Darf ein Inkassounternehmen meine Daten ( nach DSGVO) an ein anderes Inkassounternehmen weitergeben ?

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Balu48

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Hallo in die Runde,

hab da mal eine Frage ...
Ich habe Post von einem Inkassounternehmen bekommen. Dort steht drinnen, dass sie eine Forderung eines anderen Inkassounternehmen übernommen haben und diese jetzt von mir einfordern.
Es geht jetzt nicht darum, ob die Forderung berechtigt ist.
Mir stellt sich die Frage, darf das "alte" Inkassounternehmen meine Daten einfach so an ein anderes Inkassounternehmen weitergeben (verkaufen) ? Wie sieht es aus mit der neuen DSGVO, die ja sehr umfangreich ist ?
Hat da jemand Erfahrung mit, oder kann mir die Frage beantworten ? Gerne auch mit einer Rechtsgrundlage, die ich dann dem "neuen" Inkassounternehmen um die Ohren hauen kann. Auch das "alte" Inkassounternehmen würde ich gerne Anzeigen, wenn es denn zu unrecht meine Daten weiter gegeben hat.

Schon mal danke an Alle die mir meine Frage mit beantworten können.

Lg
 


G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Möglichkeiten:

1. Der Gläubiger hat bestimmt, daß ab sofort Inkasso x anstelle von y die Vertretung übernimmt.

Das darf der Gläubiger, insofern wäre die Datenweitergabe ok.

2.
Der Gläubiger hat einen (offensichtlich) vollstreckbaren gerichtlichen Titel (Urteil/Vollstreckungsbescheid) verkauft. Diese Titel dürfen von jedem, der sie rechtmässig inne hat, gehandelt werden. Das mit dem Verkauf des Schuldtitels dem neuen Gläubiger deine Daten bekannt werden, ist nunmal zwangsläufig und nicht zu umgehen.

Auch hier, Weitergabe ok.
 

Allimente

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Das neue Inkassounternehmen hat aber die Pflicht sich Dir gegenüber zu legitimieren. An Deiner Stelle würde ich diese Legitimierung (Abtretungserklärung) anfordern, falls nicht schon geschehen. Könnte ja sonst jeder kommen und Geld von Dir fordern.
 

Balu48

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2.
Der Gläubiger hat einen (offensichtlich) vollstreckbaren gerichtlichen Titel (Urteil/Vollstreckungsbescheid) verkauft. Diese Titel dürfen von jedem, der sie rechtmässig inne hat, gehandelt werden. Das mit dem Verkauf des Schuldtitels dem neuen Gläubiger deine Daten bekannt werden, ist nunmal zwangsläufig und nicht zu umgehen.

Auch hier, Weitergabe ok.
Es gibt tatsächlich einen vollstreckbaren Titel. Ob der Gläubiger diesen allerdings selbst verkauft hat, dass glaube ich noch nicht einmal. Vielmehr wird das "alte" Inkassounternehmen die Daten weiter gegeben bzw. verkauft haben.
Da müsste das "neue" Inkassounternehmen ja was schriftliches haben :icon_kinn:

Das neue Inkassounternehmen hat aber die Pflicht sich Dir gegenüber zu legitimieren. An Deiner Stelle würde ich diese Legitimierung (Abtretungserklärung) anfordern, falls nicht schon geschehen. Könnte ja sonst jeder kommen und Geld von Dir fordern.
Dann werde ich diese mal einfordern ...
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Es gibt tatsächlich einen vollstreckbaren Titel. Ob der Gläubiger diesen allerdings selbst verkauft hat, dass glaube ich noch nicht einmal. Vielmehr wird das "alte" Inkassounternehmen die Daten weiter gegeben bzw. verkauft haben.
Da müsste das "neue" Inkassounternehmen ja was schriftliches haben :icon_kinn:
Wenn dem IKB selbst die Forderung nicht gehört, kann es von sich aus weder ein anderes Inkassobüro beauftragen noch die Forderung verkaufen.
 

Balu48

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Wenn dem IKB selbst die Forderung nicht gehört, kann es von sich aus weder ein anderes Inkassobüro beauftragen noch die Forderung verkaufen.
Das ist ja der springende Punkt. Das ist ja was ich meine. Dann würde sich das "alte" Inkassounternehmen ja strafbar machen (Datenschutz u.s.w.)
 

Balu48

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Wenn es denn dir was bringt, da jetzt mal ordentlich auf den Putz zu hauen, dann mach das mal.
Das hat ja mit "ordentlich auf den Putz hauen" nichts zu tun. Mich ärgert nur, dass sich irgendwelche Inkassounternehmen nicht an die Rechtsprechung halten und den Leuten mit irgend welchen Drohbriefen einschüchtern wollen. Dagegen möchte ich vorgehen.
 

humble

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Die Masche mit der Verschieberei der Forderungen von Inkasso zu Inkasso oder zu Rechtsanwälten bringt den Konzernen Milliarden. Das ist der eigentliche Zweck dieses Vorgehens. Möglichst hohe Kosten zu produzieren, denn oft werden diese gesamten Forderungen von Gläubigern irgendwann doch ausgeglichen, vll. durch Ratenzahlung, die selbst auch schon wieder Geld kostet.

Konzerne betreiben eigene "ausgelagerte" Inkassofirmen, bei denen die Rechtsanwälte sogar im gleichen Haus sitzen. Bei manchen Firmen macht das Inkasso mehr an Gewinn aus, als das Hauptgeschäft.

Würden die Konzerne, wie OTTO, Stadtwerke, Kommunikationsunternehmen usw. nur über eigene Mahnungen arbeiten, nehmen sie gerade mal paar Euro ein, die sie selbstverständlich in die Forderung einrechnen.

Bei Inkassobeauftragung werden schon mal die Geschäftsgebühren (0,5 Geschätsgebühr analog Nr. 2300 VV RVG)) und Post(TK)-pauschale draufgepackt. Das Forderungsschreiben geht dann an den Gläubiger, mit Hinweis auf § 11a RDG.

Zahlt der Gläubiger nicht sofort, werden die "hauseigenen" Rechtsanwälte beauftragt, die die Geschäftsgebühr der Inkassofirma jetzt als "Inkassokosten" ausweisen und selbst wiederholt eine Geschäftsgebühr (0,8 nach 2300 VV RVG) verlangen, mit Hinweis auf § 43d BRAO. Selbstverständlich dann auf die gesamte Forderung.

Seit Jahren hunderttausendfach kritisierter Vorgang, der bei Gerichtsverfahren dazu führt, dass die Rechtsanwälte plötzlich auf ihre "Geschäftsgebühr" verzichten. Höchstrichterliche Rechtsprechung meidet man da wie Teufel das Weihwasser. Das ganze System ist rein darauf ausgelegt, dass Gläubiger vor dem beschreiten des Rechtsweges die aufgeschäumte Forderung vollständig bezahlen. Deshalb die unverschämte Aggressivität, mit der Millionen Gläubiger (oft angebliche) traktiert werden. Die Hauptforderung ist dabei oft lächerlich, im Vergleich zu den enormen Gebühren.

Hier mal eine Reportage aus diesem Monat zu den ganzen Tricks dieser Abzockerbranche. Man beachte die Sprüche des Verbandslobbyisten... :icon_neutral:
Die Story im Ersten: Milliardengeschäft Inkasso
Rund fünf Milliarden Euro setzt die Inkasso-Industrie in Deutschland jährlich um, Tendenz steigend. Schon heute sind knapp sieben Millionen Deutsche überschuldet: jeder zehnte Erwachsene.
 
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