BMWI-Gründermagazin Selbständige Hartz IV erschwert (1 Betrachter)

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Martin Behrsing

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BMWI-Gründermagazin Selbständige Hartz IV erschwert


Die Durchführungshinweise der BA zu § 11 SGB II und zur neuen ALG II-VO:

https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/GesetzestextAend-11-SGB-II-Zu-beruecks-Einkommen.pdf

Die neue ALG II – VO:

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/algiiv_2008/gesamt.pdf




BMWI-Gründermagazin_Selbständige_Hartz_IV_erschwert


Neue ALG-II-Verordnung erschwert Hartz IV für Selbständige

Dienstag, 19. Februar 2008

Wenn Unternehmer und ihre Familien in finanzielle Bedrängnis geraten, können sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen. Eine freiwillige Mitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung ist dafür nicht erforderlich. Die Anfang 2008 in Kraft getretene ALG-II-Verordnung errichtet jedoch neue bürokratische Hürden: Während bei der Gewinnermittlung bisher die steuerlichen Vorschriften galten, verlangen die ARGEs neuerdings eine ganz spezielle Arme-Leute-Buchhaltung.

Voraussetzung für den Nachweis der Hilfebedürftigkeit ist, dass Einkünfte aus freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeiten regelmäßig gegenüber der Arbeitsagentur, dem Sozialamt oder der ARGE offengelegt werden. Dabei galten bis Ende 2007 im Großen und Ganzen die steuerlichen Vorschriften. Da die Steuergesetze Unternehmern jedoch beträchtliche Gestaltungsspielräume lassen (Stichwort: Abschreibungen) und grundsätzlich weder eine Prüfung der betrieblichen Notwendigkeit noch der Angemessenheit vorsehen, mussten die Fallmanager in der Vergangenheit vielfach zähneknirschend Bewilligungsbescheide verschicken, obwohl in ihren Augen Zweifel an der Hilfebedürftigkeit bestanden. Hinzu kam, dass Antragsteller durch geschickte Verteilung von Einnahmen und Ausgaben in gewissen Grenzen Einfluss auf ihre zeitweilige Hilfebedürftigkeit nehmen konnten.

Dem hat die seit dem 1.1.2008 geltende neue ALG-II-Verordnung einen Riegel vorgeschoben: In deren Paragraf 3 ist geregelt, wie das "Einkommen aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft" zu berechnen ist. Künftig muss jede einzelne Betriebsausgabe notwendig, unvermeidlich und vor allem den "Lebensumständen" von Hartz-IV-Empfängern angemessen sein.

https://www.gruendermagazin.com/existenzgruendung-index-38--874--neue_alg_ii_verordnung_erschwert_hartz_iv_fuer_selbstaendige.htm

Weitere Infos:

https://www.gruendungszuschuss.de/?id=63&blogid=2463

Neue ALG-II-Verordnung erschwert Hartz IV für Selbständige

Wenn Unternehmer und ihre Familien in finanzielle Bedrängnis geraten, können sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen. Eine freiwillige Mitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung ist dafür nicht erforderlich. Die Anfang 2008 in Kraft getretene ALG-II-Verordnung errichtet jedoch neue bürokratische Hürden: Während bei der Gewinnermittlung bisher die steuerlichen Vorschriften galten, verlangen die ARGEs neuerdings eine ganz spezielle Arme-Leute-Buchhaltung.

"Hilfebedürftig" im Sinne des Paragrafen 9 SGB II
https://bundesrecht.juris.de/sgb_2/__9.html
können auch Selbstständige und die mit ihnen in "Bedarfsgemeinschaft" lebenden Menschen werden. Vorausgesetzt...

* sie verfügen über kein anrechenbares Vermögen,
* können nicht von Angehörigen unterstützt werden und
* haben keine Ansprüche auf Sozialleistungen,

dürfen sie auf Arbeitslosengeld II hoffen. Von der Mitgliedschaft in der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbständige
https://www.gruendungszuschuss.de/?id=165
ist die Grundsicherung für erwerbsfähige Hilfebedürftige nicht abhängig. Es muss auch nicht nachgewiesen werden, dass keine Aufträge mehr vorliegen. Eine wöchentliche Arbeitszeitgrenze - wie die Arbeitslosengeld I bekannten 15 Wochenstunden - gibt es ebenfalls nicht.

Erwerbstätigkeit neben der Arbeitslosigkeit wird von Amts wegen sehr gern gesehen - mittlerweile auch in selbstständiger Form. Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit können sogar mit Zuschüssen gefördert werden: Die Konditionen des sogenannten Einstiegsgelds
https://www.gruendungszuschuss.de/?id=46
sind zwar deutlich schlechter als die des Gründungszuschusses. Zudem gibt es auf den ALG-II-Zuschlag keinen Rechtsanspruch. Grundsätzlich sind "Hartz IV"-Leistungen aber auch für Unternehmer gedacht. Eine Übersicht über die allgemeinen Vermögens- und Verdienstgrenzen sowie die möglichen Regelleistungen für Einzelpersonen und Bedarfsgemeinschaften finden Sie auf unserer Überblickseite
https://www.gruendungszuschuss.de/?id=6 1
Streitpunkt Gewinnermittlung

Voraussetzung für den Nachweis der Hilfebedürftigkeit ist jedoch, dass Einkünfte aus freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeiten regelmäßig gegenüber der Arbeitsagentur, dem Sozialamt oder der ARGE offengelegt werden. Dabei galten bis Ende 2007 im Großen und Ganzen die steuerlichen Vorschriften.

Da die Steuergesetze Unternehmern jedoch beträchtliche Gestaltungsspielräume lassen (Stichwort: Abschreibungen) und grundsätzlich weder eine Prüfung der betrieblichen Notwendigkeit noch der Angemessenheit vorsehen, mussten die Fallmanager in der Vergangenheit vielfach zähneknirschend Bewilligungsbescheide verschicken, obwohl in ihren Augen Zweifel an der Hilfebedürftigkeit bestanden. Hinzu kam, dass Antragsteller durch geschickte Verteilung von Einnahmen und Ausgaben in gewissen Grenzen Einfluss auf ihre zeitweilige Hilfebedürftigkeit nehmen konnten.

Dem hat die seit dem 1.1.2008 geltende neue ALG-II-Verordnung einen Riegel vorgelegt: In deren Paragraf 3
https://bundesrecht.juris.de/algiiv_2008/__3.html
ist geregelt, wie das "Einkommen aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft" zu berechnen ist:

* Während selbstständige Einkünfte in der Vergangenheit monatlich bis vierteljährlich mit dem zuständigen Amt abgerechnet wurden, gilt künftig generell der sechsmonatige Bewilligungszeitraum als Abrechnungszeitraum. Dabei ist das Gesamteinkommen rechnerisch gleichmäßig auf alle Monate zu verteilen, in denen die Tätigkeit ausgeübt wurde. Auf diese Weise werden Monate des Wohlstands und Monate des Mangels nivelliert: Rechnerisch entsteht auf diese Weise weniger Hilfebedürftigkeit.
* Die steuerrechtlichen Vorschriften werden dabei ausdrücklich außer Kraft gesetzt:

"Zur Berechnung des Einkommens sind von den Betriebseinnahmen die im Bewilligungszeitraum tatsächlich geleisteten notwendigen Ausgaben [...] ohne Rücksicht auf steuerrechtliche Vorschriften abzusetzen."

Das bezieht sich nicht nur auf das Verfahren der Gewinnermittlung, sondern auch auf Pauschalen. Beispiel: Statt der (ohnehin mageren) 30-Cent-Kilometerpauschale, die das Finanzamt bei Benutzung des Privatwagens für betriebliche Fahrten akzeptiert, dürfen selbstständige Hartz-IV-Empfänger gegenüber dem Arbeitsamt gerade mal 10 Cent als Betriebsausgabe geltend machen!
* Endgültig zu Unternehmern zweiter Klasse werden selbständige ALG-II-Empfänger durch Absatz 3 des Gewinnermittlungs-Paragrafen: Der verbietet nicht nur den Abzug "vermeidbarer" Betriebsausgaben, sondern verlangt noch dazu, dass die Ausgaben

"den Lebensumständen während des Bezuges der Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende entsprechen."

Mit anderen Worten: Selbstständige müssen bei jedem Einkauf ganz genau überlegen, ob ihr Fallmanager die betreffende Ausgabe später akzeptieren wird! Dass Behördenmitarbeiter ohne jede betriebswirtschaftliche Qualifikation im Einzelfall zutreffend beurteilen können, was betrieblich notwendig, unvermeidbar und angemessen ist, muss bezweifelt werden.
* Das Gesetz geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Fallmanager sollen nach dem Willen des Gesetzgebers sogar prüfen, ob die Höhe der Einnahmen realistisch ist und ob Einnahmen und Ausgaben in einem auffälligen Missverhältnis stehen. Wenn nicht, haben sie freie Hand, sowohl die Einnahmen als auch der ermittelte Gewinn nach oben zu korrigieren.

Dass obendrein nur solche Betriebsausgaben anerkannt werden, die im betreffenden Bewilligungszeitraum auch tatsächlich geflossen sind (und nicht etwa Abschreibungen oder gar Ansparabschreibungen bzw. Investitionsabzugsbeträge), ist nur konsequent.

Hinter dieser Bestimmung versteckt sich sogar ein kleiner Vorteil gegenüber dem Steuerrecht: Vorausgesetzt, der Fallmanager hat die gewünschte Anschaffung als unvermeidbar, notwendig und angemessen abgesegnet, mindert die Ausgabe den Gewinn in voller Höhe. Ergibt sich dadurch unterm Strich ein Verlust, darf der aber nicht mehr in Form eines Verlustvortrags in folgende Bewilligungszeiträume übertragen werden.
Rückwirkende Korrektur

Besonders heikel am Sonderstatus für Hartz-IV-Selbstständige: ALG-II-Zahlungen stehen prinzipiell unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Die endgültige Höhe der Leistungen wird erst nach Ende des Bewilligungszeitraums auf Grundlage der Zweitbuchführung festgestellt. Jede nach oben korrigierte Einnahme und jede nicht anerkannte oder gekürzte Ausgabe führt rückwirkender Korrektur der Regelleistung. Überzahlungen der Vergangenheit werden mit künftigen Ansprüchen verrechnet. Unter Umständen drohen sogar Rückforderungen.
Unser Kommentar:
Von Sozialbetrügern, Schildbürgern und Sonntagsrednern

Die neue ALG-II-Verordnung stellt hilfsbedürftige Selbstständige pauschal unter den Generalverdacht des Sozialbetrugs. Verlässliche Kriterien, anhand derer die Mitarbeiter von Sozialbehörden die neue Arme-Leute-Buchhaltung prüfen sollen, fehlen völlig. Das Ersetzen der komplizierten, aber immerhin halbwegs praxiserprobten Steuerregelungen durch spezielle Gewinnermittlungsvorschriften für selbständige Hartz-IV-Empfänger ist ein Schildbürgerstreich.

Betroffenen Antragstellern bleibt keine andere Wahl, als sich bei jeder größeren Ausgabe grünes Licht von ihrem Fallmanager geben zu lassen. Mit viel Glück lässt sich auf diese Weise ja eine für beide Seiten erträgliche, pragmatische Übereinkunft finden. Im Normalfall wird die fragwürdige Neuregelung jedoch zu ständigem Ärger um die zutreffende Auslegung der völlig lebensfernen Vorschriften führen. "Kultur der Selbständigkeit"? "Bürokratieabbau"? Fehlanzeige! Ein Gesetz ist nun einmal keine Sonntagsrede. Was zu beweisen war.

Verfasst von Newsletter-Redaktion am 07.02.2008 16:54

https://www.gruendungszuschuss.de/?id=63&showblog=2463
 

sun2007

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Hallo,

Ich habe im Jan. einen dreistelligen Betrag eingenommen und im selben Monat noch für aus meiner Sicht notwendige Anschaffungen ausgegeben, also reinvestiert - nach der alten Regelung, also ohne vorher zu fragen. Bis jetzt habe ich in dieser Sache noch nichts vom Amt gehört (ich habe es am 15. Feb. wie üblich im Rahmen meiner monatlichen EÜR hingeschickt). Kann da noch was kommen? Können die rückwirken sagen, dass das nicht ging und mir das Geld wieder abziehen?

Vielen Dank und viele Grüße
Sun
 

galadriel

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Wenn die Bewilligung für diesen Bewilligungsabschnitt in 2007 gelegen hat, müsste für dich noch die alte Regelung gelten .Zumindest noch für Januar (Übergangsregelung). Dann hättest du einen günstigen Moment für die Anschaffungen gwählt.
 

sun2007

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Wenn die Bewilligung für diesen Bewilligungsabschnitt in 2007 gelegen hat, müsste für dich noch die alte Regelung gelten .Zumindest noch für Januar (Übergangsregelung). Dann hättest du einen günstigen Moment für die Anschaffungen gwählt.
Wow - vielen Dank. Ich hatte es mit einem säumigen Zahler zu tun, hatte die Rechnung schon Ende Nov geschrieben und die waren etwas lahm. Ich habe dann per Tel. Druck gemacht, da ich eigentlich das Geld unbedingt noch 2007 bekommen wollte - hatte Anschaffungen gemacht, die ich noch im alten Jahr verrechnen wollte. Dann kam das Geld prompt am 1.1.08, weil ich einer Mitarbeiterin Beine gemacht hat und die hat sich auch angestrengt aber leider nicht genug.

Aber nach Deiner Aussage müsste ich gerade am 1.1.08 noch auf der sicheren Seite sein.

Übrigens: mein Bewilligungszeitraum geht vom 1.12.07 bis 31.5.08 - bin ich jetzt bis Ende Mai (für die alte Regelung) abgesichert?
 

ethos07

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Wenn die Bewilligung für diesen Bewilligungsabschnitt in 2007 gelegen hat, müsste für dich noch die alte Regelung gelten.Zumindest noch für Januar (Übergangsregelung). Dann hättest du einen günstigen Moment für die Anschaffungen gwählt.
hi galadriel, denke, irgendwo gerade umgkehrt die verbindliche Anweisung für SBs gelesen zu haben (finde die Quelle aber im Moment nicht), die Abrechnungsweise exakt mit Stichtag 1.01.08 umzustellen - auch mitten in einem laufenden Bewilligungsabschnitt..

Hast du vielleicht für die von dir erwähnte Übergangsregelung eine Fundstelle?
 

Koelschejong

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§ 9 ALGII-VO - Übergangsregelung
Für Bewilligungszeiträume, die vor dem 1. Januar 2008 beginnen, ist § 2a
der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung vom 20. Oktober 2004 in
der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Fassung weiterhin anzuwenden.
§ 2a Abs. 4 der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung vom 20.
Oktober 2004 in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Fassung ist
mit der Maßgabe anzuwenden, dass für den Teil des Bewilligungszeitraumes,
der im Berechnungsjahr 2007 liegt, bei der abschließenden Entscheidung
als Einkommen der Teil des vom Finanzamt für das Berechnungsjahr
festgestellte Gewinns zu berücksichtigen ist, der auf diesen Teil
des Bewilligungszeitraumes entfällt. Für den Teil des Bewilligungszeitraumes,
der nach dem 31. Dezember 2007 liegt, ist bei der abschließenden
Entscheidung § 3 dieser Verordnung entsprechend anzuwenden.
Und wieder zeigt sich, dass es auch in den oberen Rängen der ARGEn bereits bedenkliche viele PISA-Opfer mit ausgeprägter Leseschwäche gibt. :icon_lol:
 

galadriel

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Und wieder zeigt sich, dass es auch in den oberen Rängen der ARGEn bereits bedenkliche viele PISA-Opfer mit ausgeprägter Leseschwäche gibt. :icon_lol:
Falls du mich damit meinst, muss ich dich leider enttäuschen.

@ethos

Ich kann die Regelung nicht mehr finden.
Für mich war sie interessant, weil mein Bewilligungsbescheid bis zum 31.1.2008 ging.
Es war vorgesehen, wenn die Bewilligung bis 31.1.08 ging, dass der Januar 08 noch nach der alten Regelung zu behandeln war.

Für Sun wäre folgendes interessant:

Vorteile bei Einkäufen über 150 Euro

Die Abkehr vom Steuerrecht bringt im Einzelfall auch Vorteile. Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter, die im Anschaffungsjahr sofort als Betriebsausgabe in voller Höhe zählen, wird 2008 von 410 auf 150 Euro reduziert (siehe dazu den Beitrag "Steuerreform 2008 - Vorsicht, GWG-Falle!"
). Für das AlG II spielt das aber künftig keine Rolle mehr, da die tatsächlichen Ausgaben zählen. Wer sich einen neuen PC oder PKW kauft, kann den vollen Preis im Bewilligungszeitraum absetzen.
Da es bei Selbstständigen mit Alg II meist um einen Gewinn von weniger als 1.000 Euro monatlich geht, kann dadurch die Einkommensanrechnung vorübergehend ganz entfallen - im Ergebnis zahlt dann der Staat die Anschaffung komplett. Das geht aber nur bis zur Höhe der Betriebseinnahmen im selben Bewilligungszeitraum, eine Verrechnung mit anderen Einkommensarten oder ein Übertrag auf spätere Zeiträume ist ausgeschlossen.
 

galadriel

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Zu § 9 (Übergangsvorschrift) Bei der Berechnung des Einkommens aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft ergeben sich mit Inkrafttreten der neuen Regelungen gravierende Änderungen. Die Vorschrift regelt die Behandlung von Fällen, bei denen der Bewilligungszeitraum vor dem 1. Januar 2008 beginnt und nach dem 31. Dezember 2007 endet. In diesen Fällen wird nach altem Recht ein zu berücksichtigender Einkommensbetrag ermittelt. Soweit vorläufig entschieden worden ist, wäre ohne die Übergangsregelung nach § 2a Abs. 4 Alg II-V a. F. auch für den Teil des Bewilligungszeitraumes, der nach dem 31. Dezember 2007 liegt, unter Zugrundelegung des Einkommensteuerbescheides für das Kalenderjahr 2008 zu entscheiden. Die Übergangsvorschrift regelt daher, dass für den Teil des Bewilligungszeitraumes, der nach dem 31. Dezember 2007 liegt, § 3 Alg II-V n. F. entsprechend anzuwenden ist.

Arbeitslosengeld II-Verordnung gehört vor den Nationalen Normenkontrollrat :: OWLgS - Demos & Aktionen :: Demos & Protestaktionen
 

ethos07

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Zählst Du Dich zu den oberen Rängen der ARGEn? Im Übrigen war ich ja ganz zahm - ich sprach von vielen, nicht von allen.:icon_question:
dein Kommentar mit der Leseschwäche hatte ich allerdings ebenfalls als völlig unangemessen gegen Galadriel gelesen - sonst macht der dort doch Null Sinn?
 

Koelschejong

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Nee, das hatte ich nur auf die ARGEn gemünzt, die gerne mal heute bereits die neue Regel anwenden, obwohl es sich noch um Einkünfte aus 2007 handelt, wie Du ja auch geschrieben hattest.
denke, irgendwo gerade umgkehrt die verbindliche Anweisung für SBs gelesen zu haben (finde die Quelle aber im Moment nicht), die Abrechnungsweise exakt mit Stichtag 1.01.08 umzustellen - auch mitten in einem laufenden Bewilligungsabschnitt..
 

ethos07

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Ach so - da sieht man mal wieder, wie leicht sich in Foren die unmöglichsten Missverständnisse ergeben! ;-).
 

sun2007

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Für Sun wäre folgendes interessant:

Vorteile bei Einkäufen über 150 Euro

Die Abkehr vom Steuerrecht bringt im Einzelfall auch Vorteile. Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter, die im Anschaffungsjahr sofort als Betriebsausgabe in voller Höhe zählen, wird 2008 von 410 auf 150 Euro reduziert (siehe dazu den Beitrag "Steuerreform 2008 - Vorsicht, GWG-Falle!"
). Für das AlG II spielt das aber künftig keine Rolle mehr, da die tatsächlichen Ausgaben zählen. Wer sich einen neuen PC oder PKW kauft, kann den vollen Preis im Bewilligungszeitraum absetzen.
Da es bei Selbstständigen mit Alg II meist um einen Gewinn von weniger als 1.000 Euro monatlich geht, kann dadurch die Einkommensanrechnung vorübergehend ganz entfallen - im Ergebnis zahlt dann der Staat die Anschaffung komplett. Das geht aber nur bis zur Höhe der Betriebseinnahmen im selben Bewilligungszeitraum, eine Verrechnung mit anderen Einkommensarten oder ein Übertrag auf spätere Zeiträume ist ausgeschlossen.
Vielen Dank. Aber auf der anderen Seite bedeutet das auch, dass ich jeweils meine SB darum beknien müsste, mir das zu gewähren, oder?

Was ich mich jetzt frage: Was passiert denn jetzt mit dem Verlustvortrag, den ihc von 2007 auf 2008 mitgenommen habe - und da handelt es sich um größere Anschaffungen (die damals noch auf 3 Jahre verteilt werden konnten, jetzt wären es fünf)? Also: Die wichtigsten Anschaffungen habe ich nun mal schon getätigt. Aber selbst wenn nicht: Dann müsste ich bei jedem Stück - und vor allem bei größeren Sachen ist das ein Problem - mit dem/der SB rumdiskutieren. Vermutlich wird er/sie Nein sagen.

Aber des weiteren: Kann ich dann ab dem neuen Bewilligungszeitraum und auch im nächsten Jahr keine Abschreibungen und Verlustvorträge mitnehmen? Wie gesagt: Anschaffungen 2007, verteilt auf drei Jahre Abschreibungen beträfe auch 2008, 2009 und dazu noch die ganz normalen Verlustvorträge - wie wird das jetzt gerechnet? Mein neuer Bew.zeitr. müsste 1.6.08 anfangen - kann ich dann die alten Abschreibungen nicht mehr weiter abschreiben? Zerfällt ab dann der Verlustvortrag?

Ich hoffe, ich konnte das verständlich rüberbringen, klingt gerade sehr kompliziert nach einem Dickicht, wo selbst ich (obwohl analytisch einigermaßen sauber) gerade Probleme habe, durchzusteigen.

Vielen Dank und viele Grüße
Sun
 

Koelschejong

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@sun2007 - aua, da legst Du den Finger ganz tief in die Wunde. Jawohl, nach den Vorstellungen unserer Damen und Herren Ministerialbürokraten kannst Du Deine laufenden Abschreibungen knicken. Ebenso natürlich auch den Verlustvortrag aus dem Vorjahr (das ist aber nicht unbedingt neu, der Verlustvortrag war auch schon zuvor des SB's liebstes Kind und wurde gerne mal nicht anerkannt.

Du hättest natürlich in 2007 einen Teil Deines frisch angeschafften und abzuschreibenden Betriebsvermögens verkaufen können, um so das Betriebsergebnis auszugleichen. Möglicherweise stellst Du nun in 2008 fest, das das sehr kurzfristig gedacht war, und Du ohne diese Sachen nun doch nicht auskommst. Aber rein zufällig hat ein Bekannter von Dir, natürlich nicht identisch mit dem Käufer aus dem Vorjahr, solche Sachen gerade gebraucht auf Lager und Du kannst diese als gebrauchte Ware preisgünstig für nur geringfügig mehr als der Verkaufspreis 2007 erwerben und natürlich sofort zu 100% abschreiben. So hättest Du da machen können, wenn Du Deine Steuererklärung 2007 noch nicht abgegeben hättest.
 

sun2007

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@sun2007 - aua, da legst Du den Finger ganz tief in die Wunde. Jawohl, nach den Vorstellungen unserer Damen und Herren Ministerialbürokraten kannst Du Deine laufenden Abschreibungen knicken. Ebenso natürlich auch den Verlustvortrag aus dem Vorjahr (das ist aber nicht unbedingt neu, der Verlustvortrag war auch schon zuvor des SB's liebstes Kind und wurde gerne mal nicht anerkannt.
Wieso denn das? Es galt doch immer die Grundregel: Was das Finanzamt anerkennt, muss der SB auch anerkennen. Zudem hat mir jemand aus dem Forum genau das gesagt, er hat auch mit Verlustvortrag gearbeitet.

Der von Dir beschriebene "Tipp" erfordert Leute in meinem Umkreis, die ich nicht habe und außerdem reagieren SBs auf so offensichtlich seltsame Sachen erst recht gereizt. Wie sollte ich auch, wenn ich vor ein paar Monaten glaubte, etwas nicht zu brauchen, kurz danach feststellen, dass es jetzt doch anders ist - das wäre nicht plausibel. Und dann müsste ich es ja auch noch von der SB genehmigen lassen - oder ist das jetzt doch nicht so? Was passiert eigetnlich, wenn ich eigenmächtig Ausgaben tätige - vor allem in der jetzt für mich geltenden Übergangszeit? Sagen wir mal, ich kaufe mir während der Übergangszeit einen Computer, finanziere ihn aber mit Einnahmen über das gesamte Jahr 08 hinweg - würde das gehen? (Dann müsste meine Urgroßtante zwischendrin mal kurz den Sparstrumpf locker machen.)

Ich habe bislang nur eine vorläufige Steuererklärung und werde die wohl so abgeben.
 

Koelschejong

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Wie ich es geschrieben habe, der Verlustvortrag wird gerne mal nicht anerkannt. Das heißt nicht, dass jeder SB diesen "Schwachsinn" macht, aber nach meiner Kenntnis doch ziemlich viele. Nach der Regelung 2008 dürfte das noch härter angewandt werden.

Den SB brauchst Du vor einer Ausgabe nicht zu fragen - tust Du es aber nicht, gehst Du natürlich ddas Risiko ein, dass er Dir die Ausgabe nachträglich nicht anerkennt.

Der "Trick" den ich vorgestellt habe, ist natürlich fragwürdig, aber es ist auch fragwürdig, dass ich mir in 2007 für € 1000 einen PC kaufen konnte, davon € 200 als Ausgabe vom Einkommen absetzen konnte und jetzt in 2008 hab ich einen PC aber absolut keine Möglichkeit mehr, die verbleibenden € 800 vom Einkommen abzusetzen. Und die einzige Möglichkeit, um das zu umgehen, ist solch ein Umgehen der Gesetzeslücke.
 

sun2007

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Wie ich es geschrieben habe, der Verlustvortrag wird gerne mal nicht anerkannt. Das heißt nicht, dass jeder SB diesen "Schwachsinn" macht, aber nach meiner Kenntnis doch ziemlich viele. Nach der Regelung 2008 dürfte das noch härter angewandt werden.

Den SB brauchst Du vor einer Ausgabe nicht zu fragen - tust Du es aber nicht, gehst Du natürlich ddas Risiko ein, dass er Dir die Ausgabe nachträglich nicht anerkennt.

Der "Trick" den ich vorgestellt habe, ist natürlich fragwürdig, aber es ist auch fragwürdig, dass ich mir in 2007 für € 1000 einen PC kaufen konnte, davon € 200 als Ausgabe vom Einkommen absetzen konnte und jetzt in 2008 hab ich einen PC aber absolut keine Möglichkeit mehr, die verbleibenden € 800 vom Einkommen abzusetzen. Und die einzige Möglichkeit, um das zu umgehen, ist solch ein Umgehen der Gesetzeslücke.
Ich wollte Dich damit nicht kritisieren sondern nur darauf hinweisen, dass ich immer mit bedenken muss, wie das wohl bei meiner SB ankommt, was ich da so erzähle. Ich selbst bin bereit, zur Not auch vor Gericht zu gehen - also denke ich auch schon gleich mit, wie plausibel so etwas vor einem Richter wäre.

Ansonsten versteh ich Deinen Punkt.

Für in 2007 getätigte Anschaffungen gelten übriges im Steuerrecht noch die alten Regeln: Also Computer auf drei Jahre verteilen.

Nur, da kommt jetzt in den beiden Folgejahren die neue Regelung des Jobcenters zum Tragen - ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Rechtens ist. Wenn es im Steuerrecht den Vertrauensschutz gibt, muss es den vor dem Jobcenter auch geben.

Ich vermute eher, dass hier mal wieder mit heißer Nadel ein Gesetz gestrickt wurde, das hinten und vorne nicht passt und daher ungültig ist.

Es könnte so sein, dass ein in 2007 gekaufter Computer noch wie gehabt abgeschrieben werden kann, der Verlustvortrag aber problematisch ist. Oder es könnte so sein, dass ich als Selbständige mich für eine der beiden Regelungen entscheiden, die dann aber durchhalten muss.
 

Koelschejong

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Ich vermute eher, dass hier mal wieder mit heißer Nadel ein Gesetz gestrickt wurde, das hinten und vorne nicht passt und daher ungültig ist.

Es könnte so sein, dass ein in 2007 gekaufter Computer noch wie gehabt abgeschrieben werden kann, der Verlustvortrag aber problematisch ist. Oder es könnte so sein, dass ich als Selbständige mich für eine der beiden Regelungen entscheiden, die dann aber durchhalten muss.
Als Kritik fasse ich so schnell nichts auf - leider hab ich mein Tütchen Allwissenheit noch nicht mal geöffnet, geschweige denn ausgelöffelt.

Das dieses Ding ALGII-VO ohne übermäßigen Einsatz von Gehirnschmalz (Rohstoff- = Schmalzknappheit im Ministerium??:icon_confused:) zusammengeschuster wurde, dürfte wohl richtig sein. Es steht aber nun mal klipp und klar drin - Steuerrecht ab 1.1.2008 ade, wird nicht mehr berücksichtigt - und es gibt die Übergangsregel, die klipp und klar sagt, für Bewilligungszeiträume bis 31.12.2007 wird das Einkommen unter Berücksichtigung der steuerrechtlichen Vorschriften berechnet, danach nicht mehr. Und es gibt einen ersten Beschluß (wurde meines Wissens auch hier im Forum gepostet) des SG Dresden, wonach das auch alles seine Richtigkeit habe.

Da kommt mit Sicherheit noch viel Arbeit auf die SG's zu und man kann nur hoffen, dass die überwiegende Anzahl der Sozialrichter versteht, dass da Mist gebaut wurde.
 
E

ExitUser

Gast
....

Ich vermute eher, dass hier mal wieder mit heißer Nadel ein Gesetz gestrickt wurde, das hinten und vorne nicht passt und daher ungültig ist.
Nun, erstens ist das kein "Gesetz", sondern eine Anordnung die die Auslegung zu einem Gesetz darstellt und ungültig in dem Sinn ist es/sie auch nicht. :icon_redface:
Aber lassen wir die Haarspalterei.

Wo Du Recht hast, es wird wieder Betroffenen überlassen, oder besser gesagt zugemutet, Details der Auslegung vor Gericht zu erstreiten wobei ich da bei den unteren Instanzen wenig Hoffnung auf echten Erfolg sehe, weil die bereits seit Anfang der HatzIV die Meinung vertreten "Selbstständige seien nicht von Steuerzahler zu finanzieren".

Höheren Instanzen, insbesondere vor dem BVerfG wird der eigentliche Wille des Gesetzgebers dann schon eher geprüft - der sich auch aus den Drucksachen zur Gesetzgebung bei HartzIV ergibt - und da wird dann auch diese Dumme, aus falsch verstandenem "Schutz" dieses öminösen Steuerzahlers geborenen Ansicht "Selbstständige seien nicht von Steuerzahler zu finanzieren" etwas Einhalt geboten werden.

Warum und wie das?
Nun schon aus der Zielrichtung des Gesetzes selbst ergibt sich.
SGB II § 1 meinte:
Aufgabe und Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende
(1) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll die Eigenverantwortung von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen und Personen, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben, stärken und dazu beitragen, dass sie ihren Lebensunterhalt unabhängig von der Grundsicherung aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten können. Sie soll erwerbsfähige Hilfebedürftige bei der Aufnahme oder Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit unterstützen und den Lebensunterhalt sichern, soweit sie ihn nicht auf andere Weise bestreiten können. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist als durchgängiges Prinzip zu verfolgen. Die Leistungen der Grundsicherung sind insbesondere darauf auszurichten, dass...
Solange dem Selbstständigen/der Selbstständigkeit eine positive Prognose beschieden werden kann - was nicht heisst dass da sofort und immer Gold und Honig fliessen können und müssen - liegt es durchaus im Willensbereich des Gesetzgebers Selbstständige/Selbstständigkeit zu Fördern, auch wenn dies zuerst einmal bedeutet, dass "der Steuerzahler" Geld, in Form von Leistungen und Anerkennung gewisser strittiger Ausgaben, in die Hand nehmen muss.

Letztlich wird sich diese Ansicht auch gegen den begrenzten Horizont gewisser Richter und/oder ArGe-Mitarbeiter durchsetzen, denn es ist wiederum letztlich ein Teil der Würde des Menschen verletzt wenn zwar
"Arbeitgeber" mit viel Geld gefördert (Maßnahmengelder) werden, sich Selbstständige jedoch quasi in den Ruin sparen müssen.

Mein Tipp: Man wird die "unglaublichsten" Ausgaben, die ArGe-Mitarbeiter vor Neid erblassen lassen da sie nur Nettoeinnahmen sehen, vor Gericht durchsetzen können, wenn selbst beizubringende Bruttonutzenrechnung und Prognosen von Steuerberatern (...) positiv ausfallen, weil damit dem SGB II § 1 erst wirklich und nachhaltig genüge getan wird.

Meine grob umschriebene Ansicht und Stoßrichtung - sollte ich einmal wieder "Betroffener" sein, einem FM unterstehen der zwar Betriebswirtschaft studiert haben will, aber von nachhaltiger Wirtschaftlichkeit im Zusammenhang mit dem SGBII nicht den geringsten Schimmer hat und nur kurzfristige, engstirnige Einsparmöglichkeiten sieht bzw. anwendet.


Es könnte so sein, dass ein in 2007 gekaufter Computer noch wie gehabt abgeschrieben werden kann, der Verlustvortrag aber problematisch ist. Oder es könnte so sein, dass ich als Selbständige mich für eine der beiden Regelungen entscheiden, die dann aber durchhalten muss.
Wenn Du den Nachweis erbringen kannst dass Du den Computer brauchst um Deine Arbeit zu machen, oder diese Arbeit damit - Verluste abwendend - besser machen kannst, muss Dir der Computer ab 2008 VOLL als Ausgabe anerkannt werden. Dass das Steuerrecht ein einigen Teilen nicht mehr gilt kann man in 2 Richtungen nutzen, entsprechenden/s Durchhaltewillen und -vermögen vorausgesetzt. :redface:

Letztlich gilt aber auch, was 2007 Gesetz war muss auch in den Folgen nach den Regeln von 2007 berechnet werden weil das Folgegesetz oder Teile davon sonst als Schikane angesehen und somit hinfällig werden könnte(n). (imho ;) )

Ich habe meinem FM immer im Bewusstsein gehalten dass Gerichts- und Anwaltskosten die im Rahmen der Verteidigung meiner (3 Mal !!!) als Tragfähig beurteilten Selbstständigkeit anfallen, meinen Gewinn schmälern... (Think Big!)

Ubrigens.
Ob etwas "Tragfähig ist" kann nicht alleine dahingehend beurteilt werden ob es sofort und sehr schnell (<2 Jahre) Gewinne abwirft, gerade bei Beginnern müssen gewinne reinvestiert werden, und schon alleine wenn Gewinne anfallen die reinvestiert werden können ist das das Beste und deutlichste Zeichen von Tragfähigkeit! Diese Gewinne zum Verleben aufbrauchen zu müssen ist im Übrigen - in gewissen Maßen! - gegen die Stoßrichtung des SGBII

SGB II § 1 meinte:
Die Leistungen der Grundsicherung sind insbesondere darauf auszurichten, dass
1.
durch eine Erwerbstätigkeit Hilfebedürftigkeit vermieden oder beseitigt, die Dauer der Hilfebedürftigkeit verkürzt oder der Umfang der Hilfebedürftigkeit verringert wird,
Die Hilfebedürftigkeit wird durch den sofortigen Einsatz von "Gewinnen" zum Verleben nicht vermieden - im Gegenteil. Auch der Umfang der Hilfebedürftigkeit würde hier nur eindimensional betrachtet "verringert", genau betrachtet wird er - langfristig und als Folge aus einer solch eindimensionale Ansicht - verstärkt!

Fazit:
Ich kann das Problem hier nicht exakt umschreiben, dazu sind die Unterschiede im Einzelnen zu groß, ich hoffe aber die Stoßrichtung so gut umrissen zu haben dass man das Beschriebene auf den eigenen Einzelfall umlegen und Anwenden kann.

Gruß, Anselm
 
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