Darf eine Zeitarbeitsfirma dem Massnahmeträger (Coach) Rückmeldung über Inhalte meines Vorstellungsgespräch geben?

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Sommer

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Guten Abend,

Ich bin zur Zeit in einer 3monatigen Maßnahme, beziehe ALG 1 (4,5 Monate Arbeitslosigkeit).

Durch das Vermittlungsteam beim Träger werden meine Bewerbungsunterlagen ausschließlich an Zeitarbeitsfirmen geschickt.

Ich habe jede Woche 2 Stunden sog. Einzelcoaching mit dem Coach und dieser fragt immer ob ich schon Vorstellungsgespräche habe, auch wie die ZAF"s heißen.

Meine Frage:
Beim Vorstellungsgespräch: Darf die ZAF eine genaue Rückmeldung dem MT (Coach) geben, was im Vorstellunggespräch besprochen wurde mit mir (irgendein Gesetz in BRD?!) z.B. (Wg. einer Absage der ZAF.)

Darf ZAF diese untengenannte Inhalte des Gesprächs den MT(Coach) melden?

z.B.1. ZAF hat mir ein Gehalt vorgeschlagen, dass ich ablehnte,
2.Ich habe ein zu hohes Gehalt gefordert (4-6 Monaten Arbeitslosigkeit muss 30 % weniger Gehalt akzeptieren, Zumutbarkeit)
3.sage im Gespräch, ohne das ich aufgefordert werde über Behinderung zu sprechen, das ich eine Behinderung GdB 30 habe etc.

also Gründe, die vielleicht zu einer Absage führen könnten (falls ZAF nach Gespräch nicht mit mir arbeiten will


Diese ZAF"s bombardieren mich z.Z. mit Vorstellungsgesprächen, muss irgendwann zur ZAF hingehen, sonst heißt es ich wirke nicht mit in der Maßnahme.

Ich danke schon mal allen für die Hilfe :cheer2:

Viele Grüße
 

Allimente

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Normalerweise dürfen die das nicht. Es kommt aber auch immer darauf an, was Du beim Maßnahmenträger unterschrieben hast und dem damit vielleicht ja ausdrücklich zugestimmt hast. Hierbei wäre es hilfreich mehr darüber zu wissen, was Du beim MT unterschrieben hast.
 

Sonne11

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@Al war schneller :biggrin:

Hallo!
Du solltest Dich bezüglich Datenschutz und Schutz personenbezogener Daten befassen. Denn auch wenn Du in einer Maßnahme bist, heißt es nicht, dass Du keine Rechte hast.

Und total fehlender Datenschutz, ist dann auch das Problem aller Deiner Fragen, denn das zieht sich wie eine Kette. Ich denke, Du hast auch Einwilligungen beim Träger unterschreiben, die Du nicht musstest.

-MT sollte keine persönlichen und hoch sensiblen Daten (z.B. Bewerbungen) verbreiten, wo er will
-MT sollte keine Stellen für Dich aussuchen (Auch Datenschutz, da Du wahrscheinlich alles mögliche angegeben und ausgehändigt hast. Oder in Computer eingetippt, auf Stucks gespeichert hast)
-MT sollte nichts für Dich vereinbaren

Wenn Du MT alles (oder einiges) untersagst und selbstbestimmt, wie ein(e) Erwachsene(r) mit Entscheidungsfreiheit bist, dann brauchst Du nicht nachdenken, was ZAF an MT melden und MT dann an die AfA melden wird.

Du musst also ganz früh die Sache (Datenschutz) selbst steuern und entscheiden.

Und zur eigentlichen Frage: nein, eine ZAF dürfte einem MT nichts rückmelden und Du musst auch keine Einzelheiten unter Druck oder Angst verraten. Aber die machen es trotzdem, weil sie Dich zum Mittel haben und man aus Dir gut Geld machen kann. Zudem keiner überprüfen kann, was die sich so "privat" erzählen.

Du kannst es dann an den Fragen erkennen, die ein bestimmtes Wissen erkennen lassen.
 

Regensburg

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Moin :)

1 - wie vorschreiber -> es ist wichtig was Du an Datenschutzerklärung(en) / Zustimmungen unterschrieben hast.
Irgendetwas musst Du unterschrieben haben, sonst dürfte MT keine Deine Bew. Unterlagen an Dritte (ZAF) senden.

Info: Diese Datenschutz Zustimmung(en) darfst Du ohne Rechtsfolgen jederzeit für Zukunft widerrufen.

2 - MT darf keine Sanktionsbewehrte Vermittlungsvorschläge unterbreiten. Das darf für Dich nur die AfA.

3.sage im Gespräch, ohne das ich aufgefordert werde über Behinderung zu sprechen, das ich eine Behinderung GdB 30 habe etc.
Das musst Du sogar sagen.
Sollte sich deine Behinderung auf deine Tätigkeit auswirken, darfst Du eventuell auch mit Schadenersatz rechnen...
 

Sommer

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Normalerweise dürfen die das nicht. Es kommt aber auch immer darauf an, was Du beim Maßnahmenträger unterschrieben hast und dem damit vielleicht ja ausdrücklich zugestimmt hast. Hierbei wäre es hilfreich mehr darüber zu wissen, was Du beim MT unterschrieben hast.

Ich schicke jetzt einzelne Seiten des Vertrags mit Maßnahmeträger, den ich unterschrieben habe
(3 Datenschutz)
(4 Einverständniserklärung Datenschutz)

ich tippe mal etwas ab (3 Datenschutz):
1. Abschnitt:
Die im Vertrag angegebenen personenbezogenen Daten, insbesondere Name, Anschrift, Telefonnummer, die allein zum Zwecke der Durchführung des entsprechenden Vertragsverhältnisses notwendig und erforderlich sind, werden auf Grundlage gesetzlicher Berechtigungen erhoben.
Ich: ich verstehe das so: meine Telefonnummer (Handynummer) ist notwendig (ein Muss?), damit der Vertrag mit mir oder Afa und MT erfüllt wird.
Z.B. Wenn Bewerbungsunterlagen d. Vermittlungsteam geschickt werden, wurde meine Mobilnr.angegeben.
Der vorletzte Abschnitt sagt aber:
Gemäß Artikel 17 DSGVO können Sie jederzeit gegenüber MT... die Berichtigung, Löschung und Sperrung einzelner personenbezogener Daten verlangen.

Bedeutet: ich kann mich auf Artikel 17 DSGVO berufen, damit meine Handynummer entfernt vom Lebenslauf entfernt wird, wenn Vermittlungsteam wieder meine ZAF"S erschickt?


Im zweiten Abschnitt (3 Datenschutz) steht folgendes:

Für jede darüberhinausgehende Nutzung der personenbezogenen Daten und die Erhebung zusätzlicher Informationen bedarf es regelmäßig der Einwilligung des Betroffenen. Eine solche Einwilligung können Sie im folgenden Abschnitt freiwillig erteilen.

Kann man den zweiten Abschnitt so interpretieren: Maßnahmeträger/Coach darf nicht zusätzliche Informationen beim ZAF erfragen, z.B Rückmeldung über das Vorstellungsgespräch mit mir zu Gehalt/Behinderung etc.? MT muss mich, bevor er um ein Feedback über mich bei ZAF bittet, regelmäßig um Einwilligung fragen?
 

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Sommer

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Moin :)

1 - wie vorschreiber -> es ist wichtig was Du an Datenschutzerklärung(en) / Zustimmungen unterschrieben hast.
Irgendetwas musst Du unterschrieben haben, sonst dürfte MT keine Deine Bew. Unterlagen an Dritte (ZAF) senden.

Info: Diese Datenschutz Zustimmung(en) darfst Du ohne Rechtsfolgen jederzeit für Zukunft widerrufen.

2 - MT darf keine Sanktionsbewehrte Vermittlungsvorschläge unterbreiten. Das darf für Dich nur die AfA.
bedeutet: Wenn ich im Vorstellungsgespräch der ZAF eine Absage erhalte, z.b. aufgrund das ich mich zu teuer verkaufe (Gehalt) o. Behinderung,(MT darf ja keine Rückmeldung von ZAF verlangen) darf er mich nicht sanktionieren, in dem MT diese Info an die Afa mitteilt.

ich schicke (die 4 Einverständniserklärung Datenschutz)
3. Abschnitt sagt folgendes:
Ferner stimme ich zu, dass meine Bewerbungsunterlagen durch den Bildungsträger im Rahmen seiner Vermittlungsbemühungen an Dritte (also ZAF"s) weitergegeben werden dürfen. Gleichzeitig bin ich damit einverstanden, dass der MT gemeinsam mit mir mein persönliches Bewerberprofil in der Jobbörse der Afa bearbeitet und optimiert.

Ich: Bedeutet das: Ich kann die Zustimmung widerrufen, damit meine Bewerbungsunterlagen durch MT nicht mehr an Dritte (ZAF) geschickt werden?
Aber: letzter Abschnitt sagt dies:
Ich wurde darauf hingewiesen, dass bei unzureichender Teilnahme oder Mitwirkung meinerseits, eine Meldung des MT an die Afa erfolgt, welche leistungsrechtliche Konsequenzen für mich bringen kann
Ich: Uns wurde am Infotag durch MT nicht gesagt, ob das Versenden meiner Unterlagen durch MT Pflicht ist. Ich denke, MT muss der Afa irgendein schmackhaftes Massnahmepaket verkaufen, das zeigt welche Dinge MT den Arbeitslosen fördert und anbietet.
 

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Regensburg

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Hi :)

ich möchte Dir nicht nahe zu treten, aber hast Du gelesen was Du unterschrieben hast?

Der 2.te Blatt, letzter Punkt
....welche leistungsrechtliche Konsequenzen für mich bringen kann.
würde ich den Datenschützer melden.
Hier kann man nicht über Freiwilligkeit (die sowieso drin stehen müsste) nicht reden -> eher über eine Erpressung.

Du hast dem MT alle Freigaben unterschrieben -> man man man.....
 

Sommer

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Hi Sonne11,

du sagtest: MT sollte keine Stellen für mich aussuchen. Nur frage ich mich:
Als ich einmal ein zweistündiges EinzelCoaching hatte, ist der Coach mit mir in die Jobbörse gegangen (hab mich mit meinen Daten eingeloggt), hat mir Vorschläge gemacht und in diesen 2 Stunden ca. 12 Bewerbungen nur an ZAF"s geschickt. Ich weiss nicht wie der sog. Stundenplan aussieht beim Einzelcoaching (welches angebliche Wissen er mit vermitteln soll).Dieses Einzelcoaching bringt mir auch nix, da ich mich zu Hause vor dem Laptop selbst bei der Jobbörse oder auch bei StepStone etc. bewerben kann. Wenn Coach keine Bewerbungen durch Jobbörse verschickt, dann ist er in meinen Augen arbeitslos. Die wollen mit dir über Vorstellungsgespräche reden, wie diese funktionieren (typische Fragen etc.). ICh kann mich selbst im Internet darüber informieren

Problem: Nur auf welchem Abschnitt in der (4 Einverständniserklärung Datenschutz) und ( 3 Datenschutz) kann ich mich berufen, damit der Coach nicht mehr bei jeden Einzelcoaching mir mir Stellen raussucht und diese per Jobbörse verschickt?

Ich habe ja unterschrieben und mich verpflichtet, dass ich aktiv mit dem Dozenten in der Massnahme zusammenarbeite,
diese "Aktive Zusammenarbeit mit Coach ist ein schwammiger, intepretationsbedürtiger Satz......
 

Sommer

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Hi Regensburg,
soll ich mich an den Landesdatenschutzbeauftragten meines Bundeslandes wenden und welchen Erfolg hätte das für mich? Kann der Datenschutzbeauftragte den MT, wie sagt man das?, in die Zügel nehmen oder kritisieren?
Zu Blatt 4: Schriftliche Einwilligung Datenschutz

im letzten Abschnitt, ganz am Ende steht folgendes:

Dass man jederzeit ohne Angabe von Gründen von meinem Widerspruchsrecht Gebrauch machen kann und die erteilte Einwilligungserklärung mit Wirkung für die Zukunft abändern oder gänzlich widerrufen kann.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
soll ich mich an den Landesdatenschutzbeauftragten meines Bundeslandes wenden und welchen Erfolg hätte das für mich? Kann der Datenschutzbeauftragte den MT, wie sagt man das?, in die Zügel nehmen oder kritisieren?
Das würde überhaupt nichts bringen, denn laut dem in #7 eingestellten Dokument hast du dem MT alles erlaubt.
Da kann auch der DSB nichts machen ...

