Corona: Nach den zu Schulschließungen müssen die Schüler nun im angeblichen "Homeschooling" weiterarbeiten aber wie sieht die Realität aus? Klappt das wirklich?

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HermineL

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Ich hatte das Thema Schule und digitaler Unterricht ja eben schon in einem anderen Thema angesprochen möchte aber speziell dazu ein neues Thema aufmachen weil mich sehr interessiert wie das bei euch abläuft.

Ich zitiere hier einmal zunächst meinen Beitrag aus dem anderen Faden.
Ein Schmierentheater und eine Katastrophe ist hier in Sachsen der digitale Unterricht. Da behaupten die Schulen und das Land, das sie die Systeme ausgebaut haben und Lehrer fortgebildet habe. Der letzte Elternbrief von vor wenigen Tagen trieft nur von Eigenlob und angeblichen Dingen die gemacht werden. Die Wahrheit ist es funktioniert nach wie vor nichts und es wird auch nicht umgesetzt.. Vereinzelte Lehrer sind auch nach über 10 Monaten nicht in der Lage die Lernplattform zu nutzen und von digitalem Unterricht kann man überhaupt nicht reden. Letzterer beschränkt sich, zumindest bei uns vor Ort und soweit mir bekannt ist, lediglich auf das Übersenden von "Hausaufgaben" mit denen die Kinder und Eltern dann alleine gelassen werden. Auch gibt es bis zum heutigen Tag keine Endgeräte für Schüler. Ausnahme bilden hier nur vereinzelte Kommunen die diese auf Ihre Kosten angeschafft haben.

Zum besseren Verständnis und um Details aufzuzeigen zitiere ich, mit Kommentaren von mir, einen Teil aus unserem letzten Schulbrief vom 08.01.2021:

Liebe Eltern, liebe Lehrer*innen, liebe Schüler*innen,
mir ist bewusst, dass dies erneut sehr anstrengende Wochen werden. Die eigene Berufstätigkeit mit der Betreuung der Kinder und ggf. der Unterstützung beim häuslichen Lernen zu verbinden, ist ein enormer Kraftakt. Wir Lehre*innen haben dafür Verständnis. Bitte verstehen Sie, liebe Eltern und ihr, liebe Schüler*innen auch, dass es in vielen Lehrerfamilien auch Kinder oder zu unterstützende betagte bzw. erkrankte Eltern gibt. Ich wünsche mir, dass wir tolerant und auch nachsichtig miteinander umgehen und nicht täglich das maximal mögliche vom anderen fordern. Mit Toleranz und etwas Humor kommen wir besser durch diese angespannte Zeit.
Anm: Direkt zu Eingang wird schon direkt vorsorglich subtil darauf hingewiesen das die Lehrer auch nicht soviel Zeit für die Schüler aufbringen können. Das mag ich menschlich verstehen hilft den Schülern aber nicht im geringsten.

Auch ich bin unzufrieden mit dem Nichtfunktionieren von Lernsax. Wir haben so viel Zeit und Kraft investiert, Fortbildungen durchgeführt, die Klassen geschult, Sie als Eltern informiert und immer wieder versagt das System. Sie können sicher sein, dass ich diese Kritik bereits auf dem Dienstweg weitergegeben habe. Wir als Schule können an dieser Situation nichts ändern. Wir wollen auch nicht spontan auf andere Plattformen umsteigen, was wieder mit einem enormen Mehraufwand verbunden wäre. Lernsax ist die vom Kultusministerium für die sächsischen Schulen bereit gestellte und datenschutzrechtlich geprüfte und sichere Plattform.
Anm.: Hierauf hat die Schule in der Tat keinen Einfluss aber die Landesregierung, die es in den letzten 10 Monaten nichts an dieser Plattform verbessert hat. Es gibt nach wie vor die gleichen Defizite in der Software und der Überlastung wie bereits im März 2020.
Besonders hervorheben möchte ich das ja soviel Zeit und Kraft in Fortbildung gesteckt wurde. Unverständlich ist mir dann das ein Teil der Lehrer nach wie vor nicht in der Lage ist die Lernplattform zu nutzen. Hierbei meine ich nicht Konferenzen oder so sondern es scheitert schon daran, wenn es nur um das Einstellen von Aufgaben geht.


Unsere schulinternen Standards zum Homeschooling gelten weiter:
1. Aufgaben sind i.d.R. bis Freitag, 18.00 Uhr für die Folgewoche eingestellt
2. Aufgaben werden i.d.R. bis zum kommenden Freitag, 18.00 Uhr bearbeitet. (Ausnahmen von Pkt. 1 und 2 sind in den größeren Klassen / Kursen der Sek. II möglich und zwischen dem Fachlehrer und den Schülern zu vereinbaren.)
3. Zeitumfang: ca. 50% der Unterrichtszeit
4. Klasse 5: Aufgaben in die Dateiablage
5. Klassen 6 – 12: Aufgaben über den Lernplan.
6. Feedback an die Klasse: i.d.R. wöchentlich. Ein Einzelfeedback ist kaum an alle Schüler realisierbar. Die meisten Lehrkräfte unterrichten zwischen 150 und 350 Schüler*innen wöchentlich.
Anm.: Hier wird es jetzt wirklich lustig suggeriert dies doch das hier alles nach Regeln abläuft, an die sich jeder zu halten hat. Aber im Details zu den Punkten:

1. Dies hat bis zum heutigen Tage nicht ein einziges Mal funktioniert. Vielmehr ist es so das man ab Freitagnachmittag bis in den Montag immer wieder nachschauen muss, ob eine weitere Lehrkraft ihre Aufgaben eingestellt hat. Dies ist absolut nervend, weil man nie weiß, wann was kommt und man die Woche nicht vorplanen kann. Genau deshalb wurde die Regel aufgestellt, nur hält sich keiner daran und es wird auch nicht kontrolliert.

2. Hier kann es einem durchaus passieren, dass wenn das Kind die Aufgabe nicht rechtzeitig einstellt, das diese nicht bewertet wird oder gar als nicht erfüllt angesehen wird. Mit anderen Worten von den Schülern wird verlangt sich an diese Zeit zu halten aber die Lehrkräfte ihrerseits ignorieren dies.

3. Der Zeitaufwand liegt täglich bei mind. 4 bis zu 8 Stunden je nach Aufgaben. Die 50% können schon allein deshalb nicht eingehalten werden, weil die eine Lehrkraft nicht weiß in welchem Umfang die andere Lehrkraft schon Aufgaben eingestellt hat. So passiert es immer wieder das die Kinder gar nicht alles schaffen können zumal ihnen ja die Hilfe durch die Lehrer fehlt, die wir Eltern ersetzen müssen.

4. Betrifft uns nicht.

5. Der sogenannte Lernplan ist eine Möglichkeit in der die Lehrer die Aufgaben einstellen und die Kinder dort die Lösung eingescannt direkt hochladen können und die Aufgabe als erledigt kennzeichnen können. Eigentlich nicht schlecht nur nutzen das eben nicht alle Lehrer oder sie stellen es so ein das man keine Datei einstellen und antworten kann (Siehe tolle Fortbildung). Das führt dann dazu das man einerseits suchen muss, wo eine Lehrkraft die Aufgaben eingestellt hat und andererseits können die Kinder dann ihre Lösungen nur in die sogenannte Dateiablage hochladen. Das hat aber den Nachteil das darauf alle Schüler einen zugriff haben und sich die Sachen, der anderen einfach anschauen oder herunterladen können.

Jetzt der interessantest Punkt
6. Hier wird unverblümt mitgeteilt das ein Einzelfeedback nicht erfolgen kann. Deutlicher kann man nicht schreiben, dass die Kinder sehen sollen wie sie zurechtkommen. Das ganze dann noch als digitalen Unterricht oder Homeschooling zu bezeichnen ist einfach eine Frechheit. Es gibt keinen Unterricht, es werden einfach nur Aufgaben übermittelt und es steht kein Lehrer zur Verfügung. Ganz nach dem Motto friss oder stirb. Der komplette Unterricht wird bei den Eltern abgeladen, die meist damit total überfordert sind.

Ich kann mich noch erinnern mehrfach gehört zu haben, das der digitale Unterricht während Corona sich nicht nur auf das übersenden von Aufgaben beschränken darf, sondern auch Unterricht stattfinden muss.
Diese oder ähnliche Äußerungen kamen von mehreren Politikern. Einen derart gestalteten Unterricht haben wir hier noch nicht ein einziges Mal erlebt. Einzig eine Englischlehrerin hat letzte Woche einmal versucht eine Lernkonferenz mit den Kindern abzuhalten. Das erste Mal in 10 Monaten. Nach 10 Minuten bracht die Plattform dafür zusammen und der Unterricht war vorbei.

Das nächste Thema ist das überhaupt nicht alle Kinder über entsprechende Endgeräte und Zugänge zum Internet verfügen. Die vollmundigen Versprechen der Politik und die angeblich zur Verfügung stehenden 500 Mio. sind hier jedenfalls noch nicht angekommen. Das einzige was passierte, ist das man Anfang Oktober erstmals fragte, wer ein Gerät brauch und dann Listen erstellt hat. Seit dem ist Sendepause, kein Feedback, keine Geräte.

Einzig ein Elternteil hat jetzt mit einer IT-Firma etwas auf die Beine gestellt, wo es eine begrenzte Anzahl von gebrauchten aufgearbeiteten Laptops für Kinder gibt, die über kein Gerät verfügen. Aber die Anzahl ist begrenzt und die Geräte sind nicht auf dem neusten Stand. Die Schule verweist mittlerweile sogar darauf, anstatt ihrerseits Druck beim Kultusministerium zu machen das Geräte herbeikommen.

Um den Kreis noch zu schließen sei das hiesige Jobcenter auch angesprochen. Es gab und gibt Eltern die Anträge auf einen einmaligen Bedarf für Laptops und Drucker gestellt haben. Das Jobcenter hat darauf grundsätzlich die Eltern mit einem Fragenkatalog bombardiert und gefordert von verschiedenen Stellen wie Schulleitung oder ähnliches Nachweise zu erbringen, dass die Geräte gebracht werden. Ganz so als ob es vollkommen unbekannt wäre das die Schulen zu sind. Es ging sogar so weit das man Hausbesuche machen will/wollte, um festzustellen, ob ein Bedarf vorliegt. Bisher wurde jeder Antrag, ich betone jeder, vom Jobcenter abgelehnt. Dies teilweise mit hanebüchenen Gründen wie z. B. das die Kinder ja den PC der Eltern nutzen können und so kein Bedarf besteht. Leider ist mir bisher nicht bekannt, ob ein Elternteil versucht hat den Anspruch beim Sozialgericht durchzusetzen. Ich vermute aber eher nicht, weil man den weg doch scheut.

So das ist als Eingangsbeitrag jetzt etwas mehr geworden als ich eigentlich wollte aber es zeigt sehr schön auf wie viel die Kinder unseren Politikern wert sind. Es zeigt auch auf das es einen triftigen Grund gab, warum die Politik die Schulen mit aller Gewalt offen halten wollte. Der Grund ist das wir im reichen Deutschland nicht in der Lage sind digitalen Unterricht umzusetzen. Das sind uns sogar arme Länder wie die Ukraine voraus, in der es schon seit Mitte letzten Jahres einen funktionierenden wirklichen Unterricht via Video gibt.

Ich würde mich sehr freuen wenn ihr, insofern ihr betroffen seit, eure Erfahrungen hier posten würdet denn es ist sehr interessant zu sehen wie die Unterschiede sind.
 

Gretta

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Meine Tochter (9.Klasse) hat nun auch Home-Schooling. Es ist ein System was hier im Bundesland dafür angeschafft wurde. Sie hat gut zutun die Aufgaben die in "Boxen" abgelegt werden termingerecht zu erledigen. Immer wieder gibt es auch in einigen Fächern Videokonferenzen mit Zoom.
Sie hat einen Laptop zur Verfügung.
 
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Hierauf hat die Schule in der Tat keinen Einfluss aber die Landesregierung, die es in den letzten 10 Monaten nichts an dieser Plattform verbessert hat. Es gibt nach wie vor die gleichen Defizite in der Software und der Überlastung wie bereits im März 2020.

In der Politik und im Beamtentum fällt - wie in der Realität auch - alles von oben nach unten.
Kommen von oben nur "Exkremente" oder schlicht nichts, ist das dann genau das, was auch bei uns ankommt.

Wie bei euch, so ist es auch hier.
Bis auf eine Bedarfsaufnahme - Eltern wurden nach dem gefragt, was IT mäßig vorhanden ist und was nicht, ist nichts geschehen.
Das war aber schon alles an Aktion das seit einem Jahr dahingehend passiert ist. Wir hier sind in der glücklichen Lage in Sachen Computer/Handy/Laptop und Internetanbindung auf einem brauchbaren Stand zu sein. Dazu haben wir noch eine sehr fitte Lehrerin, die die überlastete staatlich Bildungs-IT einfach umgeht (Und das auch kann) indem sie uns sie Aufgaben selbst per Post zusendet und dazu per E-Mail ein paar Links zu youtube, wo sich ihre selbst generierten - und sehr guten - Videos befinden, die das wiedergeben, was sie sonst, in der Klasse auch zum jeweiligen Thema sagen würde/müsste. Da man Lehrer*innen so schlecht zurückspulen kann haben diese Videos natürlich doppelten Wert. ;)

Als selbst ITLer und dem Wissen wie es in Politiker und Behördenkreisen vor sich geht habe ich nie erwartet, dass man in einem Jahr schafft wohinter man mindestens 30 Jahre hinterherhinkt. Daher bin ich ja schon glücklich eine auch in diesen IT-Sachen fitte Pädagogin als Lehrkraft unseres Kindes zu haben. Es sind auch weniger die Lehrer*innen hier das Problem als vielmehr politische Befindlichkeiten im Zusammenhang mit schon immer eingeschleiften "Anforderungen" und Vorgehensweisen im Behördentum.

Ich würde hier sehr dafür sprechen eine Art Haftung des Staates gegenüber seinen Bürgern einzuführen wie er mit Schulen und deren Ausstattung verfährt. Wie sollen Schüler zu etwas werden das unserem Fortkommen als Gesellschaft dienlich ist, wenn schon deren Handwerkszeug (und Toiletten) quasi auf der Arche Noah Verwendung fanden.

Leider ist der weite Horizont der zu solcher Denk und Handlungsweise führen könnte in den maßgeblichen politischen Ebenen, dem Hinterhecheln der Wählergunst gewichen. Dahingehend wäre eine "Pisa Studie" sehr angebracht. Allerdings steht zu befürchten, dass dabei dann auch die kleinsten Geister aus dem Bürgertum, vielen unserer Politiker noch voraus währen. ;) Aber ich schweife ab....
 

HermineL

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Dazu haben wir noch eine sehr fitte Lehrerin, die die überlastete staatlich Bildungs-IT einfach umgeht (Und das auch kann) indem sie uns sie Aufgaben selbst per Post zusendet und dazu per E-Mail ein paar Links zu youtube, wo sich ihre selbst generierten - und sehr guten - Videos befinden, die das wiedergeben, was sie sonst, in der Klasse auch zum jeweiligen Thema sagen würde/müsste.
Das dürfen die bei uns noch nicht einmal. Die müssen alles in die Lernplattform einstellen.

Bei uns hat die Kommune im übrigen auf eigene Kosten, nicht vom Land oder Bund unterstützt, die Schule für eine halbe Mio. über den Sommer an das Glasfasernetz angebunden damit das besser funktioniert. Nützt nur nichts wenn das mangels Geräte und Wissen der Lehrer gar nicht genutzt werden kann.
 

Maximus Decimus

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Man muss von den Lehrern erwarten können das sie sich mit der digitalen Technik beschäftigen. Einarbeiten in ein neues Gebiet sollten sie im Studium mal gelernt haben, ansonsten ist das gnadenlose Führungsversagen des Direktors.
 

Admin2

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Man muss von den Lehrern erwarten können das sie sich mit der digitalen Technik beschäftigen.
Da tust du den Lehrern aber Unrecht. Jeder von denen kann Computer bedienen, mehr sollten sie im Allgemeinen auch gar nicht müssten. Es ist und war aber schon immer Sache der Verwaltung rechtzeitig die Mittel dazu bereitzustellen. Daran krankt es derzeit.
Ein Lehrer muss in der Regel weder Programmierung beherrschen, noch muss er Computer oder Netzwerke planen, bauen und aufstellen können. (So er denn nicht gerade die zugehörigen Fächer lehren will/muss.)

Rein vom Bedienerischen und nutzen der IT her sind unsere Lehrer durchaus fit. Was aber sollen sie machen, wenn in den Verwaltungen vielfach nur noch an Karrieren gefeilt wird und damit das große Ganze zur Nebensache verkommen ist, was sich unter anderem hier, im Fehlen des nötigen Handwerkzeugs der Lehrer widerspiegelt.
 

mucel

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Mir, kinderlos, stellt sich bei der ganzen Schulpolitik eine gewaltige Frage.

Von/an politischer Ausrichtung/Gesinnung liegt es ja nu offensichtlich nicht. Egal, ob nu linker, rechter, grüner, FDP, CDU oder CSU Kultusminister, sie haben es alle, aber wirklich alle, verkackt und verkacken allesamt es auch weiterhin.

Alle von den aktuellen und bisherigen Kultusministern waren selbst mal in der Schule. Viele dürften auch selbst Kinder haben.

Also warum wird das Thema Schulpolitik in unserem Lande derart miserabel und stiefmütterlich betreut?
 

grün_fink

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Mir wurde die Erfahrung einer jungen Frau aus einer Berufsschule in Mitteldeutschland mitgeteilt.
Ihrer Beobachtung nach gab es die ganze Zeit über sehr wenig über die EDV übermittelten Schulstoff, wobei die junge Frau gut selber und schneller lernt, und ein Attest wegen chronischer Erkrankung hat und nicht in die Schule soll.
Der Direktor soll sie immer wieder angesprochen haben, dass sie in die Schule kommen soll in den Präsenzunterricht (war noch im alten Jahr). Sie wollte nicht.
Ihr Eindruck war, dass die Aufgaben nur von jüngeren Lehrern kamen, die die EDV gewöhnt sind. Zum Teil sind allerdings die Lehrer schon sehr alt, im Rentenalter.
Es handelt sich um eine private Berufsschule, wo man auch Schulgebühren bezahlt.
 

Susi_1899

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Hallo zusammen:)

Ich berichte mal aus Elternsicht in Niedersachsen, Gymnasium. Hier wird das Portal "iserv" benutzt.

Ich stelle fest das es mit dem Einsatz des Lehrpersonals steht und fällt. Es gibt wirklich bemühtes Lehrpersonal welches mit Videochat über die kompletten Doppelstunde arbeitet während andere nur Aufgaben ins Portal einspeisen und bei Fragen nicht mal im integrierten Messenger erreichbar sind.

Kind und ich sind der Meinung das daran gearbeitet werden müsste, es klare Richtlinien geben sollte. So weiß es nie wie kurz oder lang sein Schultag wird . Auch sollte dringend im Bereich Benutzung fortgebildet werden, Vorlagen digital ausfüllen zu können spart zb den Drucker.

Unsere Schule stellt Leihgeräte zur Verfügung, das Jobcenter zuckte diesbezüglich im ersten Ld nur mit den Schultern.

Ansonsten bin ich froh das Kind schon größer ist. Mit einem Schulanfänger möchte ich aktuell nicht daheim sitzen.

LG:)
 
E

ExUser 2606

Gast
Ansonsten bin ich froh das Kind schon größer ist. Mit einem Schulanfänger möchte ich aktuell nicht daheim sitzen.
Stimmt, Lesen und Schreiben lernen per Videokonferenz geht irgendwie nicht. Genau deshalb haben die Grundschüler in Niedersachsen ja auch ab nächste Woche Wechselunterricht in geteilten Klassen. iserv ist auch für Grundschüler denke ich nicht wirklich geeignet, viel zu kompliziert, alleine schon der Anmeldeprozess. Ich ahbe eine EDV ausbildung und auch Übung mit vielen verschiedenen Programmen usw, aber an dem Ding wäre ich fast gescheitert. Intuitiv geht da gar nichts. Nachdem wir es dann geschafft hatten, gingen a ein paar Mails hin und her, damit der Lehrer wusste, wer die Anmeldung geschafft hatte (3 von 25 Schülern!) und wer nicht. Das wars.

An der Grundschule, die der Sohn meiner Freunde besucht, läuft es so, dass die Eltern einmal in der Woche in der Zeit von 10-16 Uhr in die Turnhalle der Schule gehen und dort das Unterichtsmaterial für das Kind abholen. Die Lehrer sind dann unterschiedlich erreichbar, manche per Whatsapp, manche per Mail, manche per Telefon. Das klappt eigentlich ganz gut. Meine Freunde haben den Vorteil, dass sie nur 100 m von der Schule entfernt wohnen, da ist der Klassenlehrer auch schonmal vorbeigekommen und hat die Aufgaben in den Biefkasten geworfen oder hat geklingelt und sie abgegegeben. Ansonsten nutzen sie gerne auch ANTON, eine Lernapp.

Für die Eltern ist es nervig, weil die Grundschüler doch noch viel Unterstützung benötigen. Die größte Hürde ist nach meiner Erfahrung für die Kinder, erstmal die Aufgabe zu verstehen. Manche Aufgaen sind derart dämlich gestellt, da scheitert man schon als Erwachsener dran, wie soll ein Kind da wissen, was es tun soll?

In dem Stadtteil, in dem meine Freunde leben, ist der Ausländeranteil hoch. In der Grundschulklasse sind Kinder aus 14 verschiedenen Nationen, 2 deutsche Kinder.Das macht die Sache nicht einfacher. Manche von den Kids sind schon richtig fit am Computer, andere, auch aus höheren Jahrgängen, haben zum Beispiel keinen Drucker. So bekommen meine Freunde regelmäßig Besuch vondem Sohn einer Familie, dem sie dann Berge von PDF-Dateien ausdrucken, damit er arbeiten kann.

Der Fussballverein ist da deutlich weiter. Der Trainer hatte für die Kids ganz schnell ein wöchentliches ZOOM-Training organisiert. Die Kids bekommen von ihm jede Woche eie Lauf-Chalenge. Und wer nicht dabei ist, der wird telefonisch oder per Whatsapp über die Wochenaufgabe informiert, dafür haben die Kinder ganz selbständig eine Telefonkette auf die Beine gestellt. und das ist de E-Jugend, Jahrgang 2011. Geht doch.
 

Allimente

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Die Grundvoraussetzung für Homeschooling/learning oder was auch immer muss sein, dass wir in Deutschland erstmal ein flächendeckendes, gutes und ausreichendes Netz hätten. Weltweit sind wir da aber nur auf den hintersten Plätzen zu finden. So lange dieses Problem nicht beseitig wird, sehe ich keine reale Chance, einen halbwegs vernünftigen Unterricht duchzuführen.

Von der technischen Ausstattung der Schulen mal ganz abgesehen. Da ist die Baustelle noch viel größer. Das ist spätestens seit Anfang des ersten Lockdowns bekannt. Leider hat es unsere Regierung bis heute nicht geschafft da wirkungsvoll nachzubessern. "Made in Germany" als Marke, gehört schon lange der Vergangenheit an. Da haben uns frühere "dritte Welt" Länder bereits meilenweit angehängt.
 

JuleSH

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Meine Tochter hat einen erwachsenen Sohn in der Ausbildung, drei schulpflichtige Mädels (15, 12,11) und eine 1-jährige. Holla die Waldfee. Für alle muss sie Unterlagen/Hausaufgaben kopieren, scannen und versenden und alles überwachen. Dazu dann noch Kochen, Haushalt, Einkaufen, Arzttermine und ein Partner. Vor allen Müttern verneige ich mich.
 

HermineL

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Homeschooling schließt Benachteiligte von Bildung aus​

Noch länger Homeschooling: Eltern sind genervt oder hilflos. Ob digitaler Unterricht stattfindet oder nur lange Listen mit Aufgaben verteilt werden, hängt vom persönlichen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer ab. Es gibt keine Verpflichtung, neue Unterrichtsformen zu praktizieren. Jede Schule macht, was sie will und kann. Die Kultusminister lassen die Situation offenbar einfach laufen. Lernende aus armen Familien sind häufig von Bildung abgeschnitten.
Quelle:
MDR
 

grün_fink

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Hier hat sich jetzt etwas getan. Allerdings, man glaubt es kaum, unter welchen Bedingungen die Schülerin ein Referat halten musste, wegen mangelndem Anschluss im Dorf.
Erst der Vater hat etwas ins Rollen bringen können. Der Bayrische Bildungsminister rührte sich scheinbar nicht, dann kam ein Anruf vom Minister aus Berlin.


 
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