Chance auf eine Umschulung?

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Micha94

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Hallo,

aus gesundheitlichen Gründen kann ich meinen ursprünglichen Beruf, den Beruf des Elektronikers für Energie - und Gebäudetechnik nicht mehr ausführen.

Ich habe vorsichtig beim Amt angefragt, ob es einen körperlichen Test oder ähnliches gebe. Anstatt einer Antwort bekam ich sofort eine Einladung zu einem Beratungsgespräch, eine Einladung zum Amtsarzt und ein Formular zum Ausfüllen für meinen Arzt zugeschickt. Und das, obwohl das jetzige Arbeitsverhältnis noch nicht mal gekündigt war...

Ich habe folgende Einschränkungen: Stauballergie, Neurodermitis, Heuschnupfen, Nervöser Magen, zudem bin ich leider total untrainiert, was dem geschuldet ist, dass ich die letzten 2 Jahre in einer Werkstatt saß. Zuletzt sei noch gesagt, dass ich sobald ich etwas schwerer hebe oder mich in einer Zwangsposition befinde sofort Rückenschmerzen bekomme, die meist erst nach 2 Tagen wieder verschwinden.

Aufgrund dieser Tatsache möchte ich eine Umschulung zum Fachinformatiker machen.

Momentan kämpfe ich mich durch die Fachärzte durch, um Unterlagen für den Amtsarzt zu sammeln.

Wie stehen meine Chancen für eine Umschulung in diesen Bereich? Ich habe gehört man bekommt von dennen allerhöchstens noch einen WordKurs oder eine Umschulung zum Altenpfleger oder irgendwelche Kurse, mit denen man dann einen 8,50€ Job machen kann...

Als weitere muss ich noch sagen, dass ich noch im Kindergeldbezug bin und auch Unterhalt bekomme, da ich nach der ersten Ausbildung eine zweite angefangen habe. In dieser zweiten Ausbildung hatte ich ursprünglich nur Innendiensttätigkeit, sollte aber nun wieder Baustellentätigkeiten durchführen.

Ich wäre auch bereit, nochmal eine Ausbildung als Fachinformatiker anzufangen, der Haken ist, der Ausbildungsbeginn ist immer zum 01.09. Das Amt wird sicher nicht die Zeit bis dahin überbrücken?

Wie sind eure Erfahrungen? Ich bedanke mich für alle Antworten bereits herzlich im Voraus!

Viele Grüße

Michael
 

Doppeloma

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Hallo Micha94,

aus gesundheitlichen Gründen kann ich meinen ursprünglichen Beruf, den Beruf des Elektronikers für Energie - und Gebäudetechnik nicht mehr ausführen.

welche medizinischen Bestätigungen gibt es bisher dazu, wie viele Jahre hast du schon gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt ???

Ich habe vorsichtig beim Amt angefragt, ob es einen körperlichen Test oder ähnliches gebe. Anstatt einer Antwort bekam ich sofort eine Einladung zu einem Beratungsgespräch, eine Einladung zum Amtsarzt und ein Formular zum Ausfüllen für meinen Arzt zugeschickt. Und das, obwohl das jetzige Arbeitsverhältnis noch nicht mal gekündigt war...

Bei welchem Amt hast du "vorsichtig" nachgefragt, bei der AfA (Agentur für Arbeit früher Arbeitsamt ?), warum sollten die dafür Geld ausgeben wollen, wenn du nicht mal arbeitslos bist, die Untersuchung dort beim Amtsarzt kannst du dir sparen, wenn du bereits Ansprüche bei der Rentenkasse hast geben die das sowieso dort hin weiter.

Was bedeutet das jetzige Arbeitsverhältnis "war" noch nicht gekündigt, das hast du auch hoffentlich nicht gemacht wegen deiner Vorstellung nun eine Umschulung haben zu wollen, es genügt nicht ganz was du selbst dazu glaubst und dir vorstellst. :icon_evil:

Ich habe folgende Einschränkungen: Stauballergie, Neurodermitis, Heuschnupfen, Nervöser Magen, zudem bin ich leider total untrainiert, was dem geschuldet ist, dass ich die letzten 2 Jahre in einer Werkstatt saß. Zuletzt sei noch gesagt, dass ich sobald ich etwas schwerer hebe oder mich in einer Zwangsposition
befinde sofort Rückenschmerzen bekomme, die meist erst nach 2 Tagen wieder verschwinden.