Da musst du ansetzen:
Dass man jederzeit ohne Angabe von Gründen von meinem Widerspruchsrecht Gebrauch machen kann und die erteilte Einwilligungserklärung mit Wirkung für die Zukunft abändern oder gänzlich widerrufen kann.
 

0zymandias

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[...]
Darf ZAF diese untengenannte Inhalte des Gesprächs den MT(Coach) melden?
[...]

Nein.

Ein Bewerbungsprozess mit dem Austausch sensibler Daten unterliegt dem Datenschutz, wodurch der potentielle Arbeitgeber mit diesen Daten besonders sorgfältig umgehen muss.

Für den Datenfluss von der ZAF zum MT ist es irrelevant, welche Verträge beim MT unterschrieben wurden.
Hierfür würde die ZAF eine konkrete Datenfreigabe von Dir benötigen, die scheinbar nicht vorliegt.

Für das Nachfragen des MTs bei Dritten zur Erhebung Deiner persönlichen Daten wurde in den zwei Schriftstücken keine Freigabe erteilt.
-> Der Datenfluss erfolgte auch seitens des MTs zu Unrecht.

Das Junktim aus Unterschrift und kaum verhohlener Sanktionsdrohung scheint mir auch die Freiwilligkeit der Freigabe substantiell zu unterlaufen. :biggrin:
Als Drittes könnte man bei dem zuständigen Datenschutzbeauftragten nachfragen, ob er das auch so sieht.

Für Anfragen/Beschwerden den Landesdatenschutzbeauftragten des Landes einschalten, in dem das jeweilige Unternehmen seinen Geschäftssitz hat.

[...]
Problem: Nur auf welchem Abschnitt in der (4 Einverständniserklärung Datenschutz) und ( 3 Datenschutz) kann ich mich berufen, damit der Coach nicht mehr bei jeden Einzelcoaching mir mir Stellen raussucht und diese per Jobbörse verschickt?
[...]

Lösung: Sich nicht entmündigen lassen; das ist auch nicht zeitgemäß.

Also als Erstes alle Datenfreigaben, soweit sie nicht ausdrücklich gesetzlich schon gemacht sind, widerrufen.

Wenn es interessante Angebote gibt, kann man sie Dir vorlegen.
Du prüfst sie dann und entscheidest, ob, wann und wie Du Dich bewirbst.

Wenn jemand anders in Deinem Namen Bewerbungen verschickt, ist das übrigens Identitätsdiebstahl.

Die Einverständniserklärung würde ich kündigen.
Eine Kopie des Arbeitsvertrages Dritten, hier dem MT, zugänglich zu machen, kann bei Bekanntwerden das Ende des Arbeitsverhältnis und je nach Vertrag auch Vertragsstrafen nach sich ziehen.
Eine Nachbetreuung kostet sicherlich Geld, das man für so einen Muckefugg nicht hat.
Außerdem könnten sich Arbeitgeber und Arbeitkollegen wundern, welche "Betreuung" der neue Kollege scheinbar nötig hat, was wiederum zur Beendigung oder Beeinträchtigung des neuen, empfindlichen Arbeitsverhältnis führen könnte.
Die Weitergabe von Bewerbungsunterlagen an Dritte ist nicht zweckgebunden. (MANN! Wie kannst Du so etwas unterschreiben?)
Vorstellbar ist also unter anderem ein schwunghafter Adresshandel, mit dem der MT sicherlich ein schönes Extra-Bakschisch verdienen könnte.
Als Adressaten der Datensätze hätte auf potentielle Arbeitgeber beschränkt werden müssen.

Kurz: In Zukunft bitte nichts mehr unterschreiben (in dieser "Branche"), ohne dass sich jemand das vorher angesehen hat oder Du Dich gut eingelesen hast.
 
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