Bürgerarbeit -> öffentlicher Dienst (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

sunnytn

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Hallo

wer hat von euch noch Bürgerarbeit im öffentlichen Dienst und kann mir helfen? Es geht darum, das ich auf meiner Verdienstabrechnung ein gesetzliches Netto von 888,82€ habe.

Jedoch wird von diesem gesetzlichen Netto eine Zusatzversorgung - Sanierung/Zusatzbeitrag AN abgezogen in Höhe von 22,49€.
(somit sehe ich von diesem Geld nichts)

Demzufolge habe ich einen Auszahlbetrag von 866,33€, der mir auch auf mein Konto überwiesen wird.

Da ich aber noch aufstockend Hartz4 bekomme, stellt sich mir nun die Frage, nach welchem Betrag hier die Anrechnung erfolgen muss?

Denn laut meiner ersten 3 Verdienstabrechnungen wurde immer mein Auszahlbetrag (den ich ja auch nur bekomme) als Nettogrundlage genommen und folglich hatte ich einen höheren Aufstockungsbetrag.

Nun habe ich rückwirkend eine Gehaltserhöhung bekommen und nun wird nicht mehr der Auszahlungsbetrag als Grundlage genommen, sondern das höhere gesetzliche Netto.

Auf Nachfrage warum nun dies genommen wird, obwohl ich das gar nicht ausgezahlt bekomme, konnte mir weder vom Sachbearbeiter, noch von seiner Vorgesetzten eine klare Antwort gegeben werden.

Daher würde ich gern wissen, ob diese Anrechnung auf das gesetzliche Netto, oder den tatsächlichen Auszahlungsbetrag angewand werden muss mit evtl. rechtlicher Grundlage?

Kurioserweise werden mir die 22,49€ nochmal von meinem Gesamtbrutto abgezogen mit der Bezeichnung Zusatzversorgung - Hinzurechnung Steuer ZVK Sachsen Anhalt

Gruß

PS: Habe leider zu diesem Sachverhalt nichts passendes in der Suche bzw. im Internet gefunden und wäre daher über jede Hilfe dankbar.
 

Georgie634

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hast du versucht wohngeld zu beantragen? meine schwester hat das und mus nicht mehr mit hart4 aufstocken.
 
E

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Die Beantwortung deiner Frage ist meiner Ansicht nach ein Fall für den Rechtsanwalt (Arbeits-,Sozial- und Steurrecht) .

Aber vielleicht gibt es ja einen "Experten" hier im Forum der ad hoc die Antwort kennt. :icon_kinn:
 

sunnytn

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Da wir vorher schon Hartz4 Empfänger waren, bekamen wir folglich kein Wohngeld, da die KDU ja komplett übernommen wurden bzw. ja auch angemessen für uns drei sind. (Kind, Freundin und ich)
Demzufolge haben wir es nun auch nicht beantragt, da ja die kompletten Unterkunftskosten ist die Gesamtrechnung einfließen.

Hatte gestern aber schon den Bescheid im Briefkasten (waren am Dienstag ja persönlich vorstellig) das nun doch zu unseren Gunsten entschieden wurde. Demzufolge wurde nun die Berechnung nicht auf das gesetzliche Netto bezogen, sondern auf den tatsächlichen Auszahlbetrag, so wie ich es auch vorher ausgerechnet hatte.

Demzufolge ist alles so wie wir es haben wollten bzw. es von der vorherigen Berechnung kennen.
Jedoch konnte ich auch aus dem folgenden Bescheid nicht entnehmen, auf welcher gesetzlichen Grundlage dies nun doch zu unseren Gunsten entschieden wurde.

Kann mir daher nur folgendes vorstellen:

- Ermessensgrundlage/Entscheidung des Bearbeiters/Vorgesetzten
- Nachfrage beim Arbeitgeber, das ich das gesetzliche Netto nicht komplett ausgezahlt bekomme oder
- es wirklich nur das angerechnet werden darf, was ich vom Arbeitgeber auf das Konto überwiesen bekomme
(somit also eine Falschberechnung der KoBa)

Freue mich natürlich, das durch unsere persönliche Vorsprache es zu unseren Gunsten entscheiden wurde. Dies gibt mir Hoffnung, das es doch noch nette Bearbeiter gibt, mit denen man anständig reden kann. (sind leider die Ausnahme)
 

jockel

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Hallo

wer hat von euch noch Bürgerarbeit im öffentlichen Dienst und kann mir helfen? Es geht darum, das ich auf meiner Verdienstabrechnung ein gesetzliches Netto von 888,82€ habe.

Jedoch wird von diesem gesetzlichen Netto eine Zusatzversorgung - Sanierung/Zusatzbeitrag AN abgezogen in Höhe von 22,49€.
(somit sehe ich von diesem Geld nichts)

Demzufolge habe ich einen Auszahlbetrag von 866,33€, der mir auch auf mein Konto überwiesen wird.

Da ich aber noch aufstockend Hartz4 bekomme, stellt sich mir nun die Frage, nach welchem Betrag hier die Anrechnung erfolgen muss?

Denn laut meiner ersten 3 Verdienstabrechnungen wurde immer mein Auszahlbetrag (den ich ja auch nur bekomme) als Nettogrundlage genommen und folglich hatte ich einen höheren Aufstockungsbetrag.

Nun habe ich rückwirkend eine Gehaltserhöhung bekommen und nun wird nicht mehr der Auszahlungsbetrag als Grundlage genommen, sondern das höhere gesetzliche Netto.

Auf Nachfrage warum nun dies genommen wird, obwohl ich das gar nicht ausgezahlt bekomme, konnte mir weder vom Sachbearbeiter, noch von seiner Vorgesetzten eine klare Antwort gegeben werden.

Daher würde ich gern wissen, ob diese Anrechnung auf das gesetzliche Netto, oder den tatsächlichen Auszahlungsbetrag angewand werden muss mit evtl. rechtlicher Grundlage?

Kurioserweise werden mir die 22,49€ nochmal von meinem Gesamtbrutto abgezogen mit der Bezeichnung Zusatzversorgung - Hinzurechnung Steuer ZVK Sachsen Anhalt

Gruß

PS: Habe leider zu diesem Sachverhalt nichts passendes in der Suche bzw. im Internet gefunden und wäre daher über jede Hilfe dankbar.
Die ZVK ist eine "Zusatzversorgungskasse" der öffentlichen Dienste, die eine private Rentenversicherung für die im öffentlichen Dienst Beschäftigten anbieten - sozusagen der Riestermist auf der Schiene des öffentlichen Dienstes.

Daran verdienen hauptsächlich nur der Arbeitgeber, weil diese Beiträge für ihn sofort von den Betriebskosten absetzbar werden und der Rentenversicherungsträger.

In der Privatwirtschaft kann das so ähnlich laufen über sogenannte Direkt- oder Gruppenversicherungen.

Wenn Du als Beschäftigter von dieser Art Rentenversicherung im Alter einen Nutzen haben willst, so mußt Du Dir mal deren Allgemeine Geschäftsbedingungen ansehen. Die sind meist mit Ausschlußbedingungen gespickt, wo Du als zahlendendes Beitragsmitglied nur Zahlemann und Söhne bist, aber im Gegenzug davon nichts hast. Meist gibt es da solche Ausschlußbedingungen wie mindestens erstmal 5jährige Beitragsmitgliedschaft, bevor überhaupt irgend ein Leistungsanspruch entstehen kann. Der Pferdefuß in den ersten 5 Jahren ist da, wenn Dich Dein Arbeitgeber entlässt, hast Du von dieser Versicherung nur Spesen gehabt und sonst nichts - glatt für die Katz'. So finanziert diese Versicherung zum Teil ihr Außendienstfußvolk mit Provisionen

Du hast als Bürgerarbeiter von der ZVK gar keinen Nutzen, weil meist die Beschäftigungsdauer kürzer als 5 Jahre laufen und damit die Ausschlußbedingung gegen Dich läuft.

Machen wir mal so eine Beispielrechnung auf:

22,49 Euro/Monat * 12 Monate/Kalenderjahr * 5 Jahre = 1.349,40 Euro ohne jeglichen Nutzen für Dich

Gesetzliche Brutto oder Netto gibt es nicht, sondern nur schlicht Brutto- und Nettolohn oder Brutto- und Nettogehalt.

Eine Lohn- oder Gehaltsrechnung hat diesen prinzipiellen Aufbau

Der Bruttolohn im Zeitlohnprinzip:

Arbeitsstunden am Arbeitstag (Std.) * Arbeitstage/Monat (AT) * Bruttolohnstundensatz (Euro/Std.) = Bruttolohn (Euro/Monat)

Bruttolohn (Euro/Monat)
- Lohnsteuer (Euro/Monat)
- Abzüge (Euro/Monat)
-----------------------------
= Nettolohn (Euro/Monat)
- Ein- oder Auszahlbeträge an oder von Dritte (z.B. als Beiträge an die ZVK)
= Zahlbetrag (Euro/Monat)

Die Einstufung in eine Lohn- oder Gehaltsgruppe im öffentlichen Dienst ist in der Regel tarifgebunden und ist als Entgeltgruppe (E-Gruppe) aus den Tariftabellen der jeweiligen Lohn- oder Gehaltstarifverträge zu sehen - TVöD Entgelttabelle - Tarifrecht für den öffenlichen Dienst 2012


Die Stellenbeschreibungen mit den Arbeitsanforderungen zu jeder arbeitsvertraglich vereinbarten Arbeitsaufgabe im öffentlichen Dienst sind aus dem Manteltarifvertrag der
  • Gehaltsempfänger oder
  • Lohnempfänger
zu entnehmen. Zu jeder Stellenbeschreibung aus dem Manteltarifvertrag wird die Entgeltgrippe genannt.
So stehen Lohn-/Gehalttarifverträge mit dem Manteltarifvertrag in Verbindung.

Bei Arbeiten im öffentlichen Dienst in Bürgerarbeit würde ich darauf bestehen, nur nach dem Manteltarifvertrag und den Entgeltgruppen mit ihren Dienstjahres aufstellungen vergütet zu werden - also Gleichstellung mit dem hauptamtlich Beschäftigten, denn sonst wird Bürgerarbeit zur verdeckten Arbeitskräfte- und Lohndiskriminierung - quasi in diesem Bereich Leih- und Zeitarbeit, weil deren Tarifsystem auf diese Tour Bürgerarbeit oder Pauschalbeschäftigung ausgehebelt wird.

Es ist ratsam, dann Mitglied der Gewerkschaft einer der Fachbereiche von ver.di zu werden.


Diese Tariftabellen gibt es für
  • den Bund
  • die Länder
  • Gemeinden
  • Krankenhäuser
  • Sozial- und Erziehungsdienste
Jede dieser Tariftabellen ist nach Entgeltgruppen und
die wiederum nach Dienstjahren
unterteilt

Lohn- und Gehaltserhöhungen beziehen sich immer nur aufs Brutto. Das Netto ergibt sich über das gezeigte Abrechnungsschema.

Alles, was sich zwischen dem Bereich Brutto- und Nettolohn an Positionen befinden, sind Bestandteile der Brutto- bzw. Nettolohnrechnung.

Alles, was sich zwischen Nettolohn und Zahlbetrag bewegt, hat mit der Lohnrechnung nichts zu tun und hat demnach auch keine Berührungspunkte mit Aufstockungen.

Es steht die Frage, ob Aufstockungen lohnsteuer- und/oder sv-beitragspflichtig sind - ja oder nein. Wenn Ja , sind die Aufstockungen ein zusätzlicher Zeil des Bruttolohns - sozusagen ein "Sahnehäubchen".


Zu den Abzügen gehören neben
  • der Lohnsteuer ans Finanzamt
  • die Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherungsbeiträge (SV-Beträge) an
    • die Krankenversicherung (KV)
    • die Pflegeversicherung (PV)
    • die Rentenversicherung (RV)
    • die Arbeizslosenvericherung (AV)
Die gleichen Arbeitgeberanteile der SV-Beiträge plus der AG zur Unfallversicherung/ Berufsgenossenschaft (UV) kommen noch dazu, zählen aber nicht zur Brutto- oder Lohnabrechnung.
 

sunnytn

Elo-User*in
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Die ZVK ist eine "Zusatzversorgungskasse" der öffentlichen Dienste, die eine private Rentenversicherung für die im öffentlichen Dienst Beschäftigten anbieten - sozusagen der Riestermist auf der Schiene des öffentlichen Dienstes.
ja das hat mir die freundliche Mitarbeiterin der Lohnabrechnung am Freitag auch gesagt.

Daran verdienen hauptsächlich nur der Arbeitgeber, weil diese Beiträge für ihn sofort von den Betriebskosten absetzbar werden und der Rentenversicherungsträger.
Ja so habe ich das auch gesehen, denn ich habe davon im Moment keinen Nutzen.

Wenn Du als Beschäftigter von dieser Art Rentenversicherung im Alter einen Nutzen haben willst, so mußt Du Dir mal deren Allgemeine Geschäftsbedingungen ansehen. Die sind meist mit Ausschlußbedingungen gespickt, wo Du als zahlendendes Beitragsmitglied nur Zahlemann und Söhne bist, aber im Gegenzug davon nichts hast. Meist gibt es da solche Ausschlußbedingungen wie mindestens erstmal 5jährige Beitragsmitgliedschaft, bevor überhaupt irgend ein Leistungsanspruch entstehen kann. Der Pferdefuß in den ersten 5 Jahren ist da, wenn Dich Dein Arbeitgeber entlässt, hast Du von dieser Versicherung nur Spesen gehabt und sonst nichts - glatt für die Katz'. So finanziert diese Versicherung zum Teil ihr Außendienstfußvolk mit Provisionen
Natürlich war auch das meine Frage an die Mitarbeiterin und sie erklärte mir, das diese Art Versicherung im öffentlichen Dienst normal ist und sie somit zur Hälfte vom Arbeitgeber gezahlt wird (steht auch in meiner Abrechnung vom Brutto) und die andere Hälfte geht zu Lasten des AN und wird somit vom Netto angezogen.

Du hast als Bürgerarbeiter von der ZVK gar keinen Nutzen, weil meist die Beschäftigungsdauer kürzer als 5 Jahre laufen und damit die Ausschlußbedingung gegen Dich läuft.
Ja das habe ich ihr auch gesagt, aber da wurde mir gesagt, das dies kein Problem darstellt. Denn vor der Hartz4 Zeit war ich schon gut 3 Jahre im öffentlichen Dienst. Und diese Zeit geht nicht verloren. Und wenn ich jetzt erneut 2,5 Jahre Bürgerarbeit mache, habe ich folglich die 5 Jahre voll bzw. die gesetzliche Frist für die EInzahlung erfüllt. (5 Jahre)
Selbst wenn ich dann nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten würde, kann ich mit 67 Jahren, wenn ich in Rente gehe, dieses Geld anfordern. Dazu muss es aber von mir vorher noch beantragt werden, also von allein wird da keiner kommen.
(wie man es ja in der Gesellschaft kennt)


Machen wir mal so eine Beispielrechnung auf:
22,49 Euro/Monat * 12 Monate/Kalenderjahr * 5 Jahre = 1.349,40 Euro ohne jeglichen Nutzen für Dich
Ja im Moment zumindestens nicht, das stimmt wohl.

Gesetzliche Brutto oder Netto gibt es nicht, sondern nur schlicht Brutto- und Nettolohn oder Brutto- und Nettogehalt.
Ich kann nur davon ausgehen, was auf meiner Verdienstabrechnung steht. Und dort sind die Posten Gesamtbrutto (BRG), gesetzliches Netto (GSN) und Auszahlbetrag (AZB) aufgeführt, sowie alle anderen Sachen natürlich auch.

Eine Lohn- oder Gehaltsrechnung hat diesen prinzipiellen Aufbau

Der Bruttolohn im Zeitlohnprinzip:

Arbeitsstunden am Arbeitstag (Std.) * Arbeitstage/Monat (AT) * Bruttolohnstundensatz (Euro/Std.) = Bruttolohn (Euro/Monat)

Bruttolohn (Euro/Monat)
- Lohnsteuer (Euro/Monat)
- Abzüge (Euro/Monat)
-----------------------------
= Nettolohn (Euro/Monat)
- Ein- oder Auszahlbeträge an oder von Dritte (z.B. als Beiträge an die ZVK)
= Zahlbetrag (Euro/Monat)
Bei mir ist das so aufgebaut:
Tarifgruppe/Stundenanzahl je Woche
Steuerklasse/Kinderfreibetrag
Eintritt und Vertragsende
Geburtsdatum
----------
TVöD Tarifentgeld (JLL)
Zusatzversorgung Gehaltsumwandlung
----------
Gesamtbrutto
-Zusatzversorgung - Hinzurechnung Steuer (22,49€)
= Steuerbrutto, laufende bezüge
- Lohnsteuer
- Zusatzversorgung - Hinzurechnung SV
- KV
- PV
- RV
= gesetzliches Netto
- Zusatzversorgung - Sanierung/Zusatzbeitrag AN (22,49€)
= Auszahlungsbetrag

So ist es bei mir aufgebaut.

Die Einstufung in eine Lohn- oder Gehaltsgruppe im öffentlichen Dienst ist in der Regel tarifgebunden und ist als Entgeltgruppe (E-Gruppe( aus den Tariftabellen der jeweiligen Manteltarifverträge zu sehen - TVöD Entgelttabelle - Tarifrecht für den öffenlichen Dienst 2012
Ja die hatte ich schon gefunden :icon_smile:

Alles, was sich zwischen Nettolohn und Zahlbetrag bewegt, hat mit der Lohnrechnung nichts zu tun und hat demnach auch keine Berührungspunkte mit Aufstockungen.
Vielleicht habe ich deswegen doch eine Neuberechnung bekommen.

Vielen Dank für diese ausführliche Beschreibung. Bzgl. der AGBs mit der ZVK werde ich mich nochmal genau kundig machen.
 
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