Wenn es in deiner aktuellen Firma die Möglichkeiten gibt dich "leidensgerecht" zu beschäftigen, dann bekommst du ganz sicher keine Umschulung bewilligt, es gab ja offenbar bisher auch andere Möglichkeiten dich zu beschäftigen.

Beantrage bei der DRV (Rentenkasse) zunächst mal eine medizinische Reha.
Setze dich mit deinem Arzt zusammen und lass dir eine gute Reha-Klinik empfehlen, die sich um die meisten deiner Probleme kümmern könnte (eine für ALLES wird es vermutlich nicht geben, diese Klinik sollte auch direkt im Antrag mit angegeben werden und dein Arzt kann auch gleich einige Unterlagen dafür mitschicken.

Das ist wahrscheinlich die bessere Lösung erst mal heraus zu finden, ob du deinen aktuellen Beruf tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst, in der Regel gilt dafür nur die Feststellung einer DRV-Reha-Klinik oder eines DRV-Gutachtens als verbindlich für andere Behörden.

Aufgrund dieser Tatsache möchte ich eine Umschulung zum Fachinformatiker machen.

Was man gerne möchte muss nicht immer auch das sein was die DRV dann bezahlen wird, ob eventuell doch die AfA zuständig sein könnte (weil deine Ansprüche / Beitragszeiten bei der DRV vielleicht noch nicht reichen) das wird sich auch in der Reha oder kurz danach herausstellen.

ennen allerhöchstens noch einen WordKurs oder eine Umschulung zum Altenpfleger oder irgendwelche Kurse, mit denen man dann einen 8,50€ Job machen kann...

Wo du das gelesen hast weiß ich nicht, aber mit Rückenproblemen wird man dich sicher nicht in den Pflegebereich umschulen, und mit Word kommt heute Niemand mehr weit im Berufsleben, das gehört schon zum "Allgemeinwissen" inzwischen oder bringen sich die Lete autodidaktisch am heimischen PC selber bei.

auch bereit, nochmal eine Ausbildung als Fachinformatiker anzufangen, der Haken ist, der Ausbildungsbeginn ist immer zum 01.09. Das Amt wird sicher nicht die Zeit bis dahin überbrücken?

Umschulungen über die DRV beginnen 2 Mal im Jahr und es könnte durchaus sein, dass du bei schneller Bewilligung noch in diesem Jahr beginnen könntest, eine normale Ausbildung bekommst du auf diesem Wege in der Regel nicht (mehr) ... :icon_evil:

Die AfA wird dich da jedenfalls aktuell nicht wirklich weiter bringen, die sind in der Regel nur für Arbeitslose zuständig, wer einen Job hat braucht ja nicht "umgeschult" werden, jedenfalls nicht aus deren Sicht, es würde aber auch nichts bringen den nun hin zu werfen alleine auf Grund deiner eigenen Annahmen und Wünsche , das sehen die noch weniger gerne und entziehen dir erst mal für 3 Monate (bzw. 12 Wochen) das ALGI "zur Strafe" ...

Es war völlig überflüssig dort hinzugehen, um deine gesundheitlichen Probleme am aktuellen Arbeitsplatz klären zu lassen ... was der ÄD der AfA dazu feststellen würde hätte bei der DRV keinerlei relevante Bedeutung ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Micha94

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Hallo Doppelmoral,

hinter der ganzen Sache steckt eine längere Geschichte, die ich nun einmal erläutern werde...

Ich bin erst 21 Jahre jung. Im Beruf des Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik wollte ich ursprünglich schon nicht annehmen. Da mein Vater zu der Zeit im ALG-II Bezug war, musste ich diese Ausbildung annehmen. Da ich nur Hauptschulabschluss hatte (dank der Scheidung meiner Eltern!!), fand ich nichts anderes. Hätte ich nichts angenommen, wäre mein Vater sanktioniert worden.

Dementsprechend bin ich zu einem Arzt geschickt worden, der machte einen Eignungstest und sagte "ja es geht". Trotz Höhenangst und total untrainierter Statur. Jeder Tag auf der Arbeit war eine Qual für mich. Ich habe täglich 10 Stunden geschlafen, um den Tag irgendwie zu schaffen. Das letzte halbe Jahr war ich vom Hausarzt dauerhaft krank geschrieben. Ich habe es allerdings durchgezogen, da ich den Gesellenbrief als Elektrofachkraft in der Tasche haben wollte und nicht das Image eines "Ausbildungsabbrechers" haben wollte.

