Brauche ich die Zustimmung des JC zur Anmietung eines kleinen ruhigen Arbeitsraumes?

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Constanze

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Jetzt kommt ein für mich existentielles Thema:

Bisher habe ich kein Arbeitszimmer, ich arbeitete vom häuslichen Wohnzimmer aus.

Das ist aus zweierlei Gründen jetzt nicht mehr möglich: Der erste: Das Wohnzimmer ist extrem lärmbelastet (nach einer Kreuzung raus), ich bin krank geworden, richtig krank, seit vielen Wochen schon. Ich habe immer gemerkt, wie sehr mich das belastet. Aber jetzt weiß ich auch warum: ich habe eine Hörschädigung in den mittleren Frequenzen, die bewirkt, dass ich Lärmbelastung viel weniger aushalten kann als andere. Mir fehlt jetzt ein Arbeitsplatz; außer dem Schlafzimmer, das winzig ist, gibt es keinen weiteren Raum, den ich nutzen könnte.

Und zweitens: Meine Tätigkeit hatte einen Umfang angenommen, der vom Wohnzimmer aus nicht mehr zu machen ist, es besteht ein Platzproblem.

Naja und drittens hat zu meiner Krankheit auch beigetragen, dass ich nie abschalten konnten, wenn das ganze Wohnzimmer voll von Arbeit lag.

Vor meiner Krankheit waren wir fast raus aus H4 - das JC konnte ja fast alles anrechnen.

Ohne ruhigen Arbeitsraum gehts nicht weiter - aber unser JC ist sowas von der Horror, dieses Personal dort...ich verliere hier keine Worte

Zustimmen vorher werden die nicht. Meine Frage: Brauche ich deren Zustimmung zur Anmietung eines kleinen ruhigen Arbeitsraumes? Falls sie ablehnen und ich dann gegen die Bescheide mit Nichtanerkennung der Mietzahlungen (Höhe weiß ich noch nichtt) vorgehe - seht Ihr im Klageweg eine Chance?

Wie kann ich denn hier überhaupt vorgehen?
 
E

ExitUser

Gast
AW: Arbeitszimmer

Stell doch die Frage andersrum:

Ist hier nicht aus gesundheitlichen Gründen (Attest, Gutachten) eine andere Wohnung dringend angezeigt, wenn Du Dich im Wohnzimmer kaum noch aufhalten kannst?
 

Constanze

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@P123 AW: Arbeitszimmer

Ja, genau das ist notwendig, das brauchte ich für meine Gesundheit. Nur an dieser Stelle bin ich ratlos.

Es scheitert an den viel zu niedrigen "angemessenen Kosten" der Unterkunft. Sie waren schon 2013 zu niedrig, als sie neu festgelegt wurden aufgrund des Konzeptes von Analyse und Konzept. Und jetzt nach 2 Jahren sind sie mehr als viel zu niedrig. Nur mal zur Veranschaulichung: Bis vor zwei Jahren waren sie hier noch bei 4 Euro brutto kalt, d.h. 3,... für netto kalt. Ich hatte immer den Wunsch, in eine ruhige Wohnung zu ziehen auch ohne dass ich zu der Zeit wusste, dass ich eine Hörschädigung auf beiden Ohren habe. Aber es ging nicht wegen dieser zu niedrigen KDU-Grenzen.

Ein Attest eines Arztes hilft nicht (trotzdem werde ich es schon für die Streiterei wegen eines Arbeitszimmers brauchen), wenn ein Umzug nie genehmigt wird, weil die jeweilige Wohnung nach Gusto des JC nicht angemessen ist. Also eine Genehmigung zu erreichen ist praktisch ausgeschlossen. Sogar eine von der Größe angemessene Wohnung "in der Platte" und von der Kommunalen Wohnungsgesellschaft vermietet (!), liegt über den Grenzen. Mal abgesehen, dass Platte wegen meines Hörschadens nicht geht, ich kann nicht in so ein vielbewohntes Haus ziehen.

Habt Ihr Tipps? Wie würdet Ihr vorgehen?
 

HartzVerdient

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AW: @P123 AW: Arbeitszimmer

Ich bin über den Kontext dieses Anliegens sichtlich irritiert.

Du benötigst ein Arbeitszimmer, um deiner Arbeit nachzugehen, weil es zu Hause nicht mehr möglich ist. Der Arbeitsumfang übersteigt bereits die Anforderungen dessen, was dein Wohnzimmer hergibt.

Plötzlich befinden wir uns in einem Krankheitsfall und die Bude ist unangemessen.

Hier werden zwei Sachverhalte durcheinander gebracht.

  1. Krankheit und Bude ist eine Sache
  2. Arbeitszimmer eine andere Sache.

Offensichtlich verlinke ich auch nur zum Spaß, da in dem Dokument (inkl. Seitenangabe) genau beschrieben ist, wie mit einem Arbeitszimmer verfahren wird. Weiter unten 1-2 Seiten später steht, wie man mit einem Büro umgeht. Der Text will auch gelesen werden.

Sei froh, dass dein bisheriges "Arbeitszimmer" vom Jobcenter offensichtlich mit zugekniffenen Auge durchgewunken wurde. Normalerweise würde das Jobcenter genau dieses "Arbeitszimmer" eiskalt von deiner KdU abziehen und nicht mehr bezahlen. Das würde dich dazu nötigen, das Arbeitszimmer von deinem Umsatz als Ausgabe abzuziehen.

Ich würde es vielleicht mit einem Arbeitszimmer ausserhalb eurer heimischen Wohnung, in einem Bürokomplex oder in einer Bürogemeinschaft probieren. Ich gebe zu, dass die Preise durchaus gesalzen sein können (stehe vor einem ähnlichen Problem). Ein externes Büro hätte den Vorteil, dass man seine Tätigkeit auch psychologisch als "Arbeit" wahrnimmt.

Ein Arbeitszimmer will gereinigt, geheizt, möbliert, technologisch ausgestattet usw. werden. Alles Kosten, die vom Umsatz abgezogen werden. Das PDF Dokument oben ist eine wahre Goldgrube und verschaft einen Wissensvorsprung (zumindest Wissenstand auf Augenhöhe) gegenüber der Leistungsabteilung des Jobcenters.

Die Anmietung eines Arbeitszimmers oder Büros bedarf keiner Gehemigung des Jobcenters, da es sich hierbei um eine betriebliche Notwendigkeit handelt. Ohne Raum, keine Arbeit. Das wird auch nicht vom Jobcenter gezahlt, sondern muss von deinem Umsatz am Monatsende abgezogen werden (Fix und Variable Kosten).
 

Constanze

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Danke für den link; ich habe das Dokument komplett durchgelesen.

Ich bin aber auch irritiert. Letztlich sind es zwei Sachen, die aber unmittelbar zusammen hängen.

Bisher hatte ich doch kein eigenes Arbeitszimmer, ich habe das Wohnzimmer mitgenutzt. Wohnzimmer permanent lärmbelastet - Dauergeräuschpegel. Krankgeworden. Wohnzimmer-Arbeiten geht nicht mehr. Krankheit nicht plötzlich sondern schon lange und über lange Zeit entwickelt. Eine Ursache gefunden: Aufgrund der Hörschädigung können Geräusche schlechter ausgeblendet werden = permanenter Stress. Körper im ständigen Anspannungs- und Lärmverarbeitungszustand.

Ruhigere Wohnung für Gesundheit unabdingbar. Aber schwierig. Also erstnal wenigstens ein ruhiges Arbeitszimmer als schnelle Lösung, damit ich erstmal weiterarbeiten und Geld verdienen kann und mein Geschäft nicht den Bach runter geht.

Unabhängig davon auch Platzproblem inzwischen, da Geschäft gewachsen ist.

Die kostengünstigste Variante und damit die beste wäre, eine neue ruhige Wohnung mit einem kleinen Arbeitszimmerchen. Bei dieser Variante bestimmt niedrigerer Anteil Miete als bei Büromietung, kein extra Stromanschluss und weitere Nebenkosten, kein extra Telefonanschluss....
Deshalb habe ich sinnvollerweise bisher immer vom Wohnzimmer gearbeitet - ideal um Kosten zu sparen. Aber irgendwann kommt man an seine Grenzen. Platzgrenzen und bei mir jetzt aufgrund der Hörschädigung Möglichkeitsgrenzen.
 

Curt The Cat

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AW: Arbeitszimmer

Moinsen Constanze,

auch Dir möchte ich für die Zukunft die Forenregel #11 ...
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Arbeitszimmer, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... in Erinnerung bringen!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 85 Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 
E

ExitUser

Gast
AW: @P123 AW: Arbeitszimmer

Du benötigst ein Arbeitszimmer, um deiner Arbeit nachzugehen, weil es zu Hause nicht mehr möglich ist. Der Arbeitsumfang übersteigt bereits die Anforderungen dessen, was dein Wohnzimmer hergibt.

Plötzlich befinden wir uns in einem Krankheitsfall und die Bude ist unangemessen.

Hier werden zwei Sachverhalte durcheinander gebracht.

  1. Krankheit und Bude ist eine Sache
  2. Arbeitszimmer eine andere Sache.

Stimmt zwar, aber im Zuge eines medizinisch notwendigen Umzuges wäre es theoretisch denkbar, daß man eine Bude auftut, in der man auch bzw. wieder arbeiten kann. Der Anspruch auf eine gesundheitlich erträgliche Bude ließe sich zumindest durchsetzen, der auf ein Arbeitszimmer nicht.

Sei froh, dass dein bisheriges "Arbeitszimmer" vom Jobcenter offensichtlich mit zugekniffenen Auge durchgewunken wurde. Normalerweise würde das Jobcenter genau dieses "Arbeitszimmer" eiskalt von deiner KdU abziehen und nicht mehr bezahlen. Das würde dich dazu nötigen, das Arbeitszimmer von deinem Umsatz als Ausgabe abzuziehen.

Dazu müßte es sich aber tatsächlich um ein Arbeitszimmer handeln. Die Tatsache, daß jemand am Küchentisch die Buchhaltung erledigt, berechtigt das JC nicht zur flächenmäßigen Kürzung der Küche aus den KdU.

Ich würde es vielleicht mit einem Arbeitszimmer ausserhalb eurer heimischen Wohnung, in einem Bürokomplex oder in einer Bürogemeinschaft probieren.

Das würde man machen, wenn man das Geld dafür hätte. Im konkreten Fall bleibt der Fredstarterin auf den Weg zu geben, daß einige der Kommunen, die die oben genannte Truppe mit der Ermittlung der zulässigen KdU beauftragten, von den Sozialgerichten die darauf basierenden unschlüssigen Konzepte um die Ohren geschlagen bekamen. Das und die gesundheitliche Unzumutbarkeit der Bude sind die Wege, die sie nach Rom führen sollten. Freilich braucht sie dafür Begleitung des Hausarztes und ggf. eines im Sozialrecht versierten Anwalts. Die Lebensqualität ist das allemal wert.
 
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