Darf das Gutachten so zum Arbeitsvermittler ?

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ExitUser

Gast
hallöle,
nachdem ich heute das Gutachten des ÄD für meinen guten Freund bekommen habe,frage ich mich, ob das so der Vermittlung vorgelegt werden darf.Vorweg sei gesagt, mein Kumpel weiß, dass er die letzte Zeit ein paar Flaschen Bier abends zuviel hatte. Er hält sich selbst (das ist auch meine Meinung) für gefährdet, aber noch nicht abhängig.Ich möchte jetzt auch nicht unbedingt gern über Alki ja/nein diskutieren, mich beschäftigt erstmal, ob dem AV im ALG1 überhaupt ein solch umfangreiches Gutachten vorgelegt werden darf.Dann hätte man Teil A ja auch gleich mitliefern können, denn mehr kann man ja vom Probanden kaum noch mitteilen !
Erschwerend kommt dazu, dass die "Diagnose" ausschließlich anhand der Blutwerte gestellt wurde, obwohl das Labor (Bericht liegt mir vor) empfahl, zur Stellung der Diagnose 2 zeitversetzte CDT's und gamma-GT vorzunehmen.
Aber Frau Amtsarzt weiß es ja besser....
Wie auch immer, haltet Ihr die ganze Ausführlichkeit noch für angemessen oder liegt da nicht ein klitzekleiner Verstoß in Sachen Datenschutz vor?
Hier die abgespeckte Version, scannen klappt nicht, von daher sind die ganzen Ankreuzfelder draussen, Leistungsbild ist :
"unter 3 Stunden,voraussichtlich länger als 6 Monate aber nicht auf Dauer"
Frage an Euch: wie seht Ihr das und sollte man da was machen, wenn ja, was ??
Danke für Meinungen und Tipps
E.
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Teil B: Sozialmedizinische Stellungnahme für den Auftraggeber:
Teil A (Medizinische Dokumentation und Erörterung) unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und verbleibt im Ärztlichen Dienst.

relevante Gesundheitsstörungen

Anpassungsstörung mit Ängsten
relevante Gesundheitsstörungen
Chronischer Alkoholmissbrauch
Bluthochdruck
Schwindel
Rückenschmerzen bei Wirbelsäulenfehhaltung
Leistungsbild:
bei aufgehobener Leistungsfähigkeit: voraussichtlich länger als 6 Monate, aber nicht auf Dauer

Ergänzende Beschreibung (insbesondere negatives Leistungsbild):
Sozialmedizinjsche Beurteilung:
Herr S. ist seit Dezember 2008 in psychotherapeut Behandlung wegen einer Anpassungsstörung mit Angsten. Es ist eine leichte Besserung eingetreten.
Der Proband leidet jedoch weiter unter Schwindel und Ängsten auf Leitern. Es sind in den letzten Jahren auch einige Stürze mit Knochenbrüchen aufgetreten.
Es finden sich ausgeprägte nervöse Störungen bei einem
Alkoholmissbrauch. Die Blutuntersuchung bestätigt einen hohen
Alkohollangzeitwert. Herr 5. räumt einen regelmäßigen täglichen
Alkoholkonsum ein, bestreitet jedoch einen Missbrauch.
Aufgrund des körperlichen und psychischen Befundes ergibt sich jedoch ein behandlungsbedürftiger Alkoholmissbrauch. Es besteht keine Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Herr S. sollte zunächst eine Suchtberatungsstelle aufsuchen, um eine ausreichende Motivation zu therapeutischen Maßnahmen wie eine stationäre Entgiftung und anschließende Langzeittherapie zu entwickeln.
Der Proband braucht zudem psychosoziale Unterstützung, um
eine Wohnung zu erhalten. Er lebt zurzeit in einem Gartenhaus.
 

haef

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hallo elena,

halte ich definitiv für nicht zulässig, letztlich ganz einfach deshalb, weil es für den medizinischen Laien Arbeitsvermittler/SB völlig unerheblich ist, weshalb jemand AU/gehandikapt ist, nur die Tatsache das er es ist, ist relevant.

Ab zum Datenschutz.

fG
Horst
 

Berenike1810

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...Zwischenfrage: muß man beim Amtsarzt /ÄD (ich nehme an, das ist das gleiche) denn nicht auch eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben ?

-- Sollte der Betroffene das gemacht haben, ist klar, dass er einem vollumfänglichen Gutachten zur Weitergabe an die Arge, zugestimmt hat.

Dann denke ich, kann man da nichts machen.

Unwissend grüßt
Berenike
.
 

haef

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liebe Berenike,

...Zwischenfrage: muß man beim Amtsarzt /ÄD (ich nehme an, das ist das gleiche) denn nicht auch eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben ?

mensch muss gar nichts :icon_party:

-- Sollte der Betroffene das gemacht haben, ist klar, dass er einem vollumfänglichen Gutachten zur Weitergabe an die Arge, zugestimmt hat.

Dann denke ich, kann man da nichts machen.

nein, bleibt immer noch der Umstand, dass einem medizinischen Laien Zugang zu für ihn irrelevanten Daten gegeben worden ist. Mit anderen Worten, die Praxis der Unterschriftserlangung für welchen Zweck? steht dann "vor dem Kadi".

Unwissend grüßt
Berenike
.

ich weiß, das ich nur sehr wenig weiß :icon_smile:
lG
Horst
 
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Gast
hallo Horst + Berenike,
ich sehe, ich stehe mit meiner Meinung nicht allein da. Weitere Schwierigkeiten sind ja auch vorprogrammiert, denn wer als Nicht-Arbeitsfähiger jetzt in Hartz4 kommt und nebenbei noch "psychosoziale Betreuung" angeregt wird, wenn er als "Alki" einen Führerschein innehält und es da zu Zweifeln kommt wird ihm (LK Offenbach) wohl eine gaaanz dolle Betreuung aufgedrückt.
Dem gilt es vorzubeugen,AG1 ist ja fast rum!
Das ganze Pamphlet liest sich extrem schlimm, Unfälle,Angstattacken,Wohnen in einer Gartenhütte usw....
Ich kenne meinen Freund seit nunmehr 30 Jahren, in guten wie in schlechten Zeiten.Und man darf mir glauben, dass ich ganz schnell regulierend eingegriffen hätte, wären die Stürze in Folge Suff's passiert, wären die Angstzustände durch Alkoholerkrankung verursacht,würde Verwahrlosung durch ein Leben in der "Hütte" drohen (das ist nebenbei ein richtiges Gartenhaus mit Strom,Ofen,Fliesswasser) ! Schließlich ist er einer meiner langjährigsten Freunde!
Ich habe lange mit ihm gesprochen, wir werden das Gutachten anfechten und mit diversen Ärzten das weitere Vorgehen abklären.
Und das Ganze nur, weil er eine Weiterbildung zur Sicherheitskraft machen wollte und die AV dann ein Gutachten in Auftrag gab :icon_neutral:

So, ganz konkret zu Berenikes Frage: er hat nach eigenen Angaben lediglich eine Schweigepflichtsentbindung seine Ärzte betreffend abgegeben, eben gegenüber dem ärztlichen Dienst. Er habe keine Entbindung beim ÄD zu Gunsten der AfA getätigt.
Meine Glaskugel sagt mir, ich bekomme noch richtig Spass :icon_twisted:...
lG
 

Arania

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...Zwischenfrage: muß man beim Amtsarzt /ÄD (ich nehme an, das ist das gleiche) denn nicht auch eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben ?

-- Sollte der Betroffene das gemacht haben, ist klar, dass er einem vollumfänglichen Gutachten zur Weitergabe an die Arge, zugestimmt hat.

Dann denke ich, kann man da nichts machen.

Unwissend grüßt
Berenike
.

Man muss unterschreiben das das ein Ankreuz-Gutachten übermittelt werden darf, sonst ist das ganze Gutachten ja für die Katz

Aber genaue medizinische Diagnosen haben darin nichts verloren
 
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Gast
hi Arania,
da Du immer kurz und knackig antwortest:
Enthält das Gutachten, wie ich es hier reinkopiert habe,Deiner Meinung nach genaue medizinische Diagnosen?
lG
 

Arania

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jein, meiner Meinung nach ist das mit der Alkoholabhängigkeit zwar grenzwertig, aber es hat sicher bei der Vermittlung eine Bedeutung

Man kann natürlich versuchen eine Beschwerde einzureichen, das müsste der Betroffene dann selber entscheiden
 

alvis123

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Hi...

tut mir echt leid, dass ich mich der hier vorherrschenden Meinung nicht anschließen kann.

Der Auftraggeber (Hier ARGE mit Einwilligung des Betroffenen) hat eine Begutachtung in Auftrag gegeben und das Ergebnis der Untersuchungen mitgeteilt bekommen.

Einzig wegen der Empfehlungen des Amtsarztes über die Weiterbehandlung kann man streiten. Dies ist ganz allein Sache des Hausarztes, darüber zu befinden und es geht auch niemand anderes was an. Meines Erachtens aber wird hier eine Klage im Sande verlaufen und ich bin juristisch nicht vorgebildet.

Das Problem besteht halt und die Person ist aus diesem Grund nicht arbeitsfähig. Grundsätzlich stellt er eine Gefahr für seine etwaigen Arbeitskollegen und andere Unbeteiligte dar. Wie sollte da ein SB entscheiden??? Und eine Entscheidung wird kommen.

Er bekommt ja Hilfe.... (wenn er sie annimmt): Entgiftung und einen etwa halbjährigen Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung.
Keiner muss obdachlos werden.

MfG
 
E

ExitUser

Gast
moin alvis,
Du sagst:
Hi...

Das Problem besteht halt und die Person ist aus diesem Grund nicht arbeitsfähig. Grundsätzlich stellt er eine Gefahr für seine etwaigen Arbeitskollegen und andere Unbeteiligte dar. Wie sollte da ein SB entscheiden??? Und eine Entscheidung wird kommen.

Er bekommt ja Hilfe.... (wenn er sie annimmt): Entgiftung und einen etwa halbjährigen Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung.
Keiner muss obdachlos werden.

MfG

und genau das ist verkehrt!Er ist nicht mehr in der Lage, körperlich schwer zu arbeiten, weswegen er nach einer Weiterbildung für den Sicherheitsbereich nachfragte.Er ist sehr wohl arbeitfähig, seine Feierabend-Bierchen haben in den letzten 20 Jahren noch niemals einen Menschen gefährdet. Er trinkt tagsüber keinen Tropfen und auch abends nicht, wenn er noch mal Verkehrsteilnehmer ist.
Lediglich abends vor pc oder Glotze, und das auch nicht, bis er strunzvoll ist!
Eine Entgiftung ist imho völliger Quatsch, da er auf das Gutachten so geschockt reagiert hat und ad hoc auf Kaffee und Limo umstellte. Ich habe nicht die Spur von Tremor usw. feststellen können und das ist doch bei Radikalentzug eines echten Alkoholkranken ein Hauptindiz.Es findet auch keine Suchtverlagerung statt, nach eigenen Schilderungen ist das lediglich ein etwas merkwürdiges Gefühl....
Da er wegen seiner "Leiterphobie" in Thera ist, müsste doch auch die Psych. festgestellt haben, dass ein Suchtprob vorliegt.
Hier wird faktisch aus den Blutwerten und einer bis dato etwas alternativen Lebensführung ein lebensunfähiger Alki kreiert von einer Amtsärztin, die ihn genau 20 Min. begutachtet hat.
Meiner Mitbewohnerin ging es vor Jahren nicht anders:
Ihre Leberwerte waren besch..., sie wurde als Suchtkranke einer "Spezialabteilung" der hiesigen Arge zugewiesen.Da sie mit Alk so gut wie nix am Hut hatte, gingen wir gegen das Gutachten vor, indem wir Spezialisten involvierten.Nach einer Biopsie stellte sich heraus, dass die Gute sich bei einer Fernreise eine Hepatitis einfing und über Jahre verschleppte!
Soviel zum Thema amtsärztliche Einschätzung und mögliche Folgen daraus!
lG
 

Arania

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Nein, ich müsste selber googlen, versuch es mal mit dem Begriff amtsärztliches Gutachten, ich stehe mit Google momentan auf Kriegsfuss
 
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