Bundestagswahlkampf | Deutsche Post verkauft Kundendaten an CDU und FDP

Dagegen72

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Link: https://www.tagesspiegel.de/politik/bundestagswahlkampf-deutsche-post-verkauft-kundendaten-an-cdu-und-fdp/21132474.html
Erst Facebook, jetzt die Deutsche Post: Einem Medienbericht zufolge handelt der ehemalige Staatskonzern über eine Tochter mit Daten für den Wahlkampf.
Nach dem Datenskandal bei Facebook gibt es einem Medienbericht zufolge ähnliche Vorwürfe gegen die Deutsche Post. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, verkauft der ehemalige Staatskonzern über seine Tochter Deutsche Post Direkt GmbH seit 2005 Daten an Parteien zu Wahlkampfzwecken. Im Bundestagswahlkampf 2017 hätten CDU und FDP jeweils einen fünfstelligen Betrag für straßengenaue Analysen gezahlt.
Das ist ein Skandal. Die Post behauptet, dass Datenschutzkritierein berücksichtigt worden seien, aber in den Medien hieß es gestern, dass das nur schwer möglich ist, sensible Daten nicht weiterzugegeben.

Und das meine Elos und Eloines, ist der Grund, warum Parteien, die Einfluss auf Gesetzgebungen haben, keine Spenden über einen bestimmten Betrag annehmen dürfen. Die, die viel Geld haben, haben solche Möglichkeiten um Infos abzugreifen um zukünftige WählerInnen irgendwie beeinflussen zu können.
 
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AW: Deutsche Post soll Kundendaten an Parteien verkauft haben

Vielleicht hatten wir deshalb Werbung von den Identitären im Briefkasten. :biggrin:
 

erwerbsuchend

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AW: Deutsche Post soll Kundendaten an Parteien verkauft haben

Die, die viel Geld haben, haben solche Möglichkeiten um Infos abzugreifen um zukünftige WählerInnen irgendwie beeinflussen zu können.
Dennoch kann und darf sich der Wähler vor der Wahl frei informieren und entscheiden, welcher Partei oder welchem Kandidaten er seine Stimme gibt.
 

0zymandias

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AW: Deutsche Post soll Kundendaten an Parteien verkauft haben

Komisch. Ich dachte jetzt, es ginge um die Daten, die über den Wähler an andere gehen. :biggrin:

Aber wenn das dazu führt, dass die Post billiger wird und die Briefträger mehr Stundenlohn erhalten, dann könnte man es fast verstehen.
Fast, denn das Geschäftsmodell der Deutschen Post sollte eigentlich ohne Datenhandel standfähig sein.

Es geht auch nur fünfstellige Summen, also werden die Daten nicht viel wert sein. :biggrin:
 

Dagegen72

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@Ullenspiegel: da hast du ja was Ekeliges im Briefkasten gehabt. kannst ja einen Aufkleber anbringen, dass du keine rechte Post magst. hihi (ich kenne eine Einrichtung die das macht).
Würdest du es machen, würde also die Post es an die genannten Parteien weitergeben und wenn es um CDU geht ist auch CSU mit gemeint!
Das ist die Kundendatenweitergabe! Dann würde es heißen im Ort x in der Straße y steht am Briefkasten keine rechte Post, also ist er so und so orientiert.

Im Datenschutzforum hat eine Person das Thema erwähnt, eine Frage gestellt und keine Antwort erhalten :icon_eek: https://www.bfdi.bund.de/bfdi_forum/showthread.php?t=7654&p=49002#post49002 Man könne der Datenweitergabe widersprechen.

Ja, es ist da jetzt zufällig herausgekommen. Aber man kann doch nur etwas widersprechen, von dem man weiß, dass Daten verkauft werden!!

Das Einwohnermeldeamt verkauft auch unsere Daten, ist seit 2012 bekannt!
Im Melderegister werden eine Vielzahl von Daten gespeichert, zum Beispiel Name und Vorname, Geschlecht und Religionszugehörigkeit. Einen Teil davon darf das Einwohnermeldeamt an Dritte weitergeben, wenn diese ein „berechtigtes Interesse“ daran haben. Das ist etwa der Fall, wenn ein Unternehmen Schulden eintreiben will. Allerdings dürfen nicht alle gespeicherte Daten weitergegeben werden. Erlaubt ist die Auskunft über Nach- und Vorname, Doktortitel und die aktuelle Anschrift. Auch darf das Amt preisgeben, ob eine Person verstorben ist. Andere gespeicherte Daten wie das Geschlecht, der Familienstand, die Staatsangehörigkeit oder die Religion gelten als „sensibel“ und dürfen vom Amt nicht an Firmen weitergegeben werden.
https://www.tagesspiegel.de/politik/adresshandel-so-funktioniert-das-geschaeft-mit-den-daten/6857990.html Adresshandel nennt das der Artikel vom Tagesspiegel im Link

Das Jobcenter darf ja auch alle Daten an dahergelaufene Maßnahmeanbieter weiterleiten, da interessiert das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht mehr, dass das Bundesverfassungsgericht zugesichert hat! Alles im Sinne der Arbeitsfindung, ja, ja...

@erwebsuchend: selbstverständlich können bzw. könnten sich die Leute über Parteien selbst informieren. Die desillusioniertesten Menschen gehen aber kaum noch wählen. Da können sich die fetten, etablierten Parteien freuen. Der Mensch, der kaputt ist / kaputt gemacht wurde, der geht auch nicht mehr wählen.

In der Tat sollten sich alle Leute mehr informieren. Aber wer interessiert sich denn in eurem Bekanntenkreis für Politik, die über Stammtischreden hinausgehen, also wer interessiert sich ernsthaft für Politik und ist aktiv?
Politisch aktiv sein wird auch eher nicht gefördert, meine ich.

Mehrere Tausend Euro soll das den Parteien gekostet haben.


In diesem informativem FR-Artikel steht, wie sich die CDSU und FDP rechtfertigen für den Datenkauf, bspw. weil Wahlkampf teuer ist, dann kauft man sowas eben ein.
Andere Parteien würden das vielleicht auch gern tun, um pro-parteiliche Leute für sich gewinnen zu können, können es sich aber nicht leisten!
Außerdem steht in dem FR-Artikel:
Die Post, so heißt es weiter, kaufe nach eigenen Angaben zudem statistische Daten von Behörden, etwa vom Kraftfahrtbundesamt und vom Katasteramt. Für die Wähleranalysen kombiniere die Post ihre Daten mit Wahlergebnissen nach Stimmbezirken. Zu diesem Zweck arbeite sie mit Meinungsforschern zusammen. Ein Postsprecher erklärte, die Daten bezögen sich nicht auf einzelne Haushalte, sondern auf sogenannte Mikrozellen aus im Durchschnitt 6,6 Haushalten. Dabei gehe es eben nicht um personenbezogene Daten, sondern allein um statistische Wahrscheinlichkeiten.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz, jedenfalls meint, eine grundlegende Debatte um den Schutz demokratischer Willensbildung der digitalisierten Gesellschaft sei „überfällig“ – nicht nur wegen der Debatte über die Daten der Post.
ICH meine: in einer Demokratie darf die Richtung NICHT von denen vorgegeben werden, die am meisten Geld haben und sich alles kaufen können!
Allein der Wählerwille sollte doch reichen, mit seiner Wahlstimme und bei dem was er an Informationen sich über die Partei verschafft! Das ist doch Demokratie!!

Es ist verlogen und nicht demokratisch, sich Wählerstimmen über solche Wege zu kaufen!!!! DAS ist kapitalistisch!! und kapitalistisch heißt immer "Profit (Geld, Macht .. ) vor dem einzelnen Menschen!

Sowas wie der Datenkauf für Parteien bedeutet, dass sie sich schlichtweg die Macht kaufen wollen.

Dem Verkaufspsychologen geht es auch nicht darum, dass ein Mensch das hat was er braucht, dem geht es im Sinne von Profit vor dem einzelnen Menschen, dass der Mensch kauft, ob er es braucht oder nicht, ob er sich verschuldet oder nicht, hauptsache er kauft. Und die Schuldenberatung kostet auch Geld, vielleicht nicht dem Betroffenen, aber einer anderen Stelle.

Dlf hat auch was dazu gebracht:
Trotzdem lässt sich mit den Daten offenbar einiges machen: Die Post wirbt in der internen Werbebroschüre damit, dass sie für jede Partei pro Haus einen Chancenwert zwischen 1 und 100 ermitteln kann. Das Problem ist laut Bild am Sonntag, dass jeder mit einer Adresse in Deutschland automatisch in den Post-Datenbanken landet - außer wenn man der Weitergabe der Daten für Werbezwecke ausdrücklich widerspricht.
Linken-Netzpolitikerin Anke Domscheit-Berg fordert deswegen eine Änderung: Die Daten dürften nur nach ausdrücklicher Zustimmung weitergegeben werden.
fett von mir

meine Empfehlung: Anke Domscheit-Berg und ihr Mann sind interessante Personen, lest mal im Internet dazu, zur groben Information vielleicht wikipedia, aber auch anderes im Interent! :)
 

Bananenbieger

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Dem stimme ich zu.

Auch die Polizei gibt Daten an Dritte weiter (und mehr).
Besonders wenn hohe Reviersleiter bei der Polizei, CDU und FDP-Politiker als Reverenz genannt werden.
Filz lässt grüßen
 

Fairina

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Welch epochale Erkenntnis wird da wieder hervor geholt. Das Behörden und anderen Interessenten Daten weiter geben, ist seit vielen Jahrzehnten bekannt! Aber das junge Volk liest weder noch informiert es sich. Ergo wird eine alte Sache zur neuen Sache erklärt. :icon_neutral:
 
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ExitUser

Gast
Das Einwohnermeldeamt verkauft auch unsere Daten, ist seit 2012 bekannt!
Die verlangen nicht einmal Geld dafür.
Einmal hat die Krankenkasse dort nach meiner Adresse gefragt und die haben "unbekannt verzogen" angegeben. Der Weitergabe an Adressbuchverlage musste man widersprechen, wenn ich mich recht entsinne.

Wer wirklich mit Daten handelt oder entsprechende Sicherheitslücken hat, sind die Anbieter von Mailkonten. Ich habe mich bei einem mit falschem Namen angemeldet und bekam mehrfach personalisierte Werbung, ein Stellenangebot in meiner Branche etc. Die müssen also selbst die Inhalte der Mails mitlesen.

Zugegebenermaßen lesen wir bei solchen Angeboten ja auch nicht jedesmal die Datenschutzrichtlinien gründlich durch.
 

Dagegen72

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ja, es ist auch schlimm, dass sich Leute viel zu wenig informieren. Andererseits bringt es bspw. beim Jobcenter in Bezug auf Maßnahmen nicht viel, was die bundesverfassungsgerichtlich zugesagte informationelle Selbstbesimmungsrecht in Bezug auf Maßnahmen betrifft. Dagegen hatte ich ja schon mal widersprochen und es hieß, dass es halt alles mit Arbeitsfindung zu tun hätte und entspr. sei jede Aufregung deswegen unzulässig.

Am 25. Mai 2018 tritt eine neue euroäische Datenschutzverordnung in Kraft. https://www.erfolg-und-business.de/business-management/stichtag-25-mai-2018-die-eu-datenschutz-grundverordnung-eu-dsgvo

Aber letztendlich frage ich mich inzwischen, ob die ganze Datenschutzsache nicht bloß Volksverdummung ist. Die Polizei hat schon so gut wie alle Rechte in punkto Telekommunikationsüberwachung. Beim Jobcenter sei ja alles bloß im Dienste der Arbeit. Jetzt kommt die elektronische Gesundheitskarte raus, ich glaube, da steht dann auch alles für alle lesbar drauf für das ganze Ärzteam.

Überhaupt, beim Arzt an der Theke soll man immer ganz genau sagen, wie man heißt, wo man wohnt, was man hat, überall woanders auch.
Meine Zettelmethode die ich dann über den Thresen schiebe irritiert eher. Da ist das Stichwort Datenschutz schon kaum noch vorhanden.

Als die Datenschutzbeauftragte De Mezières Übung aufgrund bestimmter Vorkommnisse kritisierte, in punkto Erprobung Videobüberwachung am Berliner Ubahnhof, wurde das von dem der der Partei der Kaltherzigen und Geldphilen angehört wie der Armutsleugner einfach als haltlos verworfen.

Die Diskussion Datenschutz-Mist ist Volksverdummung!

Aber ihr dürft mich gerne vom Gegenteil überzeugen ;)

Ende Oktober dieses Jahres ist Landtagswahl in Bayern und Hessen, geht hin!
 
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