Bundesweiter Aufruf für den 12.6. (1 Betrachter)

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Martin Behrsing

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Liebe Leute,

hier der bundesweite Aufruf zu den Demonstrationen am 12. Juni in Berlin und Stuttgart, so wie er am 17. April in Wiesbaden verabredet worden ist, als Flugblatt zum Weiterleiten und zum Ausdrucken mit einfachen Mitteln.

Es gibt eine Langfassung und eine Kurzfassung, mit kürzerem Aufruftext (siehe Anhang).
Nutzt den Aufruf bitte zum Verteilen und Mobilisieren.
Vielleicht schon am 1. Mai?

Eine lebendigere, druckfähige Fassung des langen Aufrufes, in Farbe, gibt es bald auf der Website als Download:
WIR ZAHLEN NICHT FÜR EURE KRISE! - Krisenproteste .

Verschickt den Aufruf bitte auch weiter über eure Verteiler!

Wenn Ihr den Aufruf als Organisation unterstützen möchtet, sendet bitte eine Mail an info[at]kapitalismuskrise.org

Ich wünsche allen einen kämpferischen 1. Mai!

Mit solidarischen Grüßen

+++++++++++++++++++++++++++++++++++



Wir zahlen nicht für eure Krise!

Gemeinsam gegen Erwerbslosigkeit, Kopfpauschale und Bildungsabbau

Um den Aufruf und die Demonstrationen zu unterstützen bitte eine Mail senden an:
info[at]kapitalismuskrise.org

Lediglich eine Woche hat es gedauert, bis die Bundesregierung 500 Mrd.
(Bürgschaften, Kredite, Finanzhilfen) für die Banken mobilisiert hat. Eineinhalb Jahre später knallen bei vielen Hedgefonds schon wieder die Champagnerkorken, werden wieder Milliarden-Boni ausgezahlt, sonnt sich die Deutsche Bank in Riesengewinnen und wird massiv gegen Griechenland spekuliert. Kein einziges Gesetz zur Regulierung des Finanzsektors, zur Schließung von Steueroasen oder dem Verbot von hochriskanten Finanzspekulationen wurde verabschiedet. Die Verluste wurden sozialisiert, und die Gewinne können wieder privat angehäuft werden. Die nächste Spekulationsblase baut sich bereits auf.

Wer zahlt die Zeche?
Gleichzeitig müssen Millionen Menschen damit rechnen, dass die größte Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Zahlreiche Betriebe sind von Insolvenz bedroht. Viele Beschäftigte wissen nicht, ob ihr Arbeitsplatz nach dem Auslaufen der Kurzarbeit noch bestehen wird. Die Ausbildungsstellen gehen massiv zurück, und noch weniger Auszubildende werden übernommen. Die Zahl der im Niedriglohn-Sektor Beschäftigten nimmt dramatisch zu, ebenso prekäre Arbeitsverhältnisse. Eine wachsende Zahl von Beschäftigten kann von ihrem Lohn nicht mehr leben. Die Hoffnung der Erwerbslosen auf einen Arbeitsplatz wird weiter zerstört – dagegen werden sie von Westerwelle, Sarrazin & Co. zu den Sündenböcken der Misere gemacht.

Privater Reichtum und öffentliche Armut – Kommunen verarmen Fast drei Jahrzehnte lang wurde über die Steuerpolitik massiv zu Gunsten der Reichen, Vermögenden und Kapitalbesitzer umverteilt, während die Belastung der Beschäftigten und Rentner/innen gewachsen ist. Leidtragende sind auch die öffentlichen Haushalte, insbesondere die Kommunen. Ihre Einnahmen gehen in der Krise drastisch zurück. Viele Kommunen reagieren auf die Steuereinbrüche und ihre finanzielle Misere mit Personalabbau, Gebührenerhöhung und Abbau der öffentlichen Daseinsvorsorge, zu Lasten der Bürger/innen und der Beschäftigten.
Dabei sind die Mängel in der Bildung, im Gesundheitswesen, im sozialen Bereich und in der Ökologie unübersehbar. Wir brauchen mehr Geld für Bildung, Soziales und Ökologie und eine deutlich bessere Finanzausstattung der Kommunen.

Schwarz/Gelb gibt den Reichen – und schlägt auf die Gesundheit Die Politik von Schwarz/Gelb verteilt weiter um, zu Gunsten der Reichen und Erben. Das Wirtschaftsbeschleunigungsgesetz entzieht den Kommunen weitere 1,6 Mrd. Euro. Die Verursacher der Krise bleiben verschont, und für die Zeit nach der NRW-Wahl wird schon jetzt eine Sparpolitik zu Lasten der Mehrheit der Bevölkerung angekündigt. Die Bundesregierung plant eine Gesundheitsreform, bei der ausschließlich die Beschäftigten und Versicherten zu Kasse gebeten werden.
Die Kapitalseite wird verschont. Mit der Einführung der Kopfpauschale würde der Manager den gleichen Krankenkassenbeitrag bezahlen wie die Putzfrau. Das wäre die Zerschlagung der Reste des Solidarprinzips im Gesundheitswesen – so wie schon mit der Pflegeversicherung geschehen.

Nicht auf unserem Rücken!
Die Folgen der Krise sollen wir tragen – und gleichzeitig mit einer Verschlechterung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen den Aufschwung bezahlen.
Die kapitalistische Profitlogik und die massive Umverteilung von Unten nach Oben, die eine wesentliche Ursache für die Krise sind, sollen auch die Basis für den erhofften Aufschwung bilden. Die Wirtschaftsverbände in Deutschland setzen weiter auf die Eroberung der Exportmärkte durch Lohn- und Sozialdumping, zu Lasten der Beschäftigten hier und in den anderen Ländern. Im Verbund mit der Bundesregierung versuchen sie auch allen anderen EU-Ländern einen rabiaten Lohn- und Sozialabbau aufzuzwingen. Wir sind mit unserer Losung „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Teil eines europaweiten sozialen Widerstands. Die deutsche Regierung verstärkt den Druck auf andere europäische Länder in einer Politik von Verarmung und Wiederbelebung des Neoliberalismus. Dieses Modell geht nicht nur zu Lasten der Menschen, sondern auch der Ö
kologie und des Klimas. Längst hat sich die Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Ökologie- und Klimakrise verschränkt, Kriege werden verstärkt. Eine Fortsetzung dieses „Modells“ ist nicht im Interesse der Mehrheit der Menschen.

Jetzt auf die Straße gehen!
Gemeinsam können wir uns dagegen organisieren: in den Betrieben, vor den Arbeitsagenturen, an den Unis und Schulen und auf der Straße. Wir wollen Gegenwehr gegen die Politik von Schwarz/Gelb, gegen Arbeitsplatzvernichtung, Sozialabbau und Umweltzerstörung stärken. Wir wehren uns gegen Entsolidarisierung und Spaltung – gemeinsam können wir eine Bewegung aufbauen!

Beteiligt euch auch an den Klimaprotesten am 5. Juni in Bonn und den Bildungsstreiks am 9. Juni.

Wir fordern:

* Kein Sparprogramm auf Kosten der Allgemeinheit – die Verursacher der Krise müssen zahlen!
* Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Oben nach Unten, z.B.
durch Erhöhung von Vermögenssteuer und Körperschaftssteuer. Einführung einer Finanztransaktionssteuer.
* Ausbildungsplätze für alle und unbefristete Übernahme in ein Vollzeitarbeitsverhältnis
* Beschäftigung sichern, Arbeitsplätze schaffen – statt Massenarbeitslosigkeit Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich (Ziel:
30-Stunden-Woche) und Ausbau der Beschäftigung im sozialen und ökologischen Bereich
* Lohndumping beenden – gesetzlicher Mindestlohn von 10 Euro die Stunde
(lohnsteuerfrei)
* Schluss mit der Hetze gegen Arme und MigrantInnen!
* Statt Hartz IV eine Grundsicherung von 500 Euro Eckregelsatz ohne Repressionen, Abschaffung der Agenda 2010
* Mehr Geld für Bildung, Soziales, Ökologie – mehr Geld für die Kommunen
* Kostenlose gute Bildung für alle
* Weg mit der Rente mit 67
* Statt Kopfpauschale Einführung der Bürgerversicherung und für ein solidarisches, paritätisch finanziertes Gesundheits- und Pflegesystem
* Finanzsystem regulieren und kontrollieren, Banken vergesellschaften und Spekulationsgeschäfte verbieten
* Krisenbewältigung nicht mit Militärprodukten und Aufrüstung!

Bundesweites Bündnis “Wir zahlen nicht für eure Krise”
 

Anhänge:

E

ExitUser

Gast
Wo genau in Stuttgart findet die Demo statt? Möchte gerne daran teilnehmen.


Grüsse
 
R

Rounddancer

Gast
Mit Grausen muß ich bemerken, daß in den Medien die Demos am 12.06. gar nicht erwähnt werden.
Nicht mal Frank Bsirske, der ja am Samstag in Stuttgart auf der Kundgebung reden soll, hat sie gerade im ARD-Morgenmagazin erwähnt. Er redete nur davon, die Diskussionen in die Betriebe zu tragen ...

Kein Wort über die Demos am kommenden Samstag in Berlin und Stuttgart.

Oder hat er sich und die ver.di still und heimlich aus den Demos zurückgezogen?
 

jessihope

Neu hier...
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gestern wurde es auf ZDF mal kurz erwähnt....beim heute journal...
 
R

Rounddancer

Gast
Ich finds gut das es die Demo gibt, aber ich find des geht alles nicht weit genug. Mir so ner Demo bekommst Du den Mittelstand nicht ins Boot.

Oh, da sind schon sehr viele mit im Boot, in dem Boot mit dem Loch im Boden, das absäuft. Auch ich bin Mittelständler.

Kann man nicht mal etwas ganz großes machen,
einen bundesweiten Generalstreik?
Das Recht dazu versucht ja Die Linke. seit langem politisch durchzusetzen, leider allein in den weiten Fluren der Parlamente.
Aber im Gegensatz zu z.B. Frankreich, Spanien, Griechenland, und sogar Österreich ist der Generalstreik hier in Deutschland leider verboten.
Was dann dazu führt, daß jeder, der einen Generalstreik organisiert, bzw. auch nur an ihm teilnimmt, sich der Straftat des Landfriedensbruchs schuldig macht,- durch Geldstrafen volleends auf Jahrzehnte arm gemacht, und in den Knast geschickt werden kann.

Ich stell mir das so vor das man überall in Deutschland Flugblätter verteilt und auf die Menschen zugeht, ich find um was zu erreichen muß das ganze Land stillgelegt werden.
nur: Wer ist "man"? Von den anderen was zu erwarten, ist unmöglich, ohne eigenes Beispiel zu geben. Und selbst dann kannst Du nicht erwarten, daß nennenswert viele es Dir gleich tun.

Und, wenn Du Pech hast, kriegste als für das Flugblatt Verantwortlicher dann nur etliche Rechnungen über Müllbeseitigungsgebühren aus X-erlei Städten, weil die Leute den Flyer wegschmissen, die Müllabfuhr den aufsammelte und nun Dir berechnen.

Darum, ganz klar: Am Samstag zur Demo. In Berlin oder Stuttgart.

Wenn ich gesundheitlich kann, werde ich da sein. In Stuttgart.
 
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