BSG: Hartz-IV-Leistungen für Kinder zum Bundesverfassungsgericht

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten. Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln, auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.610
Bewertungen
4.258
D/Soziales/Reformen/Armut/Kinder/Justiz/ÜS/BERICHTIGUNG
BSG: Hartz-IV-Leistungen für Kinder womöglich unzureichend
- Bundesverfassungsgericht muss nun entscheiden
+++ Berichtigte Fassung der Übersicht von 11.37 Uhr +++ =

Kassel, 27. Januar (AFP) - Die Hartz-IV-Leistungen für Kinder von heute 211 Euro im Monat sind möglicherweise unzureichend. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel legte am Dienstag zwei Klagen gegen die Höhe der Regelleistung für Kinder dem Bundesverfassungsgericht vor. Der Gesetzgeber habe nicht begründet, warum Kinder lediglich 60 Prozent der Leistung für alleinstehende Erwachsene bekommen, erklärte das BSG zur Begründung. Dies verstoße gegen das Gleichheitsgebot und das Willkürverbot des Grundgesetzes. (Az: B 14/11b AS
9/07 R und B 14 AS 5/08 R)

Die insgesamt fünf Kläger aus Dortmund und dem Landkreis Lindau am Bodensee hatten geltend gemacht, das so genannte Sozialgeld von 211 Euro für Kinder bis einschließlich 13 Jahren decke das Existenzminimum nicht. Das Bundessozialgericht ließ diese Frage in seinem Beschluss ausdrücklich offen.
Der Gesetzgeber hätte aber den Bedarf von Kindern eigenständig ermitteln müssen und nicht von jenem der Erwachsenen ableiten dürfen.

Das BSG hatte in der Vergangenheit mehrfach entschieden, dass die Regelleistungen zumindest für Erwachsene ausreichend seien. Das Landessozialgericht Darmstadt kritisierte diese Rechtsprechung scharf und legte die Hartz-IV-Leistungen insgesamt im vergangenen Oktober dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vor.

xmw/ul
 


sickness

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juni 2006
Beiträge
498
Bewertungen
0
das ist ja schön und gut. jeder normal denkende mensch kann sich seit jahren vorstellen, dass 211 € für kinder völlig unzureichend sind. das man dafür ein urteil des bsg braucht, welches man jetzt dem bverfg vorlegen muss, damit es das bestätigt, ist meines erachtens schon ein witz. aber was wird passieren? das bverfg wird (irgendwann, dieses oder erst nächstes jahr) dem bsg recht geben und die regierung auffordern, die regelsätze für kinder anzupassen. das dauert dann wieder ein, zwei jahre und sie werden dann stolz erklären, dass 215 € nunmehr ausreichend und eigentlich schon zu viel sind. nicht mal ein tropfen auf den heissen stein. zumal die eh ende des jahres erklären werden, dass es aufgrund der rettungsschirme für banken und grossindustrie nicht möglich ist, mehr an geld für erwerbslose locker zu machen. zumal die ja alle an ihrer misere eh selber schuld sind und nur zu faul zum arbeiten sind. ausserdem versaufen und verqualmen die eh alle das geld, was eigentlich den kindern zu gute kommen soll. deswegen wird ein schlauer minister einen gesetzentwurf vorlegen, der die rs von erwachsenen erwerbslosen um mindestens den mehrbetrag der kinder (plus ein paar %) wieder kürzt. korrigiert mich, wenn ich da was falsch sehe...
 

left

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Mai 2006
Beiträge
1.269
Bewertungen
69
und...... was passiert jetzt?

Verstehe ich so, dass das BSG die Bundesregierung auffordert/auffordern wird/ die Höhe der Regelleistungen für Kinder bis einschließlich 13 Jahre überprüfen muss.

Na denn. :-((
Die BundesreGIERung wird schon eine entsprechende Begründung finden. :-(((

es ist zum " Rette sich wer kann ".
 

Mensch 2ter Klasse

Elo-User*in
Mitglied seit
9 Oktober 2005
Beiträge
57
Bewertungen
3
Von sickness

irgendwann, dieses oder erst nächstes jahr) dem bsg recht geben und die regierung auffordern, die regelsätze für kinder anzupassen. das dauert dann wieder ein, zwei jahre und sie werden dann stolz erklären, dass 215 € nunmehr ausreichend und eigentlich schon zu viel sind. nicht mal ein......

Genau so wird es ablaufen.
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Von sickness

irgendwann, dieses oder erst nächstes jahr) dem bsg recht geben und die regierung auffordern, die regelsätze für kinder anzupassen. das dauert dann wieder ein, zwei jahre und sie werden dann stolz erklären, dass 215 € nunmehr ausreichend und eigentlich schon zu viel sind. nicht mal ein......

