Call Center in Gefängnisse outsourcen (1 Betrachter)

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Regelsatzkämpfer

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Wie in den USA will auch die britische Regierung Call Center mit Strafgefangenen betreiben, weil das für Unternehmen eine kostengünstige und "effektive Alternative" zum Outsourcen ins Ausland sei

In den USA werden Strafgefangene schon länger in Call Center beschäftigt. Weil die Gefangenen, die sich mit der Arbeit für Jobs nach dem Ende der Gefängnisstrafe ausbilden wollen oder sollen, wenig verdienen, werden damit hohe Gewinne generiert. So preist Unicor denn auch vor allem an, dass die Arbeitskosten gering sind und Call-Center-Dienste in amerikanischen Bundesgefängnissen auch etwa wegen der Sprachkenntnisse effektiver seien, als wenn sie ins Ausland verlagert werden: "Imagine … All the benefits of domestic outsourcing at offshore prices." ...
Call Center in Gefängnisse outsourcen | Telepolis
 
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ExitUser

Gast
Weil die Gefangenen, die sich mit der Arbeit für Jobs nach dem Ende der Gefängnisstrafe ausbilden wollen...
Dann kommen sie als perfekt "ausgebildete" Call Center Agents aus dem Gefängnis und stellen in der "freien Welt" fest: Mist, die CC-Firmen arbeiten alle nur noch mit Gefängnisinsassen, die sind so schön billig...

Ich habe nichts dagegen, daß man Gefangenen die Möglichkeit gibt, sich auch beruflich auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Aber da sollte man darauf achten, daß die Vorbereitung zu Jobs führt (oder zumindest führen kann), die dem Ex-Häftling dann auch ein "anständiges" Leben ermöglichen.

Und insbesondere finde ich es nicht richtig, wenn die Häftlinge ausgenutzt werden, damit irgendwelche Unternehmen ihren Gewinn steigern können und keine anständigen Löhne an "normale" Arbeitgeber zahlen müssen. Häftlingsarbeit darf keine Konkurrenz zu den Arbeitnehmern "draußen" sein und deren Lohn drücken oder gar die Jobs völlig vernichten.
 

Anna B.

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Hallo,

das Ausnutzen haben wir doch schon...da steigern Unternehmen ihren Gewinn...nämlich in den Behindertenwerkstätten...

mein Neffe mußte aber, heidewitzka...ruckzuck am Tag XX lattenroste für die Firma...wie hieß die doch nur, so weit oben auf der Landkarte?? zusammenschrauben...
die konnten dann die Lattenroste billig anbieten und die Tagesstätte?...schön, dass unsere Mitarbeiter Gelegenheit haben, eine Tätigkeit auszuführen...

für die Mitarbeiter der Werkstatt gab es dann zinsfreie Darlehen zum Hauskauf...nicht für die Beschäftigten in der Werkstatt...das bitte unterscheiden...nur für diejenigen die den "Laden am laufen halten"...

die, die sich nicht wehren können, werden bereits ausgenutzt...
 
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ExitUser

Gast
:icon_twisted:Für mich ist dies nichts neues,
´beim telefonieren kann man ja nicht so schnell etwas falsch machen!:icon_twisted:
Andere beschweren sich fast Täglich über diese zunehmend nervigen Telefonverkäufer bei der Polizei und so werden diese nervigen Telefonverkäufer dorekt von de Polizei ausgebildet!:icon_kotz::icon_kotz:




Irgendetwas riecht hier sehr extrem stark nach Ammoniac!:icon_twisted::icon_kotz:
 

Konstabler

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und so werden diese nervigen Telefonverkäufer dorekt von de Polizei ausgebildet!
Nein.

Die JVA unterstehen dem Justizminister, die Polizei dem Innenminister der jeweiligen Bundesländer.

Sollte es also zu einer Callcentertätigkeit in der Regie der JVA kommen, wären die Justizministerien federführend.

Dazu wird es aber in Deutschland nicht kommen.

Es kommen für derartige Tätigkeiten nur Häftlinge im offenen Vollzug in Frage, und die arbeiten ganz normal "draussen" bei normalen Arbeitgebern.

Das Problem ist eigentlich, dass die Häftlinge wenig von ihrer Arbeit haben, so erwirtschaftet z.B. die JVA Bielefeld - Senne einen satten Gewinn, während alle anderen JVA ordentlich Minus erwirtschaften.

Wie dieses gewinnträchtige System in Bielefeld funktioniert, erschliesst sich mir nicht so ganz.

Schlussendlich ist es dann aber so, dass eine gewinnträchtige JVA immer Nachschub an Sträflingen benötigt, und das wäre natürlich bedenklich.

Wenn denen auf einmal die Sünder ausgehen, hätte das sicherlich Auswirkungen auf die Rechtsprechung. :eek:
 

druide65

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Vielleicht hilft das etwas weiter das System dahinter zu verstehen.

Miele etwa, traditionell ein großer Arbeitgeber für die Häftlinge, fahre mehrmals täglich mit Bullis die Außenstellen ab, je nach Schichtbeginn. Nach Feierabend gehe es zurück. Gehring-Bunte melde sich, sobald die Tage wärmer werden und der Getränkeabsatz steigt. Auf diese Weise decke es Spitzen ab. Die meisten Firmen beschäftigen laut Nelle-Cornelsen bis zu 10 Häftlinge, einige 25 bis 30. Es sei ein Vorteil, mittlerweile breit aufgestellt und Partner vieler verschiedener Unternehmen zu sein – das dämpfe die Branchen- und Konjunkturabhängigkeit. Mittlerweile wendeten sich sogar Zeitarbeitsfirmen an die JVA
GÜTERSLOH/BIELEFELD: Die Schicht ruft | Neue Westfälische: Tageszeitung Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Verl, Avenwedde, Isselhorst, Kaunitz, Rietberg, Herzebrock, Harsewinkel, Langenberg - Neue Westfälische - Gütersloh

https://infoladenanschlag.wordpress.com/2012/03/02/stellungnahme-der-anti-knast-gruppe-zum-artikel-„die-schicht-ruft-in-der-neuen-westfalischen-vom-22-02-2012/
 

Feind=Bild

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...
Schlussendlich ist es dann aber so, dass eine gewinnträchtige JVA immer Nachschub an Sträflingen benötigt, und das wäre natürlich bedenklich.
Nein, das wäre kapitalistisch. Und alles, was kapitalistisch ist, ist gut! :icon_rolleyes:
Wenn denen auf einmal die Sünder ausgehen, hätte das sicherlich Auswirkungen auf die Rechtsprechung. :eek:
Dafür gibts ein Beispiel im Moore-Film "Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte", wo Jugendliche für Kleinigkeiten in nen Jugend-Knast kamen, manchmal auf unbestimmte Zeit, bis "EuerEhren" sie für resozialisiert befand.
Einem befreundeten Unternehmer schob er so über die Jahre billige Arbeitskräfte zu...


Allgemein: Solche Call-Knackis sollte man dann aber nicht mehr länger wegsperren.
Call-Center-Arbeit ist schließlich allein schon ne Strafe!
 
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Es ist doch ein beruhigendes Gefühl, wenn man beispielsweise, wie in den USA, einen Flug über ein Callcenter bucht und am anderen Ende der Leitung ein Mörder, Vergewaltiger oder Kinderschänder fleißig meinen Namen, Anschrift, das Alter meiner Kinder und die Kreditkartendaten notiert und sich anschließend mit den Worten verabschiedet: vielen Dank für Ihren Anruf und auf Wiedersehen! :icon_twisted:
 
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Gast
Es ist doch ein beruhigendes Gefühl, wenn man beispielsweise, wie in den USA, einen Flug über ein Callcenter bucht und am anderen Ende der Leitung ein Mörder, Vergewaltiger oder Kinderschänder fleißig meinen Namen, Anschrift, das Alter meiner Kinder und die Kreditkartendaten notiert und sich anschließend mit den Worten verabschiedet: vielen Dank für Ihren Anruf und auf Wiedersehen! :icon_twisted:
Makaber
 

Anna B.

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......

auch das erinnert mich an Maßnahmen, die bereits im 2. Weltkrieg "modern" waren...
nehmen wir nur Melitta...oder krupp...oder Mittelbau Nora..

das waren auch alles Häftlinge, die für diese Firmen gearbeitet haben, die wurden versklavt...
mit dem Unterschied, dass diese Häftlinge damals nichts böses getan haben, die hatten nur einen anderen Glauben.....
 
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