Darf der SB bei einer Firma nachfragen, ob der ELO sich beworben hat? Laut LDI ja.

faalk

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Es war ja schon de söfteren die Frage, ob der SB bei den Arbeitgebern wo man sich beworben hat, anrufen darf und nachfragen stellen darf, ob der ELO sich überhaubt beworben hat etc.
Hier scheiden sich die Geister. Darf, darf nicht. Auch ich habe die Meinung von "datenschutzbeauftragter.info" geteilt. Danach muss eine Rechtsgrundlage nach §4 Abs 1. BDSG gegeben sein, um solche Nachfragen seitens des SB einholen zu dürfen.

https://www.elo-forum.org/weiterbildung-umschulung-sinnlose-massnahmen/unglaublich-gerade-monate-lange-massnahme-ins-haus-geflattert-168124/index6.html#post2080274

Ich habe daraufhin den LDI angeschrieben und gefragt, ob der SB des JC bei sich beworbenen Firmen anrufen darf um nachzufragen, ob sich der ELO überhaupt dort beworben hat.

Heute die Antwort vom LDI per Mail. (Auf Grund der Länge/Übersichtlichkeit, als PDF"
 

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AnonNemo

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AW: Darf SB bei sich beworbener Firma nachfragen, ob sich beworben wurde? Laut LDI ja.

Der LDI lässt sich darüber aus, dass das Amt einem Arbeitgeber Informationen über einen potentiellen Bewerber zukommen lassen darf ~> VV.

In der LDI-Stellungnahme habe ich nichts darüber gelesen, dass das Amt berechtigt sein könnte, beim Arbeitgeber nachfragen zu dürfen!!!
Bei einem VV nicht und bei einer Eigenbewerbung erst recht nicht!!!

Das Einzige, was in diese Richtung läuft ist
Der Arbeitgeber kann dem Jobcenter Rückmeldung geben, ob sich der Leistungsberechtigte beworben hat, ob eine Einstellung erfolgt oder woran eine Einstellung gescheitert ist.
Hierbei ...
Arbeitgeber haben nach § 57 Satz 1 SGB II der Agentur für Arbeit bzw. in Verbindung mit § 6b Abs. 1 SGB II dem zugelassenen kommunalen Träger auf Verlangen Auskunft über solche Tatsachen zu geben, die für die Entscheidung über einen Anspruch auf Leistungen nach diesem Buch erheblich sein können.
... handelt es sich um die Informationen von den letzten Arbeitgebern, damit der Leistungsanspruch geprüft werden kann, und nicht, damit das Amt bei einem Arbeitgeber nachfragen kann/darf; ob, wie usw. der eLB sich beworben hat.
 
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ExitUser

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AW: Darf SB bei sich beworbener Firma nachfragen, ob sich beworben wurde? Laut LDI ja.

Es war ja schon des öfteren die Frage, ob der SB bei den Arbeitgebern wo man sich beworben hat, anrufen darf und Nachfragen stellen darf, ob der ELO sich überhaupt beworben hat etc.
Die Arbeitgeber erhalten oft noch vor dem Elo einen netten Brief "Wir haben ... zur Bewerbung aufgefordert." Und daran hängt dann auch noch ein Fragebogen, den effizient arbeitende Firmen eher ignorieren müssen (weil sie gar keine Zeit haben, einen Aktenordner voll solcher Dinger per Hand auszufüllen), der von ZAF und PVA aber gerne genutzt wird, um die natürliche Freundschaft zu ihrem Existenzerhalter zu pflegen.

Hier scheiden sich die Geister. Darf, darf nicht. ...
Mag sein. Die Fragen werden auf den Nachweislisten nicht umsonst gestellt, die Einträge oft nicht einfach nur zur Kenntnis genommen. Viele SB's konfrontieren die LE auch mit frei erfundenen oder Gefälligkeitsantworten der "Arbeitgeber".
 

dagobert1

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Es war ja schon de söfteren die Frage, ob der SB bei den Arbeitgebern wo man sich beworben hat, anrufen darf und nachfragen stellen darf, ob der ELO sich überhaubt beworben hat etc.
Hier scheiden sich die Geister. Darf, darf nicht.
Darf i.d.R. nicht, nur in Ausnahmefällen.
---> § 67a SGB X
 

faalk

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gut, dann hat der LDI auch keine Ahnung. Traurig aber war.:wink:
 
E

ExitUser

Gast
Nun, wir wissen ja alle, daß die SB's per defintionem einen Freifahrtschein nach § 20 StGB haben. Das sollte aber nicht für einen ZAF-Mitarbeiter gelten, auf deren hanebüchene Einlassungen eine Sanktion wegen Negativbewerbung gestützt würde.
Mit der Sanktionsanhörung hätte man schon mal eine vor Gericht glaubhafte und schriftliche Zeugenaussage. Ob denn die Liebe zwischen ZAF-Mitarbeiter und SB noch lange vorhielte, wenn ersterer deshalb von der Polizei zur "Klärung einer Angelegenheit" vorgeladen würde?
 

Claus.

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In Absatz 2 bis 4 konstruiert der LDI m.M.n. eine Pflicht, nach der das JC zwingend Sanktionen verhängen müsse.

Evtl. müsste man die Frage noch präzisieren ...
- darf der SB nur schriftlich oder auch fernmündlich nachfragen?
- wann darf er nachfragen? -> Mir dünkelt als wären Angaben vorrangig beim Betroffenen (Kunden) einzuholen?
- wenn auch fernmündlich erlaubt wäre: wie ist sichergestellt daß dabei ausschließlich ´zwingend erforderliche´ Daten ausgetauscht werden?
- und generell noch: welche Möglichkeiten wären einem JC-´Kunden´ gegeben, gegen aus seiner Sicht "unstimmige" Daten (z.B. subjektiv geprägte oder gar vermeintlich "aus der Luft" gegriffene Aussagen) zu intervenieren? Bei schriftlich getätigten Nachfragen? Bei fernmündlich getätigten Nachfragen?

Seite 2 Abs. 1 enthält m.M.n. noch eine weitere "nachfragenswerte" These. "[...] wobei der AG auch wissen möchte, um wen es sich dabei handelt."
Die Pflicht bzw. das Recht zu eigeninitativen Vermittlungsbemühungen seitens der JC darf wohl nicht überstrapaziert werden. Daher nicht "Es besteht ein Bedarf, dem AG Namen und Anschrift des Bewerbers zu nennen", sondern m.M.n. vielmehr "Es besteht ausschließlich Bedarf, dem AG Namen und Anschrift [...] zu nennen".
Andernfalls erschiene die Vorlage einer bewerbereigenen Bewerbungsmappe als unsinnig; da ggf. gar nicht mehr notwendig? Ebenso verhielte es sich mit -ggf. freiwilligen- Eigenbeschreibungen zu Aussehen, psychischer und physischer Konstitution? Usw.?
 
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