"Bündnis 3. Juni" setzt auf einen heißen Herbst

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.610
Bewertungen
4.266
[quote
Ankündigungen des DGB zu Großdemonstrationen aufzurufen werden begrüßt

Bonn. Rund 30 VertreterInnen der Organisationen und Bündnisse der sozialen Bewegung, die die bundesweite Demonstration "Schluss mit den Reformen gegen uns" am 3. Juni 06 initiiert hatten, trafen sich am Samstag, 8. Juli, in Bonn um Bilanz zu ziehen und die weiteren Aktivitäten im Herbst zu planen.

Auch wenn die Erwartungen mancher nicht erfüllt wurden, wurde die Demonstration vom 3. Juni mit 20.000 TeilnehmerInnen überwiegend als erfolgreich und "wichtiger Startschuss" für die dringend notwendigen Massenproteste gegen den Kurs der großen Koalition eingeschätzt. Trotz widriger Umstände habe sich der soziale Protest zurück gemeldet. Die brutalen Übergriffe der Berliner Polizei auf der Demo zeigten nur die Nervosität vieler Politiker angesichts eines sich entwickelnden Bündnisses von Erwerbslosen, Gewerkschaften, Montagsdemonstranten, Globalisierungskritikern, Studierenden und linken Parteien.
[/quote]weiter geht es hier: https://www.protest2006.de/presse/p..._3._juni22_setzt_auf_einen_heisen_herbst.html
 

Rote Socke

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
17 September 2005
Beiträge
1.037
Bewertungen
62
Bündnis 3. Juni
DAS hat was. Was Revolutionäres. Ein super Name. Ein Schlagwort. Wird in die Geschichte eingehen.
Gefällt mir
:daumen: :daumen: :daumen:
 

edy

Redaktion
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
1.242
Bewertungen
6
Rote Socke meinte:
Bündnis 3. Juni
DAS hat was. Was Revolutionäres. Ein super Name. Ein Schlagwort. Wird in die Geschichte eingehen.
Gefällt mir
:daumen: :daumen: :daumen:
Da denk ich doch glatt (klammheimlich) an den 2. Juni :pfeiff: Fragt mich mal,warum!
 

barbara

Elo-User*in
Mitglied seit
24 Juni 2005
Beiträge
27
Bewertungen
0
:daumen: :daumen: :daumen:

zusätzlich eine kleine Anfrage:
-welche 30 Bündnisse etc. haben sich getroffen?
-Gibt es davon auch ein Besprechungsprotokoll? (Auf der Seite von protest2006.de habe ich keine weiteren Infos gefunden)
-sind auch Montagsdemoorgs. dabei?
 

edy

Redaktion
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
1.242
Bewertungen
6
barbara meinte:
:daumen: :daumen: :daumen:

zusätzlich eine kleine Anfrage:
-welche 30 Bündnisse etc. haben sich getroffen?
-Gibt es davon auch ein Besprechungsprotokoll? (Auf der Seite von protest2006.de habe ich keine weiteren Infos gefunden)
-sind auch Montagsdemoorgs. dabei?
Moin Barbara,

es wird auch ein Protokoll geben. Die im Bündnis "vereinten" Organisationen werden dort auch genannt sein und die sog. "Montagsdemoorgs" sind wohl auch dabei (wobei?), hoffentlich nur die, ohne parteipolitschen backround............
 

Rote Socke

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
17 September 2005
Beiträge
1.037
Bewertungen
62
Äh entschuldige Edy,
Wenn Gewerkschaften dabei sind inst die Partei auch nicht weit.
Und wer ausser der einzigen Partei soll Euch/uns im Bundestag vertreten?

Solidarische Grüße
Rote Socke
 
E

ExitUser

Gast
Oh Mann,

wer ist denn wieder auf diesen Slogan gekommen: Bündnis 3. Juni (ich bin schon bedient mit dem Begriff "Bündnis90/Die Grünen!").

Mit einer solchen Parole läßt sich kein heißer Herbst einläuten!
Hätte Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast eine solche Bürokraten-Sentenz abgesondert, wäre keiner der dort anwesenden Parteigenossen zum "totalen Krieg" bereit gewesen, "totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können".

Ist die französische Mannschaft bei der Fußball-WM 2006 etwa mit dem Ruf "Waterloo!, Waterloo!, Waterloo!" zum Endspiel auf den Rasen aufgelaufen?

Daß der Herbst heißer wird, als alle vorangegangenen Herbste, steht schon wegen der Klimaerwärmung zu erwarten.

Das Bündnis von "rund 30 VertreterInnen der Organisationen und Bündnisse der sozialen Bewegung" setzt auf einen heißen Herbst. Dann sollen sie mal setzen! Wenn ich mir die Protagonisten dieser "Bewegung" mit ihren Reden, Liedern und Klampfen ansehe, befürchte ich (wie manch anderer in diesem Forum!), daß sich an deren heißem Herbst keiner die Finger verbrennen wird.

Sie werden heiße Luft produzieren:
"Heiße Luft! Heiße Luft! Und nochmals heiße Luft!".
Einen heißen Herbst - niemals!

Bedauert Phil, der sich gerne eines Besseren belehren lassen wird.
.
 

Hans3333

Elo-User*in
Mitglied seit
17 März 2006
Beiträge
111
Bewertungen
0
man muss richtige forderungen aufstellen.

gegen kinderarmut z.b.

dann machen auch mal leute mit.
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.610
Bewertungen
4.266
Hans3333 meinte:
man muss richtige forderungen aufstellen.

gegen kinderarmut z.b.

dann machen auch mal leute mit.
Bist ja wirklich fähig. Genau diese Forderungen sind im Gespräch. Hellseher?
 
E

ExitUser

Gast
Nicht alles ist jedemanns Geschmack. Der eine mag Klampfen, der andere nicht.

Wichtig halte ich jedoch, dass sich die mit der Klampfe mit denen zusammentun, denen die Flöte mehr liegt, wenn es um das gemeinsame Interesse geht.

Dann sollten sie einen gemeinsamen Weg finden und gemeinsam etwas unternehmen. Ich halte dieses Vorgehen für sehr wichtig.

Welche Vorschläge hättest du denn parat, Phil?

Rote Socke, ganz ohne Parteien wirst du Politik wohl nicht machen können. Der Vorteil einer Initiative, so wie ich das Erwerbslosenforum verstehe, ist doch, dass man sich nicht an eine Partei bindet oder, was noch gefährlicher ist, von ihr vereinnahmen läßt.
 

Rote Socke

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
17 September 2005
Beiträge
1.037
Bewertungen
62
Barney, hast mich falsch verstanden.
War als Antwort auf Edys Beitrafg gedacht.
Wir sollten frph sein, das sich mehrere inititiven und zusammentun.
Und Düsseldorf ist nur nen Katzensprung vom Kohlenpott weg.

Solidarische Grüße
Rote Socke
 

Hans3333

Elo-User*in
Mitglied seit
17 März 2006
Beiträge
111
Bewertungen
0
hi
tja man tut was man kann.
war ja jahrelang in der sozialen betreung taetig.
son bisschen lernt man da ja.
also weitere vorschläge.
im anschluss an demos zb ein open air konzert.

die beiden jugendlichen in koeln waren ja schon ganz gut.


kann notfalls selber ein paar musikstücke zum besten geben.

ist dann aber eher rockmässig und keine schnarchnasenmusik.

knallige texte gibts natürlich auch.
 
E

ExitUser

Gast
In # 10 fragt mich Barney:

Welche Vorschläge hättest du denn parat, Phil?
und

Nicht alles ist jedemanns Geschmack. Der eine mag Klampfen, der andere nicht.
Nun. Zunächst möchte ich mit Dir nicht über Geschmack streiten, liebe Barney. Ich möchte mit Dir nicht darüber reden, welche Kragenform Estée Lauder für die neueste Sommerkollektion vorschlägt, sondern darüber, daß es einer großen Minderheit in diesem Lande an den Kragen geht, existentiell an den Kragen geht, und daß wir endlich handeln müssen. Sicher siehst Du das auch nicht viel anders!

Was ich machen würde?

Ich würde aufhören das zu machen, was wir bisher gemacht haben.

Denn das hat ganz offensichtlich nichts gebracht. Nein Martin, Barney, Arania, Arco! Einspruch abgelehnt! Es hat zu nichts geführt, zu absolut gar nichts. Basta!

Wie die Mehrzahl der Forumsleser inzwischen wohl mitbekommen hat, war ich vor dem Erreichen des Rentenalters im Gesundheitswesen tätig.

Bis zum Jahre 1985 habe ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst des eigenen Volkes gestellt. Nachdem schon damals aber abzusehen war, daß das deutsche Gesundheitswesen unaufhaltsam auf eine Zwei-Klassen-Medizin zusteuern würde (alles für die Reichen, nichts für die Armen), habe ich nach mehreren, offenen Briefen, die wegen ihrer Schärfe kein Medizinischer Informationsdienst hatte abdrucken wollen, in Deutschland meine Zelte abgebrochen und mich von diesem, wie ich es damals nannte, „Krankheitsunwesen“ verabschiedet.
Inzwischen sind die Kassandra-Rufe meiner damaligen offenen Briefe Realität geworden.

Meine Kenntnisse auf dem Gebiet der Zoologie beschränken sich auf das Notwendige. Trotzdem will ich aus dieser Kenntnis ein grundsätzliches Verhaltenspattern anführen, das jede Kreatur kennt:

Flucht oder Kampf!

Mein Weggang aus Deutschland im Jahre 1986 kann als Beispiel gewertet werden für eine Flucht in aussichtloser Situation und beim Vorhandensein einer Alternative.

Mein Ratschlag für alle, die eine Alternative haben, lautet deshalb: Flucht aus Deutschland! Je schneller und endgültiger desto besser!

Für alle anderen muß die Devise Kampf heißen – Kampf wohlgemerkt, nicht Geplänkel! Kampf wie ihn uns die Natur jeden Tag vormacht. Schaut Euch zwei Hunde an, die sich gegenseitig ins Gehege kommen. Schaut Euch diese lieben und braven, in Jahrtausenden domestizierten Haustiere und Gefährten des Menschen an, wenn sie bedroht oder in ihren Rechten eingeschränkt werden. Nehmt Euch an diesen ein Beispiel. Auch der Mensch hat ein Recht auf diesen Kampf, auf den

Kampf ums Überleben, Kampf bis aufs Messer, Kampf auf Leben und Tod!

Bei lebensbedrohenden, resistenten Bakterien gibt es in der Medizin nur ein Mittel der Wahl: Antibiotika (und bitte verwickelt mich jetzt bitte nicht in eine Diskussion über den Einsatz von homöopathischen Mitteln in lebensbedrohlichen, von resistenten Bakterien verursachten Krankheitsbildern – ich weiß, wovon ich rede!).
In genau diese Situation hat uns das deutsche Wohlstandsbürgertum, haben uns die etablierten Parteien und das weltweit operierende Kapital gebracht oder wird es uns in allernächster Zukunft endgültig gebracht haben.

Auch wenn viele von Euch das nicht hören wollen: Die Zeit harmloser und vor allem phantasieloser Gegenwehr muß endlich ein Ende haben, oder wie ich in # 7 schon gesagt habe, die Zeit der Reden, der Lieder und der Klampfen ist vorbei.

Wenn wir schon ankündigen, daß wir zurückschlagen werden, dann sollten wir auch zurückschlagen, nicht zurückfächeln. Eine argumentative Auseinandersetzung mit den Verantwortlichen hat bisher zu nichts geführt und wird auch auf Dauer zu nichts führen.
Der Staat hat uns den Fehdehandschuh hingeworfen – heben wir ihn auf. Wir handeln eindeutig in Notwehr, und wenn wir nicht endgültig ins Hintertreffen geraten wollen, müssen wir jetzt handeln, je früher, desto besser.

An einer unnachgiebigen Auseinandersetzung mit den etablierten Kräften dieses Landes wird auf Dauer kein Weg vorbeiführen.

Deswegen muß es ab sofort heißen:

Packt den Tiger in den Tank!

Denjenigen aber, die im „Bündnis 3. Juni“ eine erfolgreiche Alternative sehen, gebe ich den Rat, ihr Erspartes zusammenzulegen und McKinsey mit der Ausarbeitung einer erfolgversprechenden Strategie gegen Wohlstandsbürgertum, etablierte Parteien und Global Players zu beauftragen.

Wasch mir den Pelz, aber mach’ mich bitte, bitte, bitte nicht naß, ist noch nie eine praktikable Lösung gewesen,

meint jedenfalls der dämagogische :kratz: :cry: :p

Phil
.

Nachtrag: Ganz offensichtlich vertrete ich eine andere Richtung als Hans3333 in # 12, der mir mit seinem Beitrag zuvorgekommen ist!
 

Hans3333

Elo-User*in
Mitglied seit
17 März 2006
Beiträge
111
Bewertungen
0
hi euklid
ich bin ja auch lieb und nett.
:lol: :lol: :lol:

ich gebe das schiff noch nicht verloren bis es gesunken ist.

bei mir ist das glas wasser halb voll und nicht halb leer.

aber sei es drum.

ich bin persoenlich betroffen von hartz 4 .
habe jetzt nach jahren erfolgloser bewerbungen eine job fuer 3 monate gefunden.
bezahlung?
:cry: :cry: :cry:

reden wir nicht davon.

bin weiterhin aufgrund niedrigen lohnes hartz4 bezieher.

ich denk mal martin und andere bemuehen sich redlich.

sie koennten in der zeit die sie hier verbringen auch am baggersee sein oder andere sachen machen.

wir sollten unsere deutsche pessimistenbrille mal kurz absetzen und nach vorne blicken.

was wir brauchen ist eine vision fuer die zukunft.

als damals adolf hitler in erscheinung trat gab es auch widerstand.

dieser war leider viel zu schwach.

heute sind wir auf dem weg in ein neoliberales system in den der mensch
als humankapital betrachtet wird.

wie es weitergeht liegt unter anderem auch an uns.

berlin und koeln waren ein guter beginn.

auch rom ist von den germanen nicht sofort besiegt worden.

das dauerte seine zeit.

gruss hans
 
E

ExitUser

Gast
Euklid, in Berlin waren 20.000 Teilnehmer bei einer zentralen deutschlandweiten Veranstaltung.

Komm bitte in der Realität an!

Gewalt, Euklid, war noch nie eine Lösung. Wer sich micht Hunden auskennt, weiß, auch die beiden Hunde in deinem Beispiel werden sich nicht ernsthaft verletzen, wenn sie eine andere Möglichkeit sehen. Und wir sehen noch andere Möglichkeiten.

Umdenken, Euklid, ist ein Lernprozess, der findet nicht von Heute auf Morgen statt. Dazu gehören auch noch ein paar mehr Menschen als wir bisher erreicht haben. Du bist zu ungeduldig.

Der Weg durch die Instanzen hat ja nicht nur Joschka Fischer einen wohlbestallten Lebensabend beschert. Er hat auch Deutschland verändert. Bei aller Kritik an den Grünen muß man ihnen zugestehen, dass sie den Umweltschutz in das Bewußtsein und Handeln der Politik gebracht haben.
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178
Euklid schrieb

ffensichtlich nichts gebracht. Nein Martin, Barney, Arania, Arco! Einspruc
Habe ich etwas anderes behauptet? Ich hätte gar keinen Einspruch eingelegt :kratz:

So und Gewalt ist keine Lösung, zumindest nicht so wie es in manchen Beiträgen hier anklingt, Gewalt ist für mich nur zur Verteidigung akzeptabel oder zur Abwehr von konkreten Gefahren, und die Betonung liegt da bei mir auf konkret, wenn ich sehe das jemand versucht einem anderen den Schädel einzuschlagen dann gehe ich wenn ich kann dazwischen und versuche es zu verhindern.

Ja und was die Parolen angeht mit denen man bei Demos auftritt da bin ich auch der Meinung das man konkreter werden müsste, mit Allgemein-Formeln wie HARTZ IV MUSS WEG wird man keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken.

Aber anscheinend wird ja da auch schon umgedacht bei den Organisationen.

Allerdings sehe ich nicht das man von Parteien nicht beeinflusst wird oder sich nicht vereinnahmen lässt, manchmal merkt man das nur zu spät.

Man kann einen Weg versuchen ohne Parteien einzubeziehen, man kann es mit Einbeziehung machen, muß jeder selber entscheiden.

Welcher Weg dann einen Erfolg bringt wird man erst danach sehen
 

DomiOh

Elo-User*in
Mitglied seit
15 März 2006
Beiträge
367
Bewertungen
5
Welch eine Euphorie... Wie ich schonmal in einem anderen Post geschrieben habe: Es wurde auch ein "heißer Sommer" angekündigt... Bis auf die Temperaturen war der Sommer eher lauwarm bis kühl...

Sorry, aber ich bin eher pessimistisch eingestellt, und bisher hat sich optimismus auch nicht ausgezahlt...
 
E

ExitUser

Gast
@ Barney's # 15:

Hallo Barney,

Berlin war bestenfalls eine ehrenhafte Niederlage, so sehe ich das nun einmal. Deine Ansicht eines „Sieges in Grenzen“ gestehe ich Dir aber gerne zu.
20.000 Teilnehmer auf einer zentralen, deutschlandweit ausgeschriebenen Veranstaltung sind eine ehrenhafte Niederlage, vor allem, wenn man bedenkt, daß es am „Austragungsort“ Berlin allein schon um die 300.000 Menschen gibt, für deren Interessen sich die Demonstranten hatten stark machen wollen.

Nein, nein! Berlin war ein Waterloo für unsere Bewegung

Es hat unsere Gegner aufgeweckt und zu zusätzlichen Anstrengungen angeregt, wie einem Aufstand des eigenen Volkes (vorwiegend) militärisch begegnet werden könnte.
Für uns sozial Benachteiligte und Stigmatisierte hat Berlin überhaupt nichts gebracht, es ei denn man betrachtet den ebenso blamablen Auftritt in Köln als Erfolg: 600 Teilnehmer im bevölkerungsreichsten Landstrich unseres Vaterlandes (von der Allianz-Belegschaft ganz zu schweigen) und eine Verabredung zu einem „Bündnis 3. Juni“ – was auch immer das werden wird.

Ein Retourkutsche sei mir deshalb erlaubt:

Komm bitte in der Realität an!
Auch bitte ich endlich um einen stichhaltigen Beweis für die auch hier immer wieder vertretene These, ich zitiere:

Gewalt, Euklid, war noch nie eine Lösung.
Abgesehen davon, daß in einem demokratischen Inet-Forum (berechtigterweise) nicht zu Gewalttaten aufgerufen werden darf, beweisen doch unsere Regierung und die Regierungen aller übrigen westlichen Länder tagtäglich das genaue Gegenteil. In deren Realität, der Realität der Machthaber, geht ohne Gewalt gar nichts, mit Gewalt alles! Trag’ Deine pazifistischen Gedanken mal den Kochs, Schäubles, Schilys, Bushs dieser Welt vor. Die werden sich die Bäuche halten.

Hunde sehen zu ihren „verbissenen“ Raufereien häufig keine Alternative. Aber in fast allen Fällen existiert in der Tat keine (ohne Risiko für Deine eigene Gesundheit mischst Du Dich dabei auch besser nicht ein!). Dann fließt eben Blut!

Ist die Lage auswegslos, wird der Hund kämpfen, im anderen Fall wird er fliehen (siehe oben!).

Umdenken, Euklid, ist ein Lernprozess, der findet nicht von Heute auf Morgen statt. Dazu gehören auch noch ein paar mehr Menschen als wir bisher erreicht haben. Du bist zu ungeduldig.
Was für ein Ratschlag an einen 68-jährigen Akademiker! Alle meine Umdenkprozesse haben im Vorvorgestern, Vorgestern und Gestern begonnen und finden im Heute und hoffentlich auch noch im Morgen statt (würde ich sonst hier im Forum mitposten?)

Ruhe ist die erste Bürgerpflicht
Öffentlicher Anschlag des Friedrich Wilhelm Graf von der Schulenburg-Kehnert, drei Tage nach der vernichtenden Niederlage Preuszens bei Jena und Auerstedt [14. Oktober 1806].

Und weiter:

"Der König hat eine Bataille verloren ... Der König und seine Brüder leben!“
Wie das Wort Toleranz häufig nur ein Euphemismus für „mangelnde Zivilcourage“ und „Schwäche“ ist, so ist die Aufforderung zu Geduld (wo sie schon längst nicht mehr angebracht ist) ein Zeugnis eigener „Entscheidungsschwäche“ und eines tiefgehenden Mangels an Durchsetzungsvermögen“.

Wer ein Herz für die Millionen deutscher Mitbürger hat, die sich schon heute in bitterster Not befinden, sollte IMHO endlich aufhören, für Geduld zu plädieren.
BTW sehen und hören wir von diesen Ärmsten unserer Gesellschaft nichts in unserem mondänen Forum.

Wer Empathie empfindet für unsere Mitmenschen in der "Dritten Welt“ sollte sich Aufrufe zur Geduld so lange verkneifen, bis er die skandalösen Lebensumstände dieser kaum noch als Menschen zu erkennenden „Kreaturen“ mit eigenen Augen gesehen hat.

Jetzt, ganz zum Schluß (aber schließlich hat mich Barney zu dieser Stellungnahme provoziert):

Der Weg durch die Instanzen hat ja nicht nur Joschka Fischer einen wohlbestallten Lebensabend beschert.
Da hast Du allerdings vollkommen recht! Nicht nur ihm hat er einen wohlbestallten Lebensabend beschert, sondern auch seinen Spießgesellen – und alles zu Lasten der benachteiligten Schichten unseres insolventen Vaterlandes.

Bei aller Kritik an den Grünen muß man ihnen zugestehen, dass sie den Umweltschutz in das Bewußtsein und Handeln der Politik gebracht haben.
Auch hier gilt: Mit gewaltfreien Demonstrationen wären wir noch nicht einmal so weit gekommen, wie wir inzwischen (völlig unzureichenderweise) gekommen sind.

Jetzt: Schluck-und-verdau-oder-spucks-aus!

Liebe Grüße

Phil
.
 

athene

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
25 Dezember 2005
Beiträge
647
Bewertungen
0
Barney schreibt:
"Euklid, in Berlin waren 20.000 Teilnehmer bei einer zentralen deutschlandweiten Veranstaltung.
Komm bitte in der Realität an!"

@Barny, wieviele Hartz IV Opfer gibt es allein in Berlin und Umgebung?
ich gebe Euklid recht wenn er schreibt:
"20.000 Teilnehmer auf einer zentralen, deutschlandweit ausgeschriebenen Veranstaltung sind eine ehrenhafte Niederlage"

Im Vergleich: wieviele Teilnehmer haben während der WM allein nur in Berlin Party gemacht?
Das ist Realität!!!!

bin gespannt wieviele Teilnehmer heute in Berlin beim Techno-Massenspektakel Love Parade heute wieder Party machen

Doch wenn es um Wichtiges geht, bleiben auch die Betroffenen zu Hause.

wie auch
siehe auch Beitrag von peppino
https://www.elo-forum.org/forum/ftopic11534.html

Euklid schreibt:"Mein Ratschlag für alle, die eine Alternative haben, lautet deshalb: Flucht aus Deutschland! Je schneller und endgültiger desto besser!"

Ich kenne viele, die diesem Ratschlag schon umgesetzt haben.

Und wenn sich der Rest, der nicht aus dem Land rauskommt, sich nicht aktiv wehrt, wird der Rest bald keine Gelegenheit mehr haben sich zu wehren.
Vermutlich wird das Letztere eintreten, bestenfalls rafft man sich auf und lametiert, jammert und klagt, doch das aufraffen zum Protest überlässt man doch anderen, für sowas findet sich immer eine passende Ausrede :motz:

Erwerbslosen-Foren sind doch eine praktische Einrichtung für den Staat, hier können die Betroffenen Dampf ablassen, und ab und zu wird zu einem friedlichen Kaffeekränzchen= "Demo" eingeladen :(
 

dickpi

Elo-User*in
Mitglied seit
25 Oktober 2005
Beiträge
41
Bewertungen
0
E

ExitUser

Gast
Rote Socke meinte:
Äh entschuldige Edy,
Wenn Gewerkschaften dabei sind inst die Partei auch nicht weit.
Und wer ausser der einzigen Partei soll Euch/uns im Bundestag vertreten?

Solidarische Grüße
Rote Socke

:lol: :lol:

Welche Partei und wer ist "Euch/uns"?


Könnte mir mal jemand die Adresse nennen, wo "neue Ideen und Vorschläge" schon erläutert wurden?

Danke im Voraus
 

Ichweißnix

Elo-User*in
Mitglied seit
13 Dezember 2005
Beiträge
105
Bewertungen
0
Wem gehört D?

Euklid meinte:
...Bis zum Jahre 1985 habe ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst des eigenen Volkes gestellt...
Nachdem ... habe ich ... in Deutschland meine Zelte abgebrochen und mich von diesem, wie ich es damals nannte, „Krankheitsunwesen“ verabschiedet.
Du bist 1986 wohin gegangen? Und vor allem wann warum wieder gekommen?
In HD lebt sich's nicht schlecht, mit der renommierten Med.Uni, dem milden Klima, der schönen Landschaft?

Zweiklassenmedizin: Z. B. ist ein Termin bei der KG für einen PKV-Menschen mind. 30 min. lang, für einen GKV-Geplagten nur 20. Und in diesen 20 min. ist die Büroarbeit zum Vorgängerpatienten mit drin und ein auf Nachsicht hoffendes Lächeln "Sie können schon mal in den Raum da gehen, ich komme gleich". Ulla sacht imma, jibbet keine Zweiklassenmedizin. Hat se ja auch Recht, gibbet nur unterschiedliche Anwendungen bei unterschiedlichen Menschen. Also ganz individuelle Behandlung.
Als ich mich kürzlich bei meiner KK über die mehr verbale als heiltätliche Art eines Arztes auslassen wollte, meinte die Dame, dass die Kasse da gar nichts machen könne, sondern die KV. Aber es müsse schriftl.(!!!) dort eingereicht werden. Ich sagte, dass die KV doch eher die Ärzte vertritt, antwortete sie, nein, die rechnen nur die Honorare ab. Solche Sackgassengespräche über Böcke und Gärtner ...
Ulla sacht imma, sofoart an die KK wenden und Name und Tel.nr. von' Azt sagen und KK ruft den sofoart an. Und denn is' der Azt rund gemacht und der Patient wieder Könich. Sacht Ulla. Ulla is PKV. Und nu überlech ich, ob ich Ulla ma 'n Brief schreiben tu', bevor ich nächst'ma bei die KK anrufen tu'. Aber statt'n Brief mit Autogramm von Ulla kriech ich bestimmt eher kostenlos 'n Einlauf in Extrabehandlung? Und bestimmt nich von Ulla ...

Hat jemand in dieser Woche die Reportage im Ersten über Zweiklassenmedizin gesehen? Ich glaube die Funktionäre spielen nur noch aus, wer den Patienten erschlagen muss, wenn der nicht binnen gesetzter Frist abgelebt hat. Wenn die Partie beendet ist, geht die Gesundheitsreform in ihre "letzte erfolgreiche Phase". Und dann ist das Gesundheitssystem gesund, heißt ja auch so, und nur noch D ein Sanierungsfall. Klinsi ist jetzt weg, der ist ausgebrannt, weil er sich bei Gute-Laune-Deutschland angesteckt hat und nun muss alles ab H4 abwärts ran. Aber nur wenn das Orchester der Titanic spielt, nix Klampfen und Flöten am Lagerfeuer.

Gesundheit. :stern:
 
E

ExitUser

Gast
Ist eigentlich nur eine Fortsetzung der Zwei-Klassen-Gesellschaft die weiter ausgebaut wird, vielleicht bis zu 4 oder 5 Klassen.

Der Mensch liest in irgendeiner Zeitung etwas und weil es in der Zeitung steht stimmt es auch, denn es ist ja ein renommiertes Blatt (sagen die anscheinend über sich selbst).

Wenn jetzt Krankenkassen fusionieren sollen was wird wohl als erstes passieren?

Genau, man verhandelt erstmal über die Bezüge der Vorstände, dann wird kräftig erhöht weil ja "viel mehr Arbeit" und dann wird gejammert, das kein Geld da ist und es werden Beiträge erhöht oder Leistungen gestrichen.
Das diese Vorstände sich riesige Erhöhungen gönnen von Geld das ihnen eigentlich gar nicht gehört, genauso Geld für irgendwelche Sachen verschwendet z. B. Bauchtanz usw. das ist dann "akzeptabel", wenn ein "kleiner" etwas mehr Geld möchte dann ist das ein Skandal.

Ändern wird sich zumindest nichts.
 

Perestroika

Elo-User*in
Mitglied seit
1 Juli 2006
Beiträge
187
Bewertungen
3
Hi Freunde!

Das Problem -auch hier- besteht am Mangel von Inhalt, bzw inhaltlicher Auseinandersetzung. Ich glaub einige gaukeln sich nur eine Gemeinsamkeit vor. Gemeinsam ist "uns" allen nur, daß wir mit den Zuständen nicht einverstanden sind. Der Protest eint uns und viele (hier und im Bündnis 3.Juni) haben nach zwanzig Jahren "Massenarbeitslosigkeit" anscheinend immer noch die Hoffnung, daß Protest + ein paar billige Parolen völlig ausreichen um etwas zu bewegen. Eine, vielleicht die einzige, Hoffnung ist, daß es bei weiterer Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen plötzlich doch mal knallt. Das kann man aber vergessen, da unsere Gesellschaft durchaus genug "Geld" hat, es reicht für alle! 500.000 "Bauern" ernähren z.B. 81 Mio Bundesbürger.
Und auch dort wo es knallte (Argentinien, Frankreich), haben die "Allmächtigen" eingelenkt und sind vorsichtiger geworden. Wer z.B. darauf setzt, daß hier Menschen mit bösem Willen am Werke sind, irrt sich auch in diesem Punkt. Was immer auch geschieht, es ist nicht gewollt!

Euklid meinte:
BTW sehen und hören wir von diesen Ärmsten unserer Gesellschaft nichts in unserem mondänen Forum.
Das wäre schon mal ein sehr wichtiges Problem. Die "Ärmsten" haben mangels Zaster gar nicht die Möglichkeit ins Internet zu kommen. Das ist schade, so weiß man gar nicht, wie sie denken. Ich glaube übrigens nicht, daß sie in solchen Foren lange überleben, zumindest nicht als "Minderheit", vielleicht schon weil sie nicht denken wie es sich für "Arme" geziemt.
Immerhin -und das wurde auch schon erwähnt- gibt es z.B. in Berlin über 300.000 solche "Ärmsten" aber auf der Demo, zu der aus der ganzen Republik Vertreter der "Armen" zusammenkamen waren sie wohl nicht.

Es gibt zwei "Ideen", die auf entsprechenden Demos und in diversen "Bündnissen" bestenfalls am Rande erscheinen.

Das eine ist der Gedanke, daß man Steuern nicht mehr national einkassieren kann, ganz einfach weil diverse Steuerzahler woanders ihre Geschäfte abwickeln. Daraus resultiert der naheliegende Gedanke, daß wir mindestens in Europa eine europäische und langfristig eine internationale Steuer brauchen.
Das andere -weniger "global"-, das wäre das, was man jetzt "bedingungsloses Grundeinkommen" nennt. Dazu gibt es hier ja immerhin ein Unterforum.

Meine Erfahrungen aus dem "heißen" Herbst 2004 zeigen, daß "Gemeinsamkeit" und "Einheit" eigentlich nur dadurch erreicht werden, daß man sich trennt. Ich geriet damals z.B. in eine Anti-Harz4-Sekte (Berlin), in der man mir Prügel anbot, als ich frei und locker dieses Grundeinkommen ansprach. Eine Frau kreischte hysterisch, sie müsse schließlich auch jeden Tag arbeiten und ein Gewerkschaftsgenosse schüttelte plötzlich die "Ärmsten" der dritten Welt aus seinen langen Ärmeln, wollte allerdings von internationalen Steuern auch nix wissen, weil die in falsche Hände kommen.

Auf den (beiden) Berliner Montagsdemos wurde über mehrere Monate immer dasselbe geredet: alle Harz4-Übel wurden bis zum Abkotzen fein säuberlich aufgelistet und es wurde immer dasselbe gerufen: "Weg mit Harz4 - das Volk sind wir!" oder "Schröder muß weg."
Internationalismus erschien immer dann, wenn sich braune Deppen näherten und beschränkte sich ansonsten auf den Wunsch die Proteste der Minderheit (der "Ärmsten") gegen die von der Mehrheit gewählten Volksvertreter und deren Politik in den einzelnen Staaten zu koordinieren.

In der Kreuzberger WASG traf ich im Sommer 2005 "Genossen", die z.B. die Ansicht vertreten, wenn Arbeitslose "wirklich" keine Arbeit annehmen, sollten schon Sanktionen greifen. Der Unterschied zu Merkel & co war nur, welche Arbeit "zumutbar" war und wann die Sanktionen greifen. Ferner traf ich jemanden, der von der Wiedereinführung der DM und dem Wiederaufbau von Grenzbefestigungen und 1000en Zöllnerhäußchen "träumte", um so der "Flucht" des Kapitals und der Arbeitsplätze zu begegnen.

Kurzum, ich denke schon, daß es irgendwie auch um Inhalte geht, auch solche die sich beißen. Wenn man die Auseinandersetzung (in den "eigenen" Reihen) scheut, real vorhandene Alternativen + ihre Träger ausgrenzt, bleiben eben nur noch ein paar allwissende, meist selbst nicht Betroffene (kleine "Bonzen") übrig, die auf entsprechenden Demos und Veranstaltungen inhaltsleere Selbstdarstellung betreiben. Wer soll denn dahin gehen?

Perestroika
 
E

ExitUser

Gast
Barney meinte:
Gewalt, Euklid, war noch nie eine Lösung. Deshalb werden ja auch immer wieder neue Kriege geführt...Umdenken, Euklid, ist ein Lernprozess, der findet nicht von Heute auf Morgen statt. Dazu gehören auch noch ein paar mehr Menschen als wir bisher erreicht haben.
Deshalb ist das auch keine Lösung Du bist zu ungeduldig. Muß man auch sein, denn nur wenn man ungeduldig ist erreicht man etwas für die, die grade leben, und nicht vielleicht für die übernächste GenerationDer Weg durch die Instanzen hat ja nicht nur Joschka Fischer einen wohlbestallten Lebensabend beschert. Er hat auch Deutschland verändert. Das stimmt, aber ist deshalb etwas besser geworden? Bei aller Kritik an den Grünen muß man ihnen zugestehen, dass sie den Umweltschutz in das Bewußtsein und Handeln der Politik gebracht haben.

Etwas, ja, aber noch immer viel zu wenig! Warum wirds denn immer wärmer? Warum schließt sich das ozonloch nicht? Warum wird noch immer viel zu viel Strom verbraucht? Warum ist das Thema nicht endlich vom Tisch, wieder Atomkraftwerke zu bauen? Läßt sich fortsetzen...[/quote]
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten