Bürgerarbeit : Erfolgsbilanz durchwachsen

helmes63

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Guten Tag,

... kann denn Bürgerarbeit für die Tageshilfe von Demenzkranken ohne Mittel aus der Pflegekasse finanziert werden ? Ich schätze nicht. Wenn man bedenkt, dass einige Kommunen für derartige Projekte die Anschubfinanzierung gar nicht stemmen können
ist zu befürchten, dass in manchen Regionen die Bürgerarbeit für Demenzkranke in Zukunft gar nicht angeboten werden wird.

Ist diese Einschätzung soweit richtig und ist die Alternative hier konkret bei diesem Bedarf nicht die ehrenamtliche Tätigkeit ?
 

gelibeh

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Ich denke, die Pflegekassen dürften die Bürgerarbeit nicht finanzieren dürfen. Ob die für ehrenamtliche Einrichtungen zahlen würden, glaube ich eher nicht.
 

gila

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Um Demenzkranke betreuen zu wollen, benötigt man eine einigermaßen "ordentliche" Ausbildung als Demenzbetreuer.

Das ist kein Kinderfasching für irgendwelche "Bürger".
 
H

hass4

Gast
@gila
das kann man wirklich nicht ohne grundkenntnis gerontopsychatrie machen. da der zu betreuende ja selbst nicht mehr in der lage ist seinen mitmenschen zu erklären was ihm wirklich fehlt sollte man zu erst seine krankenakte lesen und ins besondere auch verstehen was gemeint ist um nicht gleich beim ersten kontakt alles falsch zu machen. im schlimmsten fall zeigt der demenzkranke nur noch seine abneigung dir gegenüber und dann kostet jeder umgang nur noch nerven!
einige erzählen dir dass sie heute in den lang ersehnten urlaub fliegen, dann kannst du nicht hingehen und sagen, nee du bist doch gar nicht in der lage allein auf`s töpfchen zugehen und dann noch in urlaub fliegen!?

dann musst du dich darauf einlassen, ja die koffer sind gepackt in 10 minuten rufen wir ein taxi damit wir pünktlich zum flughafen kommen, das wird bestimmt ein riesen spass.

jeden tag was neues, viel fingerspitzen gefühl und eine menge phantasie sind gefragt. jedes nein und jedes verbot muss irgend wie umgangen werden um das vertrauen zu gewinnen sonst hast du keinen einfluss mehr auf den patienten.

ein gut ausgebildeter betreuer hat es oft sehr viel leichter wie die angehörigen, weil die im anfangsstadium schon mit soviel falschen mitteln versucht hatten einfluss zu gewinnen und den patienten völlig verunsichert haben und dadurch ängste provoziert hatten, so das sämtliches vertrauen weg ist. das ist oft ein grund warum dann nur noch ein heim in frage kommt.

von daher, ohne grundkenntnis was in so einem menschen vor geht wäre völlig verantwortungslos und für den erkrankten eine qual ohne ende!!!!!
 

Couchhartzer

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Ist diese Einschätzung soweit richtig und ist die Alternative hier konkret bei diesem Bedarf nicht die ehrenamtliche Tätigkeit ?
In Zeiten von Wahlk(r)ampf mit den zugehöriger Dumm-Stimmenfängerei sieht sogar der Alt(e) von der BA mehr Sinn in Arbeit in "echten marktnahen Betrieben" als zweckmäßiger an (kann aber tatsächlich nur Lippenbekenntnis als Wahlgetöse sein).
Quelle: BA-Chef: Bürgerarbeit und Ein-Euro-Jobs sinnlos
 

gila

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Gut zu wissen - so kann man doch Zuweisungen in diese sinnfreien 1-Eu-Ausbeutungen
mit "hauseigenen" Bekenntnissen angreifen! :icon_biggrin:
 

DooNaBae

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In Zeiten von Wahlk(r)ampf mit den zugehöriger Dumm-Stimmenfängerei sieht sogar der Alt(e) von der BA mehr Sinn in Arbeit in "echten marktnahen Betrieben" als zweckmäßiger an (kann aber tatsächlich nur Lippenbekenntnis als Wahlgetöse sein).
Quelle: BA-Chef: Bürgerarbeit und Ein-Euro-Jobs sinnlos

Das ist schon richtig, aber das wissen zu 99% auch die Leute, die das mitmachen.
Es geht den meisten Leuten oft nur, ein paar Euro zusätzlich zu verdienen.
Ich war ja auch mal in einen 1,50€ Job.
Und da waren einige Leute, die die gleiche Maßnahme schon zum 6 Mal! mitgemacht haben, freiwillig und gerne.
Da habe ich auch gefragt, warum die das den immer wieder machen, und es kam meist die gleiche Antwort. Das zusätzliches Geld für die leichte Tätigkeiten, die wirklich jeder, aber auch jeder ausführen könnte.
Die Tätigkeiten belasten keinen, und das war schon fast, wie für´s Spazieren fahren Geld bekommen. Hier und da mal kurz "Hilfebedürftige" Leute beim Ein- und Aussteigen helfen, und den Leuten "Auskunft" geben, was aber selten vorkam.
Aber das war es auch schon.

Ich glaube kaum, das sich einer davon Hoffnung gemacht hat, dadurch wieder in feste Arbeit zu kommen.

Das ist ja das gleiche wie mit den FAV Stellen.
Ich habe mit Miete und Nebenkosten 770€ ALGII bekommen.
Jetzt, damit ich eine FAV Stelle arbeiten gehen kann, zahlt der Steuerzahler fast doppelt soviel Geld.
1440€ fliessen aus Steuergelder, AG zahlt ~600€ Eigenanteil.
Ich glaube kaum, wenn die zwei Jahre vorbei sind, das der AG dann sagt, wir zahlen alles und behalten Sie.
Aber so sehen die Arbeitslosenzahlen wieder schöner aus und man ist wieder in Arbeit.
Und der Steuerzahler kann sagen, der hat wenigstens Arbeit, wie die Arbeitsstelle finanziert wird, ist wieder eine andere Sache.
Aber der Mythos von Faulheit der Arbeitslosen kann ja keine Rede sein, den die Arbeit machen die meisten Leute ja auch gewissenhaft.
 

helmes63

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Soweit ich weiß laufen nach wie vor hierzu Modellprojekte. Die Kommunen als Auftraggeber / Arbeitgeber können jedoch trotz entsprechenden Bedarfs hierzu nicht die erforderlichen Eigenleistungen zur Verfügung stellen. Das ist absurd aber war. Ungeachtet dessen kommt die Bürgerarbeit als Thema in den Medien mittlerweile gar nicht mehr vor. Das macht mich ehrlich gesagt ziemlich stutzig.
 

Purzelina

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Ungeachtet dessen kommt die Bürgerarbeit als Thema in den Medien mittlerweile gar nicht mehr vor. Das macht mich ehrlich gesagt ziemlich stutzig.
Worüber sollte jetzt noch informiert oder diskutiert werden? Das Projekt läuft Ende 2014 aus, neue Bürgerarbeitsstellen gibt es nicht mehr, es erfolgen nur noch Nachbesetzungen eventuell frei werdenden Stellen und die Bürgerarbeiter sind nach meiner Kenntnis in vielen Fällen recht zufrieden.
 

Purt1979

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Hallo Purzelina

Da hast du leider Recht, denn diese Arbeitsstellen soll es dann nicht mehr geben.Warum auch, wenn es doch so viele Zeitarbeitsunternehmen gibt. Man ich könnte in die Luft gehen, denn wird das abgeschafft, dann wird es vielen wieder schlechter gehen. Glaubt mir, das hat alles nur mit Geld zu tun. Seht es doch einmal so: die Zeitarbeitsfirma bekommt Geld von der Firma, die die Arbeitskräfte beschäftigt. Für dieses Geld werden Steuern bezahlt. Der Zeitarbeiter bekommt seinen Lohn (natürlich mit Steuerabzug). Das sind ungeahnte Steuereinnahmen, denn bei jeden Geldfluss werden Steuern fällig.
 
H

hass4

Gast
Hallo Purzelina

Da hast du leider Recht, denn diese Arbeitsstellen soll es dann nicht mehr geben.Warum auch, wenn es doch so viele Zeitarbeitsunternehmen gibt. Man ich könnte in die Luft gehen, denn wird das abgeschafft, dann wird es vielen wieder schlechter gehen. Glaubt mir, das hat alles nur mit Geld zu tun. Seht es doch einmal so: die Zeitarbeitsfirma bekommt Geld von der Firma, die die Arbeitskräfte beschäftigt. Für dieses Geld werden Steuern bezahlt. Der Zeitarbeiter bekommt seinen Lohn (natürlich mit Steuerabzug). Das sind ungeahnte Steuereinnahmen, denn bei jeden Geldfluss werden Steuern fällig.
nur mit dem unterschied dass deine steuern wieder an dich zurück gehen, denn in der regel muss ja aufgestockt werden bei den miserabelen löhnen in der leiharbeit!
genau genommen geht es doch nur darum dass in deutschland so viel wie möglich produziert und erwirtschaftet wird. diejenigen die das alles an forderster front erwirtschaften werden doch nur noch als kostenfaktoren gesehen und so klein wie möglich gehalten!

eine schande, so ein menschenunwürdiges system, durch die kalte progression hat sich die armut schon bis in die mitteschicht reingefressen.
 

Amelia327

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Purt1979 und hass4 ich muss euch beiden recht geben. Es wird nicht auf den Menschen an sich geschaut sondern nur auf das was er leisten kann. Wenn er dann kaputt gewirtschaftet ist wird er einfach weg geworfen wie Müll. Und der Lohn den man bekommt ist unter aller Sau. Aber davon will ich gar nicht erst anfangen sonst rege ich mich weider auf.
 
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