Genau so wird es ablaufen.
Wenn's gut läuft! Bemängelt hat das BSG -soweit ich das bislang gelesen habe- lediglich, dass die unterschiedlichen Sätze für Erwachsene und Kinder nicht begründet sind und somit dem Willkürverbot widersprechen. Zur absoluten Höhe finde ich keine Aussagen! Beim Schliessen dieser Lücke kann man ja schliesslich in 2 Richtungen schieben!
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
@avalon
So bzw. sehr ähnlich lese ich das nämlich auch.

@Martin und kinderarmut-durch-hartz4
Jetzt fängt die schwierige Phase erst an. Denn nun müssen die Stellungnahmen bei der Methodikdiskussion, -auswahl und -anwendung um die Regelsatzermittlung so weit eingebracht werden, dass sie als Argumentationen unumgänglich sind.

Mario Nette
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.610
Bewertungen
4.258
Zuerst muss der Druck auf die Bundesregierung so verstärkt werden, dass sie wenigistesn im Rahmen der Hartz IV-sätze die Schulkinder und Jugendliche berücksichtigt. Dies muss vor der Wahl passieren und kann ohne großen Aufwand durchgezogen werden. Nur das verstärkt dann den politischen Druck, die regelsaätze insgesamt zu erhöhen. Dabei meinen wir ausdrücklich nicht den Paritätischen (der ja nun selbst in siener Organisation große Arbeitgeber versammelt hat und die kein Interesse an einer großartigen Anhebung haben, weil dies ein höher Mindestlohn bedeuten müsste). Aber die Ungerechtigkeit bei Kindern muss zuerst beseitigt werden. Die haben keine Chance sich selbst zu wehren.
@avalon
So bzw. sehr ähnlich lese ich das nämlich auch.

@Martin und kinderarmut-durch-hartz4
Jetzt fängt die schwierige Phase erst an. Denn nun müssen die Stellungnahmen bei der Methodikdiskussion, -auswahl und -anwendung um die Regelsatzermittlung so weit eingebracht werden, dass sie als Argumentationen unumgänglich sind.

Mario Nette
 

Koelschejong

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
5.186
Bewertungen
1.641
Entschuldigung, aber die Euphorie ist entschieden verfrüht. Das BSG hat nicht die Höhe des Regelsatzes dem BVerfG zur Prüfung vorgelegt, sondern nur die Art, wie dieser Regelsatz "ermittelt" wurde. Mehr wird das BVerfG also hier in keinem Fall entscheiden. Bestenfalls kommt also dabei raus: Die 60% sind nicht ausreichend begründet, da muss sich der Gesetzgeber was "Besseres" zur Begründung einfallen lassen. Die € 211,00 stehen in diesem Verfahren nicht zur Prüfung beim BVerfG an - und wurden meines Wissens auch nicht vom BSG moniert. Darauf wurde ja hier auch bereits hingewiesen.
 

vagabund

Redaktion
Redaktion
Mitglied seit
22 Juni 2005
Beiträge
4.424
Bewertungen
694
...
Die Bundesregierung sieht dagegen keinen akuten Handlungsbedarf. Der Sprecher des Arbeitsministeriums, Hannes Schwarz, verwies auf die Anhebung der Sätze für sieben- bis 13-Jährige im Rahmen des Konjunkturpakets II. Insofern sei man "ganz guter Dinge", dass man die beiden wichtigsten Kritikpunkte des Gerichts bereits abgearbeitet habe. Eine grundsätzliche Reform plane die Regierung nicht.
Bundessozialgericht: Hartz-IV-Satz für Kinder verfassungswidrig | tagesschau.de

Offenbar hat die Bundesregierung die Entscheidung des BSG nicht verstanden!
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178
Es gab keine Entscheidung die zu verstehen wäre, es gibt erst eine Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178
Es ist nichts entschieden worden, die Regierung wird die Entscheidung abwarten und kurz vor den Wahlen eh schon eine Anpassung vornehmen
 

Master of Desaster

Elo-User*in
Mitglied seit
13 Dezember 2008
Beiträge
489
Bewertungen
11
Habe da noch eine Frage. Geht es in dem Urteil um den Fall, der seitens des LSG Hessen ( AZ: L 6 AS 336/07) an das Bundesssoziagericht verwiesen wurde, oder ist das ein anderes Verfahren?
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
7.459
Bewertungen
7.935
Habe da noch eine Frage. Geht es in dem Urteil um den Fall, der seitens des LSG Hessen ( AZ: L 6 AS 336/07) an das Bundesssoziagericht verwiesen wurde, oder ist das ein anderes Verfahren?
Nö, das ist 'ne andere Geschichte. Heute wurden vor dem BSG zwei Fälle verhandelt. Einer aus Bayern und einer aus NRW...