Während der ganzen Ausbildungszeit musste ich für meinen Vater finanziell aufkommen!

Nach Ende dieser Ausbildung nahm ich eine zweite in einem Artverwandten Beruf an. Das klappte auch anfangs perfekt und ich hatte nur Werkstattätigkeiten zu erledigen. Mittlerweile habe ich auch eine eigene Wohnung. Nunja, dieser Beruf wird dank unserer Wegwerfgesellschaft immer mehr kontinuierlich abgebaut. Es war ein kleiner Betrieb und wir waren nur 2 Angestellte + Chef. Der andere Angestellte wurde im Dezember gekündigt und ich sollte nun den Außendienst inkl. Baustellentätigkeit übernehmen.

Ich sagte meine Chef, dass ich nur Innendienst mache kann. Er nahm es erst mal zur Kenntnis und stellte, trotz dem Weiterarbeiten von mir, einfach mal die Lohnzahlung ein. Als es mir zu Bunt wurde (Mitte Januar) blieb ich einfach zu Hause und forderte meinen Lohn ein. Vorher habe ich schon einen total nachteiligen Aufhebungsvertrag vorgelegt bekommen, den ich natürlich nicht unterschrieben haben. Die Aufhebung sollte dann Rückwirkend zum 31.12.2015 sein. Kündigen will er mich von sich aus nicht. Er zahlt auch keinen Lohn und Arbeit will er mir auch keine mehr geben.
Ich war krank geschrieben bis Ende Dezember und bin in der Hoffnung gekündigt zu werden, bis 09.02.2016 unentschuldigt fern geblieben. Der AG meldete sich einfach nicht mehr.

Am 10.02.2016 war ich verzweifelt bei meiner Ärztin und habe alles besprochen und mir Termine für Fachärzte zur Abklärung geben lassen.
Sie riet mir, ich solle mich ans Arbeitsamt zwecks einer Umschulung wenden und nachfragen, ob es einen körperlichen Leistungstest gibt, da mein Trainingsstand keine körperliche Arbeit zulässt.

Dies habe ich ihn einem Formlosen schreiben getan. Daraufhin bekam ich einen 20-Seitig starken Umschlag zurück. Darin ein Termin für ein Beratungsgespräch, das habe ich erstmal mit AU abgesagt. Des weiteren etwas zum Ausfüllen für meine Ärztin, dass Sie mir rät, den Beruf aufzugeben, das hat Sie ausgefüllt. Und zu guter letzt noch ein Fragebogen für den Ärztlichen Dienst mit Schweigepflichtsentbindungen (werde die Atteste allerdings selber besorgen und vorlegen, dass geht ja).
Dann noch der Obligatorische Hinweis, dass ich mich bei Ausscheiden sofort Arbeitssuchend melden muss, um keine Leistungen gekürzt zu bekommen.

Also, aktueller Stand, ich hänge in dem Beschäftigungsverhältnis fest, komme nicht raus. Habe monatlich nur 400€ Unterhalt inkl. Kindergeld als Einkommen und bestreite mein Einkommen derzeit über Flohmarktverkäufe, da alles so verfahren ist....

Ich weiß nicht weiter. Ich will endlich einen ordentlichen Beruf ergreifen, der mich im Leben weiterbringt und der mich ein geregeltes Leben führen lässt. Vor der Scheidung meiner Eltern war ich schließlich auf dem Gymansium. Nun werde ich ständig von A nach B geschickt.

Soweit ich weiß bekomme ich, dank dem Schreiben meiner Ärztin, nun nach einer Kündigung ALGI. Die Lohnzahlungen für meine AU und Innendienstzeiten muss ich wohl selbst "eintreiben"?

Ein weiter Haken ist folgender:

Ich bin aktuell noch im Kindergeldbezug und Bezug von Unterhalt meiner Mutter. Sobald ich eine "echte Arbeit" annehme, verliere ich diesen. Daher möchte ich möglichst eine neue Ausbildung annehmen, doch ich weiß nicht, wie ich die Zeit bis zum 01.09.2016 überbrücken kann und ob mich evtl. ein Ausbildungsbetrieb mitten im Jahr aufnehmen würde?
Ich würde mich evtl. auch für andere Bürojobs interessieren.

