Bufdi und Vermittlung - Jobcenter versucht einen Vertrag zu erzwingen (1 Betrachter)

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ExitUser

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Hallo,

ich fange nun endgültig am 01.10.2012 meinen Bufdi Dienst an. Es ist auch klar das nach § 10 SGB II
derjenige der den Bufdi Dienst leistet in dieser Zeit nicht verpflichtet ist eine Arbeit aufzunehmen.

So weit ist ja alles klar. Mein Jokecenterist nun aber der Meinung das Sie mich dann auch nicht mehr
vermitteln müssen.Dies sehe ich allerdings anders. Ich bin der Meinung das Sie mich nach wie vor vermitteln
können aber das Sie mich nicht mehr zwingen können irgendwelche ZAF oder sonstigen Mist anzunehmen.

Ich möpchte selbstverständlich auch während des Bufdi Dienst versuchen einen vernünftigen Job zu bekommen und
ich möchte mich auch in dieser Zeit weiter bewerben. Jobangebote vom Jokecenter die mich in meinen Job bringen
sind dann auch willkommen.

Jetzt kommt das eigentliche Problem. Mein Jobcenter sagt das sie mich nur dann vermitteln wenn ich Ihnen explizit
auf einem Schriftstück unterschreibe das ich auch während meines Bufidi Dienst der Vermittlung vollständig zur
Verfügung stehe. Dies bedeutet allerdings das ich dann auch alles im Rahmen des SGB II annehmen muss.

Sollte ich dieses Schriftstück (liegt mir noch nicht vor) jedoch nicht unterschreiben erhalte ich ausser meinem ALG
II und der KDU keine Unterstützung mehr durch das Jobcenter.Auf meine Nachfrage was dies genau bedeutet wurde mir
mittgeteilt das ich dann keine Bewerbungskosten mehr bekomme,Bildungsgutscheine abgelehnt werden, Vermittlungsgutscheine
nicht mehr ausgestellt werden und als letztes auch keine Fahrkosten mehr zu Vorstellungsgesprächen übernommen werden.

Auf die Nachfrage nach der rechtlichen Grundlage wurde darauf verwiesen das ich ja dann keine Arbeit mehr annehmen
muss und das für alles andere dieses Schriftstück eine freiwillige Vereinbarung zwischen mir und dem Landkreis
(Otionskommune) die rechtliche Grundlage bildet.

Ich bin hier anderer Meinung.Da sowohl in den Verfahrensanweisungen der BA sowie auch auf der Webseite des
Bundesfreiwilligendienst nur steht das man nach § 10 SGB II nicht verpflichtet ist eine Arbeit anzunehmen und
ich dort und auch nirgend wo anders etwas davon lesen kann das man der Vermittlung nicht mehr zur Verfügung
steht gehe ich davon aus das ich weiterhin der Vermittlung zur Verfügung stehe.

Das Jobcenter will nun aber das ich unterschreibe das ich wie oben geschrieben zur Verfügung stehe und wenn
ich das nicht will soll ich unterschreiben das ich nicht zur Vermittlung zur Verfügung stehe und damit auch
auf alle Leistungen zur Vermittlung verzichte. Es ist schon klar das ich weder das eine noch das andere freiwillig
unterschreiben werde. Aber was dann ?

Wie seht Ihr das und was kann ich hier unternehmen ?

Ich würde hier gerne etwas schriftliches entgegensetzen zumal ich schon für kommenden Donnerstag einen Termin
zur Unterzeichnung habe.
 

Konstabler

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Vorsicht!

Den Bundesfreiwilligendienst kannst du ALG II - Unschädlich nur absolvieren, wenn du diesen vollständig mit einer Mindestdienstzeit ableistest.

Nimmst du vor der Zeit eine Arbeit auf und lässt den Dienst sausen, weiss ich nicht, ob du damit nicht eine ALG II - Rückforderung auslöst.

§ 14 BFDG

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bfdg/gesamt.pdf

Bitte erkundige dich dazu bei der zuständigen Behörde.




Meine Ansicht:

Mit dem BFD stehst du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, denn du hast ja einen Vertrag unterschrieben, der dich zunächst an den BFD bindet.
 
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Den Bundesfreiwilligendienst kannst du ALG II - Unschädlich nur absolvieren, wenn du diesen vollständig mit einer Mindestdienstzeit ableistest.
Bitte nenne mir eine Quelle für diese Feststellung ! Schau dir mal einen Bufdi Vertrag an. Dieser kann jederzeit von beiden Seiten
unter Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden.
Mit dem BFD stehst du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, denn du hast ja einen Vertrag unterschrieben, der dich zunächst an den BFD bindet.
Das würde ich auch erst einmal so annehmen aber, wie schon gesagt, sowohl die BA wie auch das Bundesamt für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben sagen nur das man nicht gezwungen werden kann eine Arbeit anzunehmen.
Die Verfügung zur Vermittlung wird nirgendwo ausgeschlossen.


Nachtrag:
Im Forum BFD habe ich eben folgende Aussage endeckt:
für alle die ALG2 beziehen!

Seit dem 1.April gibt es einen neuen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nach SGB III § 45 und SGB II § 16, der auch für Bufdis, die zusätzlich ALG2 beziehen gültig sein kann.

Aber ACHTUNG: "die Tätigkeit im Bundesfreiwilligendienst ist versicherungspflichtig, so dass Sie derzeit nicht arbeitslos im Sinne des Gesetzes sind. Sie können aber weiterhin arbeitssuchend geführt werden, wenn Sie sich trotzdem dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, d.h. sich nachweislich auch weiterhin um Arbeit bemühen. Dann wäre die Ausstellung eines Vermittlungsgutscheins für die Nutzung für private Arbeitsvermittler möglich" (Aussage meiner Jobcentervermittlerin), somit muss man zwar auch jederzeit für Vermittlungen des Jobcenters zur Verfügung stehen.
Quelle: Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nach SGB III § 45 und SGB II § 16
 

Konstabler

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Bitte nenne mir eine Quelle für diese Feststellung
ich werde keine 10.000 Seiten Geschwafel zum Thema Bundesfreiwilligendienst durchackern, um den Hinweis wiederzufinden.

Das war ein Hinweis an dich, du mögest bitte deinen Dienstherrn /Behörde ansprechen, um dich vor Schaden zu bewahren.

Denn es ist offensichtlich so, dass das Thema BFD ziemlich neu ist und die damit befassten Stellen sind mit dem Thema noch nicht vertraut.

Dein Jobcenter will dich nicht betreuen und vermitteln, andere Jobcenter wollen Bufdis um ihren Job bringen und in Arbeit zwingen, und ich habe irgendwo auch mal einen Beitrag gelesen, in dem davon gefaselt wird, dass es zu Rückforderuntgen kommen könnte, wenn die Dienstzeit nicht erfüllt wird.

Mit anderen Worten:keiner weiss nix genaues.

Mein Rat: schreib die Behörde an, dann kriegst du eine wasserdichte Auskunft.

Den Wisch legst du deinem Jobcenter auf den Tisch, daran haben die sich dann zu halten.
 
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@Konstabler

Danke für deinen Tip. Ich werde mich dazu nochmals explizit
informieren auch wenn mir anders lautende Infos vorliegen.

Leider hilft mir dein Tip aber nicht bei meiner Fragestellung zur Vermittlung und
zur rechtmäßigkeit der vom Jobcenter geforderten Vereinbarung.
 

Jurschi9

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@Konstabler

Danke für deinen Tip. Ich werde mich dazu nochmals explizit
informieren auch wenn mir anders lautende Infos vorliegen.

Leider hilft mir dein Tip aber nicht bei meiner Fragestellung zur Vermittlung und
zur rechtmäßigkeit der vom Jobcenter geforderten Vereinbarung.
Ich verstehe nicht, warum du so erpicht darauf bist, dich vom JC vermitteln zu lassen. Mit Eigeninitiative findet man viel leichter passende Jobs als übers JC und auf die Stellen mit Vermittlungsgutschein kann man pfeifen, weil den nur asi Arbeitgeber brauchen/wollen.
 
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Ich verstehe nicht, warum du so erpicht darauf bist, dich vom JC vermitteln zu lassen. Mit Eigeninitiative findet man viel leichter passende Jobs als übers JC und auf die Stellen mit Vermittlungsgutschein kann man pfeifen, weil den nur asi Arbeitgeber brauchen/wollen.
Da magst du Recht haben aber ich habe es nicht so dicke das ich auf
Fahrtkosten und Bewerbungskosten verzichten kann.
 
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Verstehe auch nicht, was es nun wo zu klagen gibt....

Das JC kann für dich nur dann tätig sein, wenn du ihm "theoretisch" auch zur Verfügung stehst. Das tust du aber nicht, wenn du den BuFdi machst. Ich denke mal, da liegt das Problem.

Ich glaube nicht, dass im Falle eines unbefristeten Jobangebotes dir jemand Steine in den Weg bei einer Kündigung schmeißt. Immerhin kann der Bufdi-Vertrag ja aus wichtigen Gründen gekündigt werden. Ich denke mal, wenn da schon die Aufnahme eines Studiums aufgeführt ist, dann sollte es ein unbefristeter Arbeitsvertrag erst Recht sein.

Von wievielen Vorstellungen sprechen wir überhaupt. Für mich liest sich dein Post so, als würdest du regelmäßig mit tollen Stellenvorschlägen versorgt und wirst da überall auch noch zum Gespräch geladen.... Oder liegt das nur an meiner Wahrnehmung nach dem Lesen?? :icon_smile:
 
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Gast
Von wievielen Vorstellungen sprechen wir überhaupt. Für mich liest sich dein Post so, als würdest du regelmäßig mit tollen Stellenvorschlägen versorgt und wirst da überall auch noch zum Gespräch geladen.... Oder liegt das nur an meiner Wahrnehmung nach dem Lesen?? :icon_smile:
Nein es sind nicht übermässig viel aber ich lebe in einer Gegend wo es absolut nichts gibt. Ergo sind die Vorstellungsgespräche
meist 50-250 km entfernt. Im letzten Jahr waren es 5 Vorstellungsgespräche. Bewerbungen schreibe ich regelmäßig.

Das ich dem JC nicht zur Verfügung stehe sehe ich anders. Es gibt nirgends einen Hinweis darauf das
man der Vermittlung nicht zur Verfügung steht. Es gibt nur den Hinweis das man vom JC nicht mehr
gezwungen werden kann eine Arbeit anzunehmen. Siehe auch den Nachtrag in meinem Post #3
 

Roter Bock

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Das Ganze ist wohl so neu und unausgegoren das man kaum Urteile und Wertungen finden wird. (Von der Regierung zusammengeschusteter Mist)

..bei Dir geht es ja wohl mehr um Bewerbungskosten. Warum also nicht einen Präzedenzfall schaffen. Bewerben, Bewerbungskosten einreichen und klagen.

Alles andere ist dort wo Rechtsprechnung fehlt Spekulation.

Die Richtung ist doch klar. Genauso wie die aus 400 Euro Jobs Vollzeitstellen machen wollen läuft das auch beim Umgang mit Bufdis und eventuelle Probleme wirst Du nicht durch Auskünfte geregelt bekommen.

Ich wüsste jetzt spontan keinen anderen Weg damit umzugehen. Auch wenn Du Dich im Recht fühlst, bekommst Du nur vor Gericht Recht.

Roter Bock
 

Kerstin_K

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Ein vernünftige Arbeitgeber wird die Reisekosten zu einem Vorstellungsgespräch übernehmen.
 

Kerstin_K

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Mein jetziger tut es und jeder, bei dem ich vorher tätig war, tat es auch.

Die wollten mir sogar nicht glauben, wenn mir gar keine Kosten entstanden sind, weil ich eine Wertmarke zum Schwerbehindertenausweis habe.
 

Jurschi9

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Da magst du Recht haben aber ich habe es nicht so dicke das ich auf
Fahrtkosten und Bewerbungskosten verzichten kann.
Fahrtkosten zahlt sowieso der Arbeitgeber. Und an Bewerbungskosten, jedenfalls einen Teil, kommt man über Einkommensteuererklärung ran.

Wenn der AG nicht Fahrtkosten erstattet, ist er asi. Warum bist du erpicht darauf, dort zu arbeiten? Bei solchen Arbeitgebern wirst du sowieso nicht lange beschäftigt sein.
 
T

teddybear

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https://www.elo-forum.org/members/31530.html Janis ich bezweifle, dass hier einer zur Thematik überhaupt etwas Verbindliches sagen könnte.

Ich würde einfach die Bundesagentur in Nürnberg anschreiben und meine Fragen zur Sache dort stellen. Die werden dir dann im Zuge ihrer Auskunftspflicht nach §15 SGB I eine Auskunft geben müssen auf welche du dich dann auch im Streitfall berufen könntest!
Mit einem unkompetenten SB zu diskutieren, der nach Jahren seines learning by doing nichts weiter als die Anzahl der Zuckerwürfel in seinem Kaffee und den Sanktionsparagraphen kennt, bringt einfach nichts. Da kannst du dann auch gleich einen total besoffenen Kenianer ohne Deutschkenntnisse auf dem Bahnhof Zoo anquatschen um nach dem Weg zum Bahnhof Zoo fragen!
 
E

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Gast
Janis ich bezweifle, dass hier einer zur Thematik überhaupt etwas Verbindliches sagen könnte.

Ich würde einfach die Bundesagentur in Nürnberg anschreiben und meine Fragen zur Sache dort stellen. Die werden dir dann im Zuge ihrer Auskunftspflicht nach §15 SGB I eine Auskunft geben müssen auf welche du dich dann auch im Streitfall berufen könntest!
Mit einem unkompetenten SB zu diskutieren, der nach Jahren seines learning by doing nichts weiter als die Anzahl der Zuckerwürfel in seinem Kaffee und den Sanktionsparagraphen kennt, bringt einfach nichts. Da kannst du dann auch gleich einen total besoffenen Kenianer ohne Deutschkenntnisse auf dem Bahnhof Zoo anquatschen um nach dem Weg zum Bahnhof Zoo fragen!
Danke für deine Antwort, wenigstens einer der sagt das es derzeit offensichtlich keine Antwort gibt und
mir nicht irgendetwas von Fahrkostenübernahme des AG erzählt.

Wenn der AG nicht Fahrtkosten erstattet, ist er asi.
Der letzte der nicht gezahlt hat war so eine Provinzklitsche namens DHL Austria. Eine wirklich kleine Asi-Bude :icon_neutral:
 
E

ExitUser

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Nein es sind nicht übermässig viel aber ich lebe in einer Gegend wo es absolut nichts gibt. Ergo sind die Vorstellungsgespräche
meist 50-250 km entfernt. Im letzten Jahr waren es 5 Vorstellungsgespräche. Bewerbungen schreibe ich regelmäßig.

Das ich dem JC nicht zur Verfügung stehe sehe ich anders. Es gibt nirgends einen Hinweis darauf das
man der Vermittlung nicht zur Verfügung steht. Es gibt nur den Hinweis das man vom JC nicht mehr
gezwungen werden kann eine Arbeit anzunehmen. Siehe auch den Nachtrag in meinem Post #3

Ich hab' die Sichtweise des JokeCenters beschrieben - Nicht meine... :icon_evil:

Ich sehe das genauso wie du. Immerhin ist beim BuFdi ja abzusehen, dass irgendwann Schluss ist. Da ist es ja logisch, dass man sich weiter bewirbt.

Die Idee von teddy ist gut. Wenn du dann von dort eine verbindliche Antwort erhälst, lass es uns wissen ... :icon_daumen:
 
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