BSG: Falsche Bewerbung ist Arbeitsablehnung gleichzustellen

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

RobertKS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Juni 2005
Beiträge
378
Bewertungen
1
Hallo zusammen,

dieses Urteil dürfte vorallem Bewerber interssieren:

BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 5.9.2006, B 7a AL 14/05 R

Arbeitslosenhilfe - Sperrzeit - Ablehnung eines Arbeitsangebots - Inhalt und Form des Bewerbungsschreibens - Nichtbewerbung - Beginn der Sperrzeit - subjektiver Fahrlässigkeitsmaßstab

Leitsätze

Ein Bewerbungsschreiben ist einer Nichtbewerbung gleichzusetzen und kann damit sperrzeitauslösend sein, wenn es für den Bewerber erkennbar geeignet ist, dass ihn ein verständiger Arbeitgeber schon wegen des Inhalts oder der Form des Bewerbungsschreibens aus dem Bewerbungsverfahren ausscheidet.

Tatbestand

1. Die Beteiligten streiten nur noch um die Rechtmäßigkeit des Eintritts einer Sperrzeit vom 21. bis 30. April 1999 und die damit verbundene Aufhebung der Arbeitslosenhilfe (Alhi) für die Zeit vom 21. bis 30. April 1999 sowie die Forderung nach Erstattung von 678,20 DM überzahlter Alhi.

2. Der 1952 geborene Kläger (Dipl.-Ing FH) war zuletzt vom 1. Oktober 1977 bis 31. Mai 1994 als Software-Berater und Produkt-Disponent beschäftigt. Nach Bezug von Arbeitslosengeld (Alg) und einer von der Beklagten geförderten kaufmännischen Fortbildung für Techniker sowie einer Maßnahme für erfahrene Arbeitnehmer, insbesondere aus dem technischen Bereich, bezog der Kläger auf Grund des Bewilligungsbescheides vom 14. April 1999 ab 15. März 1999 Alhi in Höhe von 474,74 DM (= 242,73 Euro) wöchentlich. Der Bewilligungszeitraum endete am 10. Oktober 1999.

3. Am 7. April 1999 unterbreitete das Arbeitsamt (ArbA, jetzt: Agentur für Arbeit) dem Kläger persönlich einen schriftlichen Vermittlungsvorschlag mit Rechtsfolgenbelehrung für eine Tätigkeit als Disponent bei der W. GmbH und forderte ihn auf, sich dort umgehend schriftlich zu bewerben. Hinsichtlich der Anforderungen wurde angegeben: Arbeitsvorbereitung, Materialwirtschaft, kaufmännische Tätigkeit. Das Unternehmen teilte der Beklagten durch den damaligen Leiter der Arbeitsvorbereitung und Disposition, Herrn S., mit Schreiben vom 20. April 1999, das beim ArbA am 21. April 1999 eingegangen ist, mit, der Kläger habe sich schriftlich beworben, man halte ihn jedoch nicht für geeignet, da er kein Interesse habe: ... weiterlesen hier: https://www.sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=61112

Gruß Robert ;)
 

hartzhasser

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2006
Beiträge
649
Bewertungen
28
die finden doch immer wieder fadenscheinige gründe den Erwerbslosen das Geld zu kürzen. da kriege ich mal wieder voll das :kotz: am frühen morgen.


lg hartzhasser
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178
Bewerbungen die wirklich so abgefasst sind das man erkennt das der Bewerber keine Lust hat sind unsinnig und rauben dem Arbeitgeber die Zeit, ist doch klar das das Konsequenzen hat
 

heiko98527

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juni 2006
Beiträge
59
Bewertungen
3
Die Frage ist hier mal wieder, wo ist die grenze zwischen einer Bewerbung die einfach aus Kostengründen spartanisch gestaltet ist und einer wirklich absichtlich für den Arbeitgeber unannehmbaren Bewerbung. Ich suche Arbeit im Webdesign Bereich und meine Bewerbung ist daher auch hochwertig und aufwendig gestaltet. Das kostet nicht unerhebliches Geld. Aus diesem Grund habe ich auch eine "light" Version, die ich losschicke wenn die Kohle mal ganz dünn gesäht ist. Was macht man aber wenn dann der Arbeitgeber sich bei der ARGE meldet und dort angibt das da vom Herrn sowieso ne untragbare Bewerbung gekommen ist?? Dann ist man in den A.... gekniffen, denn den Gegenbeweis zu erbringen, dürfte recht schwer sein
 

hartzhasser

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2006
Beiträge
649
Bewertungen
28
mich regen diese ganzen Bewerbungs zeremonien auf, da wird dermassen pingelig auf die kleinsten Fehler einer Bewerbung geachtet - Eselsohren-schreibfehler grammatik- satzzeichen-gliederung des textes u.s.w sollen die sich doch ihre Arbeitnehmer klonen :lol: genau wie die Vorstellungsgespräche; da wird ja auch auf jedem Pfurz geachtet Kleidung wortwahl Gestik wie man dem Ag die Hand gibt u.s.w man muss sich dermassen verstellen das man denkt; das bin doch nicht ich der da steht? heutzutage muss man ein guter Schauspieler sein um dem Arbeitgebern gerecht zu werden, habe mir gestern eine sendung über eine junge Frau angesehen die sich von einer Bewerbungsnanni hat beraten lassen, mein gott war das peinlich das fing bei der wahl der Kleidung an und hörte auf wie man dem Arbeitgeber die Hand reicht einfach nur ätzend so ein krumbuckeln vor dem Gutsherrn. ein wunder das die AG noch nicht hergehen und den deliquenten ins maul schauen wie bei einem Pferd

lg hartzhasser
 

Anjouli

Neu hier...
Mitglied seit
20 Februar 2006
Beiträge
11
Bewertungen
0
hartzhasser meinte:
ein wunder das die AG noch nicht hergehen und den deliquenten ins maul schauen wie bei einem Pferd

lg hartzhasser

Keine Angst - das kommt schon noch! ... Spätestens wenn deine gesamte Krankengeschichte auf einer Chip-Karte gespeichert ist, wird sich ein Arbeitgeber auch darüber ein Bild machen bevor er dich einstellt.
 

silkem

Elo-User*in
Mitglied seit
30 Dezember 2005
Beiträge
282
Bewertungen
4
hartzhasser meinte:
mich regen diese ganzen Bewerbungs zeremonien auf, da wird dermassen pingelig auf die kleinsten Fehler einer Bewerbung geachtet - Eselsohren-schreibfehler grammatik- satzzeichen-gliederung des textes u.s.w sollen die sich doch ihre Arbeitnehmer klonen :lol: genau wie die Vorstellungsgespräche; da wird ja auch auf jedem Pfurz geachtet Kleidung wortwahl Gestik wie man dem Ag die Hand gibt u.s.w man muss sich dermassen verstellen das man denkt; das bin doch nicht ich der da steht? heutzutage muss man ein guter Schauspieler sein um dem Arbeitgebern gerecht zu werden, habe mir gestern eine sendung über eine junge Frau angesehen die sich von einer Bewerbungsnanni hat beraten lassen, mein gott war das peinlich das fing bei der wahl der Kleidung an und hörte auf wie man dem Arbeitgeber die Hand reicht einfach nur ätzend so ein krumbuckeln vor dem Gutsherrn. ein wunder das die AG noch nicht hergehen und den deliquenten ins maul schauen wie bei einem Pferd

lg hartzhasser

Ich habe die Sendung auch gesehen und muss sagen, dass das Umstyling und ein kleines Training in Sachen Benimm durchaus angebracht war, denn dieses Umstyling hat nicht ihren Typ verändert, sondern lediglich optimiert. Es gilt immernoch der Spruch "Kleider machen Leute". Schließlich hat diese "Bewerbungsnanni" wie du sie nennst - ich würde sie eher als Personalberaterin bezeichnen - im Vorfeld auch die Vorstellungsgespräche organisiert! Und ich habe nichts davon gemerkt, dass sich dieses Mädchen verstellt hätte!
 

Rupi

Elo-User*in
Mitglied seit
12 November 2006
Beiträge
59
Bewertungen
0
Hallo,

meinen "Minijob" habe ich auch durch eine schriftl. Bewerbung und natürl. einem persönl. Gespräch bekommen.
Da der Arbeitsort in der Nähe meines Wohnortes lag u. ich eh dort was zu erledigen hatte, dachte ich, schmeißte die Bewerbg. direkt in den Briefkasten des AG- sparste 1,45€. Gesagt, aber nicht getan, denn das Büro war offen.Ich rein, mein Anliegen,das Abgeben meiner Bewerbung auf Grund von Stellenausschreibung usw. vorgetragen und nischt wie wieder raus. Mein Chef erzählt noch heute, ich hätte ihm die Bewerbung auf den Tisch geknallt. Ich hab den Job bekommen. Über die Bewerbung ansich hat er nie was gesagt. Eigentlich war es ihm egal.Er hat gelesen was er lesen wollte,sprich dass ich den Job schon mal gemacht habe, auch wenn es schon 11 Jahre her war. Okay ich hab noch ein paar Tage vorher Probe gearbeitet. Was ich damit sagen möchte, dass es eigentlich immer am jeweiligen AG liegt und es ein Patentrezept für Bewerbungen einfach nicht gibt!
Sicher sollte eine schriftl. Bewerbung ordentlich aussehen. Einige Tipps an die man sich halten sollte gibt es schon.
Hab mal vor Hartz 4 ein Stellenangebot von der AA bekommen. Da haben die ne Hilfe für ein Labor gesucht. Ausführl. Stellenbeschreibung gabs nicht. Was soll ich da schreiben???? Das ich jahrelang Bier und Schnaps verkauft habe.Das hätte meine Chancen wahrsch. erheblich erhöht. Warum habe ich das nicht getan?? :cry: Da hab ich mich auch sehr allgemein gehalten.Mehr über Fleiss und Pünktlichkeit geschrieben.

Das man als Maurer nicht im Sonntaganzug zum Bewerbg.gespräch geht weiss doch bestimmt jeder.
VG
 
N

Nustel

Gast
Es wird viel zu viel Wirbel um diese Bewerbungen gemacht. Letzlich kommt es auf den Inhalt der Zeugnisse an, wie lange man seinen Job gemacht hat und ob man Berfuserfahrung (oder entsprechende Ausbildung) nachweisen kann. Ob die ganze Bewerbung nun in ARIAL geschrieben oder in schicken weissen Mappen versendet wird, interessiert ein mittelständisches Unternehmen wohl kaum. Auf den Inhalt kommt es an. Mir ist bekannt, dass gewisse Unternehmen sich an diese auferlegten Spielregeln halten. Nur--wer stellt diese auf---die BA?
Und das nun eine Bewerbungsnanni im TV ihr Unwesen treibt zeigt doch nur wie trivial dieses ganze System langsam wird. Wo nicht über Ursachen der Arbeitslosigkeit berichtet wird, sondern übern deren Wirkung.
 

KiSSFan

Elo-User*in
Mitglied seit
28 Oktober 2006
Beiträge
30
Bewertungen
1
:?: Mir stellt sich jetzt ernsthaft mal die Frage ...ob die ARGE ..berechtigt ist Daten bei Firmen einzuholen bei denen ich mich Beworben habe ???
 

hartzhasser

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2006
Beiträge
649
Bewertungen
28
die Argen dürfen vieles nicht aber wie man sieht übergehen die gnadenlos die Grundgesetze und haben volle narrenfreiheit.

lg hartzhasser
 
W

wusel

Gast
und da ist dasproblem
wenn der ag vom bewerber dessen nase nicht passt und ein schlechtentag hat
trotz guter bewerbung und dem amt mitteilt er hätte kein intresse gezeigt
dann hat man schlechte karten

dem ag wird mehrgelaubt als dem arbeitslosen und das ist echt zum kotzen
 
E

ExitUser

Gast
Kassel (rpo). Die Richter haben entschieden: Ein Arbeitsloser darf sich bei einer Bewerbung unvorteilhaft und für die angebotene Stelle ungeeignet darstellen. Das Arbeitslosengeld dürfe man ihm deshalb nicht sperren.
Er sei nicht verpflichtet, in einem Bewerbungsschreiben mit dem Herausstellen positiver Gesichtspunkte für sich zu werben, entschied das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Der Arbeitslose könne sich auf eine wahrheitsgemäße Darstellung seiner bisherigen Berufstätigkeit beschränken, heißt es in dem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil. (AZ.: B 7 AL 106/02 R)

Das BSG hob damit eine Entscheidung des Landessozialgerichts Hamburg auf, das einer Sperrzeit wegen der abschreckenden Wirkung des Bewerbungsschreibens zugestimmt hatte. Das Verhalten stehe dem eines Arbeitslosen gleich, der sich überhaupt nicht bewerbe, lautete die Argumentation. Diese Ansicht teilten die Bundesrichter nicht. "
 
E

ExitUser

Gast
Luna meinte:
Na, das ist doch mal was. :mrgreen:

Gibt es dafür auch eine Quelle?

Gruß, Luna

Hallo luna,
einfach bei Google das Aktenzeichen eingeben (B 7 AL 106/02 R) und Du bekommst jede Menge Infos bzw. das original Urteil.
 
E

ExitUser

Gast
Hab´s grad erst gelesen. Dankesehrrrr :)

Gruß, Luna

P.S. Schöne Signatur, "ich nu wieder".
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten