Darf der Fallmanager potentielle Arbeitgeber aus dem Bewerbertagebuch anrufen?

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Zermürbt38

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Wenn ja wie kommt das bei potentiellen Arbeitgebern an? Ist das womöglich sogar ferherend für das weitere Bewerbungsverfahren? Wenn nein und der Fallmanager es trotzdem macht: Wie kann man dagegen vorgehen? Das ist doch peinlich!
 

abcabc

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Das kommt natürlich extrem schlecht an. Zum einen ist es für den Personaler eine unnötige Belästigung (muss erstmal in seinen Unterlagen nach dem Bewerber suchen - falls er viele Kandidaten hat und die Namen nicht auswendig kennt). Und dann wirkt das natürlich so, als ob der SB seinem Kunden garnichts zutraut und versucht Kindergärtner zu spielen. Oder schlimmer noch: Der Personaler könnte auf die Idee kommen, dass der Kunde vielleicht beim JC mit Fantasie Bewerbungen aufgefallen ist und der SB jetzt deshalb Kontrollanrufe durchführt....

Man muss es erstmal herausfinden, dass der SB das macht oder braucht zumindest Indizien. Ist das nur eine grundlose Vermutung oder gab es da vom SB oder der Firma Andeutungen, dass es ein Telefonat gab?

Gibt aber eine Option um so etwas zu vermeiden: Den SB nicht über laufende Bewerbungen auf tolle Stellen informieren, bzw. erst wenn die Absagen da sind...
 
Zuletzt bearbeitet:

gila

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Kurz: NEIN - darf er grundsätzlich erstmal nicht.

Das fällt unter Weitergabe des Sozialgeheimnisses - denn durch das Telefonat kann der Arbeitgeber erfahren, dass man "Kunde" des Jobcenters ist.
Datenschutz!
 

Zermürbt38

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Man muss es erstmal herausfinden, dass der SB das macht oder braucht zumindest Indizien. Ist das nur eine grundlose Vermutung oder gab es da vom SB oder der Firma Andeutungen, dass es ein Telefonat gab?
Nein das war noch nicht der Fall. Aber es gibt bekanntlich ja immer ein erstes mal. Ja das wäre eine Katastrophe und ich bin mir sicher das man entweder danach garnichts mehr hört oder kurzerhand eine Absage ins Haus flattert.
 

gila

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gefunden - hatte ähnliche Geschichte schon mehrmals hier eingestellt:

Hatte damals den Datenschutz eingeschaltet.
 

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Ruhrpottmensch

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Das ist wohl eine der vielen "Urban Legends" die es (noch immer) so über das JC gibt... 🤷🏻‍♂️

Ja... Potenzielle AG dürfen von sich aus dem JC/der Afa eine Rückmeldung geben. Allerdings nur, wenn ein Stellenangebot bei der BA geschaltet und eben von jener betreut wird. Zudem dann auch nur, wenn sowohl das Unternehmen wie auch der LE ein "Vorschlag" bekommen haben. Das läuft dann mit dem berühmten "Verpetzbogen".

Aber das ein SB wahllos seinen Kunden hinterher telefoniert, dass möchte ich mal erleben. Sitzen die dann bis Nachts am Schreibtisch?! 😅
Zudem es, wie schon geschrieben, Datenschutzrechtlich auch mehr als dünnes Eis ist. Und das wissen auch eigentlich alle SB. 😉

Daher würde ich mir da weniger Sorgen machen... Einfach "brav" seine Eigenbemühungen in der Liste (ohne Telefonnummer des Unternehmens & dortigen Ansprechpartner! Dann verfliegt bei SB auch der letzte Funken einer solchen Idee) und damit die Sache auf sich beruhen lassen. Wenn man sich nicht um jede Mücke Gedanken macht, hat man mehr vom Tag... 😜
 

Zermürbt38

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Zudem dann auch nur, wenn sowohl das Unternehmen wie auch der LE ein "Vorschlag" bekommen haben. Das läuft dann mit dem berühmten "Verpetzbogen".
Bei Vermittlungsvorschlägen mit RFB hätte ich nicht einmal was dagegen. Mir geht es in der Frage aber hauptsächlich um Eigenbewerbungen ohne Vermittlungsvorschlag.
 

PhilippNixdorf

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@Zermürbt38
Ich war selbst mal Fallmanager im JC und kann aus meiner Erfahrung folgendes sagen: Ohne deine schriftliche Zustimmung darf der Fallmanager keinen Arbeitgeber kontaktieren. Er darf ohne deine Zustimmung überhaupt keine externe Instanz kontaktieren und deine Sozialdaten weitergeben. Ich weiß, dass sowas dennoch manchmal geschieht, die Regel ist es aber definitiv nicht.

Oftmals kontaktieren FM Arbeitgeber, wenn es explizit mit dir so vereinbart wurde. Manche Menschen, die sehr lange aus dem Arbeitsmarkt raus sind, sind tatsächlich dankbar für sowas. Es handelt sich bei den Jobs, um die es bei diesen Fällen geht, aber in der Regel natürlich um Helferstellen. Wenn es sich um qualifizierte Stellen handelt, kann eine Kontaktaufnahme durch den FM in der Tat nachteilig sein.

Wenn es sich nicht um Vermittlungsvorschläge handelt, darf ich als FM bei keinem AG anrufen und mich nach dem Bewerbungsstand von Herrn/Frau XYZ erkundigen, weil ich dadurch offenbarte, dass diese Person im Leistungsbezug ist. Bei einem VV würde ich das nicht offenbaren, weil der AG das aus der Tatsache, dass er einen AG-VV-Rückmeldebogen erhält, schon erschließen kann.

Das Problem ist halt: Wenn ein FM nach Eingang einer Da-habe-ich-mich-beworben-Liste bei einem der AG von der Liste anruft und fragt, ob das auch stimmt, hat der FM zwar ggf. einen Datenschutzverstoß begangen, das Problem mit einer etwaigen Sanktion aufgrund der Nicht-Bewerbung hast du dann aber trotzdem. Meiner Erfahrung nach ist der Datenschutz im JC ein stumpfes Schwert.

Das heißt nicht, dass ich Leute davon abbringen will, Datenschutzverstöße publik zu machen und zu ahnden. Ich will nur deutlich machen, dass es für diejenigen, die diese Verstöße begehen, in der Regel keine Konsequenzen hat - bis auf ein nur halb ehrlich gemeintes Du-Du-Du vom JC-Datenschutzbeauftragten. Ich möchte aber auch anmerken, dass mir in meiner Zeit als FM kaum Kolleg*innen bekannt wurden, die so hinter ihren Kund*innen "hinterhergeschnüffelt" haben. Das offenbarte schließlich eine wenig vertrauensvolle Beratungsgrundlage.
 

Jolly127

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Hatte mal einen Anruf entgegengenommen auf einer alten Firma und am Ende der Leitung war ein Mann vom Arbeitsamt. Er wolle nachfragen, ob sich die Kandidatin/Bewerberin der AfA vorgestellt habe und wie es so gelaufen ist. Also von Datenschutz halte ich da nichts.
 

chromoxidgruen

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Das Problem ist halt: Wenn ein FM nach Eingang einer Da-habe-ich-mich-beworben-Liste bei einem der AG von der Liste anruft und fragt, ob das auch stimmt, hat der FM zwar ggf. einen Datenschutzverstoß begangen, das Problem mit einer etwaigen Sanktion aufgrund der Nicht-Bewerbung hast du dann aber trotzdem.
Da müsste SB zunächst einmal belegen, dass die Person sich nicht beworben hat. Als ELO würde ich auf einem schriftlichen Statement der betreffenden Firma bestehen. Hat SB nur telefoniert, war möglicherweise jemand am Telefon, der/die nicht genau informiert war.
 

chromoxidgruen

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Interessant wäre in dem Zusammenhang auch die Frage, wie es mit dem Datenschutz seitens der Firma aussieht. Firmen dürfen nicht einfach Informationen über Ihre Mitarbeitenden rausgeben, nur weil jemand anruft und sich wichtig tut. Ich gehe mal davon aus, dass das gleiche für BewerberInnen gilt. Somit sollte sich eine normale Firma hüten, sich schriftlich zu äußern, selbst wenn sich am Telefon ein/e MitarbeiterIn aus Unkenntnis "verplappert" haben sollte.
 

noillusions

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Wenn ein FM nach Eingang einer Da-habe-ich-mich-beworben-Liste bei einem der AG von der Liste anruft und fragt, ob das auch stimmt, hat der FM zwar ggf. einen Datenschutzverstoß begangen
Gibt es dann überhaupt eine legale Möglichkeit für FM Bewerbungen zu überprüfen denen kein VV zugrunde lag? Ich unterstelle einen HE der nur das Nötigste an Kooperation macht.
 
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