Boom prekärer Beschäftigung kommt Steuerzahler teuer zu stehen (1 Betrachter)

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wolliohne

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Sabine Zimmermann

"Die drastische Zunahme der Zahl der Aufstocker ist das Ergebnis staatlich forcierten Lohndumpings. Schwarz-Gelb blockiert einen gesetzlichen Mindestlohn und die Gleichbezahlung von Leiharbeit, fördert aber prekäre Beschäftigung wie zum Beispiel Minijobs. Das kommt die Steuerzahler teuer zu stehen. Denn der Staat stockt Jahr für Jahr die Niedriglöhne von Hunderttausenden Erwerbstätigen mit Milliarden Hartz IV-Geldern auf. Für die Betroffenen ist der Gang zum Amt eine Erniedrigung ohnegleichen", kommentiert Sabine Zimmermann Medienberichte über eine weitere Zunahme der Zahl der Aufstocker. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:


"DIE LINKE will das staatlich organisierte Lohndumping stoppen. Wir fordern einen gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro in der Stunde. Der jüngsten Prognos-Studie zufolge könnte der Staat dadurch jährlich fünf Milliarden Euro an Sozialleistungen einsparen, weil 7,7 Millionen Arbeitnehmer höhere Löhne bekämen und nicht mehr – oder nur noch in geringem Umfang – auf ergänzende Leistungen angewiesen wären. Zählt man noch die infolge der Lohnerhöhungen steigenden Steuer- und Sozialversicherungseinnahme mit, beliefe sich der gesamtfiskalische Effekt sogar auf 12,8 Milliarden Euro.

Dass die steigende Zahl der Aufstocker auf eine Zunahme von Teilzeit- und Minijobbeschäftigung zurückgeht, relativiert das Problem in keiner Weise. Viele Betroffenen würden gerne länger und in regulärer Beschäftigung arbeiten. Doch durch die falsche Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung, die Billigjobs fördert, wird ihnen das verwehrt."

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle

Platz der Republik 1, D-11011 Berlin

pressesprecher@linksfraktion.de, linksfraktion.de

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Argenfeind

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. Der jüngsten Prognos-Studie zufolge könnte der Staat dadurch jährlich fünf Milliarden Euro an Sozialleistungen einsparen, weil 7,7 Millionen Arbeitnehmer höhere Löhne bekämen und nicht mehr – oder nur noch in geringem Umfang – auf ergänzende Leistungen angewiesen wären. Zählt man noch die infolge der Lohnerhöhungen steigenden Steuer- und Sozialversicherungseinnahme mit, beliefe sich der gesamtfiskalische Effekt sogar auf 12,8 Milliarden Euro.
Das wäre der Fall! Aber wir wissen doch alle, dass wir eine Regierung aus Lobby-Marionetten haben, die Arbeitgeber und Unternehmerfreundliche Gesetze bevorzugen.

Dem Steuersäckel zugunsten werden dann lieber Einsparungen und Steuererhöungen vorgenommen :icon_dampf:. Das ist bequemer, als es sich mit den mächtigen Bossen in den Konzernen zu verscherzen, die ja für viele Politiker eine zusätzliche Einnahmequelle sind.
 
E

ExitUser

Gast
ich vordere erstmal
eine statistik die veröffentlich wird

nicht wieviele arbeitslos sind
sondern wieviele menschen sozialleistungen beziehen

sind bestimmt weit über 15mio
aufstocker sowie 100% alg2 bezieher

so sieht der steuerzahler mal wie super die politiker in wirklich sind

dann bundeseinheitlichen mindeslohn und abschaffung der leihundzeitarbeit

begrenzung der 400 minijobs

dann gäbe es wieder genug arbeit für alle wo man auch von leben kann ohne alg2 beziehen zu müssen
 
E

ExitUser

Gast
Apropos prekäre Beschäftigung:

Vor etlichen Tagen hat mein AG seinen Leuten einen Info-Wisch der Bundespolitik zukommen lassen. Darin steht, daß wohl jetzt auch für den privaten Sicherheitdienst ein Mindestlohn gelten soll (vorerst bis 2013, wenn ich mich recht entsinne).

Dieser Mindestlohn beginnt bei 6,53 € u. geht bis 8 € und...
Die 8 € sind dann vermutlich für die Werkschutzfachkräfte.

Wer soll denn von den 6,53 € existieren?

Die Gewerkschaft hatte doch schon vor längerer Zeit für Hessen 7,50 € ausgehandelt als Tarif...... Wat denn nu?
 

Imaginaer

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Das Flickschustern für einzelne Bereiche des Arbeitsmarktes ist wirklich absurd. Aber ist System. Es soll systemmtatisch ein gesetzlicher Mindestlohn vermieden werden, damit die Hungerlohnjobs die noch nicht publik gemacht worden sind weiterlaufen können. Und diese Zahlen müssen immens sein.:icon_dampf:
 
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