[Bln]20.August: Tafel der Demokratie - Die Habenichtse rufen ebenfalls auf!

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ethos07

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Tafel der Demokratie ?

Bundespräsident Christian Wulff wird am
20.8.2010 mit 1500 geladenen Bürgern
bei der "Tafel der Demokratie" vor dem
Brandenburger Tor speisen. Bezahlt wird das
3-Gang-Menü, konzipiert vom Küchendirektor
des Hotel Adlon Kempinski , von einem Verein
'edler Sponsoren'.Es gibt Sülze und Eisbein...

Die "Überflüssigen & Tagelöhner/innen" rufen ebenfalls auf!

Freitag,
20.08.2010
17:00 Uhr
Brandenburger Tor
Platz des 18. März, Mitte
Kundgebung der Habenichtse

Hartz IV bedeutet Unterversorgung.
Politik und Regierung sagen aber immer
wieder, wer bei Hartz IV-Bezug von dem
einen mehr brauche, müsse eben bei
anderem weniger ausgeben und könne so mit
dem heutigen Regelsatz gut
auskommen. Ein Euro kann aber nur
einmal ausgegeben werden. Daher
müssen die Leistungen deutlich erhöht
werden.

Die Erwerbslosenzusammenhänge wollen
mit den Herbstaktionen die
Aufmerksamkeit auf den Ernährungsbedarf
und Mangelernährung aufgrund von Hartz IV
lenken. Allein für eine vernünftige
Ernährung brauchen Erwachsene mindestens
80 EUR mehr im Monat.
Die Kundgebung soll dieser Forderung in
Inhalt und Form dienen.
Die Veranstalter der "Tafel der
Demokratie" fragen: Was wünschen Sie
Bundespräsident Christian Wulff und
Deutschland für die Zukunft? Die
Zukunftswünsche sollen am 20.8. verlesen
werden.

Auch die "Überflüssigen &
Tagelöhner/innen" haben da eine Meinung.
Sie rufen zur Umsonsttafel der
Habenichtse auf: Lasst uns zusammen die
Republik der "Besitzstandsbürger/innen"
demokratisieren!
Am 20.August um 17 Uhr
am Brandenburger Tor.
Quelle: versch. Berliner Mailing-Listen

Liebe Berliner Erwerbslose & Prekäre: Nehmt teil! Bringt einen Kochtopf und Kelle mit - dann
können wir vielleicht schon mal das Töpfe-Schlagen dort proben :biggrin:.

Bitte den Aufruf noch weiter verbreiten!
Anhang anzeigen 30892
 

mittlere Hirnhaelfte

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Bitte nochmal nachdenken:

Die "Tafel der Demokratie" fand zuletzt 2009 für Horst Köhler statt. Die Idee kam der Initiatorin Marie-Luise Weinberger nach einer amerikanischen "Inauguration"-Feier: Dort lädt der US-Präsident nach seiner Amtseinführung Bürger zum Essen ein. "Wir haben diesen Gedanken umgedreht: Bei uns laden die Bürger als Souverän den Bundespräsidenten ein", so Weinberger. Die "Tafel der Demokratie" solle auf diese Weise auch das demokratische Bewusstsein stärken. Finanziert wird die Veranstaltung aus Sach- und Geldspenden. Sämtliche Beteiligten arbeiten ehrenamtlich.ph

"Tafel der Demokratie" - Mit dem Bundespräsidenten Eintopf löffeln - Berlin - Printarchiv - Berliner Morgenpost
 

mittlere Hirnhaelfte

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... natürlich haben wir nachgedacht, was glaubst du denn?!

ich glaube an nichts, aber ich verstehe den Sinn nicht wirklich.

Protest gegen eine Aktion die mehr Demokratie fordert oder fördert halte ich kontraproduktiv.

Sicher ärgere ich mich, dass ich nicht eingeladen bin aber wenn ein Nachbar heiratet und mich nicht einlädt, dann muss ich doch nicht auch gleich heiraten. :biggrin:
 

ethos07

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Wir werden nicht direkt bei der Speisung stören (auch wenn man sich sicher fragen muss, ob mit sowas wirklich Demokratie gefördert wird . Oder ob damit mehr die Illusion gefördert wird, dass alles in bester Ordnung damit sei.)

Wir sind schon anderthalb Stunden davor dort und wollen vor allem die Frage stellen: Wie bemisst sich heute in einem demokratischen Staat das Existenzminimum, sprich : unser ALG-II-Regelsatz.
Und dann auf unsere Mangelernährung aufgrund von Hartz IV aufmerksam machen und dass wir mehr Geld für Ernährung im Regelsatz fordern.

Während also die sogenannten ordentlichen Bürger (die da für die Speisung angekarrt werden) sich ums Essen nie Sorgen machen brauchen, ist bei uns doch echt der Regelsatz dafür sehr sehr knapp bemessen, ganz zu schweigen, dass man sich damit selten gute regionale Lebensmittel kaufen kann. Sondern immer aufs Geld schauen muss wie blöd ( oder halt zur Tafel rennt).

Da dürfen wir schon mal ein wenig auf die Töpfe hauen, damit die Ernährungsfrage mal etwas demokratischer geregelt wird!
 

Emma13

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Wir werden nicht direkt bei der Speisung stören (auch wenn man sich sicher fragen muss, ob mit sowas wirklich Demokratie gefördert wird . Oder ob damit mehr die Illusion gefördert wird, dass alles in bester Ordnung damit sei.)

Wir sind schon anderthalb Stunden davor dort und wollen vor allem die Frage stellen: Wie bemisst sich heute in einem demokratischen Staat das Existenzminimum, sprich : unser ALG-II-Regelsatz.
Und dann auf unsere Mangelernährung aufgrund von Hartz IV aufmerksam machen und dass wir mehr Geld für Ernährung im Regelsatz fordern.

Während also die sogenannten ordentlichen Bürger (die da für die Speisung angekarrt werden) sich ums Essen nie Sorgen machen brauchen, ist bei uns doch echt der Regelsatz dafür sehr sehr knapp bemessen, ganz zu schweigen, dass man sich damit selten gute regionale Lebensmittel kaufen kann. Sondern immer aufs Geld schauen muss wie blöd ( oder halt zur Tafel rennt).

Da dürfen wir schon mal ein wenig auf die Töpfe hauen, damit die Ernährungsfrage mal etwas demokratischer geregelt wird!

Völlig richtig, was ihr tut - drücke Euch die Daumen für die Aktion :icon_daumen::icon_smile:

Ich bedaure es einmal mehr, nicht in Berlin zu wohnen :icon_party:

Grüße - Emma
 

ethos07

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Hier noch ein Bericht von Bernd Kudanek auf inidymedia zu unserer "Tafel der Habenichtse" , die in Sichtweite der "Tafel der Demokratie" am letzten Freitag am Brandenburger Tor stattfand.

Ganz am Ende des Beitrags gibt's auch auch einen link zu vielen Fotos, die in etwa zeigen, wie's gewesen ist: Die im Schatten sieht man schlecht. - Die meisten Passanten wollten den Bundespräsidenten in der Abendsonne begrüßen und nicht mit uns am Rande des Tiergartens (angrenzender Park) Linsensuppe löffeln. Und sich dabei auch noch über so etwas Unerfreuliches, wie den zu niedrigen Regelsatz , insbesondere für Lebensmittel, Gedanken machen. Aber mit denen, die stehenblieben oder extra herkamen, gab es zahlreiche gute Gespräche.
Und uns Aktive aus verschiedenen Berliner Erwerbslosen-Inis hat es gefreut, uns zu treffen und gemeinsam der Farce der Demokratie auf der anderen Seite des Brandenburger Tors einen, wenn auch nur kleinen, so doch ehrlichen Spiegel mit unserer Linsensuppe entgegen zu halten.:biggrin:
 
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