Bürgerarbeit noch möglich machen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Thomas Carlson

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Hallo,

ich bin eigentlich kein Befürworter von Bürgerarbeit aber ich hatte ja schon 4 Mal einen 1-Euro Job gemacht. Seit letzten Jahr war ich dafür gemeldet und habe dementsprechend Stellen bekommen. Nun wollte ich eine im Krankenhaus in meiner Nähe machen. Da hatte ich auch schon einen 1-Euro Job gemacht. Leider kam es nicht dazu. Warum das versteht wohl keiner. Also ich nicht und das Krankenhaus auch nicht. Inzwischen möchte der Geschäftsführer auch nichts mehr mit der Agentur/Jobcenter zu tun haben. Das Krankenhaus durfte keinen Antrag stellen da sie eine gGmbh sind. Natürlich geht es bei Krankenhäusern inzwischen auch um Gewinnerzielung. Man untersteht aber immer noch dem Landkreis und ist gemeinnützig.

Das Problem sind nicht mal die sonderbaren Auflagen. An die sich anscheinend auch nicht jeder halten muss. Ich hatte schon Bürgerarbeitsstellen die nach der Frist noch munter Anträge einreichen konnten. Das rote Kreuz hier bei uns hat nur Bürgerarbeiter. Der Chef vom roten Kreuz hier hat gute Kontakte deshalb geht das. Andere wiederum müssen auch nicht das ESF Logo überall drauf machen. Man hängt sich leider an dieser GmbH Sache auf. Deshalb bekommt man auch keine 1-Euro Jobler mehr. Vorher funktionierte das anscheinend noch. Da hatte man auch einen persönlichen Kontaktmann. Der ging aber inzwischen in die Privatwirtschaft.

Natürlich sollte ein Krankenhaus auch jemanden einstellen, anstatt sowas wie 1-Euro oder Bürgerarbeit zu machen. Da ich auch Einblick in die Verwaltung hatte kenne ich die roten Zahlen. Das ist halt leider nicht immer möglich. Mit der zuständigen Frau aus dem Amt kann man leider nicht reden. Die ist entweder ständig im Urlaub oder lehnt Gespräche ab. Auch das Krankenhaus hat es öfters versucht. Inzwischen hat es wohl auch keinen Sinn mehr. Das hat man dem Krankenhaus klar gemacht.

Wie kann man gegen sowas vorgehen und wieso dürfen andere noch Anträge einreichen. Vor allem wieso ging es vorher und nachher hängt man sich an Kleinigkeiten auf.
 

Ramteid

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Hallo,
das Krankenhaus ist im Wettbewerb mit anderen Kliniken, und darf sich keinen Vorteil zu gut wirtschaftenen Unternehmen erschleichen. Das hat mit Bürgerarbeit nichts zutun. Richtig so das da keine Bürgerarbeit mehr Angeboten wird. Generell gehört sie abgeschafft und verboten.
Wenn du dringend Sklavenarbeit suchst, dann komme zur mir, kannst bei mir kochen, waschen und Staubwischen. Bekommst zwei Euro.
Mal eine Frage: Wie kommt es das du so gesunken bist, das du um Bürgerarbeit und 1 Eurojobs bettelst?
Suchst du überhaupt selbstständig Arbeit auf dem Arbeitsmarkt?
Hast du schon mal am 1. Arbeitsmarkt malocht?
 

Thomas Carlson

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Darum betteln? Ich habe nur eine Möglichkeit gesucht um zu arbeiten. Die Arbeit war da im Krankenhaus und ich habe sie angenommen. Kann ja jeder dazu stehen wie er will. Ich mache sie halt nur unter meinen Bedingungen. Alle anderen Bürgerarbeitjobs interessieren mich nicht.

Zu der anderen Frage ja ich habe tatsächlich mal "normales" Geld verdient. Meistens im Büro bei einigen Firmen. Darunter war eine Zeitarbeitsfirma. War ein interessanter Einblick wie es hinter den Kulissen aussieht.
 

Ramteid

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Ok Thomas,
wir alle wollen arbeiten. Wir dürfen uns aber nicht freiwillig unter Ramschniveau begeben, denn gute Arbeit hat seinen Preis!

Nutzt ein Betrieb deine Arbeitskraft, so hat er diese Wertschöpfung zu entlohnen. Es geht nicht an, das erst Millionen von Arbeitern aufgrund von Jobmangeln entlassen werden, und dann durch die Hintertür wieder eingestellt werden, und das meist noch bei Kommunalen Betrieben, welche direkte Profiteure des ALG II Systems sind.
Es ist sicher deine Entscheidung, wie preiswert du deine Arbeit anbietest. Aber so geht die Lohnspirale immer weiter abwärts.
Bald must du noch Geld mitbringen, oder must dich für 60 Wochenstunden verpflichten...
 

Thomas Carlson

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Ist schon verständlich. Auch ich ziehe eine Stelle mit guter Bezahlung vor. Nach meiner schweren Bronchitis, wollte ich halt wieder was machen. Natürlich sagten eher die Zeitarbeitsfirmen ja. Nein danke. Habe lange genug bei einer gearbeitet. Bei einer Zeitarbeitsfirma die spzielle Bewerber bekam. Leute die schon Sanktionen bekamen und vom Amt als "schwierige Fälle" bezeichnet wurden. Ich bin froh das die Zweigstelle inzwischen dicht ist. Da werde ich sicher nicht als Leiharbeiter, bei einer Zeitarbeitsfirma anfangen.

Andere Bürgerarbeitsstellen hätten mich sehr viel Fahrtkosten gekostet. Die Stelle wäre vor Ort. Ich bekam da auch Sonderleistungen, von denen das Amt nichts wusste. Halt das was die Zivis zusätzlich bekommen haben. Die Bezahlung war klar mies aber es war ein guter Job. Ich konnte mir die Arbeit selbst einteilen, musste nur 32 Stunden arbeiten obwohl 38 bezahlt wurden. Eintönig war es auch nicht, da ich mal auf jeder Station gearbeitet habe. Bevor ich Zeitarbeit mache, gehe ich lieber ins Krankenhaus.
 

gelibeh

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Bei EEJs und Bürgerarbeit gibt es strenge Kriterien. Die Arbeiten müssen zusätzlich sein, wettbewerbsneutral und im öffentlichen Interesse.
Zusätzlich bedeutet, dass die Arbeit vorher niemand gemacht hat und man auch keinem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die Arbeit wegnimmt. Die Arbeiten in der Krankenhausverwaltung dürfte niemanls zusätzlich sein, denn was soll da gemacht werden, was vorher noch nie gemacht wurde?
Das einige noch Bürgerarbeiter/EEJber beschäftigen bedeutet, dass die besser tricksen können und auf dem Papier natürlich nur zusätzliche Arbeit anbieten.
 

Thomas Carlson

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Tricksen tut jeder von denen. War beim 1-Euro Zeug nicht anders. Meine zusätzliche Arbeit damals war halt Röntgen Tüten einsortieren oder Patientenakten archivieren. Hatte wohl mit meiner Vielseitigkeit zu tun, dass ich auch in der Verwaltung war. Ersetzt habe ich eigentlich keinen. Sobald die Umschülerin Schule hatte durfte ich ran. Da waren auch nur kleine Aufgaben an der Tagesordnung. Einsortieren von AUs in die Mitarbeiterakten, Statistiken erstellen, Post öffnen, Absagen schreiben usw. Alles andere haben die Festangestellten erledigt.
 

Ramteid

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Zeitarbeit zuvermeiden ist ok, aber dich hat das immerhin sosehr eingeschüchtert, das du in einen Bürger oder 1 Euro Job geflüchtet bist!
Genau so soll das vom Staat her funktionieren.
Erst Arbeiter aus fairen Tarifjobs entlassen.
Dann, schikanieren auf den Ämtern.
Zeitarbeitsjobs angebote, fast ausschließlich.
Und schlussendlich dann Bürgerarbeit, da ist der Arbeiter am billigsten.
Dich hat man dahin bekommen, wo jeder Kapitalist dich sehen will: Einkommen Existenzminium - Arbeiten über 30h und null Perspektive. Erinnert mich an Sklaven die für ihre Gutsherren arbeiten.
Deine Tätigkeiten die du erledigt hast, in den verschiedenen Abteilungen, sind entlastungstätigkeiten, die sonst die "normalen" Mitarbeiter machen.
Sind keinesfalls im Sinne von Bürgerarbeit, denn diese verwaltungstätigkeiten müssen erledigt werden! Dadurch das du in verschiedenen Abteilungen jede ein wenig entlastest, fallen weniger Überstunden an, wird später jemand neu eingestellt usw.
 

gelibeh

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Meine zusätzliche Arbeit damals war halt Röntgen Tüten einsortieren oder Patientenakten archivieren. Hatte wohl mit meiner Vielseitigkeit zu tun, dass ich auch in der Verwaltung war. Ersetzt habe ich eigentlich keinen. Sobald die Umschülerin Schule hatte durfte ich ran. Da waren auch nur kleine Aufgaben an der Tagesordnung. Einsortieren von AUs in die Mitarbeiterakten, Statistiken erstellen, Post öffnen, Absagen schreiben usw. Alles andere haben die Festangestellten erledigt.
Ah ja, und vorher hat noch nie jemand diese Arbeiten ausgeführt? Das sind ganz normale Verwaltungsaufgaben und nicht zusätzlich.

Es gibt überall kaum Arbeiten, die zusätzlich sind.
 

BlackForest

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Gibt es irgendwo Erhebungen über die Vergabe von 1 Euro Jobs? Meiner Meinung wurden die wegen Zusätzlichkeit stark heruntergefahren.

Auch den Unterschied zwischen 1-Eurojob und Bürgerarbeit beachten: Bürgerarbeit ist fast schon ein "richtiges" Arbeitsverhältnis, 1-Eurojob eine begrenzte Maßnahme.
 

Ramteid

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Gelesen habe ich ebenfalls, das die Eurojobs stark zurück genommen worden sind.
Eurojob oder Bürgerarbeit, das war dem Threadersteller schon egal, hauptsache Arbeit, Lohn wollte er auch nicht mehr....
 

Ramteid

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Ja, oder ein sehr verzweifelter Mensch :(
Ich kenne selber den Druck der von Familie und Verwandten, Freunde ausgeübt wird, zu arbeiten, UM JEDEN PREIS.

Da verstehe ich das der ein oder andere dem Druck nachgibt. Ist Teil des h4 Systems.
 
N

Nustel

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Hallo,

Mal eine Frage: Wie kommt es das du so gesunken bist, das du um Bürgerarbeit und 1 Eurojobs bettelst?
Schließe mich Deiner Meinung im Prinzip an. Nur, es gibt Menschen die aus diesem Tal der sozialen Isolation rauskommen wollen. Mir selbst ist so ein "Fall" bekannt.
Es spricht nichts dagegen wenn man zuHause langsam am Rad dreht und unter Menschen will.
Für mich persönlich auch unfassbar, aber das ist nun mal Realität.

lg
 

Ramteid

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Ja haste recht,
verstehe ich ja, hab ich auch geschrieben. Nur möchte ich den User gern etwas aufrütteln, appelieren.
Jeder muss für sich selbst entscheiden ob er sich für Bürgerarbeit hergibt. Um aus sozialer Isolation zu kommen, kann man sich ganz ohne Bürgerarbeit oder Ämter freiwillig in Vereinen engagieren.
Was spricht dagegen 2 mal in der Woche einen Altenheim besuch zumachen oder ähnliches.
Bürgerarbeit wäre so schlecht nicht, wenn es nicht völlig anders als öffentlich dargestellt eingesetzt würde. Nämlich als ersatz für regulär bezahlte Arbeit des ersten Arbeitsmarktes, anstatt ergänzende und zusätzliche Tätigkeiten.
 

2010

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@Ramteid #15
Es werden ja auch keine Arbeitslosenbeiträge bei Bürgerarbeit eingezahlt.
 

Ramteid

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Nein wird auch nichts eingezahlt. Bin ja gegen Bürgerarbeit und nur knapp dieser entkommen :icon_party:
 

hartz5

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Nur, es gibt Menschen die aus diesem Tal der sozialen Isolation rauskommen wollen.
lg

Dass den Leuten dann nichts anderes als EEJ oder BA einfällt ist mir ein fortwährendes Rätsel.....Dann würde ich mir doch ein Ehrenamt suchen oder zur VHS gehen oder im I-Net nach Leuten Ausschau halten, denen es ähnlich geht......
 

sunnytn

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Ich denke für viele ist nen 1€ Job oder die jetzige Bürgerarbeit überhaupt ersteinmal eine Möglichkeit, wieder aus dem tiefsten Tal aufzusteigen. Sicher ist es vielleicht nicht die Erfüllung, aber finde ich persönlich zig mal besser, als zu hause rumzusitzen und komplett vom Staat zu leben.
Ich selbst mache ebenfalls Bürgerarbeit, genau wie meine Freundin auch und wir sind stolz darauf, wenn wir am Ende des Monats unsere Lohnbescheinigungen in der Hand halten und wesentlich mehr Geld haben als vorher wo wir zu hause waren.
(und das trotz der Abzüge die wir jetzt haben)

Daher kann ich es absolut nicht verstehen, warum die Bürgerarbeit immer so schlecht geredet bzw. es als Ausbeute bezeichnet wird? Es wird immer jemanden geben der daran besser verdient, aber wenn man selbst mehr Geld durch seine eigene Tätigkeit in der Tasche hat, ist das schon nen Grund es zu tun. Denn keiner würde freiwillig Geld ablehnen!
Und viele sollten sich vielleicht mal genau ausrechnen, was sie mit Bürgerarbeit verdienen würden. Denke da wird der eine oder andere nicht schlecht schauen.
(Natürlich sollte man die Berechnungsgrundlagen kennen)

Ich stand dem damals auch skeptisch gegenüber, aber heute würde ich es immer wieder tun. Daher finde es gut das sich Leute um Bürgerarbeit bemühen, denn das zeigt mir, das sie gewillt sind, etwas zu schaffen, auch wenn es erstmal nur eine kleine Stufe ist. Aber viele kleine Stufen ergeben auch eine Treppe, die evtl. höhere Ziele anstreben lässt.

Mfg
 

Erolena

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Nichts gegen deine Freude über eine sinnvolle Beschäftigung. Aber man muss sich auch nicht in die Tasche lügen.
Wenn du und deine Freundin jeweils 8 bis 14.45 arbeitet und müsst trotzdem ALG2 beziehen, das ist zu kritisieren und nicht zu loben. Wie kannst du speziell über den Punkt 'Bezahlung' solche Freudentänze aufführen?

Ich selbst mache ebenfalls Bürgerarbeit, genau wie meine Freundin auch und wir sind stolz darauf, wenn wir am Ende des Monats unsere Lohnbescheinigungen in der Hand halten und wesentlich mehr Geld haben als vorher wo wir zu hause waren.
(und das trotz der Abzüge die wir jetzt haben)
Das erscheint euch viel, weil ihr zwei Personen seid und die Erwerbstätigenfreibeträge zweimal anfallen.

Und viele sollten sich vielleicht mal genau ausrechnen, was sie mit Bürgerarbeit verdienen würden. Denke da wird der eine oder andere nicht schlecht schauen.
(Natürlich sollte man die Berechnungsgrundlagen kennen)
Genau, das machen viele. Und sind deshalb sehr kritisch.

Du musst auch noch in Betracht ziehen, das normale Lohnniveau ist in anderen Gegenden deutlich höher als in S-A. Deshalb erscheint in anderen Gegenden das Gefälle zwischen Normalverdienst und Bezahlung der Bürgerarbeit noch viel gravierender als in Sachsen-Anhalt.
 

sunnytn

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Nichts gegen deine Freude über eine sinnvolle Beschäftigung. Aber man muss sich auch nicht in die Tasche lügen.
Wenn du und deine Freundin jeweils 8 bis 14.45 arbeitet und müsst trotzdem ALG2 beziehen, das ist zu kritisieren und nicht zu loben. Wie kannst du speziell über den Punkt 'Bezahlung' solche Freudentänze aufführen?
Das kann ich dir sagen warum ich mich darüber freue. Sowohl ich, als auch meine Freundin (nach der Schwangerschaft) haben fast Null Perspektive gehabt in den jeweils erlernten Beruf zu kommen. Demzufolge steckte man uns von eine sinnlose Maßnahme in die nächste, was niemanden etwas gebracht hat außer Frust und Ärger. Denn bei mir war das Problem, das ich aus meinem Beruf angeblich schon zu lange raus bin und bei meiner Freundin ist das Problem das sie keinen Führerschein hat und zudem haben wir noch ein gemeinsames Kind, was viele Arbeitgeber auch schon abschreckt.
Ich war der Meinung, das wenn ich das NETTO von meiner Freundin und mir zusammenrechne, wir aus Hartz4 rausfallen, da wir dann beide zusammen schon mehr haben, als vorher zusammen mit Kind und Kindergeld. Nur durch die Freibeträge bzw. die komplexe Rechnung fallen wir dann wieder unter die Grenze was wir hatten, obwohl wir ja mehr haben.
Demzufolge ist es für uns nun von Vorteil, das es diese Freibeträge gibt, denn so bekommen wir zusätzlich noch was von der KoBa und haben weiterhin dann auch die Möglichkeit eine GEZ Befreiung zu stellen bzw. weiterhin etwas weniger Essengeld zahlen zu müssen. Demzufolge müssen wir nun nur die Hortgebühren selbst zahlen, weil wir für den Anspruch über der Einkommensgrenze liegen. Aber diese Kosten sind für uns nun tragbar.

Das erscheint euch viel, weil ihr zwei Personen seid und die Erwerbstätigenfreibeträge zweimal anfallen.
ja natürlich, denn wir sind ja auch 2 Personen die arbeiten gehen. Würde nur meine Freundin oder ich arbeiten gehen, würde dieser auch nur einmal anfallen. Nur hätte man dann auch keine gemeinsamen Ausgaben sondern wäre nur allein, also ist es dort dann genauso viel.

Genau, das machen viele. Und sind deshalb sehr kritisch.
Du schreibst oben was von Freibeträgen. Die gelten für jeden ;)

Du musst auch noch in Betracht ziehen, das normale Lohnniveau ist in anderen Gegenden deutlich höher als in S-A. Deshalb erscheint in anderen Gegenden das Gefälle zwischen Normalverdienst und Bezahlung der Bürgerarbeit noch viel gravierender als in Sachsen-Anhalt.
Ja in der Tat ist dies ein großes Problem. Aber gerade dann, wenn diese Kosten höher sind als bei uns, ist es doch ein Grund mehr, sich etwas dazu zu verdienen, auch wenn es nicht viel ist oder?


Sowohl für meine Freundin, als auch für mich lohnt es sich auf jeden Fall Bürgerarbeit zu machen und vorallem hat man mal wieder eine Möglichkeit, zu zeigen was man kann bzw. hat nen gutes Gefühl selbst für sein Geld zu arbeiten.

Und für mich ist es schon ein gewaltiger Unterschied ob wir nun:

+ jeder nur 90% des Regelsatzes bekommen da wir in einer Bedarfsgemeinschaft leben
(wo wir somit schon benachteiligt werden, gegenüber Alleinstehenden, warum auch immer das so ist)
+ Regelsatz Kind (abzüglich Kindergeld)
+ Kindergeld

bekommen, was folglich den Hartz4 Satz beträgt oder ob ich

+ den Lohn von meiner Freundin bekomme
+ meinen Lohn bekomme
(womit wir schon über den kompletten Hartz4 Satz incl. Kindergeld liegen, also dort schon mehr in der Tasche haben)
+ Aufstockungsbetrag
+ Kindergeld

was folglich in der Summe wesentlich besser ist, als vorher.
 
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