:icon_wink:

 

vagabund

Redaktion
Redaktion
Mitglied seit
22 Juni 2005
Beiträge
4.424
Bewertungen
694
Es gab keine Entscheidung die zu verstehen wäre, es gibt erst eine Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht
Da widerspreche ich Dir. Die Bundesregierung meint, mit der Einführung einer weiteren abgestuften Altersgruppe Kind, ist alles wieder in Butter.

Aber den Kern der Entscheidung von heute ist, dass der tatsächliche Bedarf für Kinder nie ermittelt worden ist und die Festlegung von bisher 60% und 80% vom ERS rein willkürlich ist und mit geplant (60, 70 80) bleiben wird. Und genau das ist verfassungswidrig.
 
E

ExitUser

Gast
Habe da noch eine Frage. Geht es in dem Urteil um den Fall, der seitens des LSG Hessen ( AZ: L 6 AS 336/07) an das Bundesssoziagericht verwiesen wurde, oder ist das ein anderes Verfahren?
Kollege, Du mußt erst mal ein wenig Durchblick durch den Gerichtsdschungel bekommen:

es gibt (bezogen aufs Soziale):

1.
Sozialgerichte, Landessozialgerichte und dann als oberstes Sozialgericht das Bundessozialgericht.

2.
das Bundesverfassungsgericht

So, was heisst das nun?

Das Hessische Landessozialgericht hat in dem Rechtsteit L 6 AS 336/07 das Verfahren einerseits ruhend gestellt, und andererseits gemäß Artikel 100 Grundgesetz die Kinder- und Erwachsenen-Regelsätze (bzw. §§ 20 und 28 SGB II) wegen Verfassungswidrigkeit dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt.

Link zum Beschluß des Landessozialgerichts im Verfahren L 6 AS 336/07 (PDF-Datei für Adobe Acrobat Reader), da kannste das alles selbst nachlesen - sind nur 75 Seiten Juristendeutsch :biggrin::

https://web2.justiz.hessen.de/migra...032F73E/$file/2008-10-29-L-6-AS-0336-07...pdf

N.
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
Mitglied seit
2 Juli 2008
Beiträge
12.837
Bewertungen
6.318
Heute erklärte die Merkel-Steinmeier-Regierung aus SPD, CDU und CSU, dass sie gar nicht daran denke das ergangene Urteil des Bundessozialgerichts zu respektieren. Dieses hatte heute die vom Gesetzgeber Bundestag beschlossenen Hartz-IV-Sätze für Kinder unter 14 Jahre als verfassungswidrig eingestuft .
Trotzdem, so der Sprecher des Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter Olaf Scholz (SPD), sehe die Bundesregierung keinerlei Handlungsbedarf.

Angesichts einiger nicht näher benannten Massnahmen im sogenannten "Konjunkturpaket" - was in erster Linie die wirtschaftlich starken Steuerzahler entlastet - sei man "ganz guter Dinge", so der Scholz-Sprecher.
Wenn das man so bleibt...


Hartz IV-Sätze: asozialer Bundestag und Regierung wollen Verfassung einfach weiter brechen - Radio Utopie


Gruss


Paolo
 
E

ExitUser

Gast
KINDERARMUT - Hartz-IV-Urteil bringt Regierung in Zugzwang

Hartz-IV-Urteil bringt Regierung in Zugzwang

Es ist ein Urteil, das den Sozialstaat nachhaltig verändern könnte. Nach Ansicht des Bundessozialgerichts (BSG) werden die Hartz-IV-Sätze für Kinder bis 14 Jahre derzeit verfassungswidrig berechnet. Insgesamt 1,6 Millionen Minderjährige betrifft dieses Urteil, über das nun das Bundesverfassungsgericht endgültig entscheiden muss.
Experten zufolge müssten die Bedürfnisse von Kindern aber zumindest in folgenden Punkten deutlich anders gewichtet werden:

  • Ausgaben für Bildung werden nach aktueller Regelung dem Bereich "Freizeit, Unterhaltung, Kultur" beigemengt, in dem Hartz-IV-Empfängern nur 55 Prozent der Durchschnittsausgaben angerechnet werden.
  • In der Folge ist laut Wulf Rauer, Hamburg-Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbunds, auch eine Teilhabe an der Gesellschaft nicht mehr gewährleistet, weil Kinder höhere Bildungsausgaben haben. Durch die Vermengung von Kultur und Bildung würden Kinder regelrecht ausgegrenzt - sie hätten so kaum Chancen, sich von ihrem Sozialstand zu emanzipieren.
  • Die Kategorie Bekleidung ist nach Angaben von Rauer für Kinder viel zu niedrig angesetzt. "Kinder und Jugendliche wachsen noch", sagt er. "Sie brauchen zum Teil mehrmals jährlich neue Kleidung, während ein Erwachsener seinen Wintermantel zur Not mehrere Jahre tragen kann."
  • Gesunde Ernährung ist nach Berechnungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) nicht möglich. Der tägliche Lebensmittelbedarf eines 11-Jährigen liegt demnach mindestens bei 5,71 Euro - nach aktueller Bemessung bekommt ein Hartz-IV-Kind aber nur einen Tagessatz von 2,60 Euro.


