Bitte um Ratschläge zum Umgang mit einem für mich unpassenden Vermitlungsvorschlag (1 Betrachter)

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Tabitha

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Huhu ihr lieben 🖐

Ich habe ein Problemchen mit einem Vermittlungsvorschlag zu einer Firma, die mich wohl gerne einstellen würde, aber ich habe bei der Stelle einfach Bedenken.
Zu meiner Situation vielleicht erst mal:
Ich bin 27 und Fachinformatikerin. Nach meiner Ausbildung habe ich bei einer anderen Firma angefangen, dort hab ich aber die Probezeit nicht überstanden 😞 Anscheinend war die Auftragslage nicht so gut weil mit mir zusammen noch ein paar andere Mitarbeiter in der Probezeit gesagt bekommen haben, dass sie nach der Probezeit nicht übernommen werden 😞

Darum hab ich leider jetzt das Problem und musste mich beim Arbeitsamt und beim Jobcenter melden.

Ich habe vom Arbeitsamt also Vermittlungsvorschläge bekommen und mich immer darauf beworben. Nun habe ich überraschend eine Einladung zum Gespräch bekommen von einer Firma, obwohl die Stelle eigentlich nichts wollte, was ich in der Ausbildung gelernt habe bzw. im Betrieb hatte.

Das Gespräch war an sich auch sehr nett und nicht unseriös. Allerdings ging es irgendwie von Anfang an darum, dass ich nicht so gut auf die Stelle passe und dass man mit Förderung,vom Arbeitsamt finanzierter Probearbeit und reduziertem Einstiegsgehalt mich quasi so hinbiegen könnte, dass ich dort auch arbeiten könnte, weil dort dringend Fachinformatiker gebraucht werden.Ich fühle mich dabei aber aus folgendem Grund sehr unwohl und zwar baut die Firma Webseiten für Kunden und ich soll dort quasi schöne Webseiten bauen und als Frontendentwicklerin anfangen. Das ist leider ein Bereich der mir überhaupt nicht liegt. Ich habe meine Ausbildung auch als Frontendentwicklerin begonnen gehabt und habe festgestellt, dass ich dafür einfach kein Händchen habe, sowohl für das Design, als auch die technische Umsetzung. Auch habe ich mich nach einer Weile schon keinen Sinn in meiner Ausbildung gesehen, weil es für mich einfach überhaupt nichts befriedigendes hatte, wenn ich nach stundenlanger Arbeit endlich eine Menüleiste oder ein Bild endlich an der Position hatte, wo sie hin sollten und auch als die Webseiten fertig waren empfand ich das Resultat einfach nicht als etwas, worauf ich stolz sein konnte. Darum hätte ich auch fast die Ausbildung abgebrochen, aber mein Ausbilder hatte erkannt, dass das Thema einfach garnicht meinen Stärken entspricht und hat mir tatsächlich geholfen einen anderen Betrieb zu finden, in dem ich dann mit Datenbanken gearbeitet habe. Das mag mancher vielleicht sehr trocken finden, für mich war es jedenfalls eine 180 Grad Wendung, weil ich mich einfach mit dem Thema assoziieren konnte und am Ende des Tages mit den Ergebnissen einfach zufrieden war. Auch konnte ich jetzt viel mehr von dem, was ich in der Berufsschule und so gelernt habe hier mit einbringen.

Aus dem Grund graut es mir persönlich einfach ein bisschen davor, wieder Webseiten bauen zu müssen und zur Frontendentwicklerin geschult zu werden. Auch langfristig würde mich das Ganze natürlich wieder auf die Frontendschiene bringen, weil ich ja zum Thema Datenbanken und anderen Themen kein Wissen mehr aufbaue und das Wissen aus der Ausbildung eher verloren geht, also würde es für mich wohl auch immer schwerer werden dort wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Leider habe ich aktuell erst mal keine Alternative zur Hand und natürlich müsste ich auch abwägen, was im Lebenslauf schlechter aussieht, eine Lücke von einiger Zeit oder eine Firma bei der ich eine Weile nichts für mich interessantes gemacht habe bzw. wo andere Firmen bei denen ich mich nebenbei bewerbe einfach sehen das ich vor kurzem erst auf einem ganz anderen Fachgebiet eingestellt wurde. Ich bin da mittlerweile schon das Wochenende über am grübeln.