Hat vielleicht jemand ein paar Tipps für mich, wie ich aus der "Nummer" wieder rauskomme?
Ich nehme an, das beste ist, sich selbst auf die Hinterfüße zu stellen und die Agentur für Arbeit möglichst zu meiden? Nur wie stelle ich das wieder an...

Viele Grüße und vielen Dank bereits im Vorraus, ihr seit meine letzte Rettung ;-)
 

Gaddezwerg

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Ich sagte meine Chef, dass ich nur Innendienst mache kann. Er nahm es erst mal zur Kenntnis und stellte, trotz dem Weiterarbeiten von mir, einfach mal die Lohnzahlung ein. Als es mir zu Bunt wurde (Mitte Januar) blieb ich einfach zu Hause und forderte meinen Lohn ein. Vorher habe ich schon einen total nachteiligen Aufhebungsvertrag vorgelegt bekommen, den ich natürlich nicht unterschrieben haben. Die Aufhebung sollte dann Rückwirkend zum 31.12.2015 sein. Kündigen will er mich von sich aus nicht. Er zahlt auch keinen Lohn und Arbeit will er mir auch keine mehr geben.
Ich war krank geschrieben bis Ende Dezember und bin in der Hoffnung gekündigt zu werden, bis 09.02.2016 unentschuldigt fern geblieben. Der AG meldete sich einfach nicht mehr.

Hierzu solltest du mal einen Arbeitsrechtanwalt aufsuchen. Einmal, bezüglich der Einforderung deines Gehaltes und auch um zu klären, ob dein Verhalten des unentschuldigten fernbleiben nicht auf einmal zu einer fristlosen Kündigung führt. Was dir bei der ALO Meldung dann erstmal eine (mindestens vorläufige) 3 monatige Sperre bringt.


Ich weiß nicht weiter. Ich will endlich einen ordentlichen Beruf ergreifen, der mich im Leben weiterbringt und der mich ein geregeltes Leben führen lässt. Vor der Scheidung meiner Eltern war ich schließlich auf dem Gymansium. Nun werde ich ständig von A nach B geschickt.

Da du aktuell noch ungekündigt bist, ist die AfA bei dir noch nicht zuständig. alles, was sie an Untersuchungen oder Ähnlichem machen, ist erstmal nur "vorbereitend" für den Fall des Eintritts der Arbeitslosigkeit.

Wenn du arbeitslos wirst, wirst du keine "normale" Umschulung über die Agentur erhalten, da du weder ungelernt noch wieder ungelernt bist.
Es würde also maximal dann aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen gehen, wenn anhand des Gutachtens des ÄD tatsächlich festgestellt wird, dass du im bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten kannst. Ob du es einfach nur nicht mehr möchtest, ist völlig unerheblich, hier würdest du dann darauf verwiesen, dass du dann eben erneut eine ganz normale Ausbildung machen sollst.

Nach Ende dieser Ausbildung nahm ich eine zweite in einem Artverwandten Beruf an

Wenn ich das richtig verstehe, hast du bisher immer "nur" Ausbildungen gemacht? Also noch nicht richtig gearbeitet? Dein ALG würde ja anhand deines letzten Gehalts berechnet. Wenn du also nur eine Ausbildungsvergütung bekommst und davon dann nur noch 60% ALG, hast du ja nur einen sehr niedrigen ALG Anspruch. Bei einer Umschulung über die Agentur würdest du während der kompletten Dauer auch nur dein ALG erhalten.
Hier wäre es eigentlich sinnvoller, tatsächlich erneut einen normalen Ausbildungsbetrieb zu suchen und die Ausbildung so zu machen, ohne Agentur, da du dann ja wieder eine klassische Ausbildungsvergütung erhälst, die wohl höher sein dürfte als dein ALG

Die Möglichkeit zur "Überbrückung", bis im September die Ausbildung losgeht, könnte z.B. darin bestehen, das du dich weiter krank schreiben lässt. Nach 6 Wochen AU beantragst du dann Krangengeld bei der Krankenkasse. Auch wenn du während dessen gekündigt werden solltest, lässt du dich weiter krank schreiben. So bekommst du weiter Krankengeld. Arbeitslos bist du dann noch nicht in dem Sinne , dass du noch kein ALG beantragen kannst und somit auch keine Vorgaben der AfA bekommst, dich zu bewerben.
 
E

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Hallo!

In dem Alter kannst du dich ganz normal auf Ausbildungsstellen bewerben.

Gesundheitliche Gründe müssen schon sehr schwerwiegend sein, wenn du eine Umschulung als Reha machen möchtest. Deinen Trainingsstand kannst du schnell verbessern.

Vielleicht kannst du die an einer Abendschule einschreiben und die mittlere Reife nachholen? Ohne die wird es ohnehin schwierig einen Ausbildungsplatz zum Fachinformatiker zu finden.

Auf der anderen Seite musst du dir einen Anwalt nehmen, um dich mit deinem jetztigen Arbeitgeber auseinanderzusetzen. Der Arbeitsvertrag besteht ja noch und so ist er auch in der Pflicht Lohn zu zahlen, auch wenn er dich nicht beschäftigen kann. Er hätte dir kündigen müssen.

In einer Gewerkschaft bist du nicht? Dann solltest du dir beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein holen.
 

Micha94

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Vielen Dank für eure Antworten!

Ich beantworte eure Nachfragen mal von unten nach oben...

@en Jordi:

Die Mittlere Reife habe ich bereits erworben, und zwar durch den letzten Berufsabschluss mit 90% und Durchschnittsnote 2 in der Berufsschule.

Neben dem schlechten Trainingsstand kommen noch Stauballergien und diverse andere Probleme hinzu.
Ich werde mir jetzt mal meine ganzen Befunde zusammen sammeln und zum Gutachter gehen.

In einer Gewerkschaft bin ich leider nicht, danke für deinen Tipp mit dem Beratungsschein.

@Muzel:

Nein, ich habe leider noch nicht mit einem Arbeitsmediziner gesprochen? Wo kann ich dies tun? Welchen Sinn hat es? (Werde parallel auch mal die Google-Suche bemühen)

@Gaddezwerg:

Auch dir vielen Dank für deine Empfehlung, einen Anwalt aufzusuchen.
Ich habe ein Schreiben meiner Ärztin, dass Sie mir empfiehlt den Beruf aufzugeben, sie sagte auch, wenn ich zusammen mit diesem Schreiben kündige, bekomme ich keine ALGI-Sperre.

Da alle Maßnahmen "vorbereitend" sind, bin ich verpflichtet diese aufzusuchen?

Ich habe in der Übergangszeit von der ersten, zur zweiten Ausbildung bereits einen Monat ALGI bezogen. Viel war es nicht. Es hat gerade so zum Leben gereicht. Kann ich dann nicht parallel ALGI beziehen?

Mein Favorit wäre sowieso eine neue Ausbildung zum Fachinformatiker oder einem alternativen Beruf, im Bürobereich. Ich glaube nicht, dass meine Hausärztin mich 6 Wochen krankschreiben wird...
Wäre ein 450€-Job oder ähnliches eine gute Übergangsmöglichkeit? Schließlich wäre ich unter dem Satz, an dem das Kindergeld eingestellt wird.

Die Ausbildungsvergütung liege fast doppelt so hoch, wie die bisherigen Ausbildungsvergütungen. Bisher habe ich trotz Arbeit und Unterhalt noch nie über dem Hartz4-Satz gelebt.
Das wäre das erste mal in meinem Leben, indem ich nicht jeden Monat geldmäßig "kämpfen" muss. Ich denke ich brauche euch nicht zu erklären, wie schwer das Leben mit ALGI, ALGII oder mit geringfügigen Einkommen ist.
Ich lese hier schon länger mit, und bin immer wieder geschockt, wie die "Ämter" ihre "Pflichten" ausführen.

Viele Grüße und nochmals vielen Dank für eure Antworten!

Michael

P.S.: Was ich hier an Antworten und Infos bekommen habe, habe ich in anderen Foren nicht in 4 Wochen bekommen, das Forum hier ist Goldwert!
 

Doppeloma

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Hallo Micha94,

bin sehr froh, dass sich noch andere User zu deiner Problematik gemeldet haben, denn so ganz einfach ist deine Konstellation wirklich nicht, zumal ich mich mit Umschulung in deinem Alter und unter deinen Umständen nicht so gut auskenne.

Mit 21 sollte natürlich auch eine normale Ausbildung kein großes Problem darstellen, sofern du einen Ausbildungsbetrieb findest, der bereit ist dich wunschgemäß auszubilden, wären im Prinzip deine Probleme schon fast gelöst.