Das Urteil, das inzwischen ebenfalls in Karlsruhe zur Klärung liegt, basiert auf vier umfangreichen Gutachten. Die aktuellen Beträge sind demnach weder mit der Menschenwürde noch mit dem Sozialstaatsgebot vereinbar.
Kinderarmut: Hartz-IV-Urteil bringt Regierung in Zugzwang - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft


Sehr guter und ausführlicher Artikel mit einer Tabelle wie sich die Hartz-IV-Regelsätze derzeit zusammensetzen!



.
 
E

ExitUser

Gast
Was Kinder brauchen

Es kommt nicht oft vor, dass das Bundessozialgericht eine Vorschrift für verfassungswidrig hält.
Doch jetzt war das ausnahmsweise der Fall: Deutschlands oberste Sozialrichter sind überzeugt, dass das Sozialgeld für Kinder von Hartz-IV-Empfängern verfassungswidrig ist. Die Richter sagen nicht, dass 207 (heute 211) Euro monatlich auf jeden Fall zu wenig sind. Sie sagen nur: Wir wissen nicht, wie viel ein Kind benötigt, denn der Gesetzgeber hat versäumt, den Bedarf zu ermitteln.
Noch ist zwar offen, ob das Bundesverfassungsgericht die Entscheidung bestätigt, eines steht aber fest: Es ist erschreckend, wie einfach es sich die Politiker damals gemacht haben.
- Was Kinder brauchen - Nachrichten - sueddeutsche.de
 


Dora

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 Februar 2007
Beiträge
873
Bewertungen
9
Das es zwei Threads zum Thema gibt, noch mal hier:

Also ich fand es war ein guter Tag für die rechtliche Gegenwehr Erwerbsloser und ihrer Kinder. Etliche Kameraleute und viel Presse waren ebenfalls da, die mediale Aufmerksamkeit war enorm. Auch wenn die Unterbrechung der Verhandlung und die Überweisung an das BVerfG zur Entscheidung für die anwaltliche Vertretung nur die "halbe Miete" sein mag: Es war gut so, denn es blieb den Herren Richtern kein anderer
Weg, nachdem der Beschluss des LSG Hessen (Az. L 6 AS 336/07) noch gerade rechtzeitig vor dem heutigen Termin ins Netz gestellt worden war.

Etwas bissig, so schien mir, merkte denn auch der Vorsitzende an, dass der Beschluss des LSG Hessen noch "zufällig" zum heutigen Termin veröffentlicht und auch vom Gericht zur Kenntnis genommen worden sei. Sein Blick ging dabei ebenso "zufällig" in Richtung des Verursachers eben dieses Beschlusses. Der hatte der Veröffentlichung im Internet zugestimmt, war auch sonst recht fleißig gewesen und im Gerichtssaal anwesend. Er war von einigen Betroffenen im Saal gleich namentlich begrüßt worden.
Auf seinem Weg durch die engen Stuhlreihen zu einem leeren Stuhl strebend ging er dann unfreiwillig zu Boden. Mit scherzhaften Lachen wurde von einem der Anwesenden sogleich seine "tiefe Ehrerbietung" für das hohe Gericht konstatiert. Das trug gleich zu Beginn der Verhandlung zu einer heiteren und entspannten Atmosphäre bei den Besuchern bei. :icon_smile:

Die nach der Verkündung des Beschlusses verteilte Presseerklärung des BSG verrät, wie ungern das der Senat des BSG der Bundesregierung mit seinem Beschluss von heute einen Rüffel verpasste. Heisst es doch in der Medieninfo 03/09 des BSG:
"Der Senat geht weiterhin davon aus, dass der Gesetzgeber den ihm von der Verfassungs wegen zustehenden Gestaltungsspielraum nicht überschritten hat, als er die Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts für alleinstehende Erwachsene (nach § 20 Abs. 2 SGB II) mit 345 Euro festgesetzt hat."

Diese Meinung darf der Senat ruhig haben....:icon_pause:
.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten. Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln, auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten