👨‍👩‍👧 Corona-Krise Folgen: Schul- und Kitaschliessungen/Kurzarbeit -> ein Hilferuf von prekär Beschäftigten des versorgenden Mindestlohnsektors

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Admin2

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Als Folge der Kita- und Schulschließungen fällt auch deren tägliche Versorgung mit Essen weg.
Daraus wiederum folgt dass die versorgenden Dienstleister zu Kurzarbeit greifen müssen,
das auch deshalb, weil viele der angestellten Fahrer*innen selbst kleine Kinder haben die nun zu hause betreut werden müssen.
Dieses Personal arbeitet in der Regel zum Mindestlohn und in Teilzeit.

Hier nun ein Rechenbeispiel aus der Realität das aufzeigt wie sehr nicht nur Unternehmen, sondern ganz "einfache Familien" in Schieflage geraten können und wo die Regierung noch schnellstens nachbessern muss.

Arbeitszeit 5 Stunden/Tag, 5 Tage Woche.
Stundenlohn = Mindeslohn Steuerklasse 1 und ein halbes Kind auf der "Steuerkarte"

Monatliches Brutto: 1030.00€
Monatliches Netto: 840,19€

Berechnung KuG... (Quelle)
1584381169142.png


Ein Fehlbetrag von "gerundet" 270 Euro mag wenig erscheinen, kann jedoch Kleinfamilien und -verdiener in schwere See bringen. Das ist beileibe kein Einzelfall. Hier sollte dringend nachgebessert werden. Ein guter Vorschlag bzw. Ansatz könnte das hier sein, insbesondere wenn es sich um 5 Wochen Arbeitsausfall durch die Schließungen seitens der Regierung handelt, was zu berücksichtigen wäre...


Entsprechende Nachweise und Unterlagen liegen hier vor.
 

grün_fink

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Und die Kinder, haben die nicht das Essen für die Schule schon im Voraus bezahlt?
Die müssen doch jetzt daheim verpflegt werden, das gibt doch Zusatzkosten, oder?
 

Stauer

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Die müssen doch jetzt daheim verpflegt werden, das gibt doch Zusatzkosten, oder?
Sicherlich, zum einen ist das Geld für das Essen in der Kita nicht mehr frei verfügbar und zum anderen gibt es noch viel größere Probleme.
Die können ihre Miete nicht zahlen. Ihnen droht Obdachlosigkeit. Denn selbst wenn die dann einen Antrag auf Wohngeld stellen, muß der erst mal bewilligt sein. Wenn da zuviel Personal krank ist, landen die auf der Straße, mit einem Schufa-Eintrag. Wie sie dann eine neue Wohnung finden sollen, steht in den Sternen.
Man sieht, ohne Lohnfortzahlung sind die alle in ihrer Existenz bedroht.
Kein Mensch kann von so wenig Geld leben.
Die Regierung sollte einen Teil der vielen Milliarden, die die "arme" Wirtschaft zugesagt bekam, zweckgebunden vergeben. Jeder Arbeiter sollte Lohnfortzahlung bekommen, damit auch sie die Corona-Kriese unbeschadet überstehen können.
 
G

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Gast
Sind die 5 Millionen Selbstständigen auch Arbeiter. Was bekommen die?
Die ganzen Minijobber?
Und die Schwarzarbeiter? Hihi.
Fragen über Fragen.
Hauptsache die Wirtschaft bekommt ihre Milliarden.
Und die Arbeiter ihr Kurzarbeitergeld.

Wer bezahlt?
 

Admin2

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Sind die 5 Millionen Selbstständigen auch Arbeiter. Was bekommen die?

Nun, wenn Selbstständige in Folge von Anordnungen durch Behörden, wegen der Pandemie, Verdienstausfälle haben müssen sie diese der Behörde gegenüber anzeigen und nachweisen. Dies muss innerhalb von 3 Monaten geschehen sein.
 

Admin2

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Viele werden aufstockende Leistungen beziehen müssen, wenn es so kommt. Traurig.

Noch schlimmer sind die dran, die infolge der Schul- und Kitaschliessungen zuhause bleiben müssen, eigentlich aber arbeiten sollen.
Da sind Urlaube bereits für die Ferien der Kinder verplant und so bleibt bei 5 Wochen Ausfall der Schule/Betreuung nur unbezahlter Urlaub. Auch hier gilt es noch Lösungen zu finden zumal Betreuungsgebühren für angefangene Monate i.d.R auch nicht zurückerstattet werden und da noch zum Verdienstausfall hinzukommen.
 

Admin2

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Ist Hubertus Heil Naiv, oder hält er uns für Dumm?

Wer glaubt denn im Ernst dass Unternehmen freiwillig das KUG aufstocken wenn sie nicht dazu verpflichtet sind. Von Audi und anderen den Gewerkschaften verpflichteten Großen einmal abgesehen.
Es ist also the same as ever. Die kleinen Arbeitnehmer scheint man mit HatzIV abzuspeisen - wo dies überhaupt greift den laufende Kredite, also Schulden, werden bei HartzIV nicht berücksichtigt. Wer also nun in der Lage noch knapp über der "Bemessungsgrundlage" ist, bekommt nichts, kann aber trotzdem seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.
 

Stauer

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Das wird wohl tatsächlich so werden. Bei den Hochwassergeschädigten heißt es auch immer, es würde schnell und unbürokratisch geholfen. Viele kleine Betriebe gingen pleite. Praktisch jeder, der abgesoffen war, stand vor großen finanziellen Problemen. Etliche mußten Insolvenz anmelden. Die Coronakrise wird auch eine Pleitewelle auslösen. Die Belegschaft wird entlassen.
Schon jetzt müßte es Unterstützung für Kleinbetriebe geben. Damit sie Lohnfortzahlung leisten können und selbst ihren Kostenapparat bedienen können. Es kann doch nicht angehen, daß so ein winziger Organismus zum zusätzlichen Konkurenten auf dem Arbeitsmarkt wird.
Hier könnte der Staat zusammen mit Konzernen einspringen. Den Reichtum teilen, damit niemand um seinen Arbeitsplatz und auch nicht um seine Wohnung gebracht wird.
Das ist so ungerecht. :icon_motz:
Wenn man mal bedenkt: 67% von fast nix und dann direkt generalverdächtig in der Arbeitslosenindustrie verraten und verkauft.
Man sieht, wie dringend Lohnfortzahlung ist. Hier sind Nachbesserungen nötig und zwar schnell.
 
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