Chancen einer Ortsabwesenheitsbewilligung für eine Seminarreise? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

markushuber84

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Hallo zusammen,

ich bin Universitätsabsolvent und habe eine Individual-Promotion begonnen, allerdings an meinem Institut noch keine Doktorantenstelle, da diese noch besetzt sind. Derzeit bin ich leider auf ALG II angewiesen.
Im Rahmen meiner Promotion wurde mir nun ein Reise-Stipendium zugesprochen, welches die Form eines zweiwöchigen Seminars in den USA hat. Für den akademischen Bereich sind derlei Auszeichnungen im Lebenslauf natürlich enorm wichtig, um beruflich Fuß zu fassen und auch um Kontakte zu knüpfen.
Jetzt habe ich allerdings die Befürchtung, dass mir eventuell keine Bewilligung der Ortsabwesenheit genehmigt wird, da die Sachbearbeiterin des Amtes das womöglich einfach als "Urlaub" abtun wird, da ich ja kein Geld verdiene und nicht vor Ort bin in den 14 Tagen. Kann sie in einem solchen Fall, der ja eindeutig zur Weiterbildung und zur Erhöhung der Chacen auf dem Arbeitsmarkt dient, einfach die Reisefreiheit beschneiden, bzw. mir meine Leistungen streichen und mich sanktionieren?
Beste Grüße und schon mal vielen Dank für euren Rat,
Markus
 

ZynHH

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Für den akademischen Bereich sind derlei Auszeichnungen im Lebenslauf natürlich enorm wichtig, um beruflich Fuß zu fassen und auch um Kontakte zu knüpfen.
Also, WENN du sie fragen willst, dann würde ich ihr genau den Satz da oben verkaufen. Das das quasi der Eintritt in einen neuen Job ist und du somit rasch aus dem Bezug fällst wenn sie dass genehmigt.

Wenn du allerdings nicht fragen willst, weil du jemanden hast der deinen Briefkasten leert und dir bescheid sagt wenn eine Postzustellungsurkunde kommt ( andere Briefe kann man ja ausnahmsweise ignorieren ) , wenn du dir weiterhin sicher bist im Ausland nicht krank zu werden und du auch kein Geld im Ausland abhebst.....

oder du meldest dich wenn sie nicht zustimmt für 2 wochen aus dem bezug ab und bist dir bewusst dass du dann nicht krankenversichert bist für die 14 tage ( was dir in den usa aber eh nix bringt) .

wenn dass schöne wörtchen wenn nicht wäre....
 
E

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Das JC wird sich hier auf jeden Fall noch eine andere Frage stellen, nämlich die, ob ein Reise-Stipendium als Einkommen auf den Regelsatz anzurechnen ist.
 

markushuber84

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Also das Stipendium wird nicht überwiesen oder dergleichen.
Alle Reiseangelegenheiten werden von Stiftung und den jeweiligen Instituten übernommen. Ich erhalte keine Zahlungen. Somit kann auch nichts angerechnet werden denke ich.
Danke schon mal für eure Hinweise.
 

Kaleika

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Ich persönlich würde Dein zweiwöchiges Seminar in den USA nur begrüßen und sofort bewilligen.

Doch geht es nicht nach mir und ein FM kann, muss es leider nicht genauso sehen, wenn Dein "Urlaub" einem Job-Angebot, was er ausgerechnet jetzt für Dich hat, oder ein unbedingt jetzt mögliches Bewerbungstraining dem entgegen stehen.

Es liegt leider im persönlichen Ermessen Deines FM, wie er entscheiden wird. Wenn er Dir wohl gesonnen ist, dann wird er wohl zustimmen...
Er kann Dich auch darauf verweisen, dass Du ja unterschrieben hast, dass Du jegliche Anstrengung nutzen wirst, selbst für Deinen Unterhalt aufzukommen...
Seiner Entscheidungsfreiheit oder -willkür sind so Tür und Tor geöffnet.
So ist das leider mit den Kann-Bestimmungen...

Um das Stipendium würde ich mir auch keine Sorgen machen. Denn ich kenne Menschen, für die nach genehmigter Ortsabwesenheit ein Flugticket ins Ausland bezahlt wurde.

Ich würde es nicht riskieren, ohne eine Genehmigung auf Ortsabwesenheit 14 Tage abwesend zu sein.
Mir ist erzählt worden, dass das Arbeitsamt Möglichkeiten besäße, bei Grenzkontrollen entsprechende Verstöße mitzubekommen und dann zu sanktionieren.
Ob das stimmt, oder nur Wunschdenken des AA ist, beziehungsweise technische Fantasien, das weiß ich nicht.

Viel Glück wünsche ich Dir!



Hallo zusammen,

ich bin Universitätsabsolvent und habe eine Individual-Promotion begonnen, allerdings an meinem Institut noch keine Doktorantenstelle, da diese noch besetzt sind. Derzeit bin ich leider auf ALG II angewiesen.
Im Rahmen meiner Promotion wurde mir nun ein Reise-Stipendium zugesprochen, welches die Form eines zweiwöchigen Seminars in den USA hat. Für den akademischen Bereich sind derlei Auszeichnungen im Lebenslauf natürlich enorm wichtig, um beruflich Fuß zu fassen und auch um Kontakte zu knüpfen.
Jetzt habe ich allerdings die Befürchtung, dass mir eventuell keine Bewilligung der Ortsabwesenheit genehmigt wird, da die Sachbearbeiterin des Amtes das womöglich einfach als "Urlaub" abtun wird, da ich ja kein Geld verdiene und nicht vor Ort bin in den 14 Tagen. Kann sie in einem solchen Fall, der ja eindeutig zur Weiterbildung und zur Erhöhung der Chacen auf dem Arbeitsmarkt dient, einfach die Reisefreiheit beschneiden, bzw. mir meine Leistungen streichen und mich sanktionieren?
Beste Grüße und schon mal vielen Dank für euren Rat,
Markus
 
E

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Gast
Wenn Du dieses Reisestipendium in Deinem Lebenslauf für Bewerbungen erwähnen möchtest, wäre es vermutlich besser, die Genehmigung des JC einzuholen, bevor der SB bei der Überprüfung einer Bewerbung bzw. des Lebenslaufes darüber stolpert.

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Tollkirsche

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Die SB hat die Zustimmung zu erteilen, wenn ein wichtiger Grund für die Ortsabwesenheit vorliegt......

§ 7 Abs. 4a SGB II
(4a) 1Erwerbsfähige Leistungsberechtigte erhalten keine Leistungen, wenn sie sich ohne Zustimmung des zuständigen Trägers nach diesem Buch außerhalb des zeit- und ortsnahen Bereichs aufhalten und deshalb nicht für die Eingliederung in Arbeit zur Verfügung stehen. 2 Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn für den Aufenthalt außerhalb des zeit- und ortsnahen Bereichs ein wichtiger Grund vorliegt und die Eingliederung in Arbeit nicht beeinträchtigt wird. 3Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor bei

1. Teilnahme an einer ärztlich verordneten Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation,

2. Teilnahme an einer Veranstaltung, die staatspolitischen, kirchlichen oder gewerkschaftlichen Zwecken dient oder sonst im öffentlichen Interesse liegt, oder

3. Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit.

4Die Zustimmung kann auch erteilt werden, wenn für den Aufenthalt außerhalb des zeit- und ortsnahen Bereichs kein wichtiger Grund vorliegt und die Eingliederung in Arbeit nicht beeinträchtigt wird. 5Die Dauer der Abwesenheiten nach Satz 4 soll in der Regel insgesamt drei Wochen im Kalenderjahr nicht überschreiten.
§ 7 SGB II Leistungsberechtigte Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II)

Am besten bereitest Du einen schriftlichen Antrag auf OaW vor, fügst eine Kopie Deiner Stipendienzusage (herzlichen Glückwunsch übrigens) bei und gehst dann zum JC. Das geht bei Anträgen auf OaW auch ohne Termin. Die schriftliche Genehmigung solltest Du gleich mitnehmen.

Falls die SB nicht das nötige Verständnis aufbringt, wende Dich an die Teamleitung ...

Und berichte bitte über Deine Erfahrungen - davon lernen andere.
 

ethos07

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Hier haben wir das Problem, dass eigentlich mit dem ALG II nicht der Lebensunterhalt für Hochschulqualifikationen finanziert werden soll - also wir dem Arbeitsmarkt vollzeitlich ohne jeden Qualifiktionsschutz für die üblichen Billiglöhnerjobs etc. zur Verfügung zu stehen haben.

Daher könnte ein solcher akademischer Reise -Antrag eher noch den Arwohn des JC steigern, dass hier insgesamt zu Unrecht Hartz IV bezogen wird... und sie den TE sofort zu einer Maßnahme oder einem Billikgjob verdonnern will. Zumal ja auch meist völlig in den Sternen steht, ob irgendwann in nützlicher Frist ein Zeitvertrag mit der Uni (Doktorandenstelle) zustande kommt.

Daher wäre mein Rat: Als ALGII Beziehender kannst du 21 Tage Ortsabwesenheit erhalten(auch die Wochenenden zählen!). Wenn du diese 21 Tage in 2012 noch nicht verbraucht hast, würde ich einfach OA ganz normal beantragen. Denn was du dann in der Zeit der OA machst, ist ganz allein dein Ding. (Wirst du angelegentlich vom SB danach gefragt, sagst du "von Freunden inkl. Flug eingeladen worden".)
 
E

ExitUser

Gast
Ich würde zuerst schriftlich 14 Tage Ortsabwesenheit beantragen, ohne Nennung des Grundes und der Zielortes, denn das ist ja ohnehin nicht notwendig. In der Regel klappt das problemlos, wenn man sein Jahreslimit von drei Wochen noch nicht ausgeschöpft hat. Wenn sich der SB quer stellen sollte, dann kannst Du ja immer noch versuchen zu argumentieren. Meistens ist es aber so, dass wenn man dem JC einen vernünfigen Vorschlag unterbreitet (z.B. Weiterbildung), die sich erst Recht verweigern. Wenn Du in Zukunft einen Lebenslauf beim JC abgeben sollst, dann würde ich Deine Studienreise nicht erwähnen. Schlafende Hunde soll man nicht wecken und eine Vermittlung durch das JC in eine adäquate Stelle ist sowieso fast ausgeschlossen. Da hast Du wirklich nichts zu verlieren.
 
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