Hätte ich denn überhaupt die Möglichkeit nach so einem Gespräch die Stelle irgendwie abzulehnen, ohne dass ich Ärger mit der Arbeitsagentur bekomme?

Hat jemand vielleicht einen guten Rat? 😕
 

Zeitkind

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Rezeption
Allerdings ging es irgendwie von Anfang an darum, dass ich nicht so gut auf die Stelle passe und dass man mit Förderung,vom Arbeitsamt finanzierter Probearbeit
und reduziertem Einstiegsgehalt mich quasi so hinbiegen könnte, dass ich dort auch arbeiten könnte, weil dort dringend Fachinformatiker gebraucht werden.
Das Zitierte aus der dargestellten Sachlage birgt einen offensichtlichen Widerpruch.
Einerseits werden dringend Fachkräfte gesucht, andererseits wird die zu erwartende Gegenleistung geschmälert.
Die fehlende Passgenauigkeit ist wohl vorgeschoben, um schnellstmöglich an Subventionen heranzukommen.
Eine Probearbeit würde ich auf eine Einfühlungszeit von max. 3 Tagen beschränken, um sich die Bedingungen des Arbeitsplatzes anzuschauen.
Probearbeit / Praktikum (Quelle: Vermittlungsvorschlag zur Beschäftigungsaufnahme)
Probearbeit oder Praktika sind grundsätzlich rechtzeitig vor Beginn beim Leistungsträger anzumelden.
Um dem Leistungsempfänger für eine Probearbeit den Unfallversicherungsschutz nach 14.a) § 2 SGB VII zu gewähren ,
ist der Leistungsträger rechtlich gezwungen, eine Probearbeit per Zuweisung als Maßnahme zu behandeln.
Es sei denn, der Arbeitgeber übernimmt für die Probezeit neben dem Entgelt auch sämtliche Versicherungsleistungen.
Dann würde der Leistungsempfänger allerdings "probehalber" für diesen Zeitraum die Leistungsberechtigung verlieren.

Maßnahmen sind an rechtliche Voraussetzungen gebunden und werden deshalb per Zuweisung mit Rechtsfolgenbelehrung abgewickelt.
All diesen Umständen steht aber nicht entgegen, einen potenziellen Arbeitgeber zu "beschnuppern".
Das jedoch sollte unter strikter, begrifflicher Trennung von "Probe" und "Arbeit" erfolgen.
  • Probe
    Hier lerne ich das Umfeld, die Bedingungen und die räumlichen Gegebenheiten kennen.
    Ein zeitlicher Rahmen von 1 bis max. 3 Tagen sollte dafür genügen.
  • Arbeit
    Eine Arbeit im betrieblichen Ablauf sollte auf keinen Fall Bestandteil der Probearbeit sein.
    Zu diesem Zweck wird erst bei Abschluß des Arbeitsverhältnisses eine Probezeit vereinbart.
Die Probearbeit dient (im Gegensatz zur vertragsrechtlichen Probezeit nach § 622 Abs. 3 BGB) nur der Einfühlung,
es sollte also währenddessen keine Arbeit im Wertkreislauf des Unternehmens geleistet werden.
Damit untersteht der Probant nur eingeschränkt dem Weisungsrecht des Betriebes, d.h. es kann keine Leistung abgefordert werden.
Wenn das der Betrieb verlangt, um Leistungsfähigkeit zu testen, kann dafür zumindest eine anteilige Entlohnung gefordert werden.
Diese wichtigen Einzelheiten sollten vor Antritt der Probearbeit mit dem Unternehmen abgesprochen- und schriftlich vereinbart werden.

Wenn eine Probearbeit von X Tagen vereinbart- und hinterher seitens des Leistungsträgers als Maßnahme auferlegt (zugewiesen) wurde,
entstehen dem Zugewiesenen Rechtsfolgen, wenn die Maßnahme nicht angetreten- oder ohne wichtigem Grund vorzeitig abgebrochen wird.
Hat jemand vielleicht einen guten Rat?
Die Verhandlungen fortführen und den Erwartungen des Arbeitgebers die entgegenstehenden Argumente liefern.
Wenn Du für diese Stelle nicht wirklich geeignet bist, wird das langfristig für beide Seiten ein Verlustgeschäft.
Wurde von Dir die Zumutbarkeit nach § 140 SGB III geprüft? Vom zu erwartenden Nettoentgelt die entstehenden Fahrtkosten abgezogen?
 

iSlave

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Wenn man während der Probearbeit erkrankt wird man auch oft nicht mehr genommen. Außerdem nimmt man den Vertrag mit und lässt ihn durch dritte prüfen. Siehe mein Posting:
 

Tabitha

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Die fehlende Passgenauigkeit ist wohl vorgeschoben, um schnellstmöglich an Subventionen heranzukommen.
Das würde ich so nicht mal sagen. Ich denke es gibt einfach verschiedene Spezialisierungen. Ich denke ein Dachdecker aus Norddeutschland, der bisher nur Reetdächer gedeckt hat wüsste trotz Ausbildung auch erst mal nicht, wie man das mit Ziegeln macht und müsste sich einarbeiten.
Und von den Tools, die dort benutzt werden habe ich wirklich nur sehr wenig Ahnung,die Einarbeitung würde also wirklich aufwändiger sein.

Nun aber mal meine Frage, wenn ich dem Betrieb etwas durch die Blume sagen würde, dass ich zwar lernbereit bin, aber das Themengebiet leider übrhaupt nicht mein Fall ist und ich auch einfach nicht wieder bei Null anfangen mag, sondern lieber auf meinem Gebiet weiter aufbauen will. was wäre denn das schlimmste, was passieren kann?
Ich meine wenn es wirklich nicht passt hätte der Arbeitgeber ja auch nichts davon, wenn ich dort anfange und es dann nicht so wirklich funktioniert, Subventionen hin oder her.
Ich würde dann die Person nicht direkt beim Arbeitsamt "anschwärzen" und sagen, dass die arbeitslose sich geweigert bzw von sich aus abgesagt oder die Zusammenarbeit sehr unattraktiv gemacht hat.
Was müsste denn erfüllt sein, dass ich dann Konsequenzen von Seiten des Amtes bekomme und welche Konsequenzen wären das?
 

Nena

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was wäre denn das schlimmste, was passieren kann?
AG kann (muss nicht) Gründe angeben, warum ein Arbeitsverhältnis nicht zustandegekommen ist. Wenn sie sagt, es hätte an Fachlichem gelegen, ist alles gut. Wenn sie aber schreibt, dass Du keine Lust hattest (irgendwie durch die Blume natürlich), wirst Du ggf. angehört. Hängt davon ab, wie gut AG und SB sich kennen. Und was AG gefrühstückt hat. Und ob SB verliebt ist. Und ob jemand einen Parkplatz gefunden hat morgens. Und so weiter. Kannst es nicht (komplett) beeinflussen.
Was müsste denn erfüllt sein, dass ich dann Konsequenzen von Seiten des Amtes bekomme und welche Konsequenzen wären das?
SB müsste glauben (auch noch nach Deiner Stellungsnahme), dass Du eine Arbeitsaufnahme vereitelt hast, würde Dich dann entsprechend RFB mit 30% sanktionieren.
Wenn Du direkt nach dem Gespräch ein Gedächtnisprotokoll anfertigst, aus dem hervorgeht, dass Du wirklich wolltest, kann das Deine Situation stärken.
Ja, Du hast recht. Im normalen Leben wäre natürlich allen Parteien mit Ehrlichkeit geholfen. Aber vielleicht erinnert Dein Oberteil/Dein Duft den Personaler an sein verstorbenes Kind? Da geht es nicht immer nur um Fakten. Menschen können (auch grundlos) bösartig sein. Die meisten sind es nicht! Aber sei besser zu vorsichtig als sanktioniert.
 
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