Darf Gerichtsvollzieher Raten verweigern?

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

aidafan301

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 März 2012
Beiträge
218
Bewertungen
74
Hallo,

ich wolle mich mal wegen meiner Freundin erkundigen. Sie und ihr Mann haben noch einige "Altlasten", also Schulden und hin und wieder taucht bei Ihnen der Gerichtsvollzieher auf. So genau weiß ich jetzt auch nicht, wie die Schulden entstanden sind, aber das ist jetzt auch egal. Fakt ist, dass sie und ihr Mann trotz der Schulden über ein sehr gutes Einkommen verfügen und den Gerichtsvollzieher immer bezahlen konnten. Nun erzählte sie mir vor kurzem, dass der Gerichtsvollzieher, wenn es mal um eine größere Summe geht, eine Ratenzahlung nur in zwei Raten genehmigt. Sie hatte mal eine Summe von 1.500,-- € und wollte diese in 3 Raten zahlen. Da sagte er, das gäbe es nicht, höchstens zwei Raten. Dies macht er wohl immer und es ist wohl nicht abhängig vom Gläubiger. Ich habe mal im Fernsehen gesehen, dass ein GV eine Ratenzahlung innerhalb von 6 Monaten genehmigen kann, wenn der Schuldner nachweisen kann, dass er auch in der Lage ist, diese zu tilgen. Die beiden haben beide Arbeit und verdienen auch gut. Hieran kann es wohl nicht liegen. Ich habe das Gefühl, dass er keinen Bock darauf hat bzw. die Angelegenheit eher als erledigt ansehen kann, wenn die Forderung eher bezahlt ist.

Außerdem hat er wohl mal mit meiner Freundin geschimpft, weil sie sich mit dem Gläubiger in Verbindung gesetzt hat, zwecks Ratenzahlung. Er meinte, nicht der Gläubiger hatte das zu bewilligen, sondern er. Wenn er nicht "ja" sagen würde, ginge das sowieso nicht. Ich finde das irgendwie komisch. Habt Ihr da Erfahrung?

LG
Gaby
 

Sprotte

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 März 2008
Beiträge
3.403
Bewertungen
2.482
Nun erzählte sie mir vor kurzem, dass der Gerichtsvollzieher, wenn es mal um eine größere Summe geht, eine Ratenzahlung nur in zwei Raten genehmigt. Sie hatte mal eine Summe von 1.500,-- € und wollte diese in 3 Raten zahlen. Da sagte er, das gäbe es nicht, höchstens zwei Raten. Dies macht er wohl immer und es ist wohl nicht abhängig vom Gläubiger.

Bis zu 6 Monaten kann er unabhängig vom Gläubiger "genehmigen"....

....wie du schon selber geschrieben hast :

Ich habe mal im Fernsehen gesehen, dass ein GV eine Ratenzahlung innerhalb von 6 Monaten genehmigen kann, wenn der Schuldner nachweisen kann, dass er auch in der Lage ist, diese zu tilgen. Die beiden haben beide Arbeit und verdienen auch gut.

Außerdem hat er wohl mal mit meiner Freundin geschimpft, weil sie sich mit dem Gläubiger in Verbindung gesetzt hat, zwecks Ratenzahlung. Er meinte, nicht der Gläubiger hatte das zu bewilligen, sondern er. Wenn er nicht "ja" sagen würde, ginge das sowieso nicht. Ich finde das irgendwie komisch. Habt Ihr da Erfahrung?

Das finde ich nun reichlich komisch,den für jede Ratenvereinbarung,die über die 6 Monatsfrist hinausgeht ,braucht er die Zustimmung des Gläubigers (Auftraggebers) und nicht umgekehrt.

Um Rechtssicherheit zu erlangen würde ich beim Amtsgericht aufschlagen und mich mit einem Rechtspfleger unterhalten.
Dort ist auch der richtige Platz für Beschwerden......wenn z.B. der Schuldner oder ein (beschwerter) Dritter die Art und Weise der ZV durch den GV rügen will (§766 Abs.1 ZPO ) ...das würde ich persönlich allerdings nicht im Alleingang machen.
 

rechtspfleger

Technische-Moderation
Mitglied seit
17 April 2011
Beiträge
921
Bewertungen
321
Um Rechtssicherheit zu erlangen würde ich beim Amtsgericht aufschlagen und mich mit einem Rechtspfleger unterhalten.

Für Eingaben bzgl. GV-Tätigkeit besteht keine Rechtspflegerzuständigkeit. Das sind sog. Erinnerungen nach § 766 ZPO, die Richtersache sind. Unterhaltungen mit dem Rechtspfleger sind daher im Zweifel eher nicht weiterführend, jedenfalls kann der Rechtspfleger keine verbindlichen Aussagen zu solchen Themen treffen.
 

aidafan301

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 März 2012
Beiträge
218
Bewertungen
74
Danke für die Auskunft, wobei ich mir schon Gedanken mache, ob es nicht eine übergeordnete Stelle gibt, die so etwas regelt. Ich denke, auch ein Gerichtsvollzieher kann nicht machen, was er will. Auch wenn es Leute gibt, die Schulden haben und die aber alles versuchen, um diese Schulden abzubauen, kann man ihnen doch nicht so den Weg versperren. Es gibt so viele Schuldner, die nicht einmal in der Lage sind, 50,-- € monatlich aufzubringen. Was sollen denn diese Leute machen?

LG
Gaby
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten