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Bleibt eine Monatskarte bei einem 100€/450€ Job anrechnungsfrei?

Hamar

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#1
Bei einem 100€ oder 450€ Job sind ja auch die Fahrtkosten anrechnungsfrei. Eine Monatskarte bei mir in der Stadt kostet ca 65€. Darf man sich bei einem 100€ Job auch eine Monatskarte kaufen und so 165€ in meinem Fall hinzuverdienen? Klar, die 165€ hätte man schon in 2 oder 3 Tagen verdient und man bräuchte dafür nicht unbedingt eine Monatskarte.
Selbst bei einem 450€ Job wären sogar Einzelkarten ca halb so teuer wie eine Monatskarte, bei 4er oder Wochenkarten spart man noch mehr.
 

heutehier

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#2
Kaufen kannst du was du willst. Bei einem Verdienst unter 400 € sind nur 100 € plus 20 % vom Rest anrechnungsfrei.
Bei einem Verdienst über 400 € kann der Freibetrag mehr als 100 € betragen, wenn die nachgewiesenen (und anerkannten) Aufwendungen höhe sind plus die genannten 20%
 

RoxyMusic

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#3
Gibt es bei euch kein 'Sozialticket' oder Vergünstigungen für Leistungsempfänger?
 

Hamar

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#4
Kaufen kannst du was du willst. Bei einem Verdienst unter 400 € sind nur 100 € plus 20 % vom Rest anrechnungsfrei.
Also wenn man nur 100€ dazu verdient, muss man von den 100€ auch noch die Fahrtkosten von den paar € selbst bezahlen. Dann mächte man die 100€ in max 2 Tagen abgearbeitet haben, ansonsten bleiben von den 100€ nur noch 70/80€ übrig. Das ist mir auch neu, dachte das immer die Fahrtkosten zusätzlich anrechnungsfrei sind.

Bei einem Verdienst über 400 € kann der Freibetrag mehr als 100 € betragen, wenn die nachgewiesenen (und anerkannten) Aufwendungen höhe sind plus die genannten 20%
Kann oder muss? Wie hoch wäre der zusätzliche Freibetrag? Wenn der Freibetrag nicht höher ist, dann hätte man bei einem 450€ (100€ anrechnungsfrei + (350/100x20) 70€) nur 170€ mehr im Monat + Monatskarte?
Was heißt schon wieder anerkannte Aufwendungen? Wenn ich eine Monatskarte für 65€ kaufe und das JC rechnet mir nach, dass ich mit Einzel oder 4er Karten auf nur 60€ gekommen wäre, dann darf ich die Monatskarte allein von den 170€ bezahlen?

Gibt es bei euch kein 'Sozialticket' oder Vergünstigungen für Leistungsempfänger?
Doch gibt es aber nur für 4er und Monatskarten, da gibt es nur wenig Rabatt, erst wenn man einen Vertrag über 12 Monate eingeht, bekommt man die Monatskarten sehr günstig. 12 Monate eine Monatskarte brauche ich nicht, keiner weiß was in dem Jahr alles passiert.
 

heutehier

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#5
zu 1)
ja dafür ist der Freibetrag gedacht. Anno 2005 hast du nur deine Aufwendungen, als z. B. Fahrkosten, vom Einkommen absetzen können. Dadurch wurde damals auch von 100 € Verdienst ein Teilbetrag auf die Leistungen angerechnet.


zu 2)
Das "kann" war darauf bezogen, dass die Aufwendungen höher sein können. Wenn du kein Aufwendungen hast, weil du auf Arbeit läufst, bleibt es bei 100 €.
wenn du einen Krümelkacker als SB hast, könnte das passieren. Es sollen nur die "notwendigen" mit der Erzielung des Einkommens verbundenen Ausgaben abgesetzt werden.
Und nein die 100 € werden dann ersetzt durch die tatsächlichen notwendigen Ausgaben. Z. B. Fahrkosten 110 €; Versicherungspauschale 30 € Kfz Haftpflicht 20 € wären dann 160 € als Absetzbetrag.
Also 450 € - 160 € - 70 €= 220 € anrechenbares Einkommen.
 

Hamar

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#6
Anno 2005 hast du nur deine Aufwendungen
Was meinst du damit?

Und nein die 100 € werden dann ersetzt durch die tatsächlichen notwendigen Ausgaben. Z. B. Fahrkosten 110 €; Versicherungspauschale 30 € Kfz Haftpflicht 20 € wären dann 160 € als Absetzbetrag.
Also 450 € - 160 € - 70 €= 220 € anrechenbares Einkommen.
Verstehe deine Rechnung nicht ganz, wie kommst du auf die 70€? Die 220€ darf man sich dann behalten oder die restlichen 230€?
Am besten du machst das Beispiel mal bitte mit einem Monatsticket was 65€ kostet.
 

Hamar

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#7
Könnte bitte jemand mal auf meinen letzten Post antworten?
 

erwerbsuchend

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#8
Wo liegt deine Frage genau? Wie die Fahrtkosten bei der Berechnung des Freibetrages berücksichtigt werden, wurde dir doch schon erläutert.

Betragen die Fahrtkosten weniger als 100,00 EUR, dann sind diese in den ersten 100,00 EUR des Freibetrages bereits enthalten.
Betragen die Fahrtkosten mehr als 100,00 EUR, dann wird statt der ersten 100,00 EUR der Betrag angesetzt, der den Fahrtkosten entspricht.

Generell hast du die ersten 100,00 EUR vom Einkommen als Freibetrag. Dazu kommen weitere Freibeträge: von 100,00 - 1000,00 EUR jeweils 20% und ab 1001,00 EUR 10%. Der Freibetrag wird vom Bruttoeinkommen berechnet und vom Nettoeinkommen abgezogen.

Ein Beispiel dazu:

Bruttoeinkommen: 1000,00 EUR
Nettoeinkommen (Steuerklasse 1, ohne Kirche): 792,00 EUR
Freibetrag 1: 100,00 EUR
Freibetrag 2: 180,00 EUR
gesamter Freibetrag: 280,00 EUR

Nettoeinkommen: 792,00 EUR
- Freibetrag: 280,00 EUR
= Anrechnungsbetrag: 512,00 EUR

Dieser Anrechnungsbetrag wird dir dann vom ALG 2-Bedarf abgezogen und weniger vom JC überwiesen.

Wenn deine Fahrtkosten nun höher als 100,00 EUR sind, dann wird in der genannten Rechnung bei Freibetrag 1 statt der 100,00 EUR der Betrag eingesetzt, der den Fahrtkosten entspricht.
 

Hamar

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#9
Wo liegt deine Frage genau?
Ob halt die Fahrtkosten anrechnungsfrei sind.

Ich war diesen Monat 2 Tage arbeiten. Mein Verdienst liegt bei 160€. Dann bekomme ich 100€ + 12€ + Fahrtkosten in Höhe von knapp 10€?
 

erwerbsuchend

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#10
Wenn die Fahrtkosten unter 100,00 EUR im Monat betragen, wie in deinem Beispiel in der Höhe von 10,00 EUR, dann sind diese in den ersten 100,00 EUR als Freibetrag bereits enthalten. Das Berechnungsschema wurde hier bereits mehrfach erklärt. Weitere Fallbeispiele findest du mit der Forensuche.
 
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#11
Hallo Hamar,

wenn Du einer geringfügigen Beschäftigung ( Minijob ) nachgehst, bildet der Basis-Freibetrag eine pauschalisierte Vorabgeltung etwaig entstehender Mehraufwendungen für Anfahrt oder sonstige Werbungskosten.

Wenn Du jetzt also z.B. monatlich nur 100 Euro im Minijob verdienen würdest, würde das noch nicht zu einer Minderung Deiner ALG II - Regelleistung führen. Mit diesen 100 Euro dürftest Du machen, was Du möchtest.

Es wäre vollkommen egal, ob Du Dir dann ein Monatsticket für nur 35 , oder 65 Euro davon kaufst. Die ersten 100 Euro sind seit Jahren ein allgemein eingeräumter Grund-Freibetrag für Erwerbstätige im ALG II - Leistungsbezug.

Selbst wenn Du Dir kein Ticket kaufen würdest und mit dem Radel zu der Arbeitsstelle fahren würdest, hättest Du die ersten 100 Euro an Nebeneinkommen vollkommen anrechnungsfrei gegenüber der laufenden ALG II - Regelleistung.

Ergänzung : solange Du nicht mehr als insgesamt 100 Euro an Fahrtkosten ( nachweisbar im Notwand ) in diesen 2 Tagen hattest, bekommst Du die Fahrtkosten natürlich nicht noch oben drauf vom Jobcenter erstattet.
 

dagobert1

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#12
Ergänzung : solange Du nicht mehr als insgesamt 100 Euro an Fahrtkosten ( nachweisbar im Notwand ) in diesen 2 Tagen hattest, bekommst Du die Fahrtkosten natürlich nicht noch oben drauf vom Jobcenter erstattet.
Selbst wenn die Fahrtkosten höher wären gäbe es nichts extra, da der Verdienst unter 400€ liegt (§ 11b Abs. 2 SGB II).
 
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