Coaching und der Zutritt zur Wohnung

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Mollmops

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Nach einem Jahr Selbständigkeit hat man mir nun ein "Coaching" aufs Auge gedrückt. Selbstverständlich "freiwillig", ich möge das Angebot in meinem Interesse doch bitte nutzen. EGV gab es natürlich per Post dazu. Die Inhalte wurden mit mir besprochen, steht drin (Wann?).

Ich lasse mal die ganzen aberwitzigen Details des gestrigen Tages weg, man weiß nie, wer mitliest.

Auf jeden Fall ist es so, dass diese Coachs zum Kunden, in dem Fall mir, kommen. Das mag in eigenen Geschäftsräumen in Ordnung sein, aber ich arbeite zwischen Schreibtisch und Küchentisch und lagere meine Ordner im Schlafzimmer. Wir haben eine ganze Weile hin und her diskutiert, weil ich NICHT möchte, dass mir jemand, der vom JC bezahlt wird, durch die Bude stiefelt und sich anschaut, ob "die Gegebenheiten ein unternehmerisches Handeln zulassen". Man will sich anschauen, wie und wo ich arbeite und das stinkt mir! (Das habe ich vom Coach erfahren, das JC hat dieses Detail elegant unterschlagen.) Abgesehen davon, dass die persönliche Einrichtung doch einiges über einen Menschen aussagt (und das negativ ausgelegt werden könnte, man weiß ja nie), empfinde ich es als Eingriff in meine Privatsphäre, insbesondere da es eben vom JC aufgedrückt ist. Mir wurde andererseits klipp und klar gesagt, wenn ich das ablehne, ergeht ans JC eine Mitteilung, dass ich nicht interessiert bin. Was das im Schluss bedeutet, ist wohl klar. Ich werde also genötigt unter der Prämisse, sanktioniert zu werden, Zutritt zu meiner Wohnung zu gewähren.

Der zweite Punkt, der mich hellhörig werden ließ, zu dem ich aber erst einmal nichts sagte, ist, dass auch die familiären Hintergründe geprüft werden, sprich, ob diese "günstig" sind für eine unternehmerische Tätigkeit. Weder meine Familie noch meine Beziehung sind relevant für mein Geschäft und ich bin nicht gewillt über diese Personen Auskunft zu erteilen.

Hat jemand schon mal ein Coaching gehabt? Wie neugierig sind die in Bezug auf private Details?
Und vor allem: Was muss ich hinnehmen und wo sind Grenzen erreicht und wie kann ich diese Grenzen für mich durchsetzen, ohne dadurch Nachteile zu erlangen?
 


Faibel

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ihr könnt euch ja mal zuerst bei ihm zu hause treffen - dann machst du dir nen bild von ihm, seiner arbeitsweise und seinen familiären verhältnissen. und danach entscheidest du ob du ihn reinlässt. :)

der spinnt wohl! :icon_dampf:
 

Pünktchen

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Hi Mollmops,

soweit ich das überblicke, MUSST Du niemanden in Deine Wohnung lassen. Auch hast Du in Deinen Geschäftsräumen das Hausrecht (z. B. kann ein Ladeninhaber Dir den Zutritt zu seinem Geschäft verwehren). Von daher: Coach herumschnüffeln lassen? Nöööö.

Was soll Dir dieses Coaching bringen? Wenn Du Hilfe brauchst, kannst Du Dir diese auch selber suchen, so bieten doch z. B. Kammern Hilfen für Existenzgründer an, und zumindest meiner Meinung nach bist Du hier sehr viel besser beraten als bei solchen Leuten, die mit dem JC zusammenarbeiten. Welche Intention sollten diese haben, Dir zu helfen?

Familiäre Hintergründe und Beziehungen sind nur soweit relevant für eine Selbstständigkeit, als daß Du wissen solltest (und ich gehe davon aus, daß Du es sowieso weißt :biggrin:), daß soziale Netzwerke wichtig für Deine körperliche und seelische Gesundheit sind und gerade bei beginnender Selbstständigkeit oftmals einer großen Belastungsprobe unterzogen werden. Aber das ist Deine Sache, und das mußt Du niemandem offenbaren, von dem Du das nicht willst.

Die EGV hast Du doch nicht unterschrieben, oder?
 

Mollmops

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Die EGV soll bis zum 15. Mai unterschrieben vorliegen.
Sprich: noch staubt sie hier langsam zu.
 

Pünktchen

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Ich an Deiner Stelle würd das Ding da auch weiterstauben lassen und warten, bis der VA kommt. Und dann mal sehen, ob die damit durchkommen :icon_evil:

Ich glaube auch, die EGV-Spezialisten hier werden Dir mit Freude helfen, das Teil auseinanderzunehmen.
 

Koelschejong

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Ich würde es auch darauf ankommen lassen. Nicht unterschreiben und dann klipp und klar sagen - Coaching ja gerne, aber nicht bei mir im Schlafzimmer. Denn da hast Du doch Deine Arbeitsecke.
 

Pfiffi

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Würde noch einen Schritt weitergehen und sagen Coaching nein, denn was da zwischen JC und Coacher läuft, weißt Du das, die haben doch sicher auch einen Vertrag miteinander. Damit die Coachingfirma ihr Geld vom JC bekommt. Frage warum EGV, bist Du erwerbslos? Bist Du Hilfebedürftig? Steigen Dein Umsatz und Dein Gewinn kontinuierlich? Stockst Du also nur auf, ist der Gewinn höher als der Regelsatz? Nur mal ein paar Fragen als Anregung.
 

smirgel

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Die EGV soll bis zum 15. Mai unterschrieben vorliegen.
Was steht denn drin?

Du musst niemanden in deine Wohnung hineinlassen, keinen Coach, keinen Außendienster - niemanden, es sei denn, es gibt einen richterlichen Beschluss oder so was. Nur falls du beispielsweise Erstausstattung oder Renovierungskosten beantragt hast, dann empfiehlt es sich, die Leute reinzulassen, da dir ansonsten die beantragten Leistungen nicht gewährt werden.

Ich würde mich auf diese Coach-Hausbesuche unter keinen Umständen einlassen, du musst deine Weigerung auch gar nicht weiter begründen. Selbst die Bundesagentur für Arbeit schreibt in ihren fachlichen Hinweisen und den Dienstanweisungen, die verbindlich sind, dass die Wohnungen nicht ohne Einwilligung der Betroffenen betreten werden dürfen: https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-06-SGB-II-Traeger-Grundsicherung.pdf

Es gilt so was wie die Unverletzlichkeit der Wohnung (steht alles in dem Link), das würde auch ein Gericht beachten, falls man dich unter Androhung von Leistungskürzungen zwingen will, dieses Coaching mitzumachen.

Mir wurde andererseits klipp und klar gesagt, wenn ich das ablehne, ergeht ans JC eine Mitteilung, dass ich nicht interessiert bin. Was das im Schluss bedeutet, ist wohl klar. Ich werde also genötigt unter der Prämisse, sanktioniert zu werden, Zutritt zu meiner Wohnung zu gewähren.
Nein, was soll das bedeuten? Dir kann absolut niemand was wollen, wenn du eine Maßnahme ablehnst, bei der der Coach deine Wohnung betreten muss. Wieso hast du bereits mit dem Maßnahmeträger gesprochen? Hattest du eine schriftliche Zuweisung erhalten, einen Verwaltungsakt mit Rechtsfolgebelehrung?
 
G

gast_

Gast
Und vor allem: Was muss ich hinnehmen und wo sind Grenzen erreicht

in jedem Fall an meiner Wohnungstür

und wie kann ich diese Grenzen für mich durchsetzen, ohne dadurch Nachteile zu erlangen?
Gegenwehr ohne Echo gibt es selten - aber: man kann sich auch erfolgreich gegen Echos wehren! ;-)
 

Mollmops

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Würde noch einen Schritt weitergehen und sagen Coaching nein, denn was da zwischen JC und Coacher läuft, weißt Du das, die haben doch sicher auch einen Vertrag miteinander.
Generell habe ich nichts gegen ein Coaching. Es kostet mich nichts und einen Wirtschaftsberater zur Seite zu haben kann nicht schaden. Vielleicht erhält man ja tatsächlich ein paar Anregungspunkte und neues Input.

Allerdings steht das eingeschränkte Vertrauensverhältnis im Vordergrund, denn, wie du richtig schreibst, sie werden vom JC bezahlt und wer zahlt, in dessen Interesse handelt man üblicherweise. Das heißt auch, dass ich im Fall des Falles mich hüten werde über bestehende Probleme meiner Selbstständigkeit zu sprechen, da ich nie weiß, was davon gegen mich verwendet wird.

Es ist sicherlich sinnvoll in den Geschäftsräumen des jeweiligen Kunden zu sprechen, da dort, und das ist ein logisches Argument des Coaches, auch die Unterlagen stehen, die man ggfs. benötigt. Andererseits ist es mein Problem, wenn ich zu jedem Termin fünf dicke Ordner mitschleppen würde.

Wenn der Kunde aber keine eigenständigen Geschäftsräume hat (und das ist dem JC bekannt) und vom heimischen Wohnzimmer, Schlafzimmer oder fensterlosen Abstellkammer aus arbeitet, macht das einen gewaltigen Unterschied, eben weil ich nicht meine Privaträume inspizieren lassen möchte. Vielleicht ist mein Sofa voll mit Stofftieren, vielleicht krabbeln bei mir Vogelspinnen frei herum, vielleicht sind die Tapeten vom Zigarettenrauch vergilbt, was auch immer. Die private Einrichtung gibt immer etwas von der Persönlichkeit des Menschen wieder und kann meiner Meinung nach eine objektive Betrachtung im Hinblick auf die unternehmerischen Voraussetzungen negativ beeinflussen. Wichtig ist, dass ich mich wohlfühle und gut arbeiten kann (egal ob ich tatsächlich @Koelschejong meine Unterlagen im Schlafzimmer verwahre und immer hin und her flitze), und ich möchte beispielsweise nicht die schönen Bilder meiner Liebsten von der Wand nehmen - auch da könnte der Coach falsche Schlüsse ziehen.

Vom JC habe ich dazu, dass diese Termine beim Kunden stattfinden sollen, nichts erfahren. Im Gegenteil, als Ort wurde mir explizit eine Adresse genannt. Beim Telefonat mit dem Coach hieß es, in dessen Angebot ans JC wäre ausschließlich von Terminen beim Kunden gesprochen worden.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo,

schlage doch einfach einen Termin in einem Café vor. Kostet Dich zwar 2-3 Euro für einen Tee oder Kaffee, ist aber ein neutraler Ort.

In meine Wohnung würde ich einen vom JC bezahlten Coach auch nicht reinlassen!

Grüße
Arbeitssuchend
 

Pfiffi

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Die Problematik, des Coachens(Beraten) sehe ich vll. etwas anders als Du, aber ich würde mich vehement wehren wenn mir ein "Berater" an die Seite gestellt würde, der mir im Prinzip meine Uhr wegnimmt um mir dann zu sagen wie spät es ist. Glaube mir wenn diese Coacher, Berater , erfolgreich wären ,dann würden sie nicht fürs JC arbeiten, denen ist es völlig egal, die Verantwortung für Dich und Deine Selbständigkeit liegt und bleibt bei Dir, bei niemandem anderen. Würde mal in Ruhe schriftlich beim JC anfragen unter Hinweis auf § 13 -15 SGB I und schriftliche Stellungnahme nach § 33 u. 35 SGB X fordern, warum ausgerechnet ein Coaching Dir in Deiner Selbständigkeit weiterhelfen sollten. Und bitte nicht irgendwelches Neoliberales Gewäsch, wenn ich Politikunterricht benötige dann sehe ich mir auf Phoenix Übertragungen aus dem Bundestag an um genau das zu lernen wie man es nicht macht.

Unverletzlichkeit der Wohnung wurde schon genannt, nicht reinlassen, damit dürfen keine Leistungskürzungen oder Leistungseinstellungen verbunden sein, obwohl ich dies manchem sparwütigen Hirn aus der Leistungsabteilung zutraue.
 

Mollmops

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Glaube mir wenn diese Coacher, Berater , erfolgreich wären ,dann würden sie nicht fürs JC arbeiten,
Gegenargument meiner Liebsten, das nicht wegzudiskutieren ist: Das JC ist für Maßnahmeträger eine zuverlässige und lukrative Einnahmequelle. Ich schwanke zwischen dieser und deiner Meinung hin und her, denn mich macht auch stutzig, dass mein Ansprechpartner in fünf Städten tätig ist. Die Distanz der beiden am weitesten voneinander liegenden Städte beträgt übrigens 120 km.

Unverletzlichkeit der Wohnung wurde schon genannt, nicht reinlassen, damit dürfen keine Leistungskürzungen oder Leistungseinstellungen verbunden sein, obwohl ich dies manchem sparwütigen Hirn aus der Leistungsabteilung zutraue.
Ich auch. Allerdings übersteigt die "Forderung" nach Zutritt zu meinen Privaträumen meiner Meinung nach meine Mitwirkungspflicht um Längen.
 

ZynHH

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Beim Telefonat mit dem Coach hieß es, in dessen Angebot ans JC wäre ausschließlich von Terminen beim Kunden gesprochen worden.
Der arbeitet nämlich auch vom Schlafzimmer aus... Er ist mit sicherheit auch eine one-man-show, die eben kreuz und quer umherdüst, und somit überhaupt nicht in der lage ist, regelmässig leute in seinen räumlichkeiten zu empfangen... würde ihn viel zuviel zeit kosten, da besucht er die klienten lieber vor ort.

sag ihm und der Arge!, dass geht bei dir nicht. weitere begründung brauchst du keine. Du triffst dich gerne anderweitig mit ihm, aber nicht zuhause.
 

Mollmops

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Das Büro in meiner Stadt ist noch nicht fertig renoviert. :cool:

Ich bastele gerade an einem Schreiben. Geradezu unverschämt ist, eine Weigerung, die Wohnung betreten zu dürfen, mit einem generellen Desinteresse gleichzusetzen und damit Furcht vor Konsequenzen aufgrund fehlender Mitwrkung zu schüren. Manch schüchternes Naildesigner-Mäuschen mag vollkommen einknicken. Wobei ich zugeben muss, dass ich auch perplex war und erst beim Einfahrt fegen wieder zu mir gekommen bin.
 
E

ExitUser

Gast
Ich habe da schon einiges durch.
Es gibt solche und solche. Der Unterschied in der Qualität deren Arbeit ist atemberaubend. Man kann wirklich Glück haben. Es kann aber auch total vertane Zeit sein.
Es ist auch vollkommen richtig, dass sich der Couch ein Bild der Geschäftsräume macht. Das gehört zum seriösen Arbeiten.
Nur, wenn keine Geschäftsräume vorhanden sind, dann muss halt eine andere Lösung her. Das ist dann aber allein Sache des Couches. Schlielich wird er dafür bezahlt.

Das die eigene Wohnung tabu ist, sollte unstrittig sein.
 

Mollmops

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Wir (ich und aufgetriebener Zeuge), werfen das Schreiben in einer halben Stunde beim JC ein, damit es pünktlich morgen beim SB landet. Ich habe meiner SB meinen Standpunkt dargelegt und verschiedene Alternativen genannt, um mein Interesse zu bekunden und mögliche Konsequenzen zu umgehen. Mitte der Woche ergeht an den Coach ein Gegenvorschlag für einen neutralen Treffpunkt. Lehnt der das ab, hat er Pech.
 

Roter Bock

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Hallo Mollmops,

würde ich auch so machen. Coaches vom JC haben meist die "hidden" Agenta dein Gewerbe kalt zu machen. Anders wäre es wenn eine Summe X zur Verfügung steht für den Coach deines Vertrauens.

Meine Geschäftsräume (Büro und Werkstatt) besichtigt keiner den ich nicht freiwillig hereinlasse.

Roter Bock
 
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