Brief zur Prüfung der Erwerbsminderung, muss ich den Anfragen folge leisten?

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Ein bisschen zu mir.. Ich hatte vor ein paar Jahren sowas wie einen Nervenzusammenbruch, war eine Weile Arbeitslos (ohne Arbeitslos gemeldet zu sein -wohlbemerkt- Krankenversicherung wurde aus eigener Tasche bezahlt) und habe vor einem Jahr Therapie und Behandlung bei einem Psychiater begonnen und habe mich auch offiziell in's Arbeitslosensystem "einpflegen" lassen, Hartz IV eben. Zuerst war ich da sehr blauäugig und habe alles mitgemacht, es wurde jedoch recht schnell klar das beim Amt nicht zu meinem Interesse gehandelt wird. Ich wurde auch ganz gleich zu Anfang (da ich meine psychischen Probleme beim Jobcenter erklärte, ein Fehler und naiv, das weiß ich jetzt) zu einem Amtsarzt geschickt der meiner Therapeutin so ziemlich in allen Punkten zustimmte was bedeutete das ich zwar arbeitsfähig war, aber nur unter einer ganzen Liste von erheblichen Beschränkungen. (das Gutachten habe ich hier) Dies gefiel dem Arbeitsamt nicht sonderlich, wegen genannter Beschränkungen und man tat ab da gerne, als ob es das Gutachten nie gab. Dann habe ich mich mit Therapeutin und Psychater drauf geeinigt mich nicht mehr schickanieren zu lassen und wurde vom Psychiater seit Juni letzten Jahres Krank geschrieben. (Verlängert wird +/- alle drei Wochen) Währendessen lief die Medikamenteneinstellung und Therapie so weiter, das es mir eben besser geht. Ich habe auch viele Tipps aus diesem Forum wahrgenommen und Rufnummer etc. löschen lassen. Ich konzentrierte mich auf mich selbst. Hin und wieder kam eine Einladung vom Arbeitsamt (und interessanterweise auch immer wieder mal die Bitte, eine Telefonnummer zu hinterlassen) die ich kommentarlos mit AU quitierte. Ich habe gelernt das es das beste ist, wirklich nur dem minimalsten folge zu leisten und das oft Sachen abgefragt werden, die man gar nicht abfragen darf.

Heute bekam ich folgendes Schreiben:
"
(Belehrung, wem Leistungen nach SGB II denn eigentlich zustehen)

...

Ihre Arbeitsunfähigkeit besteht nun einige Zeit. Daher beabsichtige ich, den Ärztlichen Dienst der Agentur für Arbeit erneut zu beauftragen, Ihre Verfügbarkeit für die Vermittlung und Ihre Erwerbsfähigkeit zu prüfen.

Bitte senden sie den beigefügten Gesundheitsfragebogen incl. der Schweigepflichtsentbindungen für ihre behandelnden Ärzte ausgefüllt und unterschrieben bis spätestens 25.02.19 zurück. Hilfreich wäre in diesem Zusammenhang auch, wenn Sie Ihnen vorliegende, aktuelle, ärztliche Unterlagen beim Jobecenter einreichen würden. Mit der Rücksendung erklären Sie sich zur Einschaltung des Ärztlichen Dienstes der Agentur für Arbeit bereit. Einer Einladung zur Untersuchung beim Ärztlichen Dienst der Agentur für Arbeit oder Nachforderungen von Unterlagen durch den Ärztlichen Dienst bitte ich Folge zu leisten.

Hinweis:

Gemäß 60ff Sozialgesetzbuch I sind Sie zur Mitwirkung verpflichtet. Dazu gehören die Vorlage von Unterlagen, die Verpflichtung zur persönlichen Vorsprache un die Verpflichtung, sich ärztlichen Untersuchungen zu unterziehen. Sollten Sie diesen Mitwirkungspflicthten nicht nachkommen, kann die Leistung ganz oder teilweise versagt werden."
"

--

Nun habe ich garantiert nicht vor, dem Jobcenter irgendwelche Ärztlichen Unterlagen einfach so zu überlassen, denn ich bin mir sicher das die dem Sachbearbeiter rein gar nichts angehen. Diesen Gesundheitsfragebogen hatte ich schon mal bei der Amtsärztlichen Untersuchung, zusammen mit den Schweigepflichtsentbindungen.

Meine Frage ist nun, wie kooperativ ich sein soll. Mir ist klar, das ich eine Einladung zum Ärztlichen Dienst nicht ausweichen kann. Ist auch nicht schlimm, ich werde dort genau so ehrlich wie beim letzten Mal sein, denn meine Probleme sind eben was sie sind. Sollte ich die Rücksendung des Gesundheitsfragebogens jedoch durchführen oder die Einladung einfach auf mich zukommen lassen? Da schon das Wörtchen "bitte" genutzt wird, (was man sonst selten liest) habe ich den Eindruck das man mich nicht wirklich zwingen kann. Was wäre hier zu meinem Vorteil?

Danke vielmals für eure Hilfe. Die Existenz dieses Forums ist sehr wertvoll für mich und ich bin mir sicher auch für viele andere.
 

HermineL

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Einfach kurz und knapp darauf antworten das man dir bitte die Anschrift des ärztlichen Dienst mitteilt da
du medizinische Unterlagen sowie Erklärungen nur dem ärztlichen Dienst direkt übergibst.
Sollte eine Zusendung an den ÄD nicht direkt möglich sein werde ich diese Unterlagen selbstverständlich
gerne bei dem Termin beim ÄD persönlich vorlegen.

Nichts direkt an das JC weil die das nichts angeht.
 

Larsson

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Ich würde denen schreiben, dass du deine ärztl. Unterlagen oder evtl. Schweigepflichtsentbindungen nur direkt gegenüber äD abgibst und nicht beim Jobcenter, ebenso den Gesundheitsfragenbogen. Sie möchten also bitte den äD einschalten.
 
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Also fällt es scheinbar wieder unter das Kapitel "Datensammelwut", dachte ich mir fast schon. (Ein "Bitte" seitens meines Jobcenters macht einen schon sehr stutzig) Jedes mal wenn ich einen Jobcenter-Brief im Briefkasten sehe, wird's mir schon unbehaglich. Ich werde es das Jobcenter so wissen lassen. Ich denke das nächste wovon ich hören werde wird die Einladung vom äD sein, aber damit kann ich leben. Wird meinen Facharzt sicherlich auch freuen, das man ihn seitens Jobcenter nicht für wirklich glaubwürdig hält.
 

Couchhartzer

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Wird meinen Facharzt sicherlich auch freuen, das man ihn seitens Jobcenter nicht für wirklich glaubwürdig hält.
Das hat damit rein gar nichts zu tun, sondern das JC ist gesetzlich verpflichtet das Ausmaß der Erwerbsfähigkeit per Begutachtung feststellen zu lassen, wenn Zweifel an der Erwerbsfähigkeit (z.B. durch längere Krankschreibungen) aufkommen.
Die handeln hier also nach der gesetzliche Vorschrift und nicht aufgrund Zweifel an der Glaubwürdigkeit eines Arztes und die Feststellungen eines Arztes / Facharztes sind als hinreichende Begründung für Feststellungen zur Erwerbsfähigkeit nunmal nicht zulässig, wenn dieser Facharzt nicht als Gutachterarzt beauftragt ist.
 
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Das hat damit rein gar nichts zu tun, sondern das JC ist gesetzlich verpflichtet das Ausmaß der Erwerbsfähigkeit per Begutachtung feststellen zu lassen

Verstehe, ist ja dann auch in Ordnung so. Ich habe nur leider im letzten Jahr eine gewisse Sensibilität dem JC gegenüber entwickelt, ich machte leider ein paar unschöne Erfahrungen zu viel. Ich werde auf jeden Fall den Fragebogen nicht so zurückschicken. Die Fragen da doch schon viel recht persönliches was die nicht wissen müssen. (der äD meinetwegen, wer auch immer im JC die Briefe öffnet, nicht unbedingt)

Ich denke nicht das der Arzt irgendwas neues rausfinden wird was nicht schon im letztem Gutachten drin steht, das Gespräch damals ging sage und schreibe 15 Minuten. Ich befürchte höchstens, das man mich in eine Erwerbsminderungsrente stecken will. Aber na gut, das ist dann was ganz anderes.
 

Nena

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Es geht nicht darum, NEUES rauszufinden oder Dich zu untersuchen. Sondern ob die Arbeitsunfähigkeit möglicherweise eine Erwerbsunfähigkeit ist.
Ja, ALG2 steht Erwerbsfähigen zu. Alle anderen werden "abgeschoben".
 
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