BU-Rentensteuer im ALG2 Bescheid

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Freundliches Hallo:icon_smile:

Wer kann mir vielleicht folgende Frage beantworten?
Wenn man eine Berufsunfähigkeitsrente erhält aus einer Privatversicherung.
Dann wird diese ausbezahlt und ist natürlich Einkommen.
Aus diesem Grund zahlt man dann eine Steuer drauf an das Finanzamt mit der Einkommenssteuererklärung und dessen Bescheid. Die Steuer wird nicht im Vorwege abgezogen und durch die Versicherung abgeführt, sondern das Finanzamt macht es beim Versicherungsnehmer über die Steuererklärung.

Natürlich langt die BU-Rente nicht zum leben. Deshalb ALG2.
Dort wird nun diese Rente Brutto angerechnet. Auf Nachfrage hin hieß es nur lapidar, das es so gehandhabt wird. Auch bohren brachte nichts. Ich habe aber nicht die Rentenzahlung 1zu1 zur Verfügung. Weil ich nämlich darauf Steuern zu zahlen habe. Natürlich auch nachweislich.

Muss ich nicht diese Steuer durch 12 teilen können und dann muss diese in der Einkommensbereinigung gegengerechnet werden?
Bei Entstehung des Einkommens entstehen schliesslich auch Steuern.
Also ist das Geld nicht zur freien Verfügung?

Vielleicht kann mir jemand sogar einen Paragraphen nennen.
Für sachdienliche Hinweise drohe ich mit einem großem Dank. :icon_klatsch:

Zerstörer
 
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Ich erhalte eine Rente von nichtstaatlicher Seite.
Auf diese Rente muss ich Steuern zahlen, denn sie wird ausbezahlt ohne jegliche Abzüge. Diese Steuern machen einige Prozente auf die Auszahlungssumme aus.
Und weil diese Rente dann unterhalb ALG2 Niveau ist, werde ich ALG2 aufstockend erhalten.

Dabei wird dann aber, logischerweise die Rente als Einkünfte gegengerechnet bzw. angerechnet.
Ist klar, man war enthaltsam und zur Strafe hat man nichts davon. ABER, dann werden auch die Steuerbeträge die an das FA abzuführen waren, im Rahmen der Einkommenssteuererklärung, als Einkünfte angerechnet.
Und da hörts dann bei mir auf.
Ich vertrete die Meinung Steuerausgaben stellen kein Einkommen dar.
1. Es sind Ausgaben
2. Es sind Zwangspflichten, ähnlich einer KFZ Haftpflicht. Man muss.
3. Es sind Kosten, die beim Einkommenserwerb, in diesem Fall der Rente, anfallen.

Diese Steuerausgaben, die unvermeidlich sind und tatsächlich vorhanden und nachweisbar, müssten in der Einkommensbereinigung vorkommen und mindernd wirken.
Oder von vornherein müsste das Einkommen um die Steuerlast bereinigt werden.

Das Amt sagt sachlich dazu, das ich es komplett bekomme. Und ob es mir dann komplett zur Verfügung steht oder nicht. Ob ich was ans FA zahlen muss oder nicht, es ist komplett Einkommen. Brutto für Netto.

Ich möchte mich informieren für meinen Widerspruch. Und sollte der abgeschmettert werden, dann hol ich mir nen Beratungsschein und es geht per SG weiter.
Nur möchte ich für den Widerspruch schon gern wissen.

Man stelle sich vor, ein Arbeitnehmer kriegt 1500 Brutto, hat 1xxx Euro netto und das Amt sagt dann: Ihnen stehen 1500 Euro zur Verfügung, Ihre Abzüge gehen uns nichts an. Ja, eben nicht.

Das wird ein heisser Einstand in dem Laden.
 

Hartzeola

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Hallo,

Aus diesem Grund zahlt man dann eine Steuer drauf an das Finanzamt mit der Einkommenssteuererklärung und dessen Bescheid. Die Steuer wird nicht im Vorwege abgezogen und durch die Versicherung abgeführt, sondern das Finanzamt macht es beim Versicherungsnehmer über die Steuererklärung.


§ 11b SGB II Absetzbeträge

(1) Vom Einkommen abzusetzen sind
1.auf das Einkommen entrichtete Steuern,
 
E

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Gast
hallo zerstörer,

bitte gehe zu deinem zuständigen Finanzamt und lass die steuerbefreien! selbst bei einer BU rente liegt die steuerpflichtgrenze erst bei 667(?)€.

Versteuerung Berufsunfähigkeitsrente ? Information!

wenn du über eine BU rente von mehr als 8004€ im jahr erhälst mußt du 50% davon versteuern.

ließ dir den link bitte genau durch. ich denke nicht das du soviel erhälst, wenn du zusätzlich ALGII beantragst.


LG von barbara
 
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Hallo Barbara,

ich gehöre zu Versteuerung - dritte Schicht.
Dort steht auch, das Beträge über dem Freibetrag versteuert werden müssen.
Genau so ist bei mir.
Als allererstes wird ein Freibetrag von 102 Euro abgezogen.
Dann ermittelt, wieviel Anteil überhaupt steuerpflichtig ist und im Anschluss dann der festgelegte Steuersatz nach Alter usw. angewandt.
Das bedeutet, wenn man z.B. einen Steuersatz von 48% hat, dann ist die tatsächliche Steuer in Wirklichkeit um die 3,5% von der Auszahlungssumme. Je nachdem, was sonst noch beim Einkommen passiert.

Jetzt möchtest Du auf die 8004 Euro Freibetrag hinaus, korrekt?
Die BU-Rente ist natürlich drunter.
Verstanden hab ich das nicht, wieso einmal Freibetrag 8004 Euro und was dann die 102 Euro sollen.
Aber wozu gibt es das FA? Da werd ich mal anfragen.

Danke,

Zerstörer
 
E

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hallo zerstörer,

ja informiere dich da mal genau beim FA, ich selbst bin da nicht so ganz firm drinnen (hatte das mal für meinen vater gemacht, da lagen die entsprechenden freibeträge in der ersten schicht).

ansonsten falls du nicht befreit werden solltest, müßen die steuern nach §11b SGB II abgesetzt weden, steht aber schon weiter unten.

LG von barbara
 
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Hallo Hartzeola,

ja, nach sowas in der Art hab ich gesucht, DANKE.

Jetzt steht da, auf das Einkommen entrichtete Steuern.
Bei mir sind es aber noch zu entrichtende Steuern.
Oder, es geht in die Vergangenheit, dann wiederum entrichtete, aber das würde bedeutet, das man es nur einmal im Jahr, dann aber fürs komplette Jahr, anrechnen kann. Jedenfalls verstehe ich es so.
Diese Steuer fällt ja nur einmal im Jahr an, wenn man seinen Einkommenssteuerbescheid erhält. Also Nachzahlung März-Mai, bei Abgabe Jan-Feb.

Ich werd erstmal zeitnah beim zuständigen FA nachfassen und bei nicht weiterkommen den § 11b SGB II im JC zur Sprache bringen.

Übrigens, noch zum vorherigen,
mit ALG1 und BU-Rente war ich über 8004 Euro und
ALG2 und BU-Rente werden ebenfalls über 8004 Euro liegen.


DANKE für alle Antworten.

Zerstörer
 
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Ergebnis nach Rücksprache mit dem FA:

ALG1 unterliegt teilweise dem Progressionsvorbehalt. Wird steuerlich teilweise bewertet. ALG2 nicht.

Das bedeutet im Klartext:
ALG2 wird nicht mit eingerechnet zum Grundfreibetrag.
Die BU-Rente hingegen schon. Wenn diese dann aber unter dem Grundfreibetrag liegt, dann sind darauf gar keine Steuern zu entrichten.
Der Grundfreibetrag ist inzwischen etwas höher als 8004, für ledige.

Das FA hat mir mitgeteilt, das sie ein Jahr diesen Durchlauf sehen wollen.
Dann aber, also mit Abgabe Steuererklärung 2013 soll ich erklären, das ich eine Prüfung auf Vereinfachung wünsche. Daraufhin würde dann eben keine Steuererklärung mehr notwendig sein, bis ich wieder über dem Grundfreibetrag liegen würde, also sich die Bedingungen wieder ändern würden.

Das FA geht davon aus, das wenn ALG2 nicht zum Grundfreibetrag angerechnet wird und meine Rente unterm Grundfreibetrag liegt, ohnehin überall nur 0 stehen würde. Also gar keine Steuern zu entrichten wären.

Die Steuern der letzten Jahre sind nur entstanden, weil ich durch Arbeit bzw. ALG1 eben über dem Grundfreibetrag war. Mit der Arbeit, das war mir klar.
Mit ALG1 das eben nicht. Und ALG2 brauchte ich noch nie.

Vielleicht hilft dieses Ergebnis nun auch anderen Leser.
Hätte nicht geahnt, das die Lösung statt im SGB im Steuerrecht zu finden ist.

Vielen Dank für die Hilfe hier und die tollen Antworten.

Zerstörer :icon_smile:
 
E

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Gast
hallo zerstörer,

na das ist doch schon was! mit der info können andere auch was anfangen. trotzdem müsstest du meiner meinung nach für das erste jahr, bevor die steuerbefreiung läuft, doch beim ALGII absetzen. im zweifel könntest du es die dann nächstes jahr wiederholen über eine einkommenssteuererklärung (die letzte :). nur wird sich die ev. steuerrückerstattung vom FA dann wieder das JC krallen. linke tasche - rechte tasche :icon_kratz:

LG von barbara
 
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Hallo DieFrettchen :icon_smile:

Ich habe einen ALG1-ALG2 Übergang beschrieben, wonach dieser kalendarisch exakt auf den Jahreswechsel fällt.
Meistens ist der Übergang aber irgendwann im Laufe des Jahres und nicht am 31.12./1.1.

Ich habe das so verstanden:
Das bedeutet, das auch, wenn man nur bestimmte Monate ALG1 erhalten hat, dieses angerechnet wird, trotz steuerfreier Auszahlung und zusammen mit der BU-Rente der Grundfreibetrag überschritten werden kann.

Beispiel mit vereinfachten Zahlen:
Ab 1.4. des Jahres ALG2, davor ALG1.
Dann könnte man z.B. sagen:
3x1000 Euro ALG1, danach x Euro ALG2.
Zusätzlich 6000 Euro BU-Rente pro Jahr, macht
9000 Euro Einnahmen für das Jahr, also über dem Grundfreibetrag

Bei mir ist der Wechsel tatsächlich im Laufe des Jahres.
Und nach meiner Rechnung komme ich tatsächlich dieses Jahr noch leicht drüber.
Deshalb habe ich auch den §11b SGB2 in meine Unterlagen übernommen, bin am rechnen und überlege mir gerade die Fahrtroute.

Guthaben und Erstattungen versuche ich zu vermeiden, weil wie Du schon gesagt hast, es ist ein Vollverlust.:icon_kotz2:

Hast Du das gemeint? Oder hab ich Dich missverstanden? :icon_kratz:

VG

Zerstörer
 
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