Dachau Nahverkehr: Kreisausschuss stimmt der Einführung des 365-Euro-Tickets zu (1 Betrachter)

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grün_fink

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Kreisausschuss stimmt der Einführung des 365-Euro-Tickets zu

„Junge Leute sollen sich an MVV-Nutzung gewöhnen“

Kreisausschuss stimmt der Einführung des 365-Euro-Tickets zu
Doch soweit ist es noch nicht. Fakt ist, dass der Fahrschein „ein Jahr lang für den gesamten MVV-Bereich gilt“, sagte Albert Herbst, Fachmann für den öffentlichen Nahverkehr im Landratsamt. Und besonders schön: Er gilt auch während der Ferien. Aber welche jungen Fahrgäste können das Ticket lösen?

Das sind einmal Schüler, Auszubildende, Beamtenanwärter bis 18 Jahre, aber auch solche, die weder zur Schule gehen noch sich ausbilden lassen. So können auch Personen, die einen Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales Jahr ableisten, profitieren. Zu beachten ist: Das Ticket ist für diejenigen Schüler kostenlos, die Anspruch auf eine kostenlose Beförderung zur Schule und dafür ein MVV-Ticket haben.

Diese Konstellation weckt natürlich Begehrlichkeiten bei denjenigen, die nicht in den Genuss des „MVV-Bonbons“ kommen. Also bei Schülern, die die gültige Mindestentfernung zur Schule nicht erreichen oder Schülern ab der 11. Klasse von Privatschulen, aber auch bei Alleinerziehenden, Asylbewerbern, Studenten oder Senioren. Darüber wird in Zukunft noch zu diskutieren sein. Und auch darüber, das MVV-Netz auszubauen. „Die S-Bahn“, so CSU-Fraktionschef Wolfgang Offenbeck, „ist bereits jetzt am Limit angekommen – oder sogar schon drüber“.

Im Hier und Jetzt kommt – bei allgemeiner Zustimmung – erst einmal das 365-Euro-Ticket. Dieses, so Georg Weigl (ÖDP), „ist besser zu verkaufen, als jede Tarifreform“.
Das ist ein Anfang.
 

hansklein

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Nicht, wenn man die Kohle auf einmal bezahlen muss... Welche der betroffenen Gruppen kann das locker leisten.
Im Monat macht das immerhn noch 32.40€ und jeden Tag benötigt man die Karte nicht. Da muss mann gut rechnen, ob sich das rechnet.

Das große Sozialticket AC kostet im Monat 33,40€.für Empfäger von:
  • Arbeitslosengeld II nach dem SGB II
  • Sozialgeld nach dem SGB II
  • Leistungen für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen („Sozialhilfe“) nach dem SGB XII
  • Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)
  • laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG)
Für Schüler, Studenten etc. gibts andere Preise zur Vergünstigung.
 
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grün_fink

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So viel etwa zahlt man hier auch für das Sozialticket, das es erst seit Januar auch für den Außenraum gibt. Vorher gabs das für den Innenraum des MVV (sprich Landeshauptstadt), jetzt auch für die Landkreise um die Landeshauptstadt herum, die zum MVV gehören.
Allerdings, je mehr des Bereichs man abgedeckt haben möchte, umso mehr kostet auch das Sozialticket. Im Limit des Verkehrsanteils im Regelbedarf bleiben, heißt auch mit Sozialticket, nur einen kleinen Aktionsradius innerhalb des MVV zu haben.

Wen will man denn hier anlocken, wem den MVV zu nutzen ermöglichen?
Und zahlen am Jahresanfang komplett fürs ganze Jahr, für wen lohnt sich das, wer kann sich das leisten?

Vielleicht möchte man ja wirklich nur die jungen Leute zur MVV-Nutzung erziehen, aus zweierlei Gründen:
Weil der Verkehrsraum Straße nicht mehr alle fahrenden und stehenden Autos fassen kann, und wie der MVV gerne am Jahresanfang viel Geld haben möchte.
 

Kerstin_K

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Man könnte das ja auch so regeln we bei der Wertmarke für Schwerbehinderte. Die kann man wahlweise für 1 ganzes oder ein halbes Jahr kaufen.
 
G

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Gast
Im Limit des Verkehrsanteils im Regelbedarf bleiben,
Das sind soweit ich weiss 36,00 Euro?

heißt auch mit Sozialticket, nur einen kleinen Aktionsradius innerhalb des MVV zu haben.
Für 30 Euro (M Zone) kannst du das gesamte U-Bahngebiet und zum Teil die ersten angrenzenden Orte erreichen.

Das ist schon ein ziemlich großes Gebiet!

Für 34,20 Euro bekommst du schon Zone M - 1 und das komplette Netz, M - 6, da mußt du dann allerdings drauflegen, für 53 Euro.

Sicher wäre mehr für weniger Euro immer schön aber der Preis ist schon sehr fair. Zumal man bei M - 1 das Stadtgebiet München schon einiges hinter sich gelassen hat. Im übrigen ist auch der MVV (gebietsmäßig) nicht mit München (gebietsmäßig) gleichzusetzen. München ist MVG.
 

grün_fink

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Ich wohne in Zone M1, der Fußweg zur Stadtgrenze ist etwa 10-15 Minuten weit. Ich darf mir aussuchen, ob ich überwiegend in die Landeshauptstadt fahren möchte (wo viele sind, die ich kenne und mit denen ich mich auch treffe, und wo man auch manchmal zum Arzt geht), oder ob ich in die Kreisstadt fahre (nächste Zone, wo die Ämter sind, Ärzte und die Tafel).

Halbwegs human ist es, aber nicht innerhalb des Regelbedarfs-Anteiles. Wobei da ja noch andere Fahrkosten dazu kommen (mal Familienbesuch mit der Bahn über 300km Entfernung, oder auch das Fahrrad)
 

Claus.

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Ich komme mit dem MVV nur alle paar Jahre mal in Berührung, das mal gleich vorweg ...

„Junge Leute sollen sich an MVV-Nutzung gewöhnen“
Aber auf eine solche Idee können nur Kreistagsmitglieder und Zeitungsschreiberlinge kommen.

Denn die "jungen Leute" werden regelmäßig schon im Rahmen der Schülerbeförderung an den Gedanken gewöhnt (und das ziemlich tatkräftig^^): "Sobald ich ein Auto habe, fahre ich niiiiieeeeeeeeeeeeeeeeee mehr wieder mit dem Öpnv!".

Da dürften wohl alle deutschen Verkehrsverbünde ähnlich ticken ...
Wenn man sich mal einen Abend versauen will, braucht man sich nur mal mit einem Busfahrer unterhalten. Da gehen einem die Augen über. Meine, insofern kann man die verstehen wenn die sagen "ich muß mit dem Auto zur Arbeit fahren, weil wie käme ich sonst ins Busdepot wenn ich der erste bin der den Bus fährt". Aber das sagt gleichzeitig auch sehr viel über deren "Fachwissen" aus, wie es "da hinten drin - so 2, 3, x Meter hinter dem Fahrerplatz" ist.
Und die in den Verkehrsverbünden im Tagdienst Beschäftigten scheinen die Busatmosphäre genauso regelmäßig nur vom Schreibtisch her zu kennen (will lieber nicht wissen was deren Ausrede ist^^) (wobei ich da noch eine weitere Theorie hätte, aber die behalte ich an dieser Stelle mal lieber für mich).

Passend zu dem kommt mir eine leicht gehässige Initiative in Erinnerung, die erst kürzlich ganz schnell wieder in die Versenkung geschoben wurde. In der hatten Eltern eine Anschnallpflicht in Schulbussen gefordert.
... tja, glaube fast daß da jemand von den Initiatoren einen Schritt weitergedacht hat. So in Richtung ´im stehen anschnallen geht ja wohl schlecht´.

Man darf das hier eben auch nicht nur aus großstädtischer Sicht betrachten. Dachau hat glaub ich eine direkte S-Bahn-Verbindung nach München.
Aber daneben hat der Lkrs. Dachau auch noch viele Weiler, Dörfer und Kleinstädte - ohne S- oder U-Bahn. Wenn dann für 10km Entfernung mit dem Bus zurücklegen auch schnell satte 1-3 Umstiege, und damit einhergehend ebenso schnell eine 1 3/4-tel Stunden dauernde Sightseeing^^-Rundfahrt fällig werden - dann taucht recht bald die Frage auf wo denn der Mehrwert des Öpnv gegenüber einem Mofa, Moped oder Auto liegen solle.

Das dürfte schätzungsweise schon im unmittelbarsten Speckgürtel von Muc ein Problemchen sein, ala ´zur Arbeit komme ich mit der S-Bahn, aber vom Sportverein heim ist nur dem Auto o.ä. möglich´. Da fehlts einfach.
Das heißt, selbstverständlich fehlt es da nicht - da zumindest in einem mir bekannten "Nahverkehrskonzept 2025" durch einen Landkreis ausdrücklichst festgelegt wurde:
Priorität 1: Fahrten zum und vom Arbeitsplatz, Schülerbeförderung,
Priorität 2: [weiß ich nicht mehr],
Priorität 3: [weiß ich auch nicht mehr], und
Priorität 4 (respektive ´unter ferner liefen^^´): Fahrten zur Freizeitgestaltung wie Einkaufen, Behördengänge, Arztbesuche, zum Sportverein usw. . Bingo :icon_razz: ... und die Fahrten zur sonntäglichen Heiligen Messe mit anschließendem CSU-Wählerstammtisch haben jene Landkreisvordereren gleich völlig vergessen ...
 
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