Ob da die AfA wirklich der passende Partner für dich sein kann und wird halte ich für sehr zweifelhaft, denn die werden (wie schon geschrieben wurde) eine Ausbildung als Umschulung nur aus gesundheitlichen Gründen bewilligen und von dem Geld könntest du dann auch nicht leben. :icon_evil:

Die Mittlere Reife habe ich bereits erworben, und zwar durch den letzten
Berufsabschluss mit 90% und Durchschnittsnote 2 in der Berufsschule.

Ob du damit in einer entsprechenden Firma die Ausbildungs-Voraussetzungen erfüllen wirst, kann ich nicht beurteilen, da hilft wohl nur dich bei den entsprechenden Firmen ins Gespräch zu bringen, denn eine übliche Ausbildung kannst du jederzeit machen, wenn du einen Ausbilder findest und von dem Ausbildungslohn dann auch leben könntest.

Du beschreibst ja sehr genau, wie bescheiden du das bisher hin bekommen hast, mit einem Minijob zu überbrücken ist auch keine so schlechte Idee, denn du könntest auch noch in die (gesetzliche)Familienversicherung eines Elternteiles gehen, bis du aus einer Ausbildung wieder selbst krankenversichert bist.

Ansonsten wärst du aus einem Minijob nicht krankenversichert, aber einen Job zur Überbrückung (über Minijob aber versicherungspflichtig) solltest du doch auch finden können bis du eine neue Ausbildung beginnen könntest.
Wie das dann mit dem Kindergeld läuft weiß ich allerdings auch nicht genau, vielleicht findest du hier noch Informationen die dir da weiter helfen können.

Kindergeld in Ausbildung und Studium

Neben dem schlechten Trainingsstand kommen noch Stauballergien und diverse
andere Probleme hinzu.Ich werde mir jetzt mal meine ganzen Befunde zusammen sammeln und zum Gutachter gehen.

Zu welchem Gutachter willst du damit bitte gehen, ein Gutachter bekommt einen Auftrag von irgendeiner Stelle /Behörde um bestimmte Dinge festzustellen, die für bestimmte Zwecke notwendig sind, da kannst du nicht selber zu irgendeinem "Gutachter" gehen ...

Für eine normale Ausbildung ist das eigentlich auch völlig überflüssig, da wird (in der Regel) ohnehin eine gesundheitliche Eignungsprüfung gemacht wenn das notwendig ist und ansonsten gehen deine gesundheitlichen Gebrechen keinen AG was an wenn sie keinen Einfluss auf die ausgeübte Tätigkeit haben werden. :icon_evil:

Nein, ich habe leider noch nicht mit einem Arbeitsmediziner gesprochen? Wo kann ich dies tun?

In der Regel gar nicht auf eigenen Wunsch, in Reha-Kliniken (der DRV) sollten welche sein, du kannst ruhig bei der DRV mal nachfragen wie es mit einer med. Reha aussehen würde, das muss nicht unbedingt ausgeschlossen sein, weil du noch so jung bist.

Nur wer an den richtigen Stellen nachfragt kann auch richtige Antworten bekommen, schau mal wo eine Beratungsstelle der DRV ist in deiner Nähe und lass dich einfach mal dazu informieren, welche Ansprüche bereits auf deinem Rentenkonto "gebucht" sind.

Deutsche Rentenversicherung - Beratungsstellen finden


Auch dir vielen Dank für deine Empfehlung, einen Anwalt aufzusuchen.

Was deinen ausstehenden Lohn betrifft und die Weigerung deines AG dich weiter zu beschäftigen, ohne deswegen eine Kündigung auszusprechen kann ich mich nur anschließen ...

Ich habe ein Schreiben meiner Ärztin, dass Sie mir empfiehlt den Beruf aufzugeben, sie sagte auch, wenn ich zusammen mit diesem Schreiben kündige, bekomme ich keine ALGI-Sperre.

Dafür gibt es zumindest keine sichere Rechtsgrundlage, dass die AfA das auch so akzeptieren muss, letztlich wird deren ÄD dann darüber zu entscheiden haben, ob man das anerkennt als berechtigten Grund für eine Eigenkündigung oder nicht, es wird oft akzeptiert aber du weißt es erst wenn es vielleicht schon zu späte ist.

Da alle Maßnahmen "vorbereitend" sind, bin ich verpflichtet diese aufzusuchen?

Da du bisher noch nicht nachweislich arbeitslos bist und auch keine Leistungen bekommst oder beantragt hast dürfte das (aus meiner Sicht) noch alles freiwillig sein, womit soll man dich denn bestrafen können ...

Kann ich dann nicht parallel ALGI beziehen?

Wie meinst du das jetzt ???

In einer normalen Ausbildung hast du keinen Anspruch mehr auf ALGI und wenn dich die AfA selbst umschulen sollte, bekommst du NUR das ALGI, allerdings gestreckt über die gesamte Ausbildung.

Mein Favorit wäre sowieso eine neue Ausbildung zum Fachinformatiker oder einem
alternativen Beruf, im Bürobereich.

Vergiss den "allgemeinen Bürobereich" da gibt es schon genug Arbeitslose, im besten Falle landest du später im CallCenter ... oder bei einer ZAF zum "Verborgen" ...

Ich glaube nicht, dass meine Hausärztin mich 6 Wochen krankschreiben wird...

Dem Vorschlag folgend müsste sie dich ja deutlich länger AU schreiben, das ist ja nur der Zeitraum bis die AfA dich an die KK abgeben würde zur Krankengeldzahlung ...

§ 146 SGB III Leistungsfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit

zudem bekommst du dann auch Krankengeld nur in Höhe des bisherigen ALGI und natürlich nur so lange du auch (nach den 6 Wochen) weiter AU geschrieben bist ...

Wäre ein 450€-Job oder ähnliches eine gute Übergangsmöglichkeit? Schließlich wäre ich unter dem Satz, an dem das Kindergeld eingestellt wird.

Das lese ich aber oben in dem Link ganz anders, es kommt eher darauf an, dass du die Ausbildungssuche nachweisen kannst, das Einkommen liegt deutlich höher was du erzielen könntest ...

Ich lese hier schon länger mit, und bin immer wieder geschockt, wie die "Ämter" ihre "Pflichten" ausführen.

Dann sei froh, dass du uns rechtzeitig gefunden hast und gut vorbereitet darauf achten und dafür sorgen kannst, dass dich die Behörden nicht überall direkt "über den Tisch ziehen" oder abwimmeln werden ... :icon_daumen:

MfG Doppeloma
 
E

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Neben dem schlechten Trainingsstand kommen noch Stauballergien und diverse andere Probleme hinzu.
Ich werde mir jetzt mal meine ganzen Befunde zusammen sammeln und zum Gutachter gehen.

Du hast doch schon einen Termin beim Amtsarzt. Der wird die Einschränkungen in seinem Gutachten zusammenfassen. Damit ist dir ja erstmal geholfen, wenn das in deinem Sinne ausgeht. Bei mir war der Gutachter Arbeitsmediziner.

Ob du medizinisch da etwas unternehmen möchtest, musst du selbst wissen.

Auf jeden Fall solltest du dich nebenbei auf die Suche nach einem Ausbildungsbetrieb machen.
 

Micha94

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Werde jetzt mal mit einer Bewerbungsphase starten!

Oben meinte ich statt 6 Wochen, 6 Monate, sorry :-(

Einen Termin zum Gutachter habe ich noch nicht, lediglich einen Fragebogen...
 

Birgit63

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Ich bin der Meinung, dass dir das Kindergeld gar nicht zusteht. Du hast eine abgeschlossene Berufsausbildung. Damit ist die Kindergeldberechtigung erstmal erfüllt. Solltest du eine weitere Ausbildung beginnen, hast du wieder Anspruch auf Kindergeld. Bis zum 25. Lebensjahr. Dazwischen aber nicht. Auch nicht wenn du ausbildungssuchend gemeldet bist. Da du ja bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hast.
 
E

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Ich bin der Meinung, dass dir das Kindergeld gar nicht zusteht. Du hast eine abgeschlossene Berufsausbildung. Damit ist die Kindergeldberechtigung erstmal erfüllt. Solltest du eine weitere Ausbildung beginnen, hast du wieder Anspruch auf Kindergeld. Bis zum 25. Lebensjahr. Dazwischen aber nicht. Auch nicht wenn du ausbildungssuchend gemeldet bist. Da du ja bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hast.

Er ist doch derzeit in einem Ausbildungsverhältnis.
 

Gaestin

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ich sehe ein anderes Problem: es gibt zu viele Fachinformatiker
und vor allem Fachinformatiker, die studiert haben.
Trotzdem würde ich Micha die zweite Ausbildung sehr gönnen,
es wird nur schwierig mit Realschulabschluss dann was zu finden.
 
E

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ich sehe ein anderes Problem: es gibt zu viele Fachinformatiker
und vor allem Fachinformatiker, die studiert haben.
Trotzdem würde ich Micha die zweite Ausbildung sehr gönnen,
es wird nur schwierig mit Realschulabschluss dann was zu finden.

Wovon gibt es denn heute nicht zuviel?
Es gibt zuviele Menschen.

In dem Alter ist noch alles drin. Er kann auch noch studieren. Ein Bekannter von mir hat mit Ende 20 diese Ausbildung gemacht und sein Chef hätte ihn gerne behalten.
 

arilesdra

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Hi, da ich das Prozedere schon hinter mir habe (auch Fachinformatik :D sehr geiler Job, macht irre Spaß)...

Hier stell ich Dir meine Erfahrung schrittweise zur Verfügung:

1. Ich war in einer psychosomatischen Klink, dort wurde ich mit der schriftichen Empfehlung für eine Umschulung entlassen, bzw. stand auch in der Diagnose, dass ich meinen alten Beruf nicht mehr machen kann. Dies hat mir sehr viele Wege eröffnet!

2. Hatte nach Prüfung keinen Anspruch einer Übernahme von irgendwelchen Reha Kosten seitens der Rentenversicherung, da ich noch keine 15 Jahre sozialversicherungspflichtige Tätigkeit auf dem Buckel hatte. Leider nur 11,5.

3. Somit Zusändigkeit von Agentur anerkannt.
Dort wurde ich zu hausinternen psychologischen Tests und Psychologen geschickt. Die waren alle ganz ok.

4. Dann wurde mir ein Termin bei einem Rehaberater gegeben. Diese Rehaberater arbeiten auch im Auftrag vom Jobcenter!!!

5. Von der Agentur ging das Ganze dann ans Jobcenter, da mein Anspruch auf ALG 1 ausgelaufen war.

6. Dann wurde mir seitens des Jobcenters die Teilhabe am Arbeitsleben genehmigt:

7. Ja und dann hab ich Fachinformatik gelernt :icon_mrgreen:


[Achtung wenns mal der Fall sein wird: Unabhänig von ALG 1 und 2 steht dir bei Bezug von Leistungen zum Arbeitsleben ergänzende Leistungen zu. Wenn Du dann eine Umschulung in einem Berufsförderwerk machst, muss das Amt für Dich
§ 44 SGB9, Pflichtbeiträge und Beitragszuschüsse abdrücken. Das sag ich Dir, weil das Jobcenter Dich "NUR" melden würde, wenn Du ALG 2 bekommst. Laß Dir von Deiner RV einen Versicherungsverlauf und/oder die Bestätigung schicken, dass die Beiträge gezahlt werden.]

Auch ein Mehrbedarf würde Dir zustehen von 35%

Ich sag Dir das jetzt nicht um Dir Druck zu machen, sonder mag Dich nur darauf hinweisen, dass ich es gut finde, dass Du Dich schlau machst. Es ist schon richtig und wichtig zu wissen, was man für Rechte hat. Und wenn ich immer wüsste, wo ich mehr Geld herbekomme und warum, würde mir das Leben auch etwas leichter sein. :icon_party:


Lass Dich nicht Entmutigen:

Grade in der heutigen Zeit, kommst Du mit dieser Grundausbildung überall hin. Sei Dir aber bitte bewusst, dass dies wirklich nur eine absolute Grundlage ist. Was man in dieser Ausbilung über Informatik lernt ist dennoch echt toll und macht mega Spaß, gar keine Frage. Eine super Art von Quereinsteigermöglichkeit. z. B. als Servicetechniker. ABER die ersten zwei oder sogar drei Jahre, wirst Dir überall kaum mehr Wissen als einem Azubi im ersten Jahr zugestanden. Was Du ja auch nicht hast, angsichst des irre großen Umfangs im EDV und IT Bereiches. Das fast ist ähnlich wie, Du willst zwar mal Arzt werden und machst erst mal eine Ausbildung zum Kindergärtner um überhaupt mal Zugang ins Soziale zu bekommen.

Viel Viel Glück und Erfolg auf Deinem Weg!
 

Muzel

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So ein Arbeitsmediziner kann dir bescheinigen, welche Beschäftigung du mit deinen gesundheitlichen Einschränkungen machen darfst.
 
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Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
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