nur, weil mir die Arbeit an sich garnicht gefällt, drohen mir da Sanktionen?
 

Sery

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Hallo,
Ja Du musst die Probearbeiten vorher anmelden ansonsten kann man großen Ärger bekommen.
Aber Dir ist schon klar das es eigentlich kein Probearbeiten gibt?
"Probearbeiten" bedeutet man geht für ein paar Std in den Betrieb schaut sich den Laden an, plaudert mit den Vorgesetzten und den Kollegen sieht sich den Arbeitsplatz an und geht dann wieder?
Man erfüllt aber keine Arbeitsschritte.


So etwas macht man nur wenn jemand in einen anderen Beruf schnuppern möchte oder Schüler ist und ein Praktikum macht.

Wenn Du in einem Betrieb gehst und dort arbeitest erfüllst Du schon den Arbeitsvertrag und hast Anspruch auf Lohnkosten.
 

abcabc

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Deshalb meine Frage, wenn ich eigenständig eine Arbeitsstelle finde, bei der ich einen Probearbeitstag ausmache, darf ich diesen abbrechen und die Arbeit auch ablehnen?
Wenn AfA oder JC nichts von diesem Praktikum oder der Bewerbung wissen (und du die Bewerbung nicht in der Tabelle der Eigenbemühungen aufführst), geht das ohne Risiko. Dann droht nur Ärger wegen dem Praktikum. Bei ALG I wäre es schlimmer, da du während dem Praktikum nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standest (ist zwar logisch betrachtet Schwachsinn, da ein Praktikum ohne Konsequenzen jederzeit abgebrochen werden kann - aber gegen das SGB kommt man nicht an). Und auch bei ALG II könnte es Probleme geben.

Muss ich der AfA oder dem Jobcenter Rechenschafft ablegen, wieso, weshalb, warum?
Wenn AfA oder JC erfahren, dass du das Praktikum abgebrochen hast (und nicht der Betrieb), dann musst du damit rechnen, dass es eine Anhörung gibt. Könnte dann so ausgelegt werden, als ob du bei einem Vorstellungsgespräch gezeigt hättest, dass du kein Interesse am Job hast (schädliches Verhalten).

Drohen mir dadurch Konsequenzen? Wenn ich den Probetag abbreche und die Arbeit ablehne nur, weil mir die Arbeit an sich garnicht gefällt, drohen mir da Sanktionen?
Ja, da droht beim ALG I direkt eine Sperre und bei ALG II drohen 30% Sanktionen für 3 Monate. Wenn dir ein zumutbarer Arbeitsvertrag angeboten wird, den du ablehnst, und das JC erfährt davon, droht sogar schlimmeres, falls der SB daraus "vorsätzliche Aufrechterhaltung der Hilfsbedürftigkeit" macht.....
 
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Ruhrpottmensch

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Hallo @Christina96

Meine Vorredner sind ja schon auf die wesentlichen Punkte eingegangen...

Als Ergänzung von mir:
Ist die (mögliche) Stelle quasi durch "Vitamin B" gefunden worden? Kennst Du jemanden in dem Betrieb? Hast Du ein "gutes Verhältnis" zum (eventuell) zukünftigen Arbeitgeber? Dann würde ich persönlich (!) das auch nicht so eng sehen und mich ebenfalls (wie @Sery schon schrub) auf eine unverbindliche (!) "Führung" durch das Unternehmen einlassen. Einfach mal schauen, was dort gemacht wird, ob meine Fragen beantworten werden würden und ob auch ich mich an diesem Arbeitsplatz wohlfühlen würde. Aber eben auch nur für wenige Stunden und nicht über mehrere Tage. "Ganz locker" also...

Geht es aber tatsächlich um s.g "Probearbeit" und das vielleicht auch über den Rahmen eines "Hineinschnupper" hinaus, dann sollte man schon genauer "hingucken". Zwar stellt die s.g. "Probearbeit" kein eigentliches "Arbeitsverhältnis" dar (Und ist somit auch nicht durch einen Arbeitsvertrag festzuhalten und zu vergüten), sollte aber trotzdem in einer schriftlichen "Vereinbarung" zwischen Dir und dem Arbeitgeber festgehalten werden (Es handelt sich dann um ein s.g. "Einfühlungsverhältnis"). Denn während der "Probearbeit" darf ein Bewerber auf eine potenzielle Stelle im Grunde nur "kleinere Aufgaben" im Unternehmen übernehmen und nicht schon "vollumfänglich" wie ein "normaler" AN im Unternehmen eingesetzt werden. In einer Vereinbarung solltet dann der Bewerber genannt werden, der Ort & Zeitraum (Wann bis wann) des Probearbeiten, ein Hinweis das eben keine Verpflichtung zur Arbeitsleistung gilt und ganz wichtig, dass das "Probearbeiten" von beiden Seiten jederzeit mündlich beendet werden kann.

Mit solch einer Vereinbarung bist Du auf der sicheren Seite (m.E.n. auch ggü. dem JC) und könntest das "Probearbeiten" ganz formlos an das JC melden (Mit dem Hintergrund, dass man in der Zeit ja quasi dem Arbeitsmarkt/der Vermittlung nicht zur Verfügung steht). Zudem ist es natürlich auch eine Versicherungsrechtliche Frage ggü. dem JC (Fallbeispiel: Es passiert was, Du bist mehrere Wochen Arbeitsunfähig, das JC könnte tatsächlich eine "Herbeiführung der weiteren Hilfsbedürftigkeit" daraus konstruieren, wenn sie im Vorfeld nicht von dem Probearbeiten wussten).

Das klingt nach viel Arbeit, ich würde mich davor aber nicht scheuen, schon alleine deswegen, weil ich im Zusammenhang mit dem s.g. "Probearbeiten" schon selbst viel "Mist" erlebt habe (Langfristige Einsetzen von potenzielle AN im normalen "Arbeitsablauf" des Unternehmen -> Schwarzarbeit!).

P.S.: Auch wenn ein "Probearbeiten" nicht im klassischen Sinner vergütet werden kann (Entlohnung), so kann man durchaus für das Probearbeiten eine "Aufwandsentschädigung" bekommen. Dabei ist dann aber die Hinzuverdienstgrenze im ALG2 zu beachten.
 
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Sery

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Ruhrpottmensch @da muss ich widersprechen : Wenn man den Betrieb " anschaut" sollte man vom Chef eine Aufwandsentschädigung bekommen.
Darf man reguläre Arbeit in dem Betrieb erledigen, dann darf man auch normalen Lohn fordern von der ersten Stunde an.
Dem einen auch zusteht.
 

abcabc

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Ich finde man sollte das nicht so eng sehen mit der Bezahlung, wenn man sich bei einem seriösen Arbeitgeber auf eine Wunschstelle bewirbt (und keine Zwangsbewerbung bei einer Zeitarbeitsfirma o.ä.), wäre 1 Wochen Praktikum/Probearbeiten/..... ggf. sinnvoll. So können beide Seiten feststellen, ob die Chemie stimmt und eine langfristige Zusammenarbeit gut laufen wird. Ist für beide Seiten einfacher als in der Probezeit wieder zu kündigen - zumal man selbst nicht kündigen kann bzw. darf.....

Es kommt aber immer auf den Bewerber und den Job an. Handelt es sich um einen Job im gelernten Beruf, sollte maximal 1 Tag ausreichen. Bei einem Fachfremden Job hingegen wäre evtl. etwas mehr sinnvoll. Und wenn eh schon längere Arbeitslosigkeit besteht, würde ich die Chance nutzen über Praktikum/Probearbeiten einen Fuß in die Tür zu bekommen, wenn ich beim Vorstellungsgespräch den Eindruck habe, dass ich realistische Chancen habe, dass der AG mich fest einstellen wird.
 

Ruhrpottmensch

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Ich zitiere mich nur ungern selbst....

Geht es aber tatsächlich um s.g "Probearbeit" und das vielleicht auch über den Rahmen eines "Hineinschnupper" hinaus, dann sollte man schon genauer "hingucken". Zwar stellt die s.g. "Probearbeit" kein eigentliches "Arbeitsverhältnis" dar (Und ist somit auch nicht durch einen Arbeitsvertrag festzuhalten und zu vergüten), sollte aber trotzdem in einer schriftlichen "Vereinbarung" zwischen Dir und dem Arbeitgeber festgehalten werden (Es handelt sich dann um ein s.g. "Einfühlungsverhältnis"). Denn während der "Probearbeit" darf ein Bewerber auf eine potenzielle Stelle im Grunde nur "kleinere Aufgaben" im Unternehmen übernehmen und nicht schon "vollumfänglich" wie ein "normaler" AN im Unternehmen eingesetzt werden. In einer Vereinbarung solltet dann der Bewerber genannt werden, der Ort & Zeitraum (Wann bis wann) des Probearbeiten, ein Hinweis das eben keine Verpflichtung zur Arbeitsleistung gilt und ganz wichtig, dass das "Probearbeiten" von beiden Seiten jederzeit mündlich beendet werden kann.

Wenn diese Rahmenbedingungen vereinbart und eingehalten worden sind, wird es schwer, einen Richter/eine Richterin vor einem Arbeitsgericht davon zu überzeugen, dass es sich um ein "reguläres Arbeitsverhältnis" gehandelt hat.

Im Umkehrschluss hast Du natürlich völlig recht, dass wenn Tatsachen eintreten, die ein "Arbeitsverhältnis" definieren, dem potenziellen AN ein Vertrag und somit auch eine Entlohnung zusteht. ;)
 

grün_fink

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Mir fällt dazu noch ein, dass man sich beim ärtzlichen Dienst diese Vermittllungseinschränkung mit den Knien attestieren lassen könnte, wenn man möchte. Dann könnte man Vermittlungsvorschläge auf Jobs, wo man den ganzen Tag stehen muss, aussortieren ohne Gefahr von Kürzungen, und müsste sich damit nicht mehr unbedingt beschäftigen und sorgen.
 

Christina96

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Mir fällt dazu noch ein, dass man sich beim ärtzlichen Dienst diese Vermittllungseinschränkung mit den Knien attestieren lassen könnte, wenn man möchte. Dann könnte man Vermittlungsvorschläge auf Jobs, wo man den ganzen Tag stehen muss, aussortieren ohne Gefahr von Kürzungen, und müsste sich damit nicht mehr unbedingt beschäftigen und sorgen.
Hab heut mit der Dame von der Maßnahme gesprochen, eventuell könnte ich sogar ne Umschulung machen.. allerdings weiß ich noch nicht genau wie das läuft um sich bei so einem Beruf Arbeitsunfähig schreiben zu lassen.. ist aber ein anderes Thema, worum ich mich auch bald mal kümmern bzw mich informieren werde
 

grün_fink

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Die Dame von der Maßnahme hat da gar nix zu entscheiden, das hat über die AfA oder das JC zu laufen, sowohl Begutachtung als auch Umschulung.
Ganz einfach gesagt: Wenn du nicht mehr im alten Beruf arbeiten kannst, wegen gesundheitlicher Einschränkungen, sollte das der ärztliche Dienst feststellen. Weiters hättest du wahrscheinlich Anspruch auf berufliche Reha. Das hängt davon ab, was du sonst noch eventuell für Ausbildungen hast, und ob du lange genug in die DRV (Rentenversicherung) eingezahlt hast. Eventuell wäre auch AfA oder JC Kostenträger.
Möglich wäre Zusatzausbildung, wo man auf den alten Beruf aufsattelt oder den alten Beruf im neuen mit gebrauchen kann, oder ganz neuer Beruf. Das wird meistens vorher getestet, in speziellen Maßnahmen der DRV, die um Welten besser sind als JC-Maßnahmen.
Das als erster Anhaltspunkt.
 
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