Bitte um Hilfe - Kündigen mit ärztlichen Rat

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PepePrinz

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Hallo liebe Forengemeinde,

ich war heute bei meinem Arzt und erklärte dass ich seit langer Zeit nicht mehr kann.
Schlafstörung, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, keine Lust mehr auf die Partnerin und permanenten Stress und Angst vor dem Bürojob.
Meines Wissens ist es zur Zeit nicht möglich einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Firma zu übernehmen.
Ehrlich gesagt möchte ich das auch nicht. Letztes Jahr haben 26 Mitarbeiter das Handtuch geschmissen, da die Organisation der Geschäftsführung bis nach unten chaotisch ist und für viele unzumutbar.

Zur Zeit fehlt mir einfach die Kraft und die Konzentration um einen neuen Job zu finden.
Ich bekam eine Überweisung zum Psychologen , Schlaftabletten und vorerst für zwei Wochen eine Krankschreibung.

Der Arzt schrieb eine Bescheinigung, die ich anonymisiert hochladen werde.
Meine Frage ist:

Bei ewiger Krankschreibung kann der Ag mich doch gar nicht kündigen. Ist das dann nicht doch besser selbst zu kündigen?
Im Tarifvertrag steht geschrieben: " [...] nach Ablauf der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist 6 Wochen zum Quartalsende.
Ausreichend Urlaub für dieses Jahr habe ich auch noch. Wie verhalte ich mich richtig?

Bitte um Hilfe. Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
 

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Gast
Mich hat solch eine Bescheinigung vor ca. 15 Jahren einmal vor einer dreimonatigen Sperre bewahrt. Ob das bei dir auch klappen wird, vermag ich nicht zu beurteilen.
 

BerndB

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Über eine Sperrzeit entscheidet allein die AfA.
Ist ein Attest vorhanden, kann dir die AfA schriftlich bestätigen, ob es als wichtiger Grund für eine Kündigung ausreichen wird. Dazu muss man bisher noch nicht bei der AfA gemeldet sein. Für diese persönliche Anfrage (genannt Leistungsberatung) werden dann aber von der AfA sicher Daten erhoben. Denn bei eintretender Arbeitslosigkeit müssen das jetzt vorgelegt Attest und die Bestätigung der AfA mit dem Bewerber zusammenfinden.
 

gila

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Hm ... zunächst müsste man mal wissen, ob du aus Hartz 4 heraus diesen Job nun hast - oder ob du den Job länger hast und hieraus genügend
Ansprüche auf ein ALG I entstanden sind, die dich nicht noch durch ALG II "aufstocken" lassen müssten?

Das wäre quasi der "Idealfall" und dann würde ich mich erst einmal möglichst lange arbeitsunfähig krank schreiben lassen - nach 6 Wochen Lohnfortzahlung kämst du dann in das Krankengeld ... hier sollte dann doch die Möglichkeit bestehen, dass du inzwischen und für den weiteren Verlauf (solange die Krankenkasse nicht nervt) für deine Genesung sorgst.
Z.B. auch ein längerer Klinikaufenthalt - hier gäbe es auch Sozialdienste, die unterstützen können bei solchen Schwierigkeiten im Job ...

Sollte das Ganze länger dauern, musst du dennoch nicht selbst kündigen und kannst im Krankengeld verbleiben und abwarten, was in Sachen Arbeitgeber läuft. Während des Krankengeldes "verbrauchst" du nicht dein ALG I, das kann dann immer noch nach dem Krankengeld/Genesung beantragt werden, z.B. wenn du aus einer Klinik kämst und auch die dir eine Kündigung empfehlen würden - und wenn die Erkrankung und der Verbleib im Krankengeld länger andauert - kann ein weiterer Anspruch auf ALG I entstehen, der dann "hintendran" gehängt wird... (Genaue Fristen müsste man aktuell nachschlagen).
Auf jeden Fall könnte diese "abwartende" Vorgehensweise sich bei dir finanziell besser darstellen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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Naja, das Schreiben des Hausarztes ist ja quasi eine Aufforderung an den Arbeitgeber: Sorg für andere Arbeitsbedingunge oder Kündige den Mann!

Sowas habe ich ehrlich esagt auch noch nicht gesehen.
 

Zeitkind

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Willkommen im Forum. :welcome:
Rezeption
Meines Wissens ist es zur Zeit nicht möglich einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Firma zu übernehmen.
Ehrlich gesagt möchte ich das auch nicht.
Soweit ich es verstehe, geht es Dir darum, unbeschadet aus dem für Dich unzumutbaren AV herauszukommen.
Für die LT ist ein wichtiger Umstand, daß Du dem AG zumindest Gelegenheit gibst, Dir eine zumutbare Stelle zur Erfüllung des AV anzubieten.
Darauf zielt auch die ärtztliche Bescheinigung ab. Somit hast Du zumindest alles versucht, um den Verlust des Arbeitsplatzes zu verhindern.
Die Kündigung selbst würde ich in jedem Fall dem AG überlassen. Konzentriere Dich lieber auf Deine Gesundheit. :icon_wink:

Bei Eigenkündigung wird vom LT i.d.R. der ausgefüllte "Fragebogen zur Eigenkündigung auf ärztlichen Rat" gefordert.
Diesen und weitere Infos findest Du unter der Überschrift "Eigenkündigung aus gesundheitlichen Gründen" in folgendem Beitrag:
Kündigung - Was ist vorher und nachher zu beachten?
 

PepePrinz

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Vielen Dank für die Hinweise und ausführlichen Antworten!

Nun, ich bin seit 22 Monaten auf Vollzeit sozialversicherungspflichtig eingestellt. ALG II ist nicht meine Wiese, nach meinen jetzigen Kenntnisstand.
Ich selbst tendiere zu einer Auszeit und beruflicher Neuorientierung. Jemand ausm Freundeskreis (die Person kenne ich sehr sehr gut) ist trotz Eigenkündigung die 3 monatige Sperre umgangen. Soll nicht heißen, dass ich es ausnutzen will und auf der Hängematte liegen möchte. ich möchte ALG I in Anspruch nehmen und langsam wieder auf die Beine kommen. Ich mag ehrlich gesagt nicht an die Glocke hängen, aber ich bin psychisch durch. Schlafe seit mehreren Wochen schlecht, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche und viele weitere Leiden. Die Beziehung zur Freundin und Freunden musste oft drunter leidern. Der Grund ist mein Job. Ich habe keine Lust mehr auf Mobbing und wie ein kleines geistig verwirrtes Kind zu fühlen weil der Vorgesetzte seinen Napoleon-Komplex und seine cholerische Wut an mir auslässt. Ich glaube sowas nennt man auch neudeutsch "Bossing".

Ich wollte nie den Schritt zur Kündigung gehen, da ich nicht der Typ bin der einfach so aufgibt. Aber mir wird nichts gedankt oder wirkliche Eigeninitiative angeboten. In den üblichen Monologen meines Vorgesetzten wirds gefordert, aber nicht gefördert. Ich muss so denken, so handeln, so umsetzen wie er es für richtig hält. Ständig ewige Diskussionen die in einseitigen Debatten führen. Die Chefetage interessierts nicht. Davon abgesehen, sind einige aus anderen Abteilungen gegangen, die Fluktuation ist relativ groß wie nie zur Zeit.

Ich danke aber nochmals für eure Einschätzung. jegliche Kritik und Meinung ist es mir wert!
 

Kerstin_K

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ich möchte ALG I in Anspruch nehmen und langsam wieder auf die Beine kommen.
Das ist die falsche Reihenfolge. Du solltest Dich auf jeden Fall vor Ausscheiden aus demArbeitsverhältnis krankschreiben lassen.

Warum? Weil dann das KG aus dem Arbeitsentgeld berechnet wird. Wenn Du ALG I beziehst, musst Du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. lässt Du dich im ALG-Bezug AU schreiben, dann bekommst Du 6 Wochen lang weiter ALG I und danach KG. Nur das ist dann niedriger, da es aus dem ALG berechnet wird.
 
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