Darf die Bank den Gläubiger über ein P-Konto informieren?

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Wollenschrank

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Person A ist verschuldet. Ein Anwalt stellt ein P-Konto -Bescheinigung aus, darauf auch ein Freibetrag für ein uneheliches Kind, daß Person A vor drei Jahren gezeugt hat. Freibetrag 1.073,88 € plus 404,16 € für das Kind.

Person A bekommt von seinem Ex-Ehepartner (Person B) seit vier Jahren nachehelichen Unterhalt der rund 1.300 EUR beträgt. Von dem neuen Kind von Person A weiß die Ex-Frau nichts und soll auch nichts wissen.

Nun will die unterhaltspflichtige Person B noch einige Gerichtskosten zurückhaben. Person B kann bei Person A aber nichts pfänden, da er mit 1.300 Einnahmen zwar über seinem Freibetrag liegt, aber aufgrund des zusätzlichen Kinderfreibetrages trotzdem nichts pfänden kann.

Der Anwalt von Person B wendet sich wohl an die Hausbank von Person A, warum die Pfändungsversuche bis dato ohne Erfolg geblieben sind.

Die Hausbank sendet der unterhaltspflichtigen Person B (gleichzeitig Gläubiger) eine Kopie der P-Konto -Bescheinigung. Person B wußte nichts von Unterhaltspflichten des Ex-Partners und verlangt Auskunft, wer da Unterhalt bekommen soll (also das, was bis dato verschwiegen wurde, weil das eine nacheheliche Angelegenheit ist).

1. Frage:
Darf die Bank einem Gläubiger ohne ihre eignen Kunden zu fragen einfach eine Kopie des Antrages auf ein P-Konto schicken? So erfährt der Gläubiger ja, wie sich der Freibetrag zusammensetzt, das z. B. Unterhaltsverpflichtungen bestehen. Gilt da kein Bankgeheimnis?

2. Frage
Der Gläubiger (Person B) verlangt nun von dem Anwalt, der die P-Konto -Bescheinigung für Person A ausgestellt hat einen Nachweis über bestehende Unterhaltverpflichtungen. Kann jeder Gläubiger das verlangen?

3. Frage
Falls der Schuldner keine Auskunft erteilt, droht der Anwalt des Gläubigers damit, die Bank anzuweisen, den Freibetrag herabzusetzen. Kann ein Gläubiger das so einfach? Gilt da kein Bankgeheimnis?

4. Frage
Das Kind lebt im Ausland (Ukraine). Sollen/Müssen das amtliche Dokumente her oder reicht eine Bescheinigung der Mutter? Eine amtliche Vaterschaftsanerkennung gibt es aufgrund der Lage im Kriegsgebiet nicht. Wer muß die Kosten für die Beschaffung übernehmen, zumal ja sicher auch ein vereidigter Dolmetscher alles übersetzen muß.

Das Dumme an dieser Angelegenheit ist, daß der Gläubiger der Ex-Ehepartner ist und gleichzeitig der einzige Geldgeber ist (nachehelicher Unterhalt). Würde ein "neutraler" Gläubiger auch Freibeträge anzweifeln?

Vielen Dank im Voraus für alle konstruktiven Hinweise